IAAF Diamond League Meeting „Weltklasse Zürich“ am 29. August 2019: Gesa Krause läuft deutschen Rekord

Mit einem klug eingeteilten Rennen verbesserte die amtierende Europameisterin Gesa Felicitas Kraus (GER) beim Diamond League Meeting im Züricher Letzigrund-Stadion den Landesrekord über 3000m Hindernis der Frauen auf 9:07,51 und belegte damit Platz 5. Den Lauf gewann die Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech (KEN) in 9:01,71, die sich das Rennen weit schlechter eingeteilt hatte als Krause und im Schlusspart deutlich einbrach. Nach dem ersten Kilometer in aberwitzigen 2:51,9 Minuten lag Chepkoech weit in Front. Krause war in 2:59,0 auf Platz 10 gleichfalls flott gestartet, agierte aber schon 7 Sekunden zurück. Bereits den zweiten Kilometer nach 5:57,6 legte Chepkoech nur noch in 3:05,7 zurück, Krause war hier auf Platz 8 in 6:04,1 den zweiten Kilometer in 3:05,1 gelaufen, war also in diesem Abschnitt schon schneller als die Führende.

Beatrice Chepkoech gewann das Diamond League Finale über 3000m Hindernis der Frauen in Zürich. Im Hintergrund auf Platz 5 Gesa Felicitas Krause, die deutschen Rekord lief. (c) NBCSports/Screenshot

Chepkoech gewann das Rennen in 9:01,71 und konnte auf dem letzten Kilometer in 3:04,1 wieder etwas zu legen. Gesa hatte sich mittlerweile sogar an der Weltmeisterin Emma Coburn (USA) vorbei auf den fünften Platz vorgearbeit und lief mit einem Schluss-Kilometer von 3:03,4 am Ende in 9:07,51 einen neuen deutschen Rekord. Die alte Bestmarke hatte gleichfalls Krause im Jahr 2017 mit 2:11,85 in Berlin aufgestellt.

Beachtlich war auch der Auftritt von Konstanze Klosterhalfen, die über 1500 m hinter ihrer Trainingspartnerin im Oregon Project Sifan Hassan (NED) Zweite in 3:59,02 wurde, während Hassan den Lauf in 3:57,08 gewann. „KoKo“ lief damit zum zweiten Mal unter 4 Minuten, nur eine 1/10 Sekunden über ihrer PB und 1,3 Sekunden über der deutschen Rekordmarke von 3:57,71 durch Christine Wartenberg bei Olympia 1980 in Moskau.

Über 800m lag der Favorit Nijel Amos (BOT) in aberwitzigen 48,4 Sekunden weit in Front, für die zweite Runde brauchte er dann 53,6 Sekunden, womit er im Finish noch von Donavan Brazier (USA) noch passiert wurde. Der hatte sich mit 50,8 Sekunden und 51,9 Sekunden für die beiden 400m-Segmente das Rennen weit besser eingeteilt.

Im letzten 5000m-Rennen als offizieller Wettbewerb in der Diamond League Geschichte siegte nach einem mehr als irritierenden Rennverlauf Joshua Cheptegei (UGA) in persönlicher Bestzeit von 12:57,41. Enttäuschend der Auftritt der äthiopischen Elite, die einträchtig am Ende des Feldes bis 800 m „bummelte“ und dort einen Rückstand von gut 5 Sekunden auf den weit führenden Cheptegei hatten. Wie Gebrhiwet, Barega und Kejelcha diesen Rückstand noch aufholen wollten, bleibt deren renntaktisches Geheimnis. Immerhin blieben am Ende noch 5 Läufer unter der 13 Minuten-Schallmauer.

In einer mehr als unverständlichen Entscheidung der IAAF werden die Bahnlangstrecken nun in die Bedeutungslosigkeit geschickt. Die Konsequenzen sind klar: Die Athleten werden in Sachen Langdistanzen auf die Straße(n) ausweichen und diese Entwicklungen weiter verstärken. Neben der Medienpolitik der IAAF ein weiteres Desaster in der internationalen Leichtathletik, die einer Kernsportsportart in der öffentlichen Wahrnehmung erheblichen Schaden zufügen wird. So wird man den Niedergang der Leichtathletik sicher kaum aufhalten können.

Höhepunkt war fast am Schluss des Abends der neue Europarekord über 400m-Hürden durch Karsten Warholm (NOR) in 46,9 2, womit der vom Start mit voller Kraft agierende Norweger zum zweitschnellsten Läufer über diese Distanz in der Geschichte wurde. Dem Weltrekord von 46,78 durch Kevin Young bei Olympia 1992 in Barcelona kommt der Ausnahmeläufer aus dem Norden, der stets die Bahn 7 bevorzugt, immer näher.

Ergebnisse 3000m Hindernis der Frauen:
1. Beatrice Chepkoech KEN 9:01,71
2. Hyvin Kiyeng KEN 9:03,83
3. Norah Jeruto KEN 9:05,15
4. Daisy Jepkemei KEN 9:06,66
5. Gesa Felicitas Krause GER 9:07:51 NR
6. Emma Coburn USA 9:10:01
7. Winfred Mutile Yavi BRN 9:14,84
8. Chepteek Chespol KEN 9:20,04
9. Karoline Grovdal NOR 9:20,69
10. Mery Chepkurui KEN 9:29,61