IAAF Diamond League in Stanford (USA) am 30. Juni 2019: 3000 m der Frauen – Hassan läuft Europarekord, Klosterhalfen pulverisiert deutsche Bestmarke

In einer Flut hochklassiger Ergebnisse sorgten Sifan Hassan (NED) und Kostanze Klosterhalfen (GER) beim Diamond League Meeting im kalifornischen Stanford für ein außergewöhnliches Highlight. Der mit Spannung erwartete, hochkarätig besetzte 3000 m-Lauf der Frauen erfüllte selbst kühnste Erwartungen. In einem flott angelaufenen Rennen war schon nach 1000 m in 2:45,74 klar, dass es in Regionen von deutlich unter 8:30 Minuten gehen würde. Als nach Shannon Osika (USA) auch die zweite Tempomacherin Mary Kuria (KEN) die Fahrt hoch hielt und 2000 m nach 5:36,16 passiert wurde, war klar, dass schnelle Zeiten anstanden.

Start zu einem denkwürdigen 3000 m-Lauf der Frauen. (c) IAAF-Livestream/Screenshot

An der Spitze machte nun die junge Äthiopierin Letesenbet Gidey (ETH) das Tempo, die sich zusammen mit der Weltrekordhalterin über 3000 m in der Halle, Genzebe Dibaba (ETH), von der Konkurrenz etwas absetzen konnte. Doch als es eingangs der letzten Runde nach einem Sieg von Dibaba aussah, stürmte Hassan heran, passierte die beiden Äthiopierinnen, um das Rennen in neuer Europarekord-Zeit von 8:18:49 zu gewinnen. Und auch Konstanze Klosterhalfen, die zusammen mit Hassan in 64 Sekunden die schnellste Schlussrunde auf die Bahn legte, ging an den Äthiopierinnen noch vorbei und „pulverisierte“ ihren deutschen Rekorde um fast 10 Sekunden auf grandiose 8:20:07. Dritte wurde Gidey in 8:20,27. Erst auf Platz 4 kam Dibaba in 8:21,29 ins Ziel.

Schlussphase im 3000 m-Lauf der Frauen. Vorne Hassan vor Gidet, Klosterhalfen und Dibaba. (c) IAAF-Livestream/Screenshot

Damit liefen Hassan und Klosterhalfen nach den sonderbaren Rennen am 12. und 13. September 1993 in Beijing mit drei Chinesinnen im Regime von 8:06,11 und 8:16,50 die sechst- sowie achtschnellsten Zeiten im Stadion. Die 22-jährige „KoKo“ ist spätestens seit heute in der absoluten Weltspitze angekommen. Aktuell muss man ihren Wechsel ins Nike Oregon Projekt bei allen Vorbehalten positiv bewerten. Auch die Siegerin Hassan ist seit ihrer Einbindung ins NOP gleichfalls erheblich verbessert, wobei die Beiden innerhalb des Projekts bisher nicht zusammen trainierten, weil Hassan zuletzt den Fokus auf Straßenrennen legte. Laura Weightman (GBR) schaffte in 8:26,07 einen neuen Landesrekord und kam noch vor einer der Topfavoritinnen Helen Obiri (KEN) in 8:27,26 ins Ziel. Sieben Läuferinnen blieben unter 8:30 Minuten, wobei das Comeback der Ausnahmeläuferin Almaz Ayana (ETH) als Letzte in 8:57,16 wenig erfolgreich war.

Eindrucksvolles Detail zum Lauf: Die Liste der Splits für die beiden Tempomacherinnen Shannon Osika und Mary Kuria, die die Vorgaben fast auf die Sekunden umsetzten. Great Job! (c) Veranstalter

Und auch der Auftritt der deutschen Europameisterin über 3000 m-Hindernis Geza Krause (GER) war auf Platz 15 in 9:35,67 wenig überzeugend. In dem gleichfalls sehr flotten Rennen siegte die Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech (KEN) mit der zweitschnellsten Zeit der Geschichte von 8:55,58 vor der vom einem Sturz im Mittelteil gehandikapten Emma Coburn (USA) in 9:04,10.

 Ergebnisse 3000 m der Frauen (IAAF):
1. Sifan HASSAN Netherlands 8:18.49 ER
2. Konstanze KLOSTERHALFEN Germany 8:20.07 DR
3. Letesenbet GIDEY Ethiopia 8:20.27
4. Genzebe DIBABA Ethiopia 8:21.29
5. Laura WEIGHTMAN Great Britain 8:26.07
6. Hellen OBIRI Kenya 8:27.26
7. Agnes Jebet TIROP Kenya 8:27.51
8. Caroline Chepkoech KIPKIRUI Kenya 8:31.45
9. Fantu WORKU Ethiopia 8:32.10
10. Margaret Chelimo KIPKEMBOI Kenya 8:32.96
11. Senbere TEFERI Ethiopia 8:36.26
12. Lilian Kasait RENGERUK Kenya 8:37.31
13. Hawi FEYSA Ethiopia 8:40.79
14. Karissa SCHWEIZER USA 8:42.15
15. Dominique SCOTT South Africa 8:43.88
16. Beatrice CHEBET Kenya 8:53.60
17. Weini KELATI FREZGHI Eritrea 8:53.89
18. Almaz AYANA Ethiopia 8:57.16
p Mary KURIA Kenya DNF
p Shannon OSIKA USA DNF