9. Bank of Lanzhou Cup Lanzhou International Marathon am 2. Juni 2019: Edesa mit Streckenrekord

lanzhou-mar-2019-logoEin neuer Streckenrekord bei den Frauen durch Workenesh Edesa (ETH) mit 2:30:22 war das Highlight der 9. Ausgabe des Bank of Lanzhou Cup Lanzhou International Marathon am Sonntag in der chinesischen Metropole am Gelben Fluss. Das Rennen der Männer bei Temperaturen über 20°C im Schatten und starker Sonneneinstrahlung gewann Justus Kimutai (KEN) in 2:11:47. Elf Männer, darunter auch der Lokalmatador Yousheng Guan (CHN), bestimmten zu Beginn das Geschehen an der Spitze dieser Veranstaltung mit dem Gold Label der IAAF. Aber schon nach 5 km in 15:54 wurde deutlich, dass selbst der moderate Kursrekord von 2:10:10 (Abayneh Ayele 2015) kaum noch zu schaffen war. In diesem (langsamen) Tempo mit 5 km-Abschnitten von fast 16 Minuten ging es zunächst weiter, wobei aber bei 10 km in 31:54 Guan schon eine gute halbe Minute hinter der Spitze lief.

lanzhou-mar-2019-starterEin Spezialität von Lauf-Veranstaltungen im Land der Mitte: Ein zahlreiches „Starter-Kollektiv“. Darunter die Repräsentanten von IAAF und AIMS: Carlo Capalbo (3.v.l.) und Paco Borao (3.v.r.). (c) Livestream/Screenshot

Nach 15 km in 47:46 war es Birase Dinbushe (ETH), der Bewegung ins Renngeschehen brachte und sich zusammen mit seinem Landsmann Duber Teshome (ETH) absetzte. Über 20 km in 1:03:02 lag nach der Hälfte dann Dinbushe in 1:06:34 fünf Sekunden vor Teshome und 15 Sekunden vor 8 weiteren Läufern. Bei 25 km in 1:19:13 war Dinbushe immer noch vorne, wurde aber nach 28 km von sechs verbliebenen Verfolgern wieder eingefangen. Diese Gruppe erreichte 30 km in 1:34:56, bevor bald darauf eine rennentscheidende Entwicklung eintrat.

lanzhou-mar-2019-40km-kimutaiJustus Kimutai konnte sich nach gut 38 km vom letzten Mitstreiter lösen und den Lanzhou Marathon gewinnen. (c) Livestream/Screenshot

Das Tempo wurde nun sichtbar schneller und mit einem 5 km-Abschnitt von 15:15 Minuten für den Abschnitt von 30 km nach 35 km lagen bei 35 km nur noch das Trio Kimutai mit den beiden Äthiopiern Gizachew Negesa (ETH) und Afewerk Mesfin in 1:50:11 vorne. Dieses Trio reduzierte sich schnell auf Kimutai und Negesa, wobei Negesa einer weiteren Tempoverschärfung nach 2 Stunden (38,3 km) nicht folgen konnte. Mit 15:06 lief der führende Kimutai hier das schnellste 5 km-Segment des ganzen Rennens und lag bei 40 km in 2:05:17 mit einem Vorsprung von 10 Sekunden vor Negesa und 30 Sekunden vor Mesfin.

Mit einem flotten Schlussteil in 6:30 Minuten gewann Kimutai unangefochten das Rennen nach 2:11:47, womit man in Lanzhou weiterhin auf eine Zeit von unter 2:10 Stunden warten muss. Das Elitefeld war sicher gut genug, die äußeren Bedingungen – wie schon im Vorjahr – jedoch alles andere alle leistungsfördernd. Dazu kommt noch eine Seehöhe von Lanzhou von etwa 1600 m. Negesa wurde Zweiter in 2:12:02 und Mesfin lief auf Platz 3 in 2:12:30 ein. Die Plätze 1 und 8 gingen an kenianische Läufer, der Rest im Spitzenbereich wurde von äthiopischen Läufern besetzt.

Bei den Frauen waren es zunächst sieben Läuferinnen, die über 17:41 bei 5 km, 35:28 bei 10 km und 53:22 bei 15 km die Spitzengruppe bildeten. Über 1:10:12 bei 20 km erreichte diese Gruppe die Hälfte nach 1:14:21, womit man deutlich unter der Durchgangszeit zum Streckenrekord  von 2:31:22 (Nguriatukei Rael Kiyara 2015) lag. Auch bei 25 km in 1:29:16, 30 km in 1:47:16 und 35 km in 2:05:53 blieb der Tross äthiopischer Läuferinnen zusammen. Dann setzten sich Edesa, die im Januar in Dubai 2:21:05 gelaufen war, zusammen mit Gutemi Shone, Sifan Melaku and Fantu Jimma (alle ETH) ab, bevor noch vor der 40 km-Marke Edesa ihre Landsfrauen hinter sich lassen konnte.

lanzhou-mar-2019-40km-edesaWorkenesh Edesa (hier kurz nach 40 km) gewann den Lanzhou Marathon. (c) Livestream/Screenshot

Bei 40 km in 2:23:19 hatte Edesa einen Vorsprung von 10 Sekunden auf Jimma, den sie bis ins Ziel weiter ausbauen konnte. Edesa gewann mit Kursrekord von 2:30:22 vor Shone in 2:30:40 und Jimma in 2:30:49. Die Siegerin hatte zuvor im Jahr 2016 mit 2:24:04 bereits in Xiamen einen Marathon auf chinesischem Boden gewonnen. Im Marathon waren in der Stadt mit dem UNESCO-Kulturerbe der Wasserräder 8.000 Starter gemeldet, zusammen mit einem Halbmarathon und einem 5 km-Lauf waren insgesamt ca. 40.000 Teilnehmer auf den Beinen.

Die Veranstaltung mit dem Golden Label für Straßenläufe der IAAF hatte in den letzten Jahren noch erhebliche Defizite in der Organisation und vor allem in der Medienarbeit, die erfreulicher Weise der Vergangenheit angehören. Lanzhou – so man die Siegerzeiten noch etwas steigern kann – ist damit sicher ein Kandidat für das neue Platinum Label der IAAF und steht ansonsten in kaum einem Kriterium den großen Events der globalen Laufszene nach.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1. JUSTUS KIPKOGEI KIMUTAI KEN 2:11:47
2. GIZACHEW HAILU NEGASA ETH 2:12:02
3. AFEWERK MESFIN WOLDETENSAE ETH 2:12:30
4. ASNAKE DUBRE NEGAWO ETH 2:12:38
5. JIMMA SHAMBEL TUFA ETH 2:12:55
6. BIRASE BOKA DINBUSHE ETH 2:14:06
7. DUBER ABDISA TESHOME ETH 2:14:15
8. SAMUEL MACHARIA MWANGI KEN 2:15:29
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. WORKENESH EDESA GURMESA ETH 2:30:22
2. GUTENI SHONE IMANA ETH 2:30:40
3. Fantu Eticha Jimma ETH 2:30:49
4. SIFAN MELAKU DEMISE ETH 2:31:38
5. FATUMA SADO DERGO ETH 2:32:46
6. HIWOT GEBREKIDAN GEBREMARYAM ETH 2:32:48
7. NURITSHIMEL SYIMAM ETH 2:33:57
8. Jiao Anjing  中国 CHN 2:58:46