45. „Prefontaine Classic“ IAAF Diamond League Meeting in Stanford (CA, USA) am 30. Juni 2019: Grandiose Besetzung im 3000 m-Lauf der Frauen

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An ungewohnter Stelle – nämlich auf dem Stanford’s Cobb Track & Angell Field – findet die 45. Ausgabe des Prefontaine Classic Meetings im Rahmen der IAAF Diamond League Serie statt.Das Sportfest, das an die US-Lauflegende Steve Prefontaine einnern will, der erst 24-jährig bei einem Autounfall im Jahr 1976 verstarb, wird erstmals außerhalb des angestammten Ortes, dem Hayward Field in Eugene im US-Bundesstaat Oregon, ausgetragen, weil dieses ehrwürdige Stadion aktuell für die Leichtathletik-WM im Jahr 2021 vollständig saniert und umgebaut wird.
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Im Rahmen dieses Meetings im südlich von Eugene gelegenen Stanford wird es einen 3000 m-Lauf der Frauen geben, der so gut wie alle Topathletinnen auf dieser Distanz zusammen an Start bringen wird. Die außergewöhnliche Klasse des Elitefeldes dokumentieren 7 Läuferinnen, die in ihrer Karriere schon unter 8:30 Minuten über 3000 m auf der Bahn gelaufen sind. Darunter zählt auch Konstanze Klosterhalfen (GER), die aktuell im Rahmen des Oregon Projekts in Eugene bei Alerto Salazar trainiert. Ihre Bestzeit über 3000 m von 8:29, 89 ist in der Tat hochklassig, in der Startliste rangiert der junge deutsche Nachwuchsstar damit aber nur auf Platz 7.
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istaf-2017-1500m-wm-klosterhalfenKonstanze Klosterhalfen geht bei den Pre Classic in Stanford über 3000 m an den Start. (c) DL-Livestream/Screenshot
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Mit der schnellsten Vorleistung geht die Ausnahmeläuferin Genzebe Dibaba (ETH) an den Start, die bereits dreimal bei den Pre Classic gewinnen konnte. Die siebenfache Weltrekord-Inhaberin lief als Zweite in Doha zu Beginn der DL-Serie 8:26,20. Dabei wurde sie von der 29-jährigen Hellen Obiri (KEN) in 8:25,60 geschlagen, die die amtierende Weltmeisterin über 5000 m ist. Im März wurde die Kenianerin im dänischen Aarhus Cross-Weltmeisterin. Sifan Hassan (NED) gehört über 1500 m zu Weltspitze, hat aber in letzter Zeit auch sehr erfolgreiche Ausflüge auf die Straße gewagt. Dazu gehört im März 2019 u.a. ihr „Weltrekord“ über 5 km in Monaco in 14:44. Im Halbmarathon lief sie im September 2018 in 65:15 ein glänzendes Debüt in Kopenhagen, Anfang April schaffte sie beim Berliner Halbmarathon 65:45.
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Almaz Ayana (ETH) ist die Weltrekord-Inhaberin über 10.000 m in 29:17.45, die sie bei ihrem Sieg bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 erzielte. 2017 wurde sie in London Weltmeisterin über 10.000 m. Ihre Bestzeiten übe 3.000 m und 5.000 m liegen bei eindrucksvollen 8:22,22 sowie 14:12,59. Ayana musste nach einer Knieverletzung für längere Zeit pausieren, so dass ihr aktuelles Leistungsvermögen nur schwer einzuschätzen ist. Beim schnellen Halbmarathon in Ras Al Khaimah im Februar gewann Senbere Teferi (ETH) in 65:45, ihre Bestzeit über 5.000 m steht bei 14:23,33. Die 21-jährige Letesenbet Gidey (ETH) wurde bei der Cross-WM in Aarhus Dritte und hat eine PB über 5.000 m von 14:23,14, damit ist sie die achtschnellste Läuferin aller Zeiten.
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Caroline Chepkoech Kipkurui (KEN) hat eine Bestzeit über 3000 m von 8:29,05, die sie im letzten Jahr in Doha erzielte. Im Februar 2018 lief die in Ras Al Khaimah im Halbmarathon in 65:07 eine Zeit von Weltklasse. Zu Beginn dieses Monats erreiche Lilian Kasait Rengeruk (KEN) als Dritte in Doha 8:29,02. Eine besondere Rolle dürfte Caster Semenya (RSA) spielen, die über 800 m die Weltbeste ist und u.a. 2018 bei den Pre Classic in 1:55,98 die schnellste Zeit über diese Distanz auf US-amerikanischem Boden lief. In der letzten Zeit sind vor allem die blamablen Vorgaben einer Reduzierung ihres Testosteron-Spiegels in den Vordergrund geraten, die sie nun bewogen hat, auf eine „hormonelle Justierung“ zu verzichten und auf längere Strecken „auszuweichen“. Das erspart ihr im Moment die bedenkliche Manipulation ihres Hormon-Spiegels.
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Von der Papierform hat die Südafrikanerin mit einer PB von 9:36,29 über 3.000 m keine Chance, aber auch ihre Zeit vom März von 16:05,97 über 5.000 m bei den südafrikanischen Landesmeisterschaften dürfte kaum ihr tatsächliches Leistungsniveau auf den längeren Strecken widerspiegeln. Sollte sie auch auf diesen Distanzen in die Weltklasse vorstoßen, dürften die Diskussion von der Mittelstrecken auch auf dieses Regime übergehen. Dabei ist es ein weitgehend gesichertes Faktum, dass die Männer über das gesamte Spektrum der Laufwettbewerbe – von den Mittelstrecken bis zum Marathon – durchweg einen Leistungsvorsprung von 10 – 11% besitzen. Wie dem auch sei, es wir überaus interessant werden, wie sich Semenya in diesem Feld absoluter Weltklasse schlagen wird.

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Startliste 3000 m der Frauen:   PB
Genzebe Dibaba (ETH) 8:16.60
Hellen Obiri (KEN) 8:20.68
Almaz Ayana (ETH) 8:22.22
Sifan Hassan (NED) 8:27.50
Lilian Kasait Rengeruk (KEN) 8:29.02
Caroline Chepkoech Kipkurui (KEN) 8:29.05
Konstanze Klosterhalfen (GER) 8:29.89
Letesenbet Gidey (ETH) 8:30.96
Senbere Teferi (ETh) 8:32.49
Yasmin Can (Tur) 8:33.29
Fantu Worku (Eth) 8:39.55
Karissa Schweizer (USA) 8:41.60i
Laura Weightman (Gbr) 8:43.46
Rachel Schneider (USA) 8:46.44i
Beatrice Chebet (KEN) 8:49.05
Caster Semenya (RSA) 9:36.29