43. IAAF Cross Country WM in Aarhus (DEN) am 30. März 2019: WM-Titel für Helen Obiri und Joshua Cheptegei

cross-wm-2019-logoMit dem Sieg der 5000m-Weltmeisterin Hellen Obiri (KEN) gab es bei den 43. IAAF Cross-Weltmeisterschaften im dänischen Aarhus im Lauf der Frauen über 10240 m einen Sieg der Favoritin im Vorfeld. Bei den Männer konnte der amtierende Cross-Weltmeisters Geoffrey Kamworor (KEN) seinen Titel nicht verteidigen und musste etwas überraschend mit Joshua Cheptgei (UGA) und Jacob Kiplimo (UGA) zwei Läufern aus Uganda den Vortritt lassen. Im Rennen der Frauen bestimmten nach 2 Runden in 14:16 Minuten fünf Läuferinnen das Geschehen an der Spitze, die einzige deutsche Teilnehmerin Elena Burkard (GER) lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 21 mit einer guten halben Minute Rückstand. Nach der vierten Runde in 28:53 lagen mit Obiri, Dera Dida (ETH) und Letesenbet Gidey (ETH) noch drei Läuferinnen in Front, die um den WM-Titel stritten.  cross-wm-2019-finish-wm-obiri Hellen Obiri wurde nach WM-Titeln auf der Bahn und in der Halle nun auch Weltmeisterin im Gelände. (c) IAAF-Livestream/Screenshot

Etwa 400 m vor dem Ziel konnte sich Obiri an dem steilen Anstieg auf dem Dach eines Museums  einen kleinen Vorsprung herauslaufen, den sie bis ins Ziel verteidigen und somit in 36:14 den Lauf gewinnen konnte. Die 2:21-Stunden-Marathonläuferin Dera Dida wurde in 36:16 Zweite vor ihrer Landsfrau Letesenbet Gidey in 36:24. Achtbar schlug sich am Ende auch Elena Burkard in 38:26 auf Platz 23    cross-wm-2019-obiriDie neue Crosslauf-Weltmeisterin Hellen Obiri im Siegerinterview. (c) IAAF-Livestream/Screenshot

Bei den Männern gingen 146 Starter auf die mit 10240 m erstmals gleichlange Cross-Strecke wie bei den Frauen. Nach zwei ersten Runden in 6:29 und 6:18 dezimierte sich eine zunächst 20-köpfige Spitzengruppe auf 6 Läufer, neben Cheptegei und Kiplimo waren dies Titelverteidiger Kamworor, Aron Kifle (ERI), Selemon Barega (ETH) und Rhonex Kipruto (KEN). Dabei verloren Barega und Kipruto immer wieder den Kontakt zur Spitze. Die 3. Runde wurde in 6:12 zurückgelegt, die 4. Runde sogar in 6:08. Eingangs der letzten Runde kam es dann zu  einer Vorentscheidung, die Kamworor und die beiden Läufer aus Uganda vorne sah. Nach 28 Minuten konnte plötzlich Kamworor einer Tempoverschärfung von Cheptegei nicht mehr folgen, und auch Kiplimo fiel am Anstieg kurz vor dem Ziel leicht zurück.

cross-wm-2019-finish-men1Cheptegei und Kiplimo auf der Zielgeraden.  (c) IAAF-Livestream/Screenshot

Nachdem Cheptegei vor zwei Jahren bei der WM in seinem Heimatland im Schlusspart einbrach und auf den Plätzen landete, war von Erschöpfung bei ihm diesmal nicht die Rede. Somit holte er in 31:40 den ersten WM-Titel im Cross-Lauf für sein Heimatland. Und Kiplimo komplettierte den Erfolg für Uganda mit Platz 2 in 31:44. Mit deutlichem Abstand kam Kamworor in 31:55 ins Ziel, das reichte diesmal nur für „Bronze“.

In den weiteren Wettbewerben gewann Äthiopien überraschend deutlich die Mixed-Staffel in 25:49 vor Marokko in 26:22 und Kenia in 26:29. Dabei musste das marokkanische Team wegen eines Protests und Gegenprotests auf Grund eines Wechselfehlers einige Zeit um die Silbermedaille bangen. Irritation gab es auch nach dem Einlauf im Rennen der U20 bei den Frauen, wo zunächst Alemu Tariku (ETH) als Siegerin verkündet wurde. Bald darauf kam aber die Korrektur für das Fotofinish. Danach gewann Beatrice Chebet (KEN), vor Tariku und Tsigie Gebreselama (ETH), und für alle wurde 20:50 Minuten gestoppt.

cross-wm-2019-finish-u20-wmKnapp und auch etwas umstritten war der Einlauf in der U20 bei den Frauen. (c) IAAF-Livestream/Screenshot

In der U20 bei den Männern war insbesondere das Abschneiden des Jungstars Jacob Ingebrigtsen (NOR) gegen die ostafrikanische Konkurrenz im Fokus des Interesses. Doch schon gegen Mitte der dritten von vier Runden fiel der Norweger entscheidend zurück und beendete seinen Auftritt in 24:39 auf Platz 12. Der Sieger Milkesa Mengasha (ETH) war in 24:52 deutlich schneller. Vermutlich war der Kurs für den Bahnläufer Ingebrigtsen doch zu fordernd, der in seinen Ansprüchen, wenn auch hoch gelobt, ein wenig des Guten zu viel war.

Die vom IAAF Präsidenten Sir Lord Sebastian Coe monierte „Enthaltsamkeit“ vieler Nationen bei dieser Veranstaltung hat sicher viele Gründe. Zu einem nicht unerheblichen Maß dürfte die IAAF an dieser peinlichen Situation nicht ganz unbeteiligt sein. Trotz vieler lobenswerter Initiativen war das öffentliche Interesse – außerhalb der Läuferhochburgen Ostafrikas – ausgesprochen gering. Im Durchschnitt sahen den sehr sehenswerten Livestream der IAAF vom Event aus Aarhus nur etwa 7000 Livestreamer.

Ergebnisse 10240 m der Männer:
1. Joshua Cheptegei  UGA 31:40
2. Jacob Kiplimo  UGA 31:44
3. Geoffrey Kamworor  KEN 31:55
4. Aron Kifle  ERI 32:04
5. Selemon Barega  ETH 32:16
6. Rhonex Kipruto  KEN 32:17
7. Thomas Ayeko  UGA 32:25
8. Andamlak Belihu  ETH 32:29
9. Thierry Ndikumwenayo  BDI 32:29
10. Joel Ayeko  UGA 32:32
11. Rodrigue Kwizera  BDI 32:37
12. Albert Chemutai  UGA 32:46
13. Richard Yator  KEN 32:51
14. Onesphore Nzikwinkunda  BDI 32:56
15. Abdi Fufa  ETH 33:01
16. Lesiba Precious Mashele  RSA 33:05
17. Robel Fsiha  SWE 33:06
18. Mogos Tuemay  ETH 33:06
19. Birhanu Balew  BRN 33:08
20. Ouassim Oumaiz Errouch  ESP 33:10
21. Rodgers Kwemoi  KEN 33:11
22. Filmon Ande  ERI 33:12
23. Albert Rop  BRN 33:15
24. Dawit Fikadu  BRN 33:18
25. Enyew Mekonnen  ETH 33:23
Ergebnisse 10240 m der Frauen:
1. Hellen Obiri  KEN 36:14
2. Dera Dida  ETH 36:16
3. Letesenbet Gidey  ETH 36:24
4. Rachael Zena Chebet  UGA 36:47
5. Peruth Chemutai  UGA 36:49
6. Tsehay Gemechu  ETH 36:56
7. Beatrice Chepkoech  KEN 37:12
8. Eva Cherono  KEN 37:13
9. Deborah Samum  KEN 37:18
10. Zenebu Fikadu  ETH 37:24
11. Fotyen Tesfay  ETH 37:29
12. Lilian Kasait Rengeruk  KEN 37:35
13. Juliet Chekwel  UGA 37:35
14. Esther Chebet  UGA 37:36
15. Anna Emilie Møller  DEN 37:51
16. Failuna Matanga  TAN 37:56
17. Hawi Feysa  ETH 37:59
18. Fionnuala McCormack  IRL 37:59
19. Shitaye Eshete  BRN 38:08
20. Geneviève Lalonde  CAN 38:10
21. Stella Chesang  UGA 38:14
22. Liv Westphal  FRA 38:18
23. Elena Burkard  GER 38:26
24. Darya Mykhaylova  UKR 38:41
25. Irene Sánchez-Escribano  ESP 38:44