37. Maratón Valencia Trinidad Alfonso EDP am 2. Dezember 2018: Äthiopische Siege mit hochklassigen Streckenrekorden

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Leul Gebresilase (ETH) in 2:04:31 sowie Ashete Dido (ETH) in 2:21:14 sorgten bei der 37. Ausgabe des Maratón Valencia Trinidad Alfonso EDP für hochklassige Steckenrekorde und für weitere Highlights zum Ende der internationalen Straßenlaufsaison des Jahres 2018. Bei guten äußeren Bedingungen konnten die Eliteathleten die hohen Erwartungen erfüllen, nachdem erst Ende Oktober Abraham Kiptum an gleicher Stelle den Weltrekord im Halbmarathon der Männer auf 58:18 steigern konnte. Die Erwartungen an eine Verbesserung der Streckerekorde wurden nach dem Start unmittelbar umgesetzt. Bei den Männern lag ein Pulk mit 13 Athleten und drei Pacemakern über 14:48 bei 5 km, 29:48 bei 10 km und 44:40 bei 15 km nach der Hälfte in 1:02:31 auf Kurs zu einer Zeit von 2:05 Stunden und damit in den Regionen des hochklassigen Streckenrekords, den Sammy Kitwara im Vorjahr auf 2:05:15 verbessern konnte.
valenica-mar-2018-25km-menDie zahlreiche Spitzengruppe der Männer nach 25 km. (c) Livestream/Screenshot
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Bis zu diesem Zeitpunkt waren noch alle Favoriten vorne mit dabei, darunter auch Vorjahressieger Sammy Kitwara (KEN), der Mann mit der besten Vorleistung Leul Gebresilase (ETH) von 2:04:02 beim Marathon-Debüt in Dubai  im Januar sowie die Lauflegende Tsegaye Kebede (ETH). Als bei 25 km in 1:14:14 noch immer 13 Läufer in der Spitzengruppe agierten, deutete sich schon ein großartiges Ergebnis an, was nach 1:29:04 bei 30 km und 1:43:39 bei 35 km fast zur Gewissheit wurde. Bei 35 km hatte sich die Spitze auseinander gezogen, weil vorne Gebresilase, Mathew Kisorio (KEN) und sehr überraschend der für Bahrein startende Marrokaner Elhassan Elabbassi (MAR) die Fahrt ernorm erhöht hatten.
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Mit km-Splits ab 34 km von 2:50, 2:51, 2:50, 2:50, 2:51 – d.h. einem 5 km-Interval in 14:12,  das liegt in Regionen sogar jenseits des Weltrekordes – wurde der Vorsprung des Führungstrios schnell größer und betrug bei 40 km in 1:58:13 (in der Ergebnisliste sind fälschlicher Weise 1:58:41 notiert) bereits eine halbe Minute auf die nächsten Verfolger. Zunächst war es noch Kisorio, der aufs Tempo drückte. so dass nur noch Gebresilase mitgehen konnte. Doch schon kurz nach er 40 km-Marke konterte der Äthiopier die Attacke des Kenianers und setzte sich seinerseits ab. Den Schlussabschnitt bis ins Ziel lief er in flotten 6:18 Minuten und gewann das Rennen in 2:04:31, womit er den Kursrekord sowie den spanischen All-Comers-Rekord um eine 3/4 Minute steigerte.
valencia-mar-2018-finish-leul-begrLeul Gebresilase gewann den Valenica Marathon mit Streckenrekord. (c) Livestream/Screenshot
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In der einmaligen Saison 2018 ist diese Zeit die zehntbeste Leistung des Jahres. Damit sind 2018 bereits 17-mal Läufer in unter 2:05-Stunden ins Ziel gekommen.  Zum Vergleich: In den letzten vier Jahren waren dies 8, 3, 7 sowie 4 Zeiten. Hinter dem Sieger kam Elabbassi immer weiter auf und konnte kurz vor dem Ziel Kisorio sogar passieren. Der „Mann aus Bahrein“ hatte zuvor nur eine Bestzeiut von 2:10:57 und deshalb auch die (hohe) Startnummer „14“. Nun konnte es der Mann aus dem Golfstaat selbst kaum fassen, strahlte mit dem Sonnen-Wetter um die Wette und „pulverisierte“ seine PB auf 2:04:43 um über 6 Minuten. In gewisser Weise ist die Leistung des gebürtigen Marrokaners auch ein neuer Asien-Rekord, den erst Anfang Oktober der Japaner Osako beim Chicago Marathon auf 2:05:50 verbessert hatte. Dritter wurde Kisorio, der gleichfalls in 2:04:53 noch unter der Schallmauer von 2:05 Stunden blieb. Auf dem Podium gab es somit nur Zeiten von absoluter Weltklasse.
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Aber auch die Leistung auf Platz 4 lässt sich sehen, Altmeister Tsegaye Kebede zeigte, dass mit ihm immer noch zu rechen ist, und lief nach einigen schwächeren Vorstellungen mit 2:05:21 wieder eine hochklassige Zeit, wobei er kurz vorher Norbert Kigen (KEN) in 2:05:22 auf Platz 5 passiert hatte. Kebede ist damit bereits 11-mal in seiner Karriere unter 2:07 Stunden geblieben. Bemerkenswert war auch die Leistung des Siebtplatzierten Al Mahjoub Dazza (MAR), der in 2:05:26 nicht nur seinen Hausrekord um fast genau drei Minuten steigerte,sondern damit auch den Landesrekord vom zweimaligen Ex-Weltmeister Jaouad Gharib um eine Sekunde verbessern konnte. Der Vorjahressieger Sammy Kitwara wurde in 2:06:21 Siebter vor Solomon Yego (KEN) in 2:06:24. Somit blieben 8 Läufer unter 2:07 Stunden, was auch eine exzellente Leistungsbreite darstellt. Und danach liefen insgesamt 17 Athleten in Zeiten von unter 2:13 Stunden ein. Die Veranstaltung in Valencia hat sich in den letzten Jahren gewaltig gemacht, das Golden Label der IAAF ist sicher mehr als verdient.
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Das Rennen der Frauen bestimmte an der Spitze bis 38 km die schon 41-jährige (?) Lydia Cheromei (KEN), die ihre Bestzeit von 2:21:30 bereits 2012 in Dubai, aber im letzten Jahr in Shanghai mit 40 Jahren immer noch 2:23:31 lief. Cheromei erreichte zunächst mit sechs weiteren Läuferinnen 5 km nach 16:54, wonach sie das Tempo erhöhte und schnell allein auf weiter Front war. Bei 10 km in 33:21 betrug ihr Vorsprung 12 Sekunden, bei 15km in 49:37 bereits 45 Sekunden und beim Halbmarathon in 1:09:33 – sie lag also auf Kurs zu einer Zeit um 2:19 Stunden – kamen fünf Verfolgerinnen erst nach 1:10:51. Bei 25 km in 1:22:45 waren Ashete Dido (ETH), die im April in Paris 2:23:27 gelaufen war, Tinbit Weldfegebriel (ETH) und Aberu Zennebe (ETH) in der Verfolgergruppe übrig geblieben.
valenica-mar-2018-cheromei-hmDie 41-jährige Lydia Cheomei bestimmte das Rennen bis 38 km. (c) Livestream/Screenshot
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Danach kam Bewegung in den Rennverlauf. Dido konnte sich von ihren beiden Landsfrauen in der Verfolgung lösen und kam der Kenianerin an der Spitze stetig näher. Bei 30 km in 1:39:59 für Cheromei lag Dido in 1:40:42 noch 43 Sekunden dahinter, bei 35 km in 1:57:16 waren es noch 20 Sekunden. Dido lief den Abschnitt von 35 km nach 40 km in flotten 16:35, wobei sie fast genau an der 38 km-Marke die so lange Führende überholte und dabei fast stehen ließ. Die Äthiopierin hatte noch erhebliche Reserven, lief den Schlusspart ins Ziel in schnellen 7:05 Minuten und gewann überlegen in guten 2:21:14. Damit konnte sie ihre persönliche Bestzeit um gut 2 Minuten und den Kursrekord von 2:23:48 sogar um 2 1/2 Minuten steigern.
valencia-mar-2018-winner-wmAshete Dido gewann den Valencia Marathon mit Streckenrekord. (c) Lievestream/Screenshot
Platz 2 ging an Cheromei in beachtlichen 2:22:11 und selbst die Dritte Weldfegebriel lief in 2:23:37 noch unter dem Kursrekord ein. Soweit die Unterlagen vorliegen und das (Lebens-)Alter stimmt, sollte die Zeit von Cheromei ein neuer Master-Weltrekord im Marathon der Frauen darstellen. In 2:24:35 erreichte dann die Siegerin des Vorjahrs Aberu Zennebe (Mekuria) als Vierte das Ziel. Auf Platz 5 schaffte Ana Dulce Felix (POL) mit 2:25:24 eine der besten Zeiten einer europäischen Läuferin in diesem Jahr. Und bemerkenswert erscheinen auch die Leistungen von Stefanie Twell (GBR) in 2:30:14 bei ihrem Debüt auf Platz 7 sowie der Masters-Läuferin Valeria Straneo (ITA) in 2:30:26 auf Platz 8. 
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Ergebnisse Marathon der Männer:
1. LEUL GEBRESILASE ETH 2:04:31
2. ELABBASSI, ELHASSAN BRN 2:04:43
3. KISORIO, MATHEW KIPKOECH KEN 2:04:53
4. TSEGAYE KEBEDE ETH 2:05:21
5. KIGEN, NOBERT KIPKOECH KEN 2:05:22
6. DAZZA, ALMAHJOUB BRN 2:05:26
7. KITWARA, SAMMY KIROP KEN 2:06:21
8. YEGO, SOLOMON KIRWA KEN 2:06:24
9. MELKA, DERIBE ROBI ETH 2:07:33
10. SEUREI, BENSON KIPLAGAT BRN 2:07:37
11. TSEGAY, TESFAMRIAM SAMUEL ERI 2:08:20
12. BEN DAOUDA, HAMID MAR 2:10:21
13. TUWEI, JULIUS KIPKORIR KEN 2:10:22
14. GHEBREGERGIS, YOHANES ERI 2:11:27
15. Amare, Girmaw ISR 2:12:37
16. Navarro, Nicolas FRA 2:12:39
17. Abdeselam, Mohamed ESP 2:12:40
18. Chaves, Daniel BRA 2:13:16
Splits des Siegers:
5K  14:48 14:48
10K  29:48 15:00
15K  44:40 14:52
20k 59:24* 14:44
 HM 1:02:31
25K 1:14:14 14:50
30K 1:29:04 14:50
35K 1:43:39 14:35
40K 1:58:13 14:34
Ziel 2:04:31  6:18
Ergebnisse Marathon der Frauen:
 1.  DIDO, ASHETE BEKERE  ETH  2:21:14
 2.  CHEROMEI, LYDIA  KEEN  2:22:11
 3.  WELDFEGEBRIEL, TINBIT GIDEY  ETH  2:23:37
 4.  ZENNEBE, ABERU MEKURIA  ETH  2:24:35
 5.  FERREIRA FELIX, ANA DULCE  POR  2:25:24
 6.  ROTICH, PAMELA JEPKOSGEI  KEN  2:29:47
 7.  Twell, Stephanie  GBR  2:30:14
 8.  STRANEO, VALERIA  ITA  2:30:26
 9.   Lindholm, Hanna  SWE  2:30:37
 10.  FADISU MALU, DEMISEI  ETH  2:34:23