72. Fukuoka International Open Marathon Championship am 2. Dezember 2018: Japanischer Sieg durch Yuma Hattori

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Mit dem Sieg von Yuma Hattori (JPN) bei der 72. Ausgabe des Fukuoka International Marathon gab es seit dem Jahr 2004 wieder einen japanischen Sieger. Hattori gewann das Rennen am Ende überlegen in 2:07:27, wobei er mit einer Bestzeit von 2:09:46 vom Tokyo Marathon 2017 nicht unbedingt zum Kreis der engeren Faoriten gehörte. Damit konnte er sich auch für die Marathon Grand Championchips (MGC) im September 2019 qualifizieren, bei denen die Starter im Marahon für das Olympia-Team Japans bei den Olympischen Spiele in Tokyo im Jahr 2020 ermittelt werden. Mit Temperaturen um 20°C während des gesamten, in der Mittagsstunde gestarteten Laufs gab es die wärmste Ausgabe in der langen Geschichte des Events, wobei ein moderater Wind und eine relative Feuchte um 50% zu akzeptablen Bedingungen führte.

Eine Pulk von fast 40 Läufern bestimmte das Geschehen zu Beginn an der Spitze, wobei die drei(hochkarätigen) Tempomacher Bedan Karoki, Dominic Kiptarus und Shadrack Kiplagat (alle KEN) ein ausgesprochen gleichmäßiges Tempo auf das Pflaster der südjapanischen Hafenstadt legten. Mit km-Abschnitten um 3 Minuten passierte man 3 km nach 9:01 Minuten, 5 km nach 15:04. Etwas überraschend lag hier schon einer der Favoriten im Vorfeld, der Kenianer Vicent Kipruto, deutlich zurück. Kirputo sollte sich noch bis 12 km quälen und lag dann mit Schmerzen an der Leiste am Straßenrand und gab auf.

fukuoka-mar-2018-10kmScreenshot von der Passage der Spitze bei 10 km. Wieder vorbildlich wurden die 5km-Splits in der TV-Übertragung von KBC erfasst und eingeordnet. (c) KBC/Screenshot

An der Spitze blieb das Tempo bemerkenswert konstant, 10 km wurden nach 30:08 erreicht, 15 km nach 45:12. Schon nach 11 km war das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi nicht mehr in der Lage dem Tempo der Spitze zu folgen und verlor schnell an Boden. Bei 15 km betrug sein Rückstand auf die Spitze bereits eine 3/4 Minute, bei 20 km schon über eine Minute. Mit Ghirmay Ghebreslassie (ERI), dem Weltmeister von 2015 im Marathon, konnte nach 17 km eine weiterer Topläufer vorne nicht mehr mithalten, fiel zurück und gab noch vor der Halbmarathon-Marke das Rennen auf.

Mit einem weiteren 5 km-Split von 15:04 erreichten 18 Läufer an der Spitze 20 km in 1:00:16 und die Hälfte nach 1:03:37, womit eine Zeit in den Regionen des Vorjahres (2:05:48) nicht mehr zu erreichen war. Der Boston Marathon-Sieger Kawauchi passierte den Halbmarathon nach 1:04:53 auf Platz 32, sollte ich aber – typisch Yuki – mit letztem Einsatz am Ende noch auf Platz 10 vorarbeiten. Bei 25 km in 1:15:19 stieg Bedan Karoki als erster Tempomacher aus, der bis hierhin – kurz hinter dem großen Bahnhof von Hakata – grandiose Arbeit geleistet hatte. Seine 5 km-Splits bis nach 25 km: 15:04 – 15:04 – 15:04 – 15:04 – 15:03; gleichmäßiger kann man sicher nicht laufen.

fukuoka-mar-2018-wendeBei der Wende nach ca. 31,6 km lagen noch 7 Läufer an der Spitze, die danach aber bald auseinanderfiel. (c) KBC/Screenshot

Nach 30 km in 1:30:55 wurde das Tempo etwas langsamer und die letzten beiden Tempomacher quittierten ihre Dienste. Bei der Wende nach 31,6 km waren noch sieben Läufer vorne. Vom Kontingent aus „overseas“ waren nur noch der Sieger von 2016 Yemane Tsegay (ETH) und Amanuel Mesel (ERI) vorne mit dabei, wo nach 32 km der ehemalige Landes-Rekordhalter Yuta Shitara (JPN) für kurze Zeit nach vorne ging. Doch schon vor 33 km in 1:43:25 war es sein Landsmann Hattori, der das Tempo vorne erhöhte, dem nur noch Mesel und Tsegay folgen konnten. Dahinter lag ein Quartett japanischer Läufer. In dieser Konstellation wurden 35 km nach 1:46:12 passiert, wo das Führungstrio auf Kurs zu einer Zeit von 2:08:01 lag.

fukuoka-mar-2018-38kmNach gut 36 km konnte sich Hattori von Mesel und Tsegay absetzen. (c) KBC/Screenshot

Nach 36,3 km konnten etwas überraschend die beiden ausländischen Topläufer dem Antritt des Japaners nicht mehr folgen, der nun die kommenden Kilometer in 2:54, 2:53, 2:56 und 2:57 zurücklegte, womit er 40 km in 2:00:52 erreichte. Bei diesem Tempo für einen Marathon in 2:03 Stunden waren Yemane 54 Sekunden und Mesel 1:14 zurückgefallen. Volle zwei Minuten dahinter lag Yuta Shitara auf Platz 4 und Yuki Kawauchi hatte sich mit einem Rückstand von 4:11 auf Platz 12 vorgearbeitet.

Mit einem Kilometer in 2:54 passierte der Führende 41 km vor dem Stadion nach 2:00:46 und erreichte das Ziel nach 2:07:27, womit die Zuschauer im Heiwadai Stadion nach Tsuyoshi Ogata im Jahr 2004 wieder einen japanischen Sieg feiern konnten. Yemane Tsegay wurde mit deutlichem Rückstand in 2:08:54 Zweiter vor Amanuel Mesel in 2:09:45. Yuta Shitara landete in 2:10:25 auf Platz 4 vor seinem Landsmann Hayoto Sonoda (JPN) in 2:10:31. Yuki Kawauchi machte im Schlussteil noch zwei weitere Plätze gut und wurde in 2:12:03 Zehnter. Das war somit der 38. Marathon von Yuki unter 2:13 Stunden und der 50. unter 2:14 Stunden. Insgesamt querten 94 Finisher die Ziellinie auf der Bahn des Heiwadai Stadions unter 2 1/2 Stunden.

fukuoka-mar-2018-winnerDer überraschende Sieger Yuma Hattori im Siegerinterview auf der Bühne in der Mitte des Stadions. (c) KBC/Screenshot

 Ergebnisse Marathon:
1. HATTORI, Yuma JPN 2:07:27
2. TSEGAY, Yemane ETH 2:08:54
3. MESEL, Amanuel ERI 2:09:45
4. SHITARA, Yuta JPN 2:10:25
5. SONODA, Hayato JPN 2:10:31
6. YAMAGISHI, Hiroki JPN 2:10:42
7. FUKUDA, Jo JPN 2:10:54
8. SASAKI, Satoru JPN 2:11:40
9. HASHIMOTO, Ryo JPN 2:11:40
10. KAWAUCHI, Yuki JPN 2:12:03
 Die Splits des Siegers – () = Pacemaker
5km 15:04 (15:04p) 15:04 (15:04p)
10km 30:10 (30:08p) 15:06 (15:04p)
15km 45:13 (45:12p) 15:03 (15:04p)
20km 1:00:16 (1:00:16p) 15:03 (15:04p)
  HM 1:03:37
25km 1:15:19 (1:15:19p) 15:03 (15:03p)
30km 1:30:55 15:36
35km 1:46:12 15:17
40km 2:00:52 14:40
Finish 2:07:27 6:35