34. Zevenheuvelenloop in Nijmegen (NED) am 18. November 2018: Joshua Cheptegei läuft 15 km-Weltrekord

 zevenheuvelenloop-2017-logo

Nachdem Joshua Cheptegei (UGA) im letzten Jahr beim Zevenheuvelenloop über 15 km im niederländischen Nijmegen den Weltrekord des Kenianers Leonard Komon, der an gleicher Stelle im Jahr 2010 41:13 Minuten gelaufen war, um nur drei Sekunden verpasste, schaffte er diesmal in 41:05 eine neue globale Rekordmarke.Im Vorfeld hatte der Cross-WM-Zweite aus Uganda diesen Rekord bereits angekündigt und entsprechend couragiert ging eine siebenköpfige Spitzengruppe das Rennen in 2:44 und 2:43 für die ersten beiden Kilometer an. Über 11:08 nach 4 km reduzierte sich die Spitze bei 5 km in 14:06 auf Cheptegei, Abrar Osman (ERI) und den Weltmeister über 5000 m auf der Bahn Muktar Edris (ETH). Bis hierhin hatte das Tempo deutlich nachgelassen, man lag mit 42:18 auf Kurs zu einer Zeit von einer Minute über dem Weltrekord. Der deutsche Topläufer Richard Ringer lag hier in 14:56 mit einem Abstand von 50 Sekunden weit zurück, konnte aber anschließend erheblich Boden gutmachen.

Dass das Unterfangen Rekord doch noch erfolgreich war und damit im Jahr 2018 neben den Weltrekorden bei den Männern über den halben und vollen Marathon auch die 15 km-Marke fiel, war vor allen das Verdienst von Cheptegei, der über 19:38 bei 7 km und 22:30 bei 8 km nun das Heft des Handelns in die Hände nahm. Mit einem schnellen Kilometer von 9 km (25:17) nach 10 km in 2:32 Minuten passierte er die 10 km-Marke nach 27:49 und hatte mit einer Projektion von 41:44 noch minimale Chancen auf den Weltrekord. Seine Verfolger lagen schon hier weit zurück. Osman wurde in 28:15 und Edris in 28:27 gestoppt. Bei 12 km in 33:19 war klar, dass er nur noch mit einem außergewöhnlichen Finale die Bestmarke von Komon hätte gefährden.

zevenheuvelenloop-2018-cheptegeiJoshua Cheptegei setzte sich nach 8 km vom letzten Mitstreiter ab und lief einen neuen Weltrekord über 15 km. (c) oemrop-brabant

Und der Mann aus Uganda verfügte über die ausreichende Grundschnelligkeit und die Reserven, um erfolgreich zu agieren. 2:35 Minuten war sein km-Split nach 13 km in 35:54, dem er nach 14 km in 38:28 fast wiederholte und damit auf Kurs zu einer Zeit im Ziel von 41:10 lag, drei Sekunden unter dem Weltrekord. Auf dem Schlusspart konnte Cheptegei sogar noch einmal zulegen, spurtete den Schlusskilometer in 2:37, um in 41:05 das Zielband in neuer Weltrekord-Zeit zu durchreißen. Damit hatte er die alte Marke von Komon an gleicher Stelle um 8 Sekunden steigern können, vor allem auch dank letzter 5 km in sehr flotten 13:16. Das Mann aus Uganda konnte damit den Lauf in Nijmegen zum vierten Mal gewinnen.

zevenheuvelenloop-2018-cheptegei-winnerJoshua Cheptegei lief in Nijmegen einen neuen Weltrekord über 15 km. (c) oemrop/Screenshot

Die Konkurrenz war bei dieser Tempojagd weit zurückgefallen. Osman wurde Zweiter in 42:34 und Edris Dritter in 42:55. Einige Zeit später kam dann schon der beste deutsche Läufer Richard Ringer (Friedrichshafen) auf Platz 4 in beachtlichen 43:40 ins Ziel. Erst Ende Oktober hatte Richard beim Frankfurt Marathon bis gut 31 km für Arne Gabius als Tempomacher fungiert. Sein Split bei 10 km war 29:32, so dass er die letzten 5 km in sehr guten 14:08 absolvierte; nur der Sieger war in diesem Abschnitt schneller als Ringer.

zevenheuvelenloop-2018-hermensJos Hermens, der Manager von Cheptegei, zeigte sich schon während des Rennens sehr optimistisch, dass das Unterfangen Weltrekord von Erfolg gekrönt würde. (c) oemrop/Screenshot

Bei den Frauen war es zunächst ein Quartett, das 2 km in 6:15 und 3 km in 9:33 Minuten zurücklegte. Hier war die Ex-Weltrekordhalterin im Halbmarathon der Frauen, Florence Kiplagat (KEN), schon aus der Spitzengruppe zurückgefallen und wurde am Ende nur Fünfte in 49:01. Bei 5 km in 16:01 lagen noch die spätere Siegerin Chesang, Evaline Chirchir (KEN) und die EM-Zweite über 10.000m, Susan Krumins (NED) vorne, von denen sich die Niederländerin etwas überraschend bis 10 km in 31:44 absetzen konnte. Doch der kleine Vorsprung war schnell wieder aufgebraucht, und die beiden Afrikanerinnen zogen an Krumins vorbei. Bei 13 km lag Chesang dann allein in 41:16 vorne – da war Cheptegei Sekunden vorher ins Ziel eingelaufen -, 5 Sekunden dahinter folgte Chirchir und weitere 3 Sekunden später Krumins.

An dieser Reihung ändere sich bis 14 km in 44:16 (44:25, 44:40) und bis ins Ziel nichts mehr. Chesang gewann in 47:19 von Chirchir in 47:35 und Krumins in 47:41. Insgesamt waren bei diesem Traditionsrennen in den Niederlanden in diversen Wettberben ca. 33.000 Aktive beteiligt.

Ergebnisse 15 km der Männer:
1. Joshua Cheptegei UGA 41:05 WR
2. Abrar Osman ERI 42:34
3. Muktar Edris ETH 42:55
4. Richard Ringer GER 43:40
5. Bashir Abdi BEL 43:40
6. Koen Naert BEL 43:59
7. Stanley Kebenei USA 44:23
8. Abhishek Pal IND 44:25
9. Mohamed Ali NED 44:29
10. Yuuya Yoshida JPN 44:31
11. Nick van Peborgh BEL 44:35
12. Bart van Nunen NED 44:41
13. Ryuichi Hashimoto JPN 44:58
14. Abdi Ulad DEN 45:03
15. Yassine Rachiki ITA 45:06
Ergebnisse 15 km der Frauen:
1. Stella Chesang UGA 47:19
2. Evaline Chirchir KEN 47:35
3. Susan Krumins NED 47:41
4. Kidsan Alema ETH 48:29
5. Florence Kiplagat KEN 49:01
6. Maureen Koster NED 49:04
7. Rika Kaseda JPN 49:30
8. Yukina Ueda JPN 50:13
9. Jip Vastenburg NED 50:31
10. Tracy Barlow GBR 51:23
11. Hikaru Sudo JPN 51:24
12. Jill Holterman NED 52:27
13. Ayaka Ogumi JPN 52:37
14. Jacelyn Gruppen NED 52:46
15. Karen van Proeyen BEL 53:28
Splits von Cheptegei:
    2017    2018
1 km 2:37 (2:37) 2:44 (2:44)
2 km 5:27 (2:50) 5:27 (2:43)
3 km 8:19 (2:52)  8:19 (2:52)
4 km 11:07 (2:48) 11:08 (2:49)
5 km 13:58 (2:51) 14:06 (2:51)
6 km 16:46 (2:48) 16:53 (2:48)
7 km 19:27 (2:41) 19:38 (2:41)
8 km 22:22 (2:55) 22:30 (2:52)
9 km 25:11 (2:49) 25:17 (2:47)
10 km 27:46 (2:35) 27:49 (2:32)
11 km 30:37 (2:51) 30:38 (2:49)
12 km 33:24 (2:47) 33:19 (2:41)
13 km 36:02 (2:38) 35:54 (2:35)
14 km 38:39 (2:37) 38:28 (2:34)
15 km 41:16 (2:37) 41:05 (2:37) WR