36. Telcel Mexico City International Marathon am 26. August 2018: Titus Ekiru läuft Kursrekord, mehr als 10.000 Läufer vor Disqualifikation

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Das Highlight der 36. Ausgabe des Telcel Mexico City International Marathon in der mexikanischen Haupstadt war der neue Streckenrekord durch Titus Ekiru (KEN) in 2:10:38, womit er die alte Marke  von 2:12:10 durch Hillary Kipchirchir aus dem Jahr 2010 deutlich steigern konnte.Bei den Frauen war am Ende Etaferahu Woda Temesgen (ETH) in 2:40:10 die Beste. Entsprechend den erschwerten Bedingungen eines Marathonlaufs in über 2200 m Seehöhe gingen die Topathleten das Rennen sehr vorsichtig an. Erst nach 16:32 wurde die 5 km-Marke auf der exakten Strecke der Olympischen Spiele von 1968 erreicht, womit die Männerspitze auf Kurs zu einer Zeit um 2:20 Stunden lag. Etwa 10 Läufer erhöhten das Tempo etwas, so dass der Halbmarathon nach 1:06:09 passiert wurde und somit der Kursrekord in Reichweite kam.
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Ein Trio bestehend aus Ekiru und seinen Landsleuten Mathew Kisorio sowie Edwin Koech erhöhten die Pace weiter und waren bei 30 km nach 1:33:11 der Konkurrenz um fast eine Minute enteilt. Nun war es Ekiru, der sich von seinen Mitstreitern lösen konnte und das Rennen mit Kursrekord in 2:10:38 gewann. Dabei schaffte er mit 1:04:29 einen massiven sogen. „negativen Split“. Ekiru konnte nach dem Sevilla Marathon im letzten Jahr in sehr guten 2:07:43 einen weiteren hochkarätigen Lauf gewinnen. Koech wurde in 2:12:35 Zweiter, Platz 3 ging an Kisorio in 2:13:14.
mexico-city-mar-2018-winnersDie Erstplatzierten beim Marathon in Mexico City: Kisorio, Koech, Ekiru (v.l.). (c) Veranstalter
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 Bei den Frauen bestimmte über 30 km weit die Debütantin Grace Wambui (KEN) das Geschehen an der Spitze, wobei sie über 18:30 Minuten bei 5km beim Halbmarathon in 1:20:09 einen Vorsprung von fast 3 Minuten auf fünf Verfolgerinnen hatte. Doch die kamen jetzt schnell näher und holten die wackere Kenianerin nach 33 km ein und bestimmten anschließend das Rennen. Wambui hatte bis hierhin alles gegeben und stieg völlig entkräftet aus.
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Vorne blieb nun das Quintett Etaferahu Temesgen, Fantu Eticha Jimma, Tinbit Weldegebriel, Biruktayit Degefa (alle ETH) und Pamela Rotich (KEN) bis kurz vor dem Olympiastadion zusammen, wo Temesgen mit den größten Reserven das Rennen in 2:40:10 für sich entschied. Mit Jimma in 2:40:24 und Weldegebriel in 2:40:27 gab es bei den Frauen ein rein äthiopisches Podium. Vierte wurde Biruktayit Degefa in 2:40:45 und Pamela Rotich wurde in 2:41:09 Fünfte.
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Ein weiteres „Highlight“ dieser Veranstaltung war ein neuer Weltrekord, allerdings einer von negativer Natur. Nach aktuellem Status erreichten zwar 32.645 Aktive das Ziel, aber eine verbindliche Ergebnisliste ist aktuell immer noch nicht verfügbar. Nach ersten Presseberichten scheint dies daran zu liegen, dass geschätzte 13.000 Teilnehmer betrogen haben sollen, indem sie nur Teile der kompletten Strecke absolviert hatten. Bereits im letzten Jahr mussten in Mexico City 5806 Läufer aus diesem Grund disqualifiziert werden. 
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MexicoMedalsDie Medaillen beim Mexico City Marathon seit dem Jahr 2013. In diesem Jahr wurde der Satz mit dem „O“ komplettiert. (c) Veranstalter
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Der Grund dieser eigentlich unfassbaren Zahlen liegt im wesentlichen an dem Medaillensatz für die Finisher, die seit 2013 ausgegeben werden und in jedem Jahr einen Buchstaben von „MEXICO“ umfassten; in diesem Jahr war also das Wort mit dem „O“ vollständig. Und das mag für viele Pappenheimer auf den Straßen der mexikanischen Metropole den Erwerb der Medaille vor die sportliche Fairness gestellt haben. Dass es im zunehmenden Maße „Betrüger“ in Sachen Marathon gibt, daran hat man sich lange gewöhnt. Viele Veranstalter kommen den meisten dieser Spezies dann in detektivischer Kleinarbeit auf die Schliche, wobei Videoaufnahmen und Zwischenzeiten an den Chipmatten den „Detektiven“ wertvolle Informationen liefern. Während solche Betrügerein den sportlichen Ablauf selten tangieren, betrügen sich sich die Un-Sportlichen im wesentlichen selbst.
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Sicherlich nicht betrogen hat die Startnummer „42195“, die der 68-jährige Miguel Ángel Vargas am Sonntag trug. Der gute Mann ist der einzige Sportler, der alle 36 Ausgaben des Mexico City Marathon mitgelaufen ist (hoffentlich voll!).