Leichtathletik-EM 2018 Berlin am 7. Juli 2018: Amdouni Europameister über 10000 m, Ringer steigt aus

csm_bem2018_logo_button_d6adf4913aIn einem spannenden Finale gewann Morhad Amdouni (FRA) am Dienstagabend den 10000 m Lauf der Männer bei der Leichtathletik-Europameisterschaft im Berliner Olympiastadion nach 28:11,22 Minuten. Einer der Mitfavoriten, der deutsche Läufer Richard Ringer, kam nie ins Rennen und stieg nach knapp 20 Minuten noch vor den 7000 m aus. Die Siegerzeit gehört nicht zu den 50 schnellsten Zeiten in der EM-Historie, trotzdem entwickelte sich von Anfang an ein Rennen, das nicht von Taktieren geprägt war.

Nach Temperaturen am Tag um 35°C betrugen diese zur Startzeit um 20:20 Uhr immer noch 31°C. Bereits die erste Runde hatte man unter Führung des Spaniers Juan Pérez in 66 Sekunden absolviert, 1000 m wurden nach 2:47,28 erreicht, immerhin ein Tempo auf eine Endzeit von 27:53 Minuten. Ab hier übernahmen dann die „türkischen Kenianer“, Titelverteidiger Polat Arikan und dann Kaan Özbilen, das Regiment und führten eine umfangreiche Spitzengruppe von über 10 Läufern mit Splits um 2:50 pro Kilometer zu einer 5000 m-Zwischenzeit von 14:08,93. Etwas paradox lag man damit fast exakt auf der Siegerzeit der letzten EM von 28:18,52, wobei der Titelverteidiger Arikan schon nach 17 Minuten die Segel streckte und den Lauf beendete.

b-em2018-10000m-8500mDie Spitzengruppe des 10000 m-Laufs der Männer nach 8500 m. (c) ZDF/Screenshot

Nachdem die „Kenianer“ schwächelten, formierte sich das Feld um, wobei der Kilometer von 6 nach 7 km in nur 2:56,5 absolviert wurde. Erst nach 8000 m sorgte vor allem der Spanier Adel Mechaal für ein schnelleres Tempo, das bis zur Ziellinie immer flotter wurde. Auf der letzten Runde war es Bashir Abdi (BEL), Mechaal, Amdouni sowie der junge Italiener Yemaneberhan Crippa, die um den EM-Titel rangen.

Hier hatte auf der Zielgeraden Amdouni die besten Reserven und mit einer Schlußrunde von glatten 56 Sekunden und einem letzten Kilometer in 2:33,21 gewann der Franzose den Lauf in 28:11,22 knapp vor Abdi in 28:11,76 und Crippa in 28:12,15. Der Sieger zeigte sich nach einer langwierigen Rückenverletzung überaus glücklich über seinen Erfolg. Allerdings kam der Sieg des Franzosen nicht völlig überraschend, denn am 19. Mai 2018 wurde er vom Europa-Schnellsten des Jahres Richard Ringer beim Europa-Cup in London mit 27:36,52 nur um 28/100-Sekunden bezwungen und stand somit in der Jahresbestenliste 2018 zusammen mit Ringer vorne. Julian Wanders (SUI) wurde in 28:22,02 Fünfter und die hoch eingeschätzten „Türken“ enttäuschten durch Kaan Özbilen in 28:33,12 auf Platz 10. In 29:01,19 landete Amanal Petros als bester deutscher Teilnehmer auf Platz 16.

b-em2018-10000m-finishKurz vor dem Ziel stritten Amdouni und Abdi um den Sieg. (c) ZDF/Screenshot