Simplyhealth Great North Run am 10. September 2017: Mo Farah gewinnt zum vierten Mal in Folge und läuft im April den London Marathon

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Mit den erneuten Siegen von Mary Keitany (KEN) und Mo Farah (GBR) ging am Sonntagmittag der Great North Run mit Start im englischen Newcastle über die Bühne. Keitany lief mit 1:05:59 eine Zeit von internationaler Klasse – die Drittschnellste auf dem nicht Regel konformen Kurs – , der rennende Sir brauchte in einem taktischen Rennen mit 1:00:06 etwas mehr als eine Stunde. Während der Lauf der Frauen bereits früh entschieden war, fand die Männerkonkurrenz ihren Sieger erst auf den letzten 200 Metern.

Vor dem Start der Männerelite und den Massen war die Elite der Frauen bereits unterwegs, wo Mary Keitany und Caroline Chepkoech (beide KEN) sich bald absetzen konnten. Bei 5 km wurde das Duo in 16:01 gestoppt, die Vorjahressiegerin und Mitfavoritin Vivian Cheruiyot (KEN) lag in Sichtweite 6 Sekunden zurück. Nun erhöhte Keitany in ihrer typischen Art die Fahrt, so dass Chepkoech schnell zurückfiel. Nach 10 km in 31:35 hatte Mary die letzten 5 km in 15:34 zurückgelegt, Chepkoech lag 35 Sekunden dahinter auf Platz 3, die Weltmeisterin und Olympiasiegerin auf den Bahnlangstrecken Cheruiyot war nun mit 14 Sekunden Rückstand die unmittelbare Verfolgerin.

Mit Meilenabschnitten um 4:50 Minuten (entspricht 3 Minuten/km) wurde der Vorspung von Keitany immer größer. Bei 15 km in 46:55 war ihre Führung gegenüber Cheruiyot auf 40 Sekunden angewachsen. Am Ende schaffte sie sogar mit 1:05:59 eine Zeit unter 66 Minuten, Cheruiyot folgte mit großem Abstand nach 1:07:44. Platz 3 ging an Caroline Chepkoech in 1:09:52.

great-north-run-2017-keitany-10kMary Keitany lag schon nach 10 km weit in Front. (c) BBC-Screenshot

Bei den Männern erreichten über mäßige 14:30 bei 5 km 9 Läufer die 10 km nach 29:19, womit eine absolute Topzeit schon nicht mehr zu erreichen war. Es war bis hierhin vor allem der Vorjahreszweite Dathan Ritzenhein (USA), der die Pace machte. Kurz nach den 10 km übernahm Mo Farah kurz die Initiative und sprengte die Spitzengruppe zu einem Quartett, bestehend aus Farah, dem Gewinner der Olympischen Silbermedaille im Marathon Feyisa Lilesa (ETH) und den beiden Robertson-Brüdern (NZL) Jake und Zane. Zane Robertson fiel nach 37 Minuten Laufzeit aus der Spitzengruppe zurück, die 15 km in 43:19 passierte. Mit einem 5 km-Abschnitt in glatten 14 Minuten war nun das Rennen deutlich schneller geworden.

great-north-run-vor-ziel-jr-moJake Robertson und Mo Farah kämpften in der Schlussphase um den Sieg. (c) BBB-Screensbot

Kurz darauf dezimierte sich die Spitze weiter, die nur noch aus Mo und Jake Robertson bestand. Lilesa fiel schnell zurück, zumal das Duo an der Spitze die kommenden 5 km in 13:56 zurücklegten. 20 km wurden in 57:15 erreicht. Nun begann der Kampf um dem Sieg, bei dem sich Robertson mühte, angesichts der Spurtqualitäten von Farah, vom Briten zu lösen. Der folgte problemlos dem Neuseeländer und zog gut 200 m vor dem Ziel an ihm vorbei und gewann im am Ende noch beachtlichen 1:00:06, 6 Sekunden später folgte Robertson auf Platz 2. Der letzte Platz auf dem Podium ging an Feyisa Lilesa in 1:01:32, der im Schlusspart noch deutlich an Boden verlor. Der Zwillingsbruder Zane rundete den Erfolg der Robertson-Brüder in 1:01:42 auf Platz 4 ab.

great-north-run-2017-mo-ziel-bodenNach dem Zieleinlauf lag Mo Farah für kurze Zeit erschöpft am Boden. (c) BBC-Screenshot

Nach dem Lauf war vielleicht die wichtigste Meldung, dass Mo beim London Marathon im April 2018 an den Start gehen wird. Dann wird sicher seine Bestzeit von seinem Debüt an gleicher Stelle im Jahr 2014 mit 2:08:21 der Geschichte angehören und Steves Jones´Uralt-Rekord unterboten. Dazu der Ausnahmeläufer, der seine Karriere auf der Bahn in diesem Jahr beendete: „I’d like Steve Jones’s mark. In 2014 I did a lot more track because I still wanted that. Now I will forget about that and focus completely on the road. Doing long runs, tempos and just try and learn from it. I’m also taking ideas from other athletes, who run marathons, like Lelisa Desisa here who coaches himself. I asked: ‘What else do you have to do?’ He said it’s similar to the track but you do a certain mileage. You run consistently for two months and that’s it. I thought that sounds easy. But you have to learn from it.”

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. MO FARAH GBR 1:00:06
2. JAKE ROBERTSON NZL 1:00:12
3. FEYISA LILESA ETH 1:01:32
4. ZANE ROBERTSON NZL 1:01:42
5. HIROYUKI YAMAMOTO JPN 1:02:03
6. DATHAN RITZENHEIN USA 1:02:49
7. DEWI GRIFFITHS GBR 1:02:53
8. BERNARD LAGAT USA 1:03:02
9. TSEGAI TEWELDE GBR 1:03:14
10. KOEN NAERT NED 1:03:29
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. MARY KEITANY KEN 1:05:59
2. VIVIAN CHERUIYOT KEN 1:07:44
3. CAROLINE CHEPKOECH KIPKIRUI KEN 1:09:52
4. MAGDALYNE MASAI KEN 1:10:39
5. BETSY SAINA KEN 1:11:25
6. GEMMA STEEL GBR 1:11:32
7. LILY PARTRIDGE GBR 1:12:10
8. ALYSON DIXON GBR 1:12:29
9. CARYL JONES GBR 1:14:22
10. REBECCA MURRAY GBR 1:15:49