39. Gold Coast Airport Marathon (Australien) am 2. Juli 2017: Takuya Noguchi (JPN) gewinnt „Thriller“ an der Gold-Küste

gold-coast-mar-2017-logoDer Japaner Takuya Noguchi (JPN) verhinderte bei der 39. Auflage des Gold Coast Airport Marathon den dritten Erfolg des Kenianers Kenneth Mungara. Wie im letzten Jahr entschied sich das Rennen erst auf der Zielgeraden, wobei Noguchi in 2:08:59 den Kenianer in 2:09:04 knapp hinter sich lassen konnte. Der Vorjahreszweite Yuki Kawauchi (JPN) fiel diesmal bei 39 km etwas zurück und wurde in 2:09:18 Dritter. Bei den Frauen gewann Abebech Bekele (ETH) mit neuem Streckenrekord von 2:25:34.    gold-coast-mar-2017-startDer Start zur 39. Auflage des Marathon an der australischen Gold Coast. (c) Veranstalter

Bei guten äußeren Bedingungen (Temperatur am Start 13°C, Taupunkt 9°C) machten sich im australischen Winter 6000 Marathonis um 7:20 Uhr in der Frühe auf die (Pendel-)Strecke in nord-südlicher Orientierung entlang der australischen Ostküste. Im Fokus des Interesses stand der kenianische Veteran Kenneth Mungara, der sich mit 43 Jahren anschickte, den Lauf zum dritten Mal in Folge zu gewinnen. Nach einem mit 3:14 viel zu langsamen ersten Kilometer fanden die Tempomacher, hier insbesondere bis zum Halbmarathon der Japaner Isshiki, die richtige Fahrt und brachten eine 15-köpfige Spitzengruppe mit recht konstanten Abschnitten um und knapp über 3 Minuten/km in 15:19 nach 5 km und 30:32 nach 10 km. Man lag damit, wie im Vorfeld vereinbart, auf Kurs zu einer Zeit um 2:09 Stunden.

Die umfangreiche Spitzengruppe blieb bis zum Halbmarathon nach 1:04:39 zusammen, nachdem man zuvor 15 km in 45:55, die Wende im Süden nach 47:50 und 20 km nach 1:01:15 passiert hatte. Selbst bei 25 km in 1:16:50 lagen noch 13 Läufer an der Spitze, immer noch geführt von zwei Tempomachern, die bei 30 km nach 1:32:14 ihre Dienste quittierten. Man war zu diesem Zeitpunkt auf Kurs zu einer Zeit von 2:09:45, nachdem die km-Splits zum Teil bis auf 3:05 Minuten angewachsen waren. Schon bald darauf dezimierte sich die Spitze auf 5 japanische und 3 afrikanische Läufer, wobei der Sieger des Barcelona Marathon 2017, Jonah Cesum (KEN), für das Tempo sorgte.

gold-coast-mar-2017-wendeDie Spitzengruppe an der nördlichen Wende nach gut 36 km. (c) Veranstalter

Nachdem die Spitze 35 km nach 1:47:22 und die nördliche Wende nach 1:52:25 passiert hatte, bahnte sich an einer Getränkestation die Vorentscheidung an. Durch eine Tempoverschärfung des Japaners Takuya Noguchi, der kürzlich die gleichfalls im Rennen befindlichen Läuferin Risa Tekenaka geehelicht hatte, lag plötzlich zusammen mit Kenneth Mungara und Yuki Kawauchi nur noch ein Trio an der Spitze, das nun die km-Abschnitte um 3 Minuten lief. Dabei verlor Yuki, der in einem Monat bei der WM in London an den Start gehen wird und nur auf 2:10 Stunden laufen wollte, den Anschluss, lag aber bei 40 km in 2:02:30 für die Spitze mit 5 Sekunden Rückstand immer noch in Schlagdistanz.

Die beiden Akteure vorne lieferten sich nun ein großartiges Duell, bei dem immer wieder das Geburtstagskind Noguchi nach vorne ging. Als es aber auf die Zielgerade ging, zog zunächst Mungara – wie im Vorjahr – locker an dem Japaner vorbei und strebte seinem dritten Erfolg in Folge an der Gold Coast entgegen. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr, wo Kawauchi hier geschlagen war, mobilisierte der Japaner noch einmal die letzten Kräfte und zog am Master-Weltrekordler Mungara vorbei, um das Rennen in 2:08:59 zu gewinnen.

Damit verbesserte Noguchi seine Bestleistung im Marathon vom Februar 2017 um gut 2 Minuten. Die Strecke von der 40 km-Marke ins Ziel war er dabei in schnellen 6:29 gelaufen. Mungara wurde in 2:09:04 Zweiter, so schnell ist ein 43-jähriger Läufer noch nie gelaufen. Und Yuki Kawauchi lief in 2:09:18 auf Platz 3, womit er seinen 23. Marathon unter 2:12 Stunden lief und damit in dieser recht speziellen Kategorie den Äthiopier Abebe Mekonnen als „Weltrekordler“ ablöste. Sein Kommentar zum Sieg seines Landsmanns: “He is newly married man so he had a special power from the marriage, I guess.”

Und für ihn typisch, war Yuki schon wieder wenige Stunden nach seinem Zieleinlauf am Airport des Ferienparadieses (ist bezeichnender Weise der Titelsponsor des Gold Coast Marathon), um in die Heimat zurückzufliegen. Er wollte auf gar keinen Fall den nächsten Arbeitstag in der Verwaltung seiner High School in Saitama verpassen!

gold-coast-mar-2017-winner-noguchi Takuya Noguchi war der überraschende Sieger beim Marathon an der Gold Coast. (c) Veranstalter

Bei den Frauen lag zunächst ein Quintett vorne, das 5 km nach 17:11 und 10 km nach 34:35 passierte und damit klar unter dem Kursrekord an der Gold Coast lag. Bei 15 km in 51:59 war die Spitze auf vier Läuferinnen, bei 20 km in 1:09:20 auf ein Trio reduziert. Der Halbmarathon wurde nach 1:13:09 erreicht. Bei 25 km in 1:26:26 war die Äthiopierin Abebech Bekele den Mitstreiterinnen enteilt und baute ihren Vorsprung bei 30 km in 1:43:19 auf 1 1/2 Minuten auf Mercy Kibarus (KEN) aus. Mit einer Projektion von 2:25:20 lag sie über eine Minute unter dem Kursrekord, den sie am Ende über 2:18:01 bei 40 km im Ziel mit 2:25:31 auch schaffte. Platz 2 ging an Mercy Kibarus in 2:28:28, die knapp vor der Frau des Siegers und ehemaligen Gold Coast Siegerin Risa Tekenaka (JPN) in 2:28:32 lag.

gold-coast-mar-2017-winner-bekeleAbebech Bekele (ETH) gewann bei den Frauen mit Steckenrekord den Gold Coast Marathon. (c) Veranstalter

Ingesamt sah somit der Gold Coast Marathon grandiose Rennen, die an Dramatik bei den Männern kaum zu überbieten waren. Ein dickes Lob auch an den Veranstalter für einen beispielhaften Livestream, der vor allem das Rennen der Männer bestens miterleben ließ. Da können sich viele Veranstalter einiges abschauen, wie man ein Rennen angemessen darstellt und dokumentiert, wobei bei der Kommentierung neben Brett Larner von den Japan Running News auch Altstars wie Benita Johnson, Steve Moneghetti oder Rob de Castella beste Arbeit leisteten.

gold-coast-mar-2017-japanese-runnersZufriedene Gesichter bei den Japanern und bei Kenneth Mungara nach dem Rennen. Yuki (links) hatte die Flagge dem Sieger Noguchi spendiert. Der wird nun mit seiner Frau Risa Takenaka seine (verspäteten) Flitterwochen auf Hawaii verbringen. Und Kenneth ist der schnellste 43-jährige Läufer aller Zeiten. Keep on Running! (c) Brett Larner JRN

Bei einem Halbmarathon gewann Hiroki Yamagishi (JPN) in 1:03:14 und  Sara Hall (USA) in 1:10:32. Die Southern Cross University 10 km sahen Eloise Wellings (AUS) in 32:55 und Timothy Lefroy (AUS) in 29:48 vorne.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1. TAKUYA NOGUCHI JPN 2:08:59
2. KENNETH MUNGARA KEN 2:09:04
3. YUKI KAWAUCHI JPN 2:09:18
4. RYO HASHIMOTO JPN 2:10:17
5. JONAH CHESUM KEN 2:10:47
6. SHOYA OSAKI JPN 2:11:01
7. CHIHARU TAKADA JPN 2:11:25
8. TEWELDE ESTIFANOS HIDRU ETH 2:13:38
Splits des Siegers Noguchi:
 5 km 15:19 15:19
10 km 30:32 15:13
15 km 45:55 15:22
20 km 1:01:15 15:20
HM 1:04:39
25 km 1:16:50 15:35
30 km 01:32:14 15:23
35 km 1:47:22 15:08
40 km 2:02:30 15:07
Marathon 2:08:59 6:29
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. ABEBECH BEKELE ETH 2:25:31
2. MERCY KIBARUS KEN 2:28:28
3. RISA TAKENAKA JPN 2:28:32
4. ELIZEBA CHERONO NED 2:29:07
5. VIRGINIA MOLONEY AUS 2:29:14

Eine interessante statistische Anmerkung:
ゴールドコーストマラソンが川内優輝選手の23回目のサブ2:12となりました。エチオピアのアベベ・メコネン選手の世界記録(22回)を更新して世界新記録となりました。おめでとうございます。エチオピアのツェガエ・ケベデ選手のサブ2:11世界記録(21回)まであと3回。