Honolulu Marathon am 11. Dezember 2016: Lawrence Cherono läuft großartigen Streckenrekord

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Bei ausgezeichneten äußeren Bedingungen (21°C, Taupunkt 19°C, schwacher Wind, teils wolkig) verbesserte beim Honolulu Marathon Lawrence Cherono (KEN) mit 2:09:39 den Streckenrekord von 2:11:12 durch Jimmi Muindi aus dem Jahr 2004 sehr deutlich. Schon nach der ersten Meile in 4:56 wurde deutlich, dass das Tempo diesmal nicht schon in der Anfangsphase verschleppt wurde. 8 Männer passierten 5 km nach 15:25, womit man auf Kurs von 2:10 Stunden lag, also deutlich unter Kursrekord. Hier war auch noch der Japaner Saeko Makino dabei, der in den Vorjahren durch den verhaltenen Start der Elite durch seine Sololäufe vor der Spitze für Aufsehen sorgte. Diesmal war man aber vorne zu schnell, so dass der wackre Japaner, der vor einer Woche noch beim Fukuoka Marathon dabei war, schnell zurückfiel und am Ende in 2:44:04 auf Platz 27 landete.

An der Spitze sorgte Tempomacher Festus Talam für eine schnelle Fahrt, und bevor es zum ersten Mal in den Anstieg am Fuße des Diamond Head ging, wurden bei 10 km 6 Läufer an der Spitze in 30:25 gestoppt, man war auf Kurs von 2:08:21. Über 15 km in 46:04 und 10 Meilen in 49:24 erreichte man die Hälfte in 1:05:01. Bei 30 km nach 1:32:15 stieg Tempomacher Talam aus und an der Spitze bildete sich ein Trio mit „Mr. Amsterdam“ Wilson Chebet, Lawrence Cherono sowie dem Silbermedaillengewinner von Rio Feyisa Lelisa. Bei 20 Meilen (gut 32 km) fiel in einer Vorentscheidung Lelisa zurück und mit einer Meile in 4:47 (unter 3 Minuten/km) setzte sich Cherono ab.

honolulu-mar-2016-mile-cherono-chebet-courseCherono konnte sich von Chebet nach 35 km entscheidend absetzen. (c) Honolulu Marathon

Doch bevor man 35 km erreicht hatte, wurde Cherono von Chebet wieder eingeholt. Bald darauf startete Cherono seine nächste Attacke und lag nach 23 Meilen in 1:53:23 zehn Sekunden vor Chebet und auf Kurs zu 2:09:15, einer absoluten Topzeit auf dem schwierigen Kurs in Honolulu. Eine Meile später hatte Cherono, der in diesem Jahr seinen vierten Marathon lief und u.a. im Mai den Prag Marathon gewann, seinen Vorsprung auf 20 Sekunden ausgebaut. Er befand sich jetzt wieder am Anstieg zum Diamond Head und lag danach bei 25 Meilen in 2:03:48 immer noch auf Kurs zu einer Zeit von unter 2:10 Stunden.

honolulu-mar-2016-mile-winner-kosgei-finishLawrence Cherono blieb als erster Läufer in Honolulu unter 2:10 Stunden. (c) Honolulu Marathon

Vom abfallenden letzten Part profitierend, konnte er das Tempo hoch halten und als erster Läufer in der Geschichte dieser Veranstaltung unter einer Zeit von 2:10 Stunden bleiben. Bei 2:09:39 blieben die Uhren im Ziel stehen, womit er den Kursrekord um 1 1/2 Minuten steigerte und damit Honolulu in das zeitliche Regime internationaler Klasse hob. Zieht man die Randbedingungen und den schwierigen Kurs in Betracht, war seine Leistung ohne Frage auf Weltklasseniveau. Auch sein Mitstreiter Wilson Chebet blieb mit 2:10:50 noch unter der alten Rekordmarke. Dritter wurde der Äthiopier Deribe Roba in 2:13:43, erst dann folgte sein Landsmann und Mitfavorit Lelisa in 2:15:57.

honkong-mar-2016-winner-cheronoLawrence Cherono (KEN) lief mit 2:09:39 einen großartigen Streckenrekord auf dem schwierigen Kurs in Honolulu. (c) Screenshot KITV4

Bei den Frauen war die Besetzung nicht gut genug, um die guten Bedinungen für eine schnelle Zeit zu nutzen. Hier bestimmten auf der ersten Hälfte Brigid Kosgei (KEN), Lindsay Scherf (USA) sowie Buzunesh Deba (ETH) das Tempo. Über 17:36 bei 5 km, 35:07 bei 10 km, 53:26 bei 15 km passierte man den Halbmarathon nach 1:15:36, also auf Kurs zu einer Zeit um 2:31 Stunden. Bis 25 km in 1:29:54 blieb das Führungstrio zusammen, dann setzten sich Kosgei und Scherf ab und hatten bei 30 km in 1:49:40 schon einen Vorsprung von einer guten halben Minute auf Deba. Nun suchte Kosgei die Entscheidung und vergrößerte schnell ihren Vorsprung auf Scherf, die am letzten Wochenende in Singapore noch einen Halbmarathon gewann und sich dort bei wesentlich größerer Schwüle an die Verhältnisse auf Hawaii anpassen konnte.

honolulu-mar-2016-mile-winner-kosgeiBrigid Kosgei (KEN) gewann die Konkurrenz der Frauen in 2:31:11. (c) Screenshot KITV4

Kosgei gewann das Rennen der Frauen in 2:31:11, Scherf wurde unangefochten Zweite in 2:34:05, Platz 3 ging an Deba in 2:35:34. Über 29000 Läufer waren um 5 Uhr am frühen Morgen an den Start gegangen. Da das Ziel bis in den nächsten Tag fast ohne Zeitlimit geöffnet blieb, liegen vollständige Finisherzahlen noch nicht vor. Erstmalig präsentierte der lokale ABC-Ableger KITV4 eine „Live-Übertragung“ des Laufes, die aber – bis auf die Kommentare von Laufguru Tony Reavis – eine Zumutung war und den sportlichen Abläufen auch nicht in Ansätzen gerecht wurde.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1.  Lawrence Cherono KEN 2:09:39
2. Wilson Chebet KEN 2:10:50
3. Deribe Roba ETH 2:13:43
4. Feyisa Lelisa ETH 2:15:57
5. Tatsuya Itagaki JPN 2:19:24
6. Thomas Puzey USA 2:23:59
7. Nick Arciniaga USA 2:24:32
8. Shusei Ohashi JPN 2:26:42
9. Hamish Carson USA 2:27:21
10. Taku Harada JPN 2:27:48
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Brigid Kosgei KEN 2:31:11
2. Lindsey Scherf USA 2:34:05
3. Buzunesh Deba ETH 2:35:34
4. Yingying Zhang CHN 2:38:40