31. Olympische Spiele – 10000 m der Männer am 13. August 2016: Mo Farah gewinnt auch in Rio

rio-verzerrte-olympische-ringeMit dem fast erwartungsgemäß starken Finish gewann der britische Ausnahmeläufer Mo Farah auch in Rio die 10000 m und schrieb damit Sportgeschichte. In 27:05,17 – nur knapp über dem Olympischen Rekord von 27:01,17 – gewann der Brite ein Rennen, das mit 13:53,11 für die ersten 5000 m sehr moderat begann. Dafür wurde die zweite Hälfte auf Weltrekordniveau in 13:12,07 gelaufen. Mit dieser Taktik spielten die Afrikaner Mo in die Hände, die im Schlussspurt chanchenlos waren. Mit einem letzten km in 2:28,24 und einer letzten Runde in 55,37 war das Finale sehr flott.

olympia-2016-10km-men-mo-winnerMo Farah (GBR) konnte seinen Olympiasieg von London 2012 in Rio wiederholen.  (c) ZDF-Screenshot

Schon auf den ersten 1000 m in nur 2:55,20 war zu sehen, dass die Afrikaner keinen Tempolauf inszenieren würden, um Farah früh ans Limit zu bringen. Als ob dieser dies erahnte, lief er provokativ hinter dem 34-köpfigen Männerfeld hinterher und orientierte sich erst nach 2000 m in 5:44,49 nach vorne, wo vor allem nun der Äthiopier Tola das „Tempo“ machte. Nach 3000 m in 8:30,70 gab es eine Schrecksende, da Farahs Trainingspartner Galen Rupp (USA) einem Hindernis aus dem Innenraum auswich und dadurch Mo zu Fall brachte. Die Sache ging am Ende gut aus, weil die Fahrt nach wie vor langsam war und der Brite schnell wieder auf die Beine und ins Laufen kam.

5000 m wurden in schwachen 13:53,11 passiert, danach zog das Tempo aber sichtbar an und Farah lief in der Spitzengruppe, die sich nun schnell dezimierte. Nach 8 km in 22:00,83 fiel auf dem folgenden km in 2:36 einer der vermeintlich härtesten Konkurrenten von Mo, der kenianische Halbmarathon-Weltmeister Geoffrey Kamworor zurück, die Äthiopier lagen nun an der Spitze. Einen km vor dem Ziel übernahm Farah bereits in die Spitzenposition, bis 350 m vor dem Ziel der Kenianer Paul Tanui den Endspurt einleitete. Farah und die beiden Äthiopier Tola und Demelash versuchten den Anschluss zu halten, während Galen Rupp, Joshua Cheptegei (UGA) und Bedan Karoki (KEN) zurückfielen. Beim Einbiegen auf die Zielgeraden zog Mo am Tanui vorbei und gewann souverän nach London 2012 auch 2016 die Goldmedaille bei Olympia, womit er mit Größen der Laufgeschichte, wie Emil Zatopek, Lasse Viren, Haile Gebrselassie oder Kenenisa Bekele gleichzog. Eine Konsequenz: Seit 2011 bleibt der Ausnahmeläufer über diese Strecke ungeschlagen. Für die Afrikaner blieben mit Tanui in 27:05,64 und Tola in 27:06,26 (wieder) nur die weiteren Plätze auf dem Podium.

Viel Zeit der Regeneration bleibt dem Olympiasieger nicht, denn vor der Titelverteidigung über die 5000 m sind noch Vorläufe erfolgreich zu absolvieren. Diese finden bereits am Mittwoch statt, das Finale über 5000 m erfolgt dann am Samstag, dem vorletzten Tag der Spiele in Rio.

Ergebnisse 10000 m der Männer:
1. Mohamed Farah  GBR 27:05.17
2. Paul Kipngetich Tanui  KEN 27:05.64 SB
3. Tamirat Tola  ETH 27:06.26
4. Yigrem Demelash  ETH 27:06.27
5. Galen Rupp  USA 27:08.92 SB
6. Joshua Kiprui Cheptegei  UGA 27:10.06 PB
7. Bedan Karoki Muchiri  KEN 27:22.93
8. Zersenay Tadese  ERI 27:23.86
9. Nguse Amlosom  ERI 27:30.79 SB
10. Abraham Naibei Cheroben  BRN 27:31.86 PB
11. Geoffrey Kipsang Kamworor KEN 27:31.94
12. Zane Robertson  NZL 27:33.67 NR
13. Polat Kemboi Arikan  TUR 27:35.50 PB
14. Leonard Essau Korir  USA 27:35.65 SB
15. Abadi Hadis  ETH 27:36.34
16. David McNeill  AUS 27:51.71
17. Suguru Osako  JPN 27:51.94
18. Stephen Mokoka  RSA 27:54.57
19. Shadrack Kipchirchir  USA 27:58.32 SB
20. Bashir Abdi  BEL 28:01.49
21. Luis Ostos  PER 28:02.03
22. Moses Martin Kurong  UGA 28:03.38
23. Timothy Toroitich  UGA 28:04.84 SB
24. Goitom Kifle  ERI 28:15.99
25. Andrew Vernon  GBR 28:19.36 SB
26. El Hassan Elabbassi  BRN 28:20.17
27. Olivier Irabaruta  BDI 28:32.75
28. Ben St Lawrence  AUS 28:46.32
29. Yuta Shitara  JPN 28:55.23
30. Kota Murayama  JPN 29:02.51
31. Ross Millington  GBR 29:14.95
32. Mohammed Ahmed  CAN 29:32.84
Hassan Chani  BRN DNF
Ali Kaya  TUR DNF
Splits des führenden Läufers:
1000m Luis Ostos 2:55.20
2000m Olivier Irabaruta 5:44.49
3000m Tamirat Tola 8:30.70
4000m Yigrem Demelash 11:12.29
5000m Tamirat Tola 13:53.11
6000m Paul Kipngetich Tanui 16:37.20
7000m Bedan Karoki Muchiri 19:19.07
8000m Yigrem Demelash 22:00.83
9000m Mohamed Farah 24:36.95