Gold Coast Airport Marathon am 3. Juni 2016: Mungara ganz knapp vor Kawauchi, Horie läuft Streckenrekord

gold-coast-2016-logoMit einem großartigen Finale bei den Männern sowie einem neuen Streckenrekord bei den Frauen ging heute morgen der Gold Coast Airport Marathon an der australischen Ostküste über die Bühne. Bei „winterlichen“ (südliche Hemisphäre) Temperaturen um 15°C gab es ab 30 km ein in der Tat sehenswertes Duell des Vorjahressiegers Kenneth Mungara mit dem japanischen Lauf-Unikum Yuki Kawauchi, das der Kenianer und Inhaber des Masters-Weltrekords im Marathon in 2:09:00 erst auf der Zielgeraden knapp für sich entschied. Bei den Frauen war es Misato Horie (JPN), die sich nach 35 km von ihrer letzten Mitstreiterin lösen konnte, um mit neuem Streckenrekord von 2:26:40 zu gewinnen.

Das Rennen begann ausgesprochen schnell mit km-Abschnitten um 3:00 bis 3:02 Minuten erreichte eine Gruppe von 17 Läufern die 5 km nach 15:05 und 10 km nach 30:17. Zusammen mit 3 Tempomachern lagen bei 15 km in 45:29 noch 14 Aktive an der Spitze zusammen, die bis 20 km in 1:00:44 auf 11 Läufer ausdünnte. Die Halbdistanz wurde in 1:04:10 absolviert, so dass man immer noch deutlich unter dem Kurs vom Streckenrekord von 2:08:42 aus dem Vorjahr lag. Bei 25 km in 1:16:01 hatte sich die Spitzengruppe etwas auseinander gezogen, wobei Yuki Kawauchi kurzfristig leicht zurückfiel.

Die Spitze bildeten nun sieben Läufer mit dem Favoriten und Mann mit der besten Vorleistung Peter Some (KEN) in Front. Als sich Yuki wieder in diese Gruppe herangekämpft hatte, legte der Tempomacher Boniface Kigen zu und lief weit vor dem Rest des Feldes, um dann aber bei 30 km in 1:31:16 seinen Dienst zu quittieren. Eine sechsköpfige Gruppe passierte die 30 km nach 1:31:25, wobei sich Kawauchi etwas überraschend an die Spitze setzen konnte und das Tempo erhöhte. Er war nun schnell allein und wurde von einer Vierergruppe verfolgt.

Nach gut 31 km hatte sich der Vorjahressieger Kenneth Mungara auf die Verfolgung gemacht und hatte schon kurz danach Yuki ein- und überholt. Doch nach 35 km in 1:46:38 lagen die Beiden zusammen an der Spitze, in 1:47:16 folgten Tegegne (ETH) und Some. An der Spitze entwickelte sich nun ein sehenswertes Duell des Duos Mungara-Kawauchi, das sich immer mehr vom Rest des Feldes absetzte. Und während zur gleichen Zeit beim EM-Fußballspiel Deutschland-Italien die wackren Helden beim Elfmeterschießen kaum das Tor trafen, wurde es am anderen Ende der Weltkugel gleichfalls eng und spannend.

gold-coast-2016-yuki-mungaraDuell am Limit: Yuki Kawauchi vs. Kenneth Mungara.  (c) Gold Coast Bulletin

40 km erreichte man nach 2:02:19 in unveränderter Konstellation, wobei Yuki sichtbar (wie immer) am Limit lief, Mungara deutlich lockerer knapp vorweg. Den letzten 5 km-Abschnitt vor dem Finale legte man in 15:41 am langsamsten von allen Segmenten zurück. Das hat aber Tradition auf dem Kurs, da nach der Wende bei gut 35 km der Wind bis zum Ziel den Läufern stets entgegenbläst. Erst kurz vor der Einmündung auf die kurze Zielgerade konnte sich Vorjahressieger Mungara leicht von Yuki absetzen und das Rennen nach 2:09:00 mit einer Sekunde Vorsprung vor dem Japaner gewinnen. Der Kampf um den Sieg belegte einmal wieder, dass nicht nur der Fußball ein spannendes Event (so er das immer ist) sein kann, vor allem dann, wenn eine Veranstaltung derart engagiert in Szene gesetzt wird wie von den hoch professionellen Australiern.

gold-coast-2016-ziel-mugara-yukiKenneth Mungara (KEN) wiederholte in 2:09:00 seinen Sieg beim Gold Coast Marathon aus dem Vorjahr.  (c) Veranstalter

Sieger und Zweitplatzierter äußerten sich nach dem Rennen hoch zufrieden, und Kawauchi bestätigte noch einmal (die eigentlich selbstverständliche Tatsache), dass er im letzten Part am absoluten Limit agierte und nichts mehr zusetzen konnte. Auf Yukis Auftritt einem schnellen Herbst-Marathon (Berlin) mit etwas mehr Schonung im Vorfeld (zwei Wochen vor der Gold Coast hatte er über 50 km nur knapp die Weltbestleistung über 50 km verpasst) kann man gespannt sein. Und die Freude im Haus Kawauchi war umso größer, als Yukis Mutter Mika ihr Marathon-Debüt mit 3:53:53 deutlich unter 4 Stunden bewältigte. Hinter den Erstplatzierten wurde das Ranking noch gewaltig durcheinander gewirbelt. Platz3 ging an den Senior Abdelhadi El Hachimi (BEL) in 2:10:35, Topfavorit Peter Some wurde in 2:15:09 nur Siebter.

gold-coast-2016-finish-misatoMisato Horie (JPN) gewann den Gold Coast Marathon bei den Frauen mit Streckenrekord.  (c) Veranstalter

Bei den Frauen lag bis 25 km in 1:26:37 eine Dreiergruppe zusammen, bei der sich schon beim Halbmarathon nach 1:13:06 andeutete, dass der Kursrekord in Reichweite war. Wie bei den Männern gab es ein Duell zwischen einem Duo, Gulume Chala (ETH) und Misato Horie (JPN), das schnell weit vor der Konkurrenz um den Sieg lief. Im Gegensatz zum Rennverlauf bei den Männern fiel hier aber die Entscheidung nach 35 km, wo sich die Japanerin nach 2:01:40 absetzte. Über eine 1/2 Minute lag sie bei 40 km nach 2:19:15 vor der Konkurrentin und gewann mit neuem Kursrekord von 2:26:40, womit sie die Leistung von 2:27:17 aus dem Jahr 2013 ihrer Landsfrau Yukiko Akaba deutlich steigerte. Platz 2 ging an Gulume Chala in 2:27:49, und auf die Drittplatzierte Leah Kiprono (KEN) musste man in 2:34:02 lange warten. Altmeisterin und ehemalige sub-2:20-Stunden-Läuferin Yoko Shibui (JPN) wurde in 2:38:13 Fünfte.

Insgesamt waren an der seit 1979 stattfindenden Veranstaltung 26473 Aktive auf den Beinen, davon 6216 im Marathon, 9891 im Halbmarathon und 5281 in einem 10 km Lauf.

gold-coast-2016-scenaryDas Freizeitparadies Gold Coast an der australischen Ostküste bietet jedes Jahr eine wundervolle Kulisse für eine Laufveranstaltung.  (c) Veranstalter

川内優輝: 2016年ゴールドコーストマラソン 2:09:01 2014年ハンブルクマラソン 2:09:36 2013年ソウルマラソン 2:08:14 海外で3回サブ10の日本人男子初。 瀬古、谷口、高岡2回。

In der Tat: Yuki Kawauchi ist der ERSTE japanische Mann, der mit 2:08:14 in Seoul, 2:09:36 in Hamburg  und nun 2:09:01 an der Gold Coast dreimal außerhalb Japans unter 2:10 Stunden einen Marathon lief. Marathon #4 wird Ende September in Berlin folgen ….

Mit seiner Zeit von 2:09:01 ist Yuki Kawauchi aktuell der schnellste japanische Marathonläufer des Jahres 2016. (c) Brett Larner, Japan Running News

jrn-best-japan-marathoners-2016

Ergebnis Marathon der Männer:
1. KENNETH MUNGARA KEN 02:09:00
2. YUKI KAWAUCHI JPN 02:09:01
3. ABDELHADI EL HACHIMI BEL 02:10:35
4. CHIHARU TAKADA JPN 02:10:43
5. ABRARAW TEGEGNE ETH 02:11:39
6. MILTON ROTICH KEN 02:14:25
7. PETER SOME KEN 02:15:09
8. BIRHANU ACHAMIE ETH 02:15:22
Splits des führenden Läufers:
 5 km 15:05
10 km 30:17 15:08
15 km 45:29 15:12
20 km 1:00:44 15:15
 HM 1:04:10
25 km 1:16:01 15:17
30 km 1:31:25 15:24
35 km 1:46:38 15:13
40 km 2:02:19 15:41
 Ziel 2:09:00  6:41
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Misato Horie JPN 2:26:40 (CR)
2. Gulume Chala ETH 2:27:49
3. Leah Kiprono KEN 2:34:02
4. Rika Takenaka JPN 2:34:39
5. Yoko Shibui JPN 2:38:13