BIG25 Berlin am 15. Mai 2015: Benard Bett ist der Favorit

big25-logoErstmals wird am kommenden Pfingst-Sonntag in der langen Geschichte des 25 km Laufs in Berlin, den BIG25 Berlin, die Veranstaltung an einem Feiertag stattfinden. Im Vorfeld zum diesjährigen Event hatte es erhebliche Irritationen wegen der Absichten gegeben, auch einen Marathon durch die Stadt zu organisieren. Am Ende mussten die Organisatoren die Idee aber aus kaum nachvollziehbaren Gründen wieder verwerfen, und die BIG25 gehen in der gewohnten Form über die Bühne, d.h. neben der ursprünglichen Distanz von 25 km werden auch Läufe über 10 km sowie den Halbmarathon angeboten.

Weltweit werden Läufe über 25 km nur noch selten gestartet, von globaler Bedeutung sind neben Berlin nur noch die Läufe in Kumamoto (Kyushu, Japan) sowie in Grand Rapids (MI, USA). Der Lauf in den USA, der Fifth Third River Bank Run, findet in diesem Jahr einen Tag vor Berlin statt. Beide aktuellen Weltrekorde über die 25 km-Distanz wurden in Berlin aufgestellt. Im Mai 2012 lief der Marathon-Weltrekordler Dennis Kimetto (KEN) 1:11:18, was recht genau dem Tempo für einen „2 Stunden-Marathon“ entspricht, und bereits 2010 hatte Mary Keitany (KEN) 1:19:53 erzielt. Im letzten Jahr versuchte bei den Männern der Kenianer Abraham Cheroben Kimettos Marke anzugreifen. Bis 11 km war er im Soll, danach verhinderte vor allem ein strammer Westwind alle Rekordambitionen. Trotzdem war seiner Zeit im Ziel von 1:12:31 beachtlich.

big25-2015-cheroben-winnerAbraham Cheroben (KEN) gewann die BIG25 im letzten Jahr. Er ist aber dieses Jahr nicht am Start.  (c) H. Winter

Die beste Zeit dieses Jahres ist bisher die Durchgangszeit beim London Marathon am 24. April mit 1:12:40. So schnell wie Kipchoge und Mitstreiter hatten noch nie Läufer diese Marke in einem Marathon erreicht. Ob allerdings diese Zeit am Sonntag in Gefahr ist, kann kaum erwartet werden, denn die Wetterprognosen sind nicht sehr günstig. Vor allem ist ein auffrischender Wind aus Westen mit über 20 km/h gemeldet. Der Favorit und der Läufer mit der schnellsten Vorleistung ist Benard Bett, der seine besten Rennen in Prag absolvierte und von dort aus dem  März eine Zeit von 1:00:36 über den Halbmarathon mitbringt. Das Feld in Prag war aber so gut besetzt, dass er mit dieser Zeit nur Neunter wurde. Bereits in den Jahren zuvor erzielte er dort ähnliche Zeiten: 1:00:43 (2015) und 1:00:46 (2014). Patrick Ereng (KEN) trägt die Startnummer „7“ und ist damit der Favorit des sportlichen Leiters Christoph Kopp. Er lief seine Bestzeit 2014 in Berlin mit 1:02:41.

Moses Wamaitha (KEN) gewann den Halbmarathon im April in Genua mit 1:03:07. Dickson Kirui (KEN) lief beim Paderborner Osterlauf 2012 den Halbmarathon in 1:03:10 und in diesem Jahr in Berlin 1:03:58, womit er auf Platz 9 landete. Gudeta Biratu (ETH) rannte seine beste Zeit im Halbmarathon bereits im Jahr 2010 in Rabat mit 1:02:53, im gleichen Jahr schaffte er auch im indischen Pune seine Bestzeit im Marathon von 2:13:20.

Bei den Frauen ist mit der Unterstützung des erfahrenen Tempomachers Edwin Yano (KEN) Violah Jelagat die klare Favoritin, die im Halbmarathon eine Bestzeit von unter 1:10 Stunden aufweisen kann (1:09:27, Piacenza 2015). Von Berliner Seite ist die für Palästina startende Mayada Al Sayad aus Berlin-Marzahn zu nennen, die schon als Starterin für Palästina bei Olympia in Rio de Janeiro nominiert ist. Sie hat sich in der letzten Zeit stetig verbessert und könnte mit einer Halbmarathon-Bestzeit von 1:17:14 am Sonntag eine 25 km-Zeit von unter 1:30 Stunden anpeilen.