30 Jahre EDP Meia Maratona Lisboa am 21. November 2021: Jocob Kiplimo (UGA) verbessert Weltrekord um eine Sekunde

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Der amtierende Weltmeister im Halbmarathon Jacob Kiplimo (UGA) machte seine Ankündigung wahr und verbesserte bei der 20. Ausgabe des EDP Meia Maratona Lisboa in der portugiesischen Haupstadt mit der Fabelzeit von 57:31 den Weltrekord von Kibiwott Kandie um die Winzigkeit von einer Sekunde. Das Rennen der Frauen gewann Tsehay Beyan (ETH) in 1:06:06 und blieb damit deutlich über dem Weltrekord von 1:05:16 in einem reinen Frauenrennen.

Jacob Kiplimo steigerte mit 57:31 den Halbmarathon Weltrekord um eine Sekunde. (c) Livestream/Screenshot

Gleich nach dem Start (wegen des Höhenunterschieds erfolgte der für die Elite nicht über die Brücke des 25. April) zog sich das 20-köpfige Männerfeld bei idealen Bedinungungen (14°C, Wind unter 5 km/h, leicht bewölkt) schnell weit auseinander, ein untrügliches Zeichen für ein schnelles Tempo. 2 Tempomacher und 6 Athleten lagen bei 2 km in 5:20 vorne, wobei sich nach 3 km der Debütant Milkesa Tolosa (ETH) leicht absetzen konnte, bevor ihn der Favorit im Vorfeld Kiplimo einholte und bei 5 km in 13:40 klar in Führung lag. Bereits bei 8 km in 21:46 lag der 21-jährige Läufer aus Uganda mit einer Projektion von 57:24 auf Weltrekordkurs, was sich mit einem 5 km-Abschnitt von 13:25 bei 10 km in aberwitzigen 27:05 auf 57:08 weiter steigerte. Und Kiplimo erhöhte sein Tempo noch einmal.

Die 5 km von 10 km nach 15km lief er in 13:21, womit er bei 15 km in 40:26 auf Kurs zu einer Zeit im Ziel von 56:52 (!) war, ein neuer Weltrekord lag somit in der Luft. Doch die Tempojagd ohne weitere Unterstützung hatte dem amtierenden Weltmeister viel Kraft gekostet. Bei 17 km in 45:54 war auf ein 57 Minutentempo abgesackt und bei 20 km in 54:28 hatte er den letzten 5 km in „nur noch“ 14:02 absolviert. Somit wurde es mit dem Weltrekord noch einmal knapp, was er am Ende aber in 57:31 um die Winzigkeit einer Sekunde schaffte. Damit konnte der Trainingspartner von Joshua Cheptegei die Fabelmarke von 57:32 durch Kibiwott Kandie unterbieten, was nach dem historischen Lauf im Dezember 2020 in Valencia nicht unbedingt zu erwarten war.

Bei der Tempohatz des Siegers fiel die Konkurrenz weit zurück und erreichte das Ziel erst gut 2 Minuten später. Huseyidin Esa (ETH) wurde in 59:39 Zweiter vor seinem zeitgleichen Landsmann Gerba Dibaba (EH) und dem ersten Kenianer Hillary Kipkoech (KEN) sowie Ibrahim Bouh (DJI) in jeweils 59:41. Von deutscher Seite war der Geher Karl Junghanns (GER) am Start, der in 1:03:42 Platz 19 belegte.

Bei den Frauen waren zunächst 10 Läuferinnen in Front, von denen als Erste die Britin Jess Piasecki (GBR) zurückfiel. Bei 8 km in 24:52 blieben noch fünf Läuferinnen übrig, was sich nach 13 km auf das Trio Beyan, Daisy Cherotich (KEN) und Joyce Tele (KEN) reduzierte. Nach 17 km löste sich das Trio auf und Beyan setzte sich von Cherotich und Tele ab, erreichte 20 km nach 1:02:37, um das Rennen nach 1:06:06 zugewinnen. Kurz darauf folgten Cherotich in 1:06:15 und Tele in 1:06:19 auf dem Podiumsplätzen.