Spiele der XXXII. Olympiade am 30. Juli 2021 in Tokyo – 5000 m der Frauen: Sifan Hassan gewinnt Gold auf dem Weg zum „Triple!

Die niederländische Ausnahmeläuferin Sifan Hassan (NED) legte mit ihrem Sieg im 5000 m-Lauf der Frauen das Fundament für ein historisch einmaliges „Triple“, den Sieg über 1500 m, 5000 m sowie 10000 m. In einem eindrucksvollen Finale ließ die gebürtige Äthiopierin in 14:36,79 die gesamte Konkurrenz deutlich hinter sich und gewann erstmals für eine holländische Läuferin die Goldmedaille über diese Distanz.

Ihr Sieg muss schon deshalb sehr hoch eingeschätzt werden, als sie bereits am Morgen des gleichen Tages in einem Vorlauf über 1500 m am Start war und dort nach einem heftigen Sturz eingangs der letzten Kurve kurz vor dem Aus stand. Hassan rappelte sich aber auf, lief dann die letzten 300 m in ca. 43,7 Sekunden und gewann damit sogar noch diesen Lauf in 4:05,17. Der nächste Start für Hassan steht am Mittwochvormittag mit dem Halbfinale über 1500 m an. Das Finale über 1500 m gibt es dann am Freitagabend und einen Tag später will sie dann über 10.000 m auf die Jagd nach der dritten Goldmedaille gehen.

Die Läuferinnen im 5000 m-Lauf auf der Zielgeraden. Ganz vorne Hassan vor Obiri und Tsegay. (c) LIvestream/Screenshot

Nach einem heftigen Regenschauer, der zu einer Unterbrechung des Stabhochsprungs und des Diskuswerfens der Frauen führte, wurde um 21:40 Ortszeit das 5000 m-Finale gestartet, in dem zunächst die Japanerin Ririka Hironaka (JPN) das Tempo machte. Aber schon nach der ersten Runde in 75 Sekunden wurde klar, das es nicht das mögliche Temporennen der Afrikanerinnen gab, mit dem sie die Reserven von Hassan vielleicht hätten brechen können. So trottete die große Favoritin zunächst am Ende des Feldes, das eng zusammenliegend den ersten Kilometer in 3:00,67 absolvierte.

Auch als nun 5000 m-Weltmeisterin Hellen Obiri (KEN) mit Landsfrau Agnes Tirop (KEN) und der weiteren Favoritin Gudaf Tsegay (ETH) an der Spitze agierte, wurde die Fahrt kaum schneller. 2000 m wurden in 6:00,22 zurückgelegt, 3000 m in 8:00,01, ein 3 Minuten/km-Schnitt mit Kurs zu einer Zeit von 15 Minuten. Erst nach 4000 m in 11:57,09 wurde es etwas schneller, bevor es dann auf den letzten Kilometer ging. Hier waren es zunächst Obiri und Tsegay, die das Tempo gewaltig anzogen, dem nur noch Tirop, Ejgayehu Taye (ETH) sowie Hassan zu folgen vermochten. Auf der Gegengeraden 250 m vor dem Ziel ging dann Hassan nach vorne und zog in ihrer unnachahmlichen Art den Konkurrentinnen davon.

Mit einem deutlichen Vorsprung von über 10 Metern gewann sie Olympia-Gold in 14:36,79, wobei die Splits der Schlussphase des Rennens nur ungläubiges Staunen hervorrufen. 2:39,70 brauchte die Siegerin für den Schluss-Kilometer, 57,1 für die letzte Runde, 27,7 für die letzten 200 m und 14,0 für die letzten 100 m. In dieser Form dürfte die Ausnahmeläuferin auch über die beiden anderen Distanzen kaum zu gefährden sein. Weltmeisterin Hellen Obiri wurde in 14;38,36 Zweite und Bronze ging mir 14,38,97 an Gudaf Tsegay.

Ergebnisse 5.000 m der Frauen (Finale):
1. Sifan Hassan NED 14:36,79
2. Hellen Obiri KEN 14:38,36
3. Gudaf Tsegay ETH 14:38,97
4. Agnes Tirop KEN 14:39,62
5. Ejgayehu Taye ETH 14:41,24
6. Senbere Teferi ETH 14:45,11
7. Nadia Battocletti ITA 14:46,29
8. Yasemin Can TUR 14:46,49
9. Ririka Hironaka JPN 14:52,84 NR
10. Selamawit Teferi ISR 14:54,39
11. Karissa Schweizer USA 14:55,80
12. Lilian Rengeruk KEN 14:55,85
13. Elise Cranny USA 14:55,98
14. Karoline Grovdal NOR 15:09,37
15. Andrea Seccafien CAN 15:12,09
Splits der führenden Läuferin:
1000 m 3:00,67
2000 m 6:00,22 2:59,55
3000 m 9:00,01 2:59,79
4000 m 11:57,09 2:57,08
5000 m 14:36,79 2:39,70