Zwift Tri Battle Royale am 18. Juli 2021 im Allgäu: Jan Frodeno schraubt Weltbestleistung im Ironman-Triathlon auf unter 7:30 Stunden

Bei kühlen Temperaturen (16°C bis 18°C) und teils strömendem Regen absolvierte der dreifache Ironman-Weltmeister Jan Frodeno (GER) einen Langdistanz-Triathlon mit 7:27:53 als erster Mensch in einer Zeit von unter 7 1/2 Stunden. Im direkten Duell gegen den kanadischen Weltklasse Triathleten Lionel Sanders (CAN) mit einer PB von 7:44:29 setzte sich der deutsche Ausnahmeathlet kurz nach dem Start von seinem (einzigen) Konkurrenten ab und gewann am Ende hochüberlegen das Duell. Sanders erreichte das Ziel nach erst 7:43:30.

Frodeno, der mit 7:35:39 auch die alte globale Bestmarke vor fünf Jahren aufgestellt hatte, lag nach dem 3,8 km-Schwimmen in sehr guten 45:58 Minuten bereits genau 5 Minuten vor Sanders und konnte im 180 km-Radfahren in 3:55:22 die Führung um weitere 5 Minuten ausbauen. Ein wenig ungläubig muss man die Zeit über die 180 km lange Radfahrstrecke registrieren, entspricht diese Leistung doch einem Stundenmittel von fast exakt 46 km/h. Bereits hier lag der erste Ironman-Triathlon von unter 7:30 Stunden in der Luft, den Marathon musste er in ca. 2:47 Stunden absolvieren. Doch nach der ersten von vier 10,5 km Runden in 40:30 gab es eine Schrecksekunde, denn Frodeno stürzte kurz vor dem Zieldurchlauf auf einer glatten Unterlage und schien kaum weiterlaufen zu können.

Nach gut 10 km im Marathon stürzte Jan Frodeno auf einer glatte Unterlage. (c) Livestream/Screenshot

Doch Frodeno fand schnell seinen Rhytmus zurück und absolvierte die kommenden drei Runden des Viertel-Marathon-Kurses in 39:39, 41:00 und 43:01 Minuten. Damit absolvierte er den Marathon in 2:44:10 Stunden, was insgesamt eine Zeit für den kompletten Ironman-Triathlon von 7:27:53. Damit steigerte der 39-jährige Olympiasieger von 2008 seine eigene Weltbestleistung um fast 8 Minuten. Sein Gegner Sanders war chancenlos und erreichte das Ziel nach erst 7:43:30. Die Veranstaltung war durch die Verschiebung des Triathlons in Roth motiviert und sollte als Vorbereitung auf den Ironman auf Hawaii Anfang Oktober dienen.

Jan Frodeno absolvierte die Tri Battle in der Weltbestleistung von 7:27:53. Nicht nur die Uhr über dem Ziel war bei dieser Veranstaltung nicht korrekt. (c) Livestream/Screenshot

Im Ziel äußerte sich Frodeno: „Ich bin sprachlos, davon habe ich geträumt. Es ist unglaublich. Es war so hart, so kalt, so regnerisch. Im Moment bin ich ein gebrochener Mann. Das Schwimmen unter 46 Minuten lief sehr gut und auch die ersten zwei Stunden auf dem Rad liefen perfekt, bis der Regen kam. Danach wurde es schwerer und nach dem ersten km im Marathonlauf in 3:39 ging es ans Limit. Dazu kam dann noch der Sturz nach der ersten Runde.“ Im Vorfeld hatte er mit einer solchen Zeit nicht unbedingt gerechnet. Im Oktober auf Hawaii bei ungleich wärmeren Bedingungen ist der Ausnahmeathlet aus Köln nach dieser Leistung sicher ein erster Anwärter auf einen weiteren Ironman-Weltmeister-Titel.