Hokkaido Sapporo Marathon Festival (JPN) am 5. Mai 2021 – Halbmarathon: Kipkoech und Ichiyama gewinnen, Steinruck mit PB

Ohne größere Läuferfelder und fast ohne Athleten aus Übersee fanden heute morgen im Rahmen des Hokkaido Sapporo Marathon Festivals 2021 die Testwettkämpfe für den Olympischen Marathon statt. Auf dem ersten Teil der vermeintlichen Marathon-Strecke wurde mit einem Läuferfeld, das Pandemie bedingt auf ca. 100 Aktive begrenzt war, ein Halbmarathon ausgetragen. Bei günstigen Temperaturen um 15°C, aber erheblich aufböenden Winden gewannen Hillary Kipkoech (KEN) in1:00:26 und Mao Ichiyama (JPN) in 1:08:28. In beiden Fällen waren das persönliche Bestzeiten, wobei Kipkoech erst am 24. April ein 10 km Rennen in Frankreich absolvierte, nun seinen ersten Halbmarathon in Angriff nahm und beide Läufe als Sieger abschloss.

Im Rennen der Männer lagen zu Beginn mit Splits von 2:52 bei 1 km, 5:49 bei 2 km und 11:35 bei 4 km ein großer Pulk zusammen, aus dem sich kurz vor der 5 km Kipkoech, der in Japan lebende Kenianer Simon Kariuki (KEN) und Hidekazu Hishikawa (JPN) lösten und 5 km nach 14:34 passierten. Dann schlossen die Verfolger bald darauf wieder auf, bis sich Kipkoech allein nach ca. 21 Minuten rennentscheidend vorne absetzen  konnte. Nach 10 km in 28:59 lag der Kenianer 4 Sekunden vor seinem Landsmann Kariuki und baute diesen Vorsprung koninuierlich aus. Mit einem schnellen 5 km-Abschnitt in 13:50 Minuten passierte Kipkoech die Matten der 15 km-Zeitnahme nach 42:49, 12 Sekunden später folgte Kariuki und der Vorsprung des Verfolgerfeldes war auf fast eine Minute angewachsen.

Hillary Kipkoech gewann den Halbmarathon beim Olympia-Test in Sapporo. (c) Livestream/Screenshot

19 km passierte Kipkoech in 54:31, 20 km in 57:29, den km-Anschnitt nur noch – auch dem Wind geschuldet – in 2:58 und auch beim Schlussstück von 20 km bis ins Ziel musste er bei seinem ersten Halbmarathon Lehrgeld zahlen und lief dieses Segment nur noch in 3:17. Er gewann das Rennen in 1:00:46 vor Kariuki in 1:01:11, danach führte Shin Kimura (JPN) in 1:01:46 eine ganze Phalanx einheimischer Läufer an. Der deutsche Topläufer Richard Ringer konnte leider an diesem Event nicht teilnehmen, da er durch ein unzureichendes Test-Dokument am Flughafen von Istanbul auf dem Hinflug nach Japan strandete.

Das Rennen der Frauen bestimmte von Anfang an das japanische Trio mit den Topläuferinnen Mao Ichiyama, Mizuki Matsuda (JPN) und Ayuko Suzuki (JPN), die über 6:27 bei 2 km an der 5 km Marke in 16:10 bereits einen Vorsprung von 12 Sekunden auf die Konkurrenz hatten. Katharina Steinruck (GER), die sich erst am 18. März in Enschede im Marathon auf 2:25:59 steigerte und damit die Olympiateilname sicherte, lag hier in 16:42 schon weit zurück. Bei 10 km war die Spitze (32:40) schon über eine Minute vor der Läuferin von der LG Eintracht Frankfurt. Das Führungstrio absolvierte 15 km in 48:28 und nach 53 Minuten versuchte sich Matsuda mit einer Attacke von den beiden Mitstreiterinnen zu lösen.

„Katha“ konnte im Finale noch die japanische Topläuferin Honami Maeda überholen und erreichte das Ziel als Vierte. (c) Livestream/Screenshot

Matsuda wurde aber umgehend wieder eingefangen. Erst nach einer Stunde gelang dann einer anderen Läuferin der rennentscheidende Antritt. Mao Ichiyama, die mit 2:21:11 vom Osaka Marathon Ende Januar auf Platz 2 der aktuelle Welt-Jahresbestenliste im Marathon steht, lief ihren beiden Landsfrauen davon, hatte bei 20 km in 1:04:52 einen Vorsprung von wenigen Sekunden, den sie bis ins Ziel mit 1:08:28 und neuer PB verteidigte. Kurz dahinter wurde Masuda in 1:08:32 Zweite vor Ayuko Suzuki in 1:08:53. Dann kam schon Katharina Steinruck in 1:10:43 ins Ziel.

Da sie den Schlusspart von der 20 km-Marke mit 3:36 Minuten genauso schnell wie die Siegerin lief, konnte sie die japanische Topläuferin Honami Meada (JPN) noch überholen und auf Platz 5 verdrängen. „Katha“ konnte mit dieser beachtlichen Leistung ihre schon zweimal erzielte PB von 1:12:23 sehr deutlich verbessern. Damit konnte sie sich seit Mitte März auf allen kardinalen Straßendistanzen – 10 km, Halbmarathon und Marathon – signifikant steigern.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Hillary Kipkoech KEN 1:00:46
2. Sion Kariuki KEN 1:01:11
3. Shin Kimura JPN 1:01:46
4. Daisuke Uekado JPN 1:01:49
5. Shun Yuzawa JPN 1:01:51
6. Naoki Okamoto JPN 1:01:55
7. Shohei Otsuka JPN 1:01:56
8. Ryo Matsumoto JPN 1:02:03
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. Mao Ichiyama JPN 1:08:28
2. Mizuki Matsuda JPN 1:08:32
3. Ayuko Suzuki JPN 1:08:53
4. Katharina Steinruck GER 1:10:43
5. Honami Maeda JPN 1:10:50
6. Reia Iwade JPN 1:10:59
7. Yuri Nozoe JPN 1:15:21
8. Miho Shimizu JPN 1:15:24
 – Betsy Saina KEN DNF