„NN Mission Marathon“ in Hamburg am 11. April 2021: Nun auch Eliud Kipchoge am Start

Nachdem der Haspa Hamburg Marathon auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, konnten die Veranstalter der „NN Mission Marathon“ am 11. April 2021 die in der Tat sensationelle Verpflichtung des Superstars der Marathon-Szene Eliud Kipchoge (KEN) bekanntgeben. Was schon seit geraumer Zeit als Gerücht kursierte, wurde nun von der Machern des Rennens auf einem 10,5 km Rundkurs in der Innenstadt offiziell bestätigt. Dabei ist auch der Hamburg Marathon als Massenevent unmittelbar von der Corona Pandemie betroffen, andererseits profiert man nun an der Alster von der „einmaligen“ Konstellation, dass alle hochwertigen Marathonevents auf den Herbst verschoben wurden.

Eliud Kipchoge ist der Topstar der „NN Mission Marathon“ am 11. April 2021 in Hamburg. (c) NN Running Team

Somit läuft Eliud anstatt an der Themse nun an der Alster, wo er im Jahr 2013 mit 2:05:30 gleich sein Debüt mit einem Sieg feierte. Bei seinem zweiten Start beim Berlin Marathon wurde er dann im gleichen Jahr in 2:04:05 Zweiter hinter Wilson Kipsang, der seinerzeit den Weltrekord der Männer auf 2:03:23 schraubte. Danach gewann Kipchoge zunächst alle weiteren Läufe, wobei er im September 2018 den Weltrekord auf sensationelle 2:01:39 verbesserte und nach einem erfolglosen Anrennen in Monza dann im Oktober 2019 im Wiener Prater einen Marathon – allerdings nicht ganz Regel konform – unter 2 Stunden rannte.

Sein Nimbus der absoluten Dominanz erfuhr allerdings beim Extra-Marathon im Oktober 2020 in London einen kleinen Dämpfer, als er mit diversen Problemen kämpfend am Ende in 2:06:49 nur Achter wurde. Seit Januar ist der kenianische Ausnahmeläufer wieder im NN-Traingszentrum in Kaptagat im vollen Training für den Lauf in Hamburg, wo sich zunächst seine (Marathon-)Karriere zu schließen scheint. Hoffentlich erwischt er wieder einen Beschwerde freien Tag und gewinnt seine alte Leistungsstärke zurück. Zu wünschen bleibt es ihm, zumal er Anfang August den Olympischen Marathon (so der dann stattfindet) zum zweiten Mal gewinnen will.

In wieweit Eliud namhafte Konkurrenz bekommt, die ihn auch bei dem Unterfangen, „schnell“ zu laufen, unterstützen kann, ist noch nichts bekannt. Neben vier holländischen Startern (s.u.) aus dem NN Running Team von Global Sports Communication werden etliche deutsche Topläufer die letzte Chance ergreifen, die Olmpia Normen von 2:11:30 bei den Männern und 2:29:30 bei den Frauen zu unterbieten. Doch bei Männern sowie Frauen wird man deutlich schneller unterwegs sein müssen, ob noch einen freien Platz im deutschen Team zu erringen.

Katharina Steinruck will sich bei der „NN Mission Marathon“ für Olympia qualifizieren. (c) H. Winter

Von den maximal jeweils 3 deutschen Startern bei den Marathonläufen in Sapporo Anfang August dürften der neue Landesrekordler Amanal Petros (TV Wattenscheid) mit 2:07:18 beim Valencia Marathon 2020 sowie die Europarekordlerin im Halbmarathon der Frauen Melat Kejeta (Laufteam Kassel) mit ihrer PB von 2:23:57 beim Berlin Marathon 2019 so gut wie gesetzt sein. Sie werden in Hamburg nicht am Start sein. Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid) steigerte sich vor rund einem Jahr auf 2:10:18 Stunden, Richard Ringer (LC Rehlingen) schaffte bei seinem Debüt im Dezember 2020 in Valencia auf Anhieb 2:10:59, was aber unter Umständen nicht für ein Olympia-Ticket reichen könnte.

Die Norm noch nicht erfüllt haben bisher Philipp Pflieger (LT Haspa Marathon Hamburg) mit 2:12:15, der deutsche Doppel-Meister Tom Gröschel (TC Fiko Rostock) mit 2:13:49 sowie der frühere deutsche Rekordhalter Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal) mit einer PB von 2:08:33, der aber  zuletzt beim London Marathon im Oktober 2020 nur 2:14:25 erreichte. Für alle drei Läufer wären erst Zeiten von unter 2:10 Stunden relativ sichere Leistungen für eine Nominierung.

Bei den Frauen wird Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin), die sich in Valencia auf eindrucksvolle 2:26:55 steigerte, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Deborah (PB 2:28:42) am Start sein wird. Im Rennen um die Tickets nach Olympia sind auch Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt) mit einer PB von 2:27:26), die deutsche Meisterin von 2018 Fabienne Königstein (MTG Mannheim) (2:32:35) sowie Anke Esser (Bayer Leverkusen) (2:32:06) für dem Lauf in Hamburg gemeldet.