15. Ras Al Khaimah (RAK) Halbmarathon am 19. Februar 2021 (Update 2): Nun auch Geoffrey Kamworor, Jemal Yimer, Melat Kejeta und Helen Obiri am Start

Heute gaben die Organisatoren der 15. Ausgabe des Ras Al Khaimah (RAK) Half Marathon weitere hochkarätige „Nachmeldungen“ bekannt. Dazu gehören der Ex-Weltrekordler Geoffrey Kamworor (KEN), die amtierende Weltmeisterin über 5000 m Helen Obiri (KEN) sowie von deutscher Seite die neue Europarekordlerin über die Halbmarathondistanz Melat Kejeta (GER). Während wegen der Corona Pandemie immer mehr Veranstaltungen in den ersten Monaten des Jahres 2021 abgesagt oder in den Herbst verschoben wurden, plant man im Vereinten Arabischen Emirat 80 km nördlich von Dubai am 19. Februar 2021 (Freitag) eine Veranstaltung mit einm Elitefeld der Superlative. Und in der Tradition des weltbesten halben Marathon werden auch zur Jubiläumsausgabe wieder Läufer der absoluten Weltklasse auf dem schnellen Kurs auf dem Festland und auf Al Marjan Island erwartet. Im letzten Jahr – erstmals unter der Organisation eines neues Teams – endete das Rennen mit einer großen Überraschung, als Ababel Yeshanew (ETH) das superschnelle Rennen in der neuen Weltrekordzeit von 1:04:31 gewann. Die Weltrekordlerin im Marathon Brigid Kosgei (KEN) blieb auf Platz 2 in 1:04:49 gleichfalls unter der alten Weltrekordmarke von 1:04:51 durch Joyciline Jepkosgei in Valencia aus dem Jahr 2017.

Im Rennen der Frauen steht das Duell von Ababel Yeshanew gegen Brigid Kosgei im Mittelpunkt. (c) Veranstalter

Die Elitefelder für das kommende Rennen übertreffen alles, was es bisher in der Geschichte an der Startlinie eines Halbmarathon gab. Bei den Männern sind drei Athleten mit PBs von unter 58 Minuten dabei, sieben sind mit PBs bis 58:42 notiert. Bei den Frauen haben drei PBs von unter 65 Minuten, sechs Läuferinnen blieben bisher unter 65:20 Minuten.

Das Podium der Männer im Jahr 2020: Seine Highness Sheikh Saud bin Saqr Al Qasimi zusammen mit Alexander Mutiso, Kibiwott Kandie sowie Mule Wasihun (zweite Reihe, v.r.). (c) Livestream/Screenshot

Einer der Topstars des Events ist der kenianische Ausnahmeläufer Kibiwott Kandie (KEN), der in diesem Jahr – trotz Corona-Pandemie – viermal unter der Schallmauer bei den Männern von 59 Minuten blieb. Im letzten Jahr gewann er den Lauf in 58:58, vor gut einem Monat steigerte er in Valencia den Weltrekord über die Halbmarathon-Distanz auf sensationelle 57:32. Damit nahm er Revanche für seine Niederlage bei der WM im polnischen Gdynia im Oktober, wo Jacob Kiplimo (UGA) den Titel in 58:49 gewann. Der Weltmeister wurde in dem denkwürdigen Rennen in Valencia Zweiter in gleichfalls grandiosen 57:37 und wird sicher der härteste Konkurrent in Sachen RAK-Titelverteidigung von Kandie werden.

Komplettiert wird das Trio der sub-58 Minuten-Läufer durch Alexander Mutiso (KEN), der in Valencia mit 57:59 gleichfalls unter dem alten Weltrekord von 58:01 blieb. Im letzten war er bereits in RAK dabei und wurde in 59:16 hinter Kandie Zweiter. Weiterhin auf der Startliste finden sich die Sieger in RAK aus den Jahren 2018 und 2019, Bedan Karoki (KEN) sowie Stephen Kiprop (KEN), die paradoxer Weise mit 58:42 dort in aufeinanderfolgenden Jahren die gleiche Zeit rannten.

Heute wurde dieses Superfeld u.a. noch durch Geoffrey Kamworor und Jemal Yimer (ETH) erweitert, die zur absoluten internationalen Spitze im Halbmarathon zu zählen sind. Kamworor lief im September 2019 in Kopenhagen einen phänomenalen Weltrekord von 58:01, der allerdings in Valencia von gleich vier Läufern unterboten wurde. Er gewann dreimal den WM-Titel im Halbmarathon, wobei er im Oktober 2020 seinen Titel in Gdynia wegen der Spätfolgen eines Unfalls mit einem Motorrad nicht verteidigen konnte. Kamworor gewann auch zweimal den legendären New York City Marathon. Jimer erreichte im Jahr 2018 in Valencia seine Bestzeit von 58:33, was seinerzeit eine der schnellsten Zeiten über diese Distanz war.

Der Ex-Weltrekordler und dreifache Weltmeister Geoffrey Kamworor startet ebenfalls in RAK. (c) Veranstalter

Weit aussichtsreicher als es seine PB von 59:11 ausweist, dürfte der äthiopische Topläufer Mosinet Geremew (ETH) sein, der mittlerweile auch im Marathon zur Weltspitze zu zählen ist. Breits im Jahr 2015 gewann er als Youngster in RAK in 1:00:05, 2019 wurde er beim London Marathon in 2:02:55 hinter Eliud Kipchoge Zweiter. Von europäischer Seite sind wieder Europa-Rekordler Julien Wanders (SUI) dabei, der vor zwei Jahren dort 59:13 lief, sowie Sondre Moen (NOR) mit einer PB von 59:48. Soeben wurde noch gemeldet, dass der Sieger des London Marathon vom Oktober 2020, Shura Kitata (ETH), gleichfalls am Start erwartet wird. Seine moderate PB von 59:47 erzielte er im Januar 2020 in Houston.

Ababel Yeshaneh lief im Februar 2020 in RAK mit 1:04:32 einen neuen Weltrekord im Halbmarathon. (c9 Livestream/Screenshot

Auch bei den Frauen wird das Beste vom Besten an der Startlinie stehen. Und das sind die drei schnellsten Läuferinnen im Halbmarathon aller Zeiten. Neben der Weltrekordlerin Ababel Yeshanew (1:04:32) werden das Yalemzerf Yehualew (ETH) und Brigid Kosgei sein. Yehualew steigerte sich Ende November beim Sieg beim Delhi Halbmarathon auf 1:04:46 und ist damit die zweitschnellste Läuferin aller Zeiten, Marathon-Weltrekordlerin Brigid Kosgei wurde beim letzten Lauf in RAK in 1:04:49 Zweite, nachdem sie zuvor auf der nicht Rekord konformen Strecke beim Great North Run in einem einmaligen Sololauf mit 1:04:28 die schnellste jemals gelaufene Zeit erzielte.

Eine wichtige Rolle dürfte am frühen Morgen des 19, Februar 2021 auch die aktuelle Weltmeisterin Peres Jepchirchir (KEN) spielen, die nach ihrem Weltrekord in RAK von 1:05:06 im Jahr 2017 nach einer längeren Pause wieder in bestechender Form zurück ist. Erst vor gut einem Monat gewann sie den Valencia Marathon in 2:17:15 und im Halbmarathon verbeserte sie im Herbst 2020 den Nur-Frauen-Weltrekord auf 1:05:34 (Prag) und dann beim WM-Sieg auf 1:05:16 (Gdynia). Die gleiche PB wie die Weltmeisterin hat auch Ruth Chepngetich (KEN), die erst Ende November 2020 in Delhi 1:05:06 schaffte und im Marathon mit 2:17:08 (Dubai 2019) zur absoluten Weltklasse zählt.

Von deutscher Seite ist die frisch gebackene Vize-Weltmeisterin im Halbmarathon Melat Kejata aus Kassel am Start, die sich bei der WM im polnischen Gdynia im Oktober 2020 auf sensationelle 58:18 steigerte, was für ein reines Frauenrennen Europarekord bedeutete. Melat wäre sicher auch schon im Dezember 2020 in Valencia an den Start gegangen, musste aber wegen einer Infektion darauf verzichten. Besonders gespannt darf man auch auf das Debüt der Ausnahmeläuferin auf der Bahn Helen Obiri sein, die u.a. in den Jahren 2017 und 2019 den WM-Titel über 5000 m errang. Ihre Premiere auf der Straße feierte sie erst am Silvestertag, wo sie beim Silvesterlauf in Barcelona die 10 km bei ungünstigen Bedingungen und nach einem Sturz in 30:53 gewann.

In einer spektakulären Schlussphase wurde Chepngetich beim London Marathon im Oktober 2020 noch von Sara Hall (USA) von Platz 2 verdrängt, die sich dabei auf 2:22:01 steigerte. Im Dezember lief sie dann in Chandler (AZ, USA) sogar mit 2:20:32 die zweitschnellste Zeit einer US-Läuferin. Auch ihre PB im Halbmarathon verbesserte die 37-jährige US-Läuferin erst kürzlich beim Row River Halbmarathon in den USA, wo sie in einem durch das Corona-Virus diktierten Sololauf mit 1:08:08 ihre persönliche Bestzeit um 40 Sekunden steigern konnte. Diese Zeit dürfe sie in RAK weiter steigern, in dem Ausgang des Rennens an der Spitze wird sie aber sicher nicht eingreifen können.

Neben der internationalen Elite sind in RAK trotz Corona-Pandemie auch die Läufermassen vorgesehen, wobei die Teilnehmerzahl auf 2800 Aktive begrenzt werden soll. Hier haben aktuell die Anmeldungen begonnen. Die Läufe der Massen sollen vor allem mit umfangreichen Hygiene-Konzepten umgesetzt werden. Interessant ist ferner die Nachricht, dass sich Ras Al Khaimah als Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) um die übernächsten Halbmarathon-Weltmeisterschaften im Jahr 2024 bewerben will. Die WM 2022 wurde bereits nach Yangzhou (China) vergeben, wo in der Vergangenheit mit 59:52 bzw. 1:07:21 die schnellsten Zeiten auf chinesischem Boden erzielt wurden.

Elitefeld der Männer:
Kibiwott Kandie KEN 57:32 WR Valencia 2020
Jacob Kiplimo (WM) UGA 57:37 Valencia 2020
Alexander Mutiso KEN 57:59 Valencia 2020
Geoffrey Kamworor KEN 58:01 Stockholm 2019
Jemal Yimer ETH 58:33 Valencia 2018
Stephen Kiprop KEN 58:42 Ras Al Khaimah 2019
Bedan Karoki KEN 58:42 Ras Al Khaimah 2018
Mosinet Geremew ETH 59:11 Delhi 2014
Julien Wanders SUI 59:13 Ras Al Khaimah 2019
Shura Kitata ETH 59:47 Houston 2020
Sondre Moen NOR 59:48 Valencia 2017
Reuben Kipyego KEN Debüt
Yemaneberhan Crippa ITA Debüt
Elitefeld der Frauen:
Ababel Yeshaneh ETH 1:04:32 Ras Al Khaimah 2020
Brigid Kosgei KEN 1:04:49
1:04:28*
Ras Al Khaimah 2020
Newcastle 2019
Yalemzerf Yehualew ETH 1:04:46 Delhi 2020
Peres Jepchirchir (WM) KEN 1:05:06 Ras Al Khaimah 2017
Ruth Chepngetich KEN 1:05:06 Delhi 2020
Melat Kejeta GER 1:05:18 Gdynia 2020
Sara Hall USA 1:08:08 Row River 2020
Helalia Johannes RSA 1:08:10 Marugame 2020
Helen Obiri KEN Debüt