49. TCS New York City Marathon am 3. November 2019: Joyciline Jepkosgei gewinnt Debüt, Geoffrey Kamworor mit zweitem Sieg und ein „Nobody“ wird Dritter

Mit den Siegen der beiden Weltrekordler auf der Halbmarathondistanz endete im Central Park die 49. Ausgabe des TCS New York City Marathon. Bei den Frauen gewann Joyciline Jepkosgei (KEN) in 2:22:38, während bei den Männern Geoffrey Kamworor (KEN) in 2:08:13 der Schnellste war. Insgesamt waren von gut 54.200 die Rekordzahl von etwa 53.600 Teilnehmer ins Ziel gekommen, die bei guten äußeren Bedingungen den nicht einfach zu laufenden Kurs durch Big Apple bewältigten. Von den Topathleten sahen diese Läufermassen während des Rennens wenig, denn die liefen den Freizeitläufern, die mittlerweile ein halbes Vermögen für einen Start auf der New Yorker Strecke aufbringen müssen, weit davon.

Bei den Frauen war es eine 15-köpfige Gruppe, die 5 km nach 17:14 passierte, nach 10 km in 34:10 waren davon noch 10 Läuferinnen übrig geblieben. Kurz darauf kam Bewegung ins Rennen als die US-Schlechtwetter-Läuferin Desiree Linden (USA) das Tempo anzog und bei 15 km in 51:10 einige Sekunden vor der Konkurrenz lag. An der 20 km-Marke in 1:07:54 war ihr Vorsprung auf 15 Sekunden auf 4 Verfolgerinnen angewachsen, die die wackre US-Athletin aber bis zur Halbmarathon-Marke in 1:11:39 wieder einholten. Kurz darauf waren es die Favoritinnen im Vorfeld, neben Debütantin Jepkosgei, die vierfache New York City Siegerin Mary Keitany (KEN) sowie Ruti Aga (ETH) (PB 2:18:34), die sich absetzten und den Sieg unter sich ausmachten.

Über 25 km in 1:24:55 und 30 km in 1:41:47 waren es dann Jepkosgei und Keitany, die Aga hinter sich ließen und sich bei 35 km in 1:58:33 einen Vorsprung von 25 Sekunden auf Aga herausgearbeitet hatten. Noch vor Erreichen des Central Parks suchte Jepkosgei mit kraftvollen Schritten die Entscheidung, was ihr bis 40 km in 2:15:19 auch eindrucksvoll gelang. Keitany lag hier in 2:15:44 so weit zurück, dass ihr fünfter Erfolg in New York City so gut wie ausgeschlossen erschien. Auch von Aga, die hier schon volle zwei Minuten zurücklag, ging keine Gefahr mehr aus.

Nach 35 km konnte sich Jepkosgei von Keitany entscheidend lösen. (c) ESPN/Screnshot

Jepkosgei gewann das Rennen in 2:22:38, womit sie in der zweitbesten Zeit auf dieser Strecke den Kursrekord durch Margaret Okayo von 2:22:31 denkbar knapp verpasste. Bereits im März hatte die 25-jährige Kenianerin den Halbmarathon an gleicher Stelle für sich entscheiden können. Keitany wurde Zweite in 2:23:32 und Ruti Aga wurde Dritte in 2:25:51. Unbedingt zu erwähnen bleibt Sinead Diver (AUS), die mit 42 Jahren als Fünfte in 2:26:23 für ein großartiges Resultat in der Masterkategorie sorgte.

Im von der Leistungsbreite her sehr überschaubarem Elitefeld, war es zunächst Shura Kitata (ETH), der vorne das Tempo machte und bald darauf von seinem Landsmann und frisch gebackenem Weltmeister sowie Vorjahressieger Lelisa Desisa (ETH) an der Spitze abgelöst wurde. 5 km wurden oin 15:16 und 10 km in 30:33 zurückgelegt. Dann strich schon bald darauf Desisa die Segel, womit nach ca. 7 Meilen ein weitgehend sinnloses Unterfangen sein erwartbares Ende fand. Nicht jeder kann eben hochwertige Rennen in so kurzen Zeitspannen abliefern wie das japanische Unikum Yuki Kawauchi, um den es seit Beginn seiner Karriere als Profi jedoch immer ruhiger wird. Über 45:45 bei 15 km und 1:01:20 bei 20 km lagen nach der Hälfte in 1:04:50 12 Läufer an der Spitze, darunter auch der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius (GER).

Durch das überschaubare Elitefeld avancierte Gabius sogar zum siebtbesten Starter im Rennen. Das nutzte ihm anschließend allerdings wenig, denn als es auf der Queensboro Bridge in 1:17:04 zur 25 km-Marke ging, hatte Gabius den Anschluss nach vorne verloren und lag bereits 20 Sekunden zurück. Erst nach 30 km in 1:32:25 reduzierte sich die Spitzengruppe schnell auf das Quintett Kamworor, Albert Korir (KEN), Kitata, Girma Gebre (ETH) und den Läufer mit der besten Vorleistung von 2:04:06 Tamirat Tola (ETH). Bald darauf fiel auch bei den Männer die Entscheidung im Central Park, wo sich Geoffey Kamworor mit schnellen Schritten von der Konkurrenz verabschiedete, um das Rennen nach 2:08:13 zu gewinnen.

Geoffrey Kamworor konnte den New York City zum zweiten Mal gewinnen. (c) ESPN/Screenshot

Im Ziel wurde dem Sieger als erstes von Eliud Kipchoge gratuliert, der wegen einer Ehrung vor Ort weilte. Platz 2 ging an Albert Korir in 2:08:36, der sich immer wieder umschaute, ob der „Nobody“ Girma Gebre nicht doch zu ihm auflief. Gebre wurde in 2:08:38 überraschender Dritter, denn mit der Startnummer #443 war er nicht im Elitepool gestartet, weil man ihm – in einer eventtypischen Arroganz – im Vorfeld keinen Elitestatus einräumen wollte. Gebre, ein weitgehend in den USA lebender Äthiopier, hatte im Frühjahr beim Healthy Kidnee Run über 10 km in New York City bereits Platz 2 belegt und beim Piitsburgh Marathon das Ziel in 2:13 Stunden erreicht.

Bleibt zu hoffen, dass der gute Mann, der in der lokalen Laufszene schon lange kein Unbekannter mehr war, als kein Eliteathlet sein Preisgeld von 60.000 USD auch ausbezahlt bekommt. Erst auf den folgenden Plätzen kamen dann die hoch eingeschätzten Äthiopier Tamirat Tola in 2:09:20 sowie Shura Kitata in 2:10:39 ins Ziel. Arne Gabius konnte sich nach einer Schwächephase wieder fangen und beendete das Rennen als Elfter in 2:12:57. Das reicht immerhin noch zur deutschen Jahresbestzeit, zu mehr aber auch nicht. Sowohl vom Platz als auch von der Zeit reichte seine Vorstellung nicht für eine Qualifikation für den Olympischen Marathon in  Tokyo/Sapporo.

Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Joyciline Jepkosgei  KEN 2:22:38
2. Mary Keitany KEN 2:23:32
3. Ruti Aga ETH 2:25:51
4. Nancy Kiprop KEN 2:26:21
5. Sinead Diver AUS 2:26:23
6. Desiree Linden USA 2:26:46
7. Kellyn Taylor USA 2:26:52
8. Ellie Pashley AUS 2:27:07
9. Belaynesh Fikadu ETH 2:27:27
10. Mary Ngugi KEN 2:27:36
Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Geoffrey Kamworor KEN 2:08:13
2. Albert Korir KEN 2:08:36
3. Girma Gebre ETH 2:08:38
4. Tamirat Tola ETH 2:09:20
5. Shura Kitata ETH 2:10:39
6. Jared Ward USA 2:10:45
7. Stephen Sambu KEN 2:11:11
8. Yoshiki Takenouchi JPN 2:11:18
9. Abdi Abdirahman USA 2:11:34
10. Connor McMillan USA 2:12:07
11. Arne Gabius GER 2:12:57
12. Daniel Mesfun ERI 2:13:07
Liste der Eliteathletinnen:
Mary Keitany, KEN 02:17:01
Worknesh Degefa, ETH 02:17:41
Ruti Aga, ETH 02:18:34
Nancy Kiprop, KEN 02:22:12
Desiree Linden, USA 02:22:28
Sinead Diver, AUS 02:24:11
Kellyn Taylor, USA 02:24:29
Sara Hall, USA 02:26:20
Ellie Pashley, AUS 02:26:21
Belaynesh Fikadu, ETH 02:26:41
Yinli He, CHN 02:27:35
Diane Nukuri, USA 02:27:50
Buze Diriba, ETH 02:28:06
Allie Kieffer, USA 02:28:12
Mary Ngugi, KEN 02:28:33
Roberta Groner, USA 02:29:09
Gerda Steyn, RSA 02:31:04
Kaitlin Goodman, USA 02:32:08
Danna Herrick, USA 02:32:19
Lindsey Scherf, USA 02:32:19
Sasha Gollish, CAN 02:32:54
Kate Landau, USA 02:33:29
Katy Jermann, USA 02:33:41
Alia Gray, USA 02:34:00
Nicole DiMercurio, USA 02:36:03
Bizuwork Getahun, ETH 02:36:29
Bose Gemeda, ETH 02:39:15
Meseret Ali, ETH 02:40:41
Paula Pridgen, USA 02:41:29
Jennifer Bigham, USA 02:41:37
Margo Malone, USA 02:42:22
Ana Johnson, USA 02:43:11
Megan Foster, USA 02:43:44
Molly Bookmyer, USA 02:44:07
Joyciline Jepkosgei, KEN Debüt
Liste der Eliteathleten:
Tamirat Tola, ETH 02:04:06
Lelisa Desisa, ETH 02:04:45
Shura Kitata, ETH 02:04:49
Geoffrey Kamworor, KEN 02:06:12
Albert Korir, KEN 02:08:03
Yassine Rachik, ITA 02:08:05
Arne Gabius, GER 02:08:33
Abdi Abdirahman, USA 02:08:56
Jared Ward, USA 02:09:25
Michel Butter, NED 02:09:58
Yoshiki Takenouchi, JPN 02:10:01
Daniel Mesfun, ERI 02:10:06
Brett Robinson, AUS 02:10:55
Jack Rayner, AUS 02:11:06
Stephen Sambu, KEN 02:11:07
Tadesse Yae, ETH 02:11:50
Birhanu Dare, ETH 02:12:21
Tyler McCandless, USA 02:12:28
Mustafa Mohamed, SWE 02:12:28
Kiya Dandena, USA 02:12:56
Harbert Okuti, UGA 02:13:01
Tyler Pennel, USA 02:13:32
Tyler Jermann, USA 02:13:39
Joe Whelan, USA 02:13:39
Craig Leon, USA 02:13:40
Jarrett LeBlanc, USA 02:13:51
Brendan Martin, USA 02:15:30
Louis Serafini, USA 02:17:25
Matt McClintock, USA 02:18:03
Mo Hrezi, LBA 02:18:40
Mizael Carrera, PUR 02:19:29
Jamie Julia, PUR 02:20:17
Jorge Maravilla, USA 02:21:57
Connor McMillan, USA 02:23:28
Collin Bennie, USA Debüt
John Raneri, USA Debüt
Andy Vernon, GBR Debüt