„Sub2-hour-Marathon“ im Oktober 2019: Kipchoge will es noch einmal wissen

ineos-1-59-challengeSymbolträchtiger konnte die Sache kaum begonnen werden. Am 6. Mai 2019, genau 65 Jahre nach dem legendären ersten Meilenlauf unter 4 Minuten durch  Roger Bannister (GBR) in Oxford, wurde bekannt gemacht, dass Marathon-Superstar Eliud Kipchoge (KEN) einen zweiten Anlauf in Sachen Marathon in unter 2 Stunden unternehmen will. Bezeichnender Weise soll der Race Director des London Marathon Hugh Brasher, Sohn des Begründers des London Marathon und in Oxford im Jahr 1954 „Hase“ für Bannister, für die Organisation dieses Unterfangen verantwortlich zeichnen, nachdem bei Versuch Nr. 1 – gesponsert durch einen Sportartikel-Konzern aus den USA – die Barriere auf der Rennpiste in Monza um 26 Sekunden verfehlt wurde.

london-mar-2019-race-kipchoge-vor-zielEliud Kipchoge will im Oktober schon wieder in London an den Start eines Marathon-Laufs gehen. (c) H. Winter

Ein Sponsor für dieses Unterfangen scheint mit dem britischen Chemie-Milliadär Jim Ratcliffe (hat nichts mit der Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe (GBR) zun, der Name hat aber Symbolkraft …) mit dem Unternehmen INEOS zu sein, der sich seit einiger Zeit auch im Radsport in Sachen Sponsering engangiert. Details der ganzen Aktion sind aktuell nur in Grundzügen bekannt, bedürfen aber wohl noch einer gründlichen Ausarbeitung. Im Gespräch in der Battersea Park in London, der südlich vom Hyde Park am Südufer der Themse liegt.

battresea-park-londonEine mögliche Location für den erneuten Angriff auf die 2 Stunden im Marathon: Der Battersea Park im Londoner Süden. (c) GOOGLE Maps

Soweit man den Berichten (ver)trauen darf, soll die ganze Aktion wieder nicht konform mit den Statuten der IAAF ablaufen; d.h. Pace Car mit Windschutz, wechselnde Tempomacher, permanente Versorgung mit Verpflegung, etc. Leider, muss man da sagen, denn irgendwie haben solche „illegalen“ Aktionen begrenzten Wert und werden genauso wie die Monza-Chose ihren Weg in die historischen Mülltonnen finden.

Dazu Kipchoge: “It’s not about the IAAF, it’s about history. I really want to leave a big legacy. This will surpass everything I have achieved. It will be history for the human family.” Wenn der Ausnahmeläufer mit dieser Einschätzung nicht doch leicht daneben liegt. Und der meint ferner im Interview mit dem „Guardian“: “To get another chance to break the magical two-hour mark is incredibly exciting. I always say that no human is limited, and I know that it is possible.”

Bleibt abzuwarten, was da konkret im Detail geplant ist und vor allem, dass elementare Fehler, die in Monza zum Scheitern des Projekts beigetragen haben, bei einer Neuauflage des „Breaking2“ oder „INEOS 1:59 Challenge“, wie man das Anrennen gegen die 2 Stunden-Barriere nun benennt, vermieden werden. Der Manager von Eliud, Jos Hermens, sieht einen Etat in der Größenordnung von 50 Millionen US$ und zählt auch einige Faktoren auf, die zum Scheitern der Mission in Monza geführt haben mögen: 1.) Zu hoher Taupunkt beim Lauf, 2.) Probleme mit nicht optimaler Verpflegung, 3.) Fehlende Zuschauermassen.

london-mar-2019-eliud-tower-bridgeKommt Eliud im Oktober wieder an die Themse zurück? Eigentlich hatte man ihn dort erst im April 2020 zum 40. London Marathon erwartet. (c) H. Winter

Damit ist nun auch klar, dass der Berlin Marathon am 29. September 2019 ohne Super-Eliud auskommen muss. Aber vielleicht geht ja dafür der Shooting-Star der Marathon-Szene Mosinet Geremew (ETH) an den Start und läuft einen (legalen) Weltrekord! Interessanter könnte somit die Konstallation im Herbst des Marathon-Jahrs 2019 kaum sein.

Für das Projekt gibt es auch schon eine Homepage: https://www.ineos159challenge.com