74. Lake Biwa Mainichi Marathon (Japan) am 10. März 2019: Salah Bounasr gewinnt in 2:07:52

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Salah Eddine Bounasr (MAR) gewann in 2:07:52 die 74. Ausgabe des Lake Biwa Mainichi Marathon am Sonntag im japanischen Otsu. Bounasr hatte im letzten Frühjahr den Wien Marathon gewinnen können und verbesserte seine PB auf der Strecke am Ufer des größten japanischen Binnensees um eine gute Minute. Nachdem die gut 200 Starter dieses reinen Eliterennens das städtische Stadion verlassen hatten, wurde die 1 km-Marke nach 3:05 Minuten erreicht, womit sich schon hier andeutete, dass man nicht den Fehler eines zu hohen Anfangstempos wie eine Woche zuvor beim Toyko Marathon machen wollte, was vor allem den japanischen Läufern massive Einbrüche im zweiten Teil bescherte. Am Ende sollte sich diese konservative Tempogestaltung auf der ersten Hälfte für die meisten Athleten auszahlen, wobei Dauerregen und nasse Straßen keinesfalls optimale Bedingungen bedeuteten.

lake-biwa-2019-10kmEin großer Läuferpulk erreicht die 10 km-Marke. (c) NHK/Screenshot

Ein Pulk um die 40 Läufer passierte 5 km nach 15:17 und 10 km nach 30:26. Ähnlich ging es bis zum Halbmarathon weiter, wo nach 45:42 bei 15 km und 1:01:00 bei 20 km noch 30 Akteure in 1:04:15 an der Spitze lagen. Nun waren es vor allem das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi (JPN) und sein Landsmann Kenjii Yamamoto (JPN), der im letzten Jahr in Tokyo 2:08:48 lief, die für eine Erhöhung des Tempos sorgten. Die 5 km-Segmente von 20 km nach 30 km wurden in 15:05 und 15:02 zurückgelegt, wobei sich bei 30 km in 1:32:07 noch 12 Läufer in der Kopfgruppe befanden. Nicht ganz überraschend war es dann u.a. Kawauchi, der aus der Spitze zurückfiel und nach einem Marathon in 2:13 Stunden vor zwei Wochen nun sichtlich gezeichnet schien. Für Yuki aber ein durchaus nicht unüblicher Rennverlauf.

Bei 35 km in 1:46:18 hatte sich die Spitzengruppe auf dem Rückweg durch Otsu zum Stadion auf 8 Strategen reduziert und kurz darauf war es ein Quintett bestehend aus Bousnasr, Asefa Tefera (ETH), Stephen Mokoka (RSA), Benson Seurei (BRN) und Deriba Robi (ETH), das um den Sieg stritt. Bald nach der 40 km-Marke in 2:01:36 waren es der Marokkaner und Tefera, die sich lösen konnten und auf der Laufbahn des Stadions um den Sieg stritten. Als es schon nach einem sicheren Sieg des Äthiopiers aussah, kam Bousnasr noch einmal auf und überholte Tefera in der Zielkurve, um das Rennen in guten 2:07:52 zu gewinnen.lake-biwa-2019-finish-bounasrSalah Bounasr gewann die 74. Ausgabe des Lake Biwa Marathon. Anmerkung: Die Uhr im Hintergrund lief nicht falsch, sondern die Klappziffern-Anzeige sprang soeben von „49“ auf „50“. Inkorrekte Zeitanzeigen sind im Gegensatz zu vielen Veranstaltungen anderswo auf det Welt auf der Insel ein „No Go“. (c) NHK/Screenshot

Dabei hatte der Sieger noch ausreichende Reserven, wie der Split von 6:16 Minuten von der 40 km-Marke bis ins Ziel belegen. Seit 6 Jahren hat es in Otsu trotz des Golden Labels der IAAF keine schnellere Siegerzeit mehr gegeben. Kurz hinter ihm wurden auch die weiteren Podiumsplätze mit Zeiten von unter 2:08 Stunden vergeben. Tefera wurde in 2:07:56 Zweiter und Stephen Mokoka in persönlicher Bestzeit von 2:07:58 Dritter. Benson Seurei (BRN) landetete in 2:08:08 auf Platz 4 vor dem Mann mit der besten Vorleistung im Feld Deriba Robi (ETH), der in  2:08:11 Fünfter wurde.

Bester Japaner wurde auf Platz 7 Kenji Yamamoto in 2:08:42, so dass 7 Läufer unter 2:09 Stunden ins Ziel kamen. Dann folgte schon Yuki Kawauchi in für ihn guten 2:09:21. In einem Monat beim Boston Marathon wird er sicher keine Siegeschancen haben, aber für eine vordere Platzierung scheint sein aktuelle Form durchaus gut zu sein. Für die Olympia-Qualifikation der Japaner im September in Tokyo konnten sich noch zusätzlich Hiroyuki Yamamoto (JPN) als Zehnter in 2:10:33 und Daiji Kawai (JPN) als Elfter in 2:10:50 empfehlen. Dabei vollbrachte Kawai eine wahrhafte Leistungsexplosion von einer Vorleistung von 2:23:12. Damit haben sich bis heute 30 japanische Läufer für die Grand Marathon Championchips qualifiziert.

  Ergebnisse Marathon der Männer:
1.  Salah Eddine Bounasr (MAR) – 2:07:52
2.  Asefa Tefera (ETH) – 2:07:56
3.  Stephen Mokoka (RSA) – 2:07:58
4.  Benson Seurei (BRN) – 2:08:08
5.  Deriba Robi (ETH) – 2:08:11
6.  Alphonce Felix Simbu (TAN) – 2:08:27
7.  Kenji Yamamoto (JPN) – 2:08:42
8.  Yuki Kawauchi (JPN) – 2:09:21
9.  Ezekiel Cheboitibin (KEN) – 2:09:58
10. Hiroyuki Yamamoto (JPN) – 2:10:33
11. Daiji Kawai (JPN) – 2:10:50
12. Yuta Takahashi (JPN) – 2:11:25

Die Splits des führenden Läufers:
 5 km 15:17
10 km 30:26 15:09
15 km 45:42 15:16
20 km 1:01:00 15:18
 HM 1:04:15
25 km 1:16:05 15:05
30 km 1:31:07 15:02
35 km 1:46:18 15:11
40 km 2:01:36 15:18
 Ziel 2:07:52  6:16