29. eDreams Mitja Marató de Barcelona am 10. Februar 2018: Roza Dereje rettet die Leistungsbilanz

logo-mitja

Roza Dereje (ETH) und Erick Kiptanui (KEN) gewannen die 39. Ausgabe des eDreams Mitja Marató de Barcelona. Dabei rettete die Siegerin des Dubai Marathon 2017 in 1:06:01 die Leistungsbilanz einer Verstaltung, die in diesem Jahr ansonsten nicht an die schnellen Zeiten der Vorjahre anknüpfen konnte. Insbesondere bestand eigentlich zu keiner Phase des Rennens die Chance, den im Vorfeld angekündigten Weltrekord (1:04:51) in die Tat umzusetzen. Verglichen mit der Siegerzeit bei den Frauen fiel diese bei den Männern ausgesprochen schwach aus. Kiptanui, der im April 2018 beim Berliner Halbmarathon mit Kursrekord in 58:42 überraschte, lief erst nach 1:01:04 über die Ziellinie. Im Vergleich zum Halbmarathon in Ras Al Khaimah, wo gleich 11 Läufer unter einer Stunde das Ziel erreichten, offenbart sich diesbezüglich schon fast ein Klassenunterschied. Dabei hat die Veranstaltung in der katalanischen Metropole den Status eines „Gold Label Race“ des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF.

barcelona-hm-2019-winner-derejeRoza Dereje gewann den Halbmarathon in Barcelona. (c) Veranstalter

Das Rennen der Frauen war durch die Ankündigung von Roza Dereje bestimmt, den Weltrekord von 1:04:51 anzugreifen. Ein Quartett bestehend aus Dereje, Dibabe Kuma (ETH), Sally Chepyego (KEN) sowie Lucy Cheruiyot (KEN) absolvierte die ersten 5 km in 15:38 und lag damit auf Kurs zu einer Zeit von 66 Minuten. Bei 10 km nach 33:11 reduzierte sich die Spitze auf die beiden Äthiopierinnen Dereje und Kuma. Bald darauf setzte sich Dereje allein an die Spitze und hatte bei 15 km in 46:52 einen Vorsprung auf Kuma von 6 Sekunden herausgelaufen. Mit einer Projektion ins Ziel von 1:05:55 waren die Chancen auf einen neuen Weltrekord in Barcelona nach den Rekordrennen von Florence Kiplagat in den Jahren 2014 und 2015 so gut wie dahin.

So kam es dann auch, über 1:02:44 bei 20 km erreichte Dereje das Ziel nach 1:06:01 und verpasste damit nicht nur den Weltrekord um mehr als eine volle Minute, sondern sie war auch langsamer als die kürzlichen Siegerzeiten in Houston (1:05:50) und vor allem in Ras Al Khaimah (1:05:45). Kuma wurde Zweite in 1:06:45 und rettete zusammen mit der Siegerin die Leistungsbilanz des Events. Nach 1:08:30 war Sally Chepyego als Dritte im Ziel, knapp vor Lucy Cheruiyot in 1:08:32. Eine beachtliche Leistung legte die deutsche Nachwuchshoffnung Miriam Dattke (GER) aufs Plaster, die in 1:12:17 auf Platz 8 ihre PB deutlich steigern konnte. Noch nicht wieder im Regime voller Fitness angekommen erzielte Anja Scherl (GER) in 1:12:43 Platz 13, das war immerhin die zweitbeste Zeit ihrer Karriere.  barcelona-hm-2019-finish-kiptanuiErick Kiptanui gewann den Halbmarathon in Barcelona. (c) Veranstalter

Das Rennen der Männer war maßgeblich durch das Fehlen eines Tempomachers bestimmt. So passierten 15 Läufer die 5 km-Marken erst nach 15:04, d.h. ein Tempo für eine Zeit von ca. 63 1/2 Minuten, was international schon zweitklassig ist. Dabei war mit Erick Kiptanui ein Läufer imStart, der beim letzten Berliner Halbmarathon in 58:42 für Furore und einen Streckenrekord sorgte. Erst danach ging der 3000m-Hindernisläufer Napolean Solomon (SWE) an die Spitze und mit 14:23 wurden die kommenden 5 km deutlich schneller zurückgelegt. 10 Läufer war bei 10 km in 29:24 vorne noch mit dabei, woran sich über 43:53 bei 15 km bis 20 km in 58:17 wenig änderte. 8 Läufer hatten hier noch Chancen auf den Sieg.

An der Spitze waren es nun Abebe Degefa (ETH) und Betesfa Getahun (ETH), die das Tempo vorne erhöhten und so die Gruppe an der Spitze auseinander zogen. Kiptanui konnte diese Attacke aber problemlos mitgehen, um das Rennen in – allerdings für ihn bescheidenen – 1:01:04 zu gewinnen. Degefa belegte mit einer Sekunde Rückstand Platz 2 und Getahun wurde in 1:01:07 Dritter. Auf Platz 13 lief der deutsche Läufer Philipp Pflieger (GER) 1:03:33, nur einmal war er die Halbmarathon-Distanz in seiner Karriere schneller gerannt.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. ERIC KIPTANUI KEN 1:01:04
2. ABEBE DEGEFA ETH 1:01:05
3. BETESFA GETAHUN ETH 1:01:07
4. JONATHAN KORIR KEN 1:01:10
5. NAPOLEON SOLOMON SWE 1:01:17
6. ROBEL FSIHA SUI 1:01:19
7. MESHAK KOECH KEN 1:01:21
8. ASHENAFI MOGES ETH 1:01:22
9. RUI PINTO POR 1:02:56
10. SAMUEL BARATA POR 1:02:59
13. PHILIPP PFLIEGER GER 1:03:33
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. ROZA DEREJE ETH 1:06:01
2. DIBABE KUMA ETH 1:06:45
3. SALLY CHEPYEGO KEN 1:08:30
4. LUCY CHERUIYOT KEN 1:08:32
5. CHARLOTTE ARTER GBR 1:09:41
6. SILENAT YISMAW ETH 1:10:45
7. ANN-MARIE MCGLYNN IRL 1:12:00
8. MIRIAM DATTKE GER 1:12:17
9. SONIA SAMUELS GBR 1:12:20
10. LILY PARTRIGDE GBR 1:12:20
13. ANJA SCHERL GER 1:12:43