Berliner Halbmarathon mit Topbesetzung am 29. März

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Mit einer Topbesetzung an Eliteathleten waret der 35. Vattenfall Berliner Halbmarathon am 29. März 2015 auf. Mit dem Vorjahreszweiten Abraham Cheroben sowie Kenneth Kipkemoi (beide KEN) sind die beiden schnellsten Läufer des Vorjahres am Start. Im letzten Jahr war Cheoben noch ein „Nobody“, der für Lenard Komon das Tempo bei dessen Weltrekordversuch machen sollte. Am Ende war Cheroben fast stärker als der Meister und finishte mit gleicher Zeit unmittelbar hinter Komon. 2015 sieht die Sache anders aus, diesmal ist Cheroben nach seinen 58:48 in Valencia der Topläufer in Berlin, der sich als Ziel den Streckenrekord von Patrick Makau (58:56) gesetzt hat, auch der aktuelle Weltrekord von Zersenay Tadese (ERI) mit 58:23 ist nicht völig außer Reichweite. Dass ihm Berlins Straßen liegen, zeigte Cheroben auch im Mai 2014 über 25 km, wo er bei den BIG25 in 1:11:47 die drittschnellste Zeit über diese Distanz lief.

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Kenneth Kipkemoi (KEN) ist einer der Favoriten in Berlin.  (c) H. Winter

Ein weiterer Läufer in Berlin mit einer Vorleistung von unter einer Stunde ist der Äthiopier Hunegnaw Mesfin, der 2014 Zweiter im Lauf Rom – Ostia in 59:39 wurde. Richard Mengich (KEN) wurde letztes Jahr in Berlin in 60:11 Dritter und Sylas Cheboge (KEN) sowie David Kogei (KEN) mit Bestzeiten von 60:14 und 60:50 werden gleichfalls vorne erwartet.

Nachdem Berlin im Marathon der Männer die internationale Szene beherrscht, besteht im Halbmarathon noch Nachholbedarf. Derzeit sind auf Berlins Straßen die geltenden Weltrekorde über 25 km, 30 km und Marathon aufgestellt worde, der Halbmarathon würde noch gut in die Sammlung passen. Aber auch bescheidenere Ziele sollten man im Auge haben: Die schnellste Zeit der Saison 2015 lief beim CPC in Den Haag Stenley Biwott mit 59:20.

cheroben-b-hm-2014Cheroben (KEN) will in Berlin am 29. März 2015 schnell laufen.  (c) H. Winter

Besonders interessant aus deutscher Sicht sind der Start von Arne Gabius und das Debut von Steffen Uliczka (Kiel). Gabius ist nach seinem tollen Debüt über die volle Marathondistanz ein Hofffnungsträger im deutschen Straßenlauf, dem man nach sogar nun eine Verbesserung des deutschen Rekords (Jörg Peter 2:08:47) zutraut. Auch sein Debüt im Halbmarathon im März 2014 in New York City war mit 1:02:09 ein grandioser Einstieg auf die Straße. Wie schon gemeldet, wird Gabius auch dieses Jahr am 15. März dort wieder an den Start gehen. Die Konkurrenz dort ist allerdings überschaubarer als im letzten Jahr.

Und bereits zwei Wochen später steht schon der nächste Einsatz in Berlin an. Eigentlich ist eine solche Zweitspanne zwischen zwei Läufen dieser Klasse etwas kurz, aber Renato Canova – der Meistertrainer, der auch Gabius berät – hatte gegen einen solchen Doppelstart keine Einwände. Richtig schnell gelaufen werden soll danach in Berlin. Eine Zeit unter 62 Minuten dürfte nach seiner guten aktuellen Form in der Halle mit dem deutschen Rekord über 5000 m kaum ein Problem dartstellen. Der deutsche Rekord ist allerdings hochklassig, Carsten Eich lief 1993 gleichfalls in Berlin 1:00:34. Damit liegt er etwa auf Platz 230 der ewigen Bestenliste.

gabius-portrait-frankfurt-2015Arne Gabius wagt ein HM-Double in New York City und Berlin.  (c) H. Winter