55. San Silvestre Vallecana (Madrid) am 31. Dezember 2018: Kiplimo und Kosgei rennen Fabelzeiten über 10 km

madrid-vallencas-2018-logoMit grandiosen Streckenrekorden verabschiedeten Jacob Kiplimo (UGA) und Brigid Kosgei (KEN) bei der 55. Ausgabe des San Silvestre Vallecana durch die abendlichen Hauptstraßen der spanischen Haupstadt Madrid das Jahr 2018. Auf dem vom Stadion Bernabéu ins Estadio Teresa Rivero führenden Kurs, der wegen eines Höhenunterschieds von 50 Metern (leider) nicht Bestlisten tauglich ist, verbesserte der erst 18-jährige Kiplimo in 26:41 den alten Streckenrekord von Marathon-Weltrekordler Eliud Kipchoge von 26:54 aus dem Jahr 2006 um 13 Sekunden. Durch die zu große Höhendifferenz zwischen Start und Ziel kann diese Leistung aber nicht als ein neuer Weltrekord anerkannt werden, den aktuell immer noch Leonard Komon mit 26:44 hält.

Auch bei den Frauen gab es durch Brigid Kosgei (KEN) in 29:54 eine Fabelzeit, womit sie den Kursrekord durch Gelete Burka von 30:53 aus dem Jahr 2012 im Sinne des Wortes um eine volle Minute  „pulverisierte“. Mit dieser Zeit lag sie nur 10 Sekunden über dem aktuellen Weltrekord von Joyciline Jepkosgei aus dem letzten Jahr. Auch die Zweitplatzierte Helen Obiri (KEN) blieb in 29:59 noch unter der Traumgrenze von 30 Minuten für die 10 km bei den Frauen.

Das Rennen der Männer sah im ersten, extrem schnell angelaufenen Teil eine Gruppe von fünf Athleten vorne, die sich bis zur 5 km-Marke in aberwitzigen 13:12 Minuten auf das Trio Jacob Kiplimo, Abadhi Hadis (ETH) und Abrar Osman (ERI) reduzierte, wenige Sekunden dahinter folgten Mande Bushendich (UGA) und Solomon Boit (KEN). Auf dem weiter abschüssigen Teil der Strecke setzten sich nun Kiplimo und Hadis ab und lagen beim Kontrollpunkt bei 7,5 km in 19:23 bereits 20 Sekunden vor Bushendich und Osman. Eine absolute Fabelzeit in den Regionen von 26 Minuten verhinderte dann der ansteigende Teil auf den letzten beiden Kilometern zum Ziel ins Stadion Teresa Rivero.

madrid-vallencas-2018-winner-kiplimoJacob Kiplimo verbesserte beim San Silvestre Vallecana den Streckenrekord auf phänomenale 26:39. (c) Telemadrid/Screenshot

Nach gut 8 km konnte sich Kiplimo von seinem Mistreiter Hadis absetzen, und er gewann das Rennen in grandiosen 26:41. Dabei schraubte der amtierende U20-Cross-Country-Weltmeister seine persönliche Bestleistung von 28:17 bei seinem Sieg in 28:13 in Trento erst im Oktober in neue, unglaubliche Höhen. Hadis blieb in 26:54 gleichfalls noch unter 27 Minuten, Bushendich wurde in 27:24 mit großem Abstand Dritter. Insgesamt bieben 11 Läufer unter 29 Minuten.

Auch das Rennen der Frauen wurde extrem schnell angelaufen, wobei die Siegerin des Chicago Marathon im Oktober Brigid Kosgei, die 5000 m- Weltmeisterin Hellen Obiri (KEN) sowie Lauflegende Tirunesh Dibaba die Spitze des Feldes bildeten. Doch schon bald konnte Dibaba dem hohen Tempo der beiden Kenianerinnen nicht mehr folgen, die in grandiosen 14:40 Minuten bei 5 km gestoppt wurden, Dibaba lag hier schon 15 Sekunden zurück. Ohne Erfolg versuchte nun Obiri mit ihrem typisch langen Schritt ihre Landsfrau loszuwerden, was aber nicht gelang. Einen guten Kilometer vor dem Ziel zog dann aber Kosgei an und ließ Obiri zurück. Auch Kosgei lief mit 29:54 eine absolute Fabelzeit und lag im Ziel 5 Sekunden vor Obiri, für die 29:59 gestoppt wurden.

madrid-vallencas-2018-winner-kosgeiBrigid Kosgei lief beim Silvesterlauf in Madrid mit 29:54 eine Fabelzeit. (c) Telemadrid/Screenshot

Erst nach 30:40 – eigentlich auch eine Jahres-Weltbestzeit – kam Tirunesh Dibaba ins Ziel, für die die Tempojagd der beiden Keniannerinen am heutigen Abend einfach zu schnell war. Insgesamt waren in Madrid über 40.000 Aktive auf den Beinen, die vor allem bei einem Volkslauf, der drei Stunden zuvor gestartet wurde, auf den Beinen. Beim Rennen der Elite (Limit: 38 Minuten) bildeten dann Zuschauermassen entlang der gesamten Strecke und im gut besetzten Stadion eine tolle Kulisse für ein großes Event zum Jahresabschluss.

Ergebnisse 10 km der Männer:
1. Jacob Kiplimo UGA 26:41
2. Abadhi Hadis ETH 26:54
3. Mande Bushendich UGA 27:24
4. Abrar Osman ERI 27:38
5. Solomon Boit KEN 28:03
6. Juan Perez Moreno ESP 28:16
Ergebnisse 10 km der Frauen:
1. Brigid Kosgei KEN 29:54
2. Helen Obiri KEN 29;59
3. Tirunesh Dibaba ETH 30:40
4. Trihas Gebre ETH 31:40
5. Sara Ribeiro POR 31:43
6. Esther Chebet KEN 31:53