„Ein Jahr der Superlative“ – Rückblick auf die internationale Marathonszene des Jahres 2018 – Teil 2

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Der Fabel-Weltrekord von 2:01:39 im Marathon der Männer durch Eliud Kipchoge am 16. September 2018 in Berlin war zweifellos das Highlight einer grandiosen Saison 2018 in der internationalen Straßenlaufszene. Dazu kam eine Flut weiterer Bestleistungen und Rekorde, die Entwicklung des Marathonlaufs zu einem Event von globaler Dimension schreitet unaufhaltsam voran.

Am 1. April  gewannen Abraham Kiptum (KEN) und Janet Rono (KEN) die Läufe im Rahmen des Daegu International Marathon in der koreanischen Stadt, in der 2011 die Leichtathletik-WM über die Bühne ging. Kiptum stellte dabei mit 2:06:29 einen neuen Kursrekord auf, der sich schon früh im Rennen andeutete, Rono war in 2:28:01 bei den Frauen vorne. Nur Stunden nach der Welt-Jahresbestleistung über 10 km beim Paderborner Osterlauf kam der Vorjahressieger Jake Robertson (NZL) bei den Crescent City Classic Open am Stadtrand von New Orleans in 27:28 dieser Marke bedrohlich nahe. Am zweiten April-Wochenende gab es dann in guter Tradition eine gewaltige Ballung an Events.

prag-hm-2018-mellyJoan Melly zeigte beim Prager Halbmarathon eine überragende Leistung. (c) Livestream/Screenshot

Den Auftakt machte am 7. April die 20. Auflage des Sportisimo Prag Halbmarathon, wo die Kenianerin Joan Melly für das Highlight sorgte. Nachdem sie über 14:51 bei 5 km und 30:14 bei 10 km lange weit unter WR-Kurs agierte, ließen die Kräfte nach, und sie verfehlte am Ende die globale Bestmarke in 1:05:04 recht knapp. Bei den Männern gewann der Shooting Star der letzten Saison Benard Kimeli (KEN) in 59:47. Einen Tag später lief der gerade erst 19-jährige Äthiopier Amdework Walelegn bei der 13. Ausgabe des Vodafone Istanbul Halbmarathon 59:50 Minuten und blieb damit als erster Läufer in einem Halbmarathon auf türkischem Boden unter einer Stunde. Auch die Siegerzeit der Frauen hatte mit 1:06:22 internationale Klasse, womit Ababel Yeshaneh (ETH) den Streckenrekord aus dem Vorjahr um nur 3 Sekunden verpasste.

rotterdam-mar-2018-winner-kipkemoiKenneth Kipkemoi gewann gleich bei seinem Debüt den Rotterdam Marathon. (c) Veranstalter

Der Debütant und Halbmarathon-Spezialist Kenneth Kipkemoi (KEN) gewann die 38. Ausgabe des NN Rotterdam Marathon in 2:05:44. Bei den Frauen war Visiline Jepkesho (KEN) in 2:23:47 die Schnellste. Zur gleichen Stunde war der Hattrick der Äthiopierin Rahma Tusa mit einer Zeit von 2:23:46 das Highlight der 24. Ausgabe des ACEA Rom Marathon und auch die Siegerzeit von 2:08:03 durch Cosmas Birech (KEN) war für die Verhältnisse vor Ort beachtlich. Auch auf deutschen Straßen wurde an diesem Tag flott gelaufen. Zum einem liefen bei der 28. Auflage des Hannover Marathon die Sieger Eboka Erre (ETH) und Agnes Kiprop (KEN) 2:09:44 bzw. 2:32:35. Die deutsche Hoffnung Fate Tola stieg bei sommerlichen Temperaturen nach 17 km aus dem Rennen.

Zum anderen gab es in der deutschen Hauptstadt durch den Kenianer Erick Kiptanui bei der 36. Ausgabe des Berliner Halbmarathon eine im Vorfeld kaum zu erwartende Spitzenleistung von 58:42. Mit einem Tempomacher legte der Shooting Star der Saison ein einsames Rennen aufs Berliner Pflaster, bei dem er sogar bis gut 15 km auf Kurs zu einem neuen Weltrekord lag. Bis zum Herbst sollte Berlin damit – zusammen mit Ras Al Khaimah – die Jahres-Weltbestleistung halten. Bei den Frauen war Melat Kejeta (ETH) in 1:09:04 vorne.

b-hm-2018-winner-kiptanuiErick Kiptanui lief beim Berliner Halbmarathon einen neuen Streckenrekord. (c) SCCevents

Mit Siegen von Vorjahressieger Paul Lonyangata (KEN) in 2:06:22 und Betsy Saina (KEN) in 2:22:56 wurde bei der 42 Ausgabe des Schneider Electric Paris Marathon schnell gerannt. Mit 42095 Finishern etablierte man sich hinter dem London und vor dem Berlin Marathon in der europäischen Spitzenklasse. Luka Rotich (KEN) und Aynalem Teferit (ETH) gewannen in 2:12:10 sowie 2:30:29 die 12. Ausgabe des Maratón de Santiago in der chilenischen Hauptstadt, während – auch noch am gleichen Tag – bei der 18. Ausgabe des EA7 Emporio Armani Milano Marathon die Sieger Seyefu Tura (ETH) und Lucy Kabuu (KEN) hießen. Der Vielstarter Tura gewann in 2:09:04, nachdem er im Herbst in Seoul 2:09:26 und im Januar in Dubai 2:04:44 erreichte. Bei den Frauen setzte sich Kabuu in der Schlussphase in 2:27:02 durch.

cwg-2018-marathon-men-40k-shelly-hawkinsEin Bild, das man eigentlich bei keiner Veranstaltung sehen möchte: Bei großer Hitze brach Callum Hawkins bei den Commonwealth Games kurz vor 40 km zusammen und wird auf dem Boden liegend vom späteren Sieger Shelley passiert. (c) Livestream/Screenshot

Einen Vorgeschmack auf das, was in noch schlimmerer Form in den Marathon-Wettbewerben bei Olympia in Toyko im Jahr 2020 drohen wird, vermittelten die Commonwealth Games an der australischen Gold Coast am 15. April 2018, wo sich bei Temperaturen im australischen Herbst um 27°C (im Schatten) nur wenige Ausdauerathleten einer Tortur aussetzten, die mit (Leistungs-)“Sport“ nicht mehr viel zu tun hatte. Entsprechend dramatisch war dann auch die Schlussphase des Marathon, wo vor der 40 km-Marke der weit in Führung liegende Schotte Callum Hawkins völlig dehydriert zusammenbrach und dort  gut zwei Mínuten später vom Australier Michael Shelley passiert wurde, der den Lauf in 2:16:46 gewann. Nach einem Krankenhausaufenthalt ging es Hawkins bald besser, Auswirkungen auf die Wettkampf-Planung für Tokyo 2020 hatte aber auch dieses Ereignis nicht. Beim IOC geht nach wie vor der Kommerz weit vor dem Wohl der Athleten, wobei im Vergleich zu den Sommern in der japanischen Hauptstadt die Gold Coast fast noch eine Sommerfrische ist.

Bei nahezu ideale Bedingungen krönten die Topathleten die  11. Ausgabe des Nexia Audirevi Lago Maggiore Halbmarathon auf der pitoresken Strecke von Verbania nach Stresa auf den Uferstraßen mit großartigen Leistungen. Der Tempomacher beim Berliner Halbmarathon Daniel Kipchumba (KEN) siegte in ausgezeichneten 59:06 mit Streckenrekord, bei den Frauen gewann die Debütantin Daisy Cherotich (KEN) in 1:09:44. Und am Tag danach sorgte dann die 122. Ausgabe des legendären Boston Marathon für Schlagzeilen, die es diesmal sogar bis auf die Titelseite der „New York Times“ schafften. Bei nur wenigen °C über Null, Dauerregen und scharfem Gegenwind herrschte bereits am Start in Hopkinton der Ausnahmezustand; gelaufen wurde dann aber trotzdem.

Das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi, mit extremen Bedingungen im Großraum Boston vom Januar her bestens vertraut, düpierte mit einer taktischen Meisterleistung als ausgesprochener Außenseiter die gesamte Elite und konnte in Wetter bedingten 2:15:58 sensationell in Boston einen World Marathon Majors Event als erster Japaner nach dem lengendären Toshihiko Seko in den Jahren 1981 und 1987 gewinnen. Auch bei den Frauen nahm das Debakel der Sieg gewohnten afrikanischen Läuferinnen seinen Lauf, mit Desiree Linden (USA) in 2:39:54 gewann nach Lisa Weidenbach bei den Frauen seit 1985 erstmals wieder eine US-Athletin.

boston-mar-2018-yuki-winnerYuki Kawauchi (JPN) gewann sensationell den Boston Marathon 2018. (c) OlympicChannel/Screenshot

Am Wochenende nach Boston hatte der Wettergott auch Einfluss auf die Leistungen bei der 38. Ausgabe des Virgin money London Marathon.
Nach den wärmsten Tagen auf der Insel im April seit der Wetteraufzeichnung boten Temperaturen um 20°C beim Lauf ungeeignete Voraussetzungen für Jagden auf die Weltrekorde bei Männern sowie Frauen. Die Topathleten ignorierten dieses Faktum und lagen jeweils bis zur Hälfte der Distanz in 1:01:00 bzw. 1:07:16 deutlich unter den Weltrekord-Marken. Dass dort der Marathon erst richtig beginnt, ist eine Binsenweisheit, die zuweilen auch für die Elite gilt.

london-mar-2018-winners-kipchoge-cheriuyotEliud Kipchoge und Vivian Cheruiyot waren die gefeierten Sieger beim London Marahon. (c) H. Winter

Während Superstar Eliud Kipchoge (KEN) schon einmal für seinen großen Auftritt im September in Berlin „trainierte“ und die aberwitzige Tempohatz in der ersten Hälfte mit einer Zeit von 2:04:17 noch am besten verdaute, endete diese Taktik bei den Frauen im Desaster. Die Lauflegende Tirunesh Dibaba (ETH) warf noch vor der Hälfte das Handtuch, Topstar Mary Keitany (KEN) brach völlig ein und wurde in 2:25:33 enttäuschende Fünfte. Somit war der Weg frei für die Weltmeisterin auf der Bahn Vivian Cheruiyot (KEN), die sich in 2:18:31 nun gleichfalls auf der Straße in die Weltklasse lief.

Auch an vielen anderen Lokalitäten wurde am 22. April durch die Städte gelaufen.  Über 5000 Läufer waren bei der 17. Auflage des Krakau Marathon auf den Beinen, eine der größten Sportveranstaltungen des Landes. Birhanu Bekele Berga (ETH) in 2:11:34 war der schnellste Läufer im Ziel, bei den Frauen war das Lilia Fisikovici (MOL) in 2:31:27. Bei sehr warmen Wetter mit Temperaturen von über 20 °C wurde Balaheddine Bounasser (MAR)  der Überraschungs-Sieger des Vienna City Marathon (Wien) in persönlicher Bestzeit von 2:09:29. Der Topstar des Events, Weltrekordler Dennis Kimetto (KEN), kam einmal mehr nicht ins Ziel eines Marathon. Und Nancy Kiprop (KEN) verteidigte ihren Titel mit persönlicher Bestzeit von 2:24:18.

dubai-mar-2018-winner-geremewMosinet Geremew gewann den Marathon in Dubai und den Halbmarathon in Jianzhen, im Oktober wurde er ferner Zweiter beim Chicago Marathn. (c) H. Winter

Mosinet Geremew (ETH) gewann bei regnerischem Wetter während der 13. Ausgabe des Yangzhou Jianzhen International Half Marathon am Sonntag (22.4.) den Lauf in 1:01:31 zum vierten Mal in Folge. Und warmes und windiges Wetter drückte auch bei der 6. Ausgabe des Orlen Warschau Marathon in der polnischen Hauptstadt auf die Leistungen. Ezekiel Omullo (KEN) und Nastassia Ivanova (BLR) gewannen in 2:11:17 bzw. 2:28:03. In der spanischen Hauptstadt sorgte Valentine Kipketer Jepkorir (KEN) mit einem Streckenrekord von 2:30:40 für das Highlight der 41. Ausgabe des Rock ’n’ Roll Madrid Marathon, bei den Männern war Eliud Kiplagat Barngetuny (KEN) in 2:10:15 vorne.

dus-mar-2018-dm-amrheinFabienne Amrhein wurde im Rahmen des Düsseldorf Marathon deutsche Meisterin. (c) H. Winter

Die Weißrussin Volha Mazuronak sorgte für das sportliche Highlight beim Metro Group Marathon in Düsseldorf, wo die Fünfte im Marathon bei Olympia 2016 mit einem neuen Streckenrekord von 2:25:25 überzeugen konnte. Bei den Männern gab es wegen eines Feuerwehreinsatzes im Vorfeld und einer danach fehlenden Absperrung ein kurioses Rennen, wo die Spitzengruppe (und nur diese) an einer Abzweigung nach 8 km fehlgeleitet wurde und eine zu lange Strecke absolvierte. Als Sieger wurde Gilbert Kollum Yegon (KEN) erklärt, der für die um 540 m verlängerte Strecke 2:13:54 benötigte. Deutsche Meister wurden bei den Frauen Fabienne Amrhein von der MTG Mannheim in 2:32:35 und bei den Männern überraschend der Debütant Tom Gröschel vom TC Fiko Rostock in 2:15:20.

Bei guten äußeren Bedingungen gab es am gleichen Tag beim Haspa Marathon Hamburg Siege durch Solomon Deksisa (ETH) in 2:06:34 und Shitaye Eshete (BRN) in 2:24:51. Von deutscher Seite löste der Regensburger Philipp Pflieger die Fahrkarte für den EM-Marathon im August als Elfter nach 2:13:39, womit er in Düsseldorf im deutschen Kontingent klar vorne gelegen hätte. Bei der 14. Auflage des UAE Healthy Kidney 10K des New York Road Runners Club mit Start und Ziel im Central Park von New York City glänzte der erst 18-jährige Rhonex Kipruto (KEN) mit der neuen Welt-Jahresbestleistung von 27:08. Damit verbesserte der Kenianer, der bereits beim 10 km-Lauf in Prag im September 2017 als Dritter in 27:13 überraschte, den Streckenrekord von Leonard Komon von 27:35 aus dem Jahr 2011 sehr deutlich. Im Herbst sollte er seine Bestleistung in Prag nochmals erheblich steigern.

prag-mar-2018-winner-ruppUS-Star Galen Rupp gewann den Prag Marathon. (c) Livestream/Screenshot

Nach seinem Sieg über 10 km beim Paderborner Osterlauf in Welt-Jahresbestzeit gewann Emmanuel Kiprono (KEN) auch die 30. Ausgabe des Würzburger Residenzlaufs in 28:17 und schaffte damit das Double bei den beiden leistungsstarken 10 km-Läufen auf deutschem Boden, das im letzten Jahr seinem Landsmann Benard Kimeli gelang. Für den 6. Mai hatte sich US-Topstar Galen Rupp kurzfristig entschlossen, bei der 24. Ausgabe des Volkswagen Prag Marathon an den Start zu gehen, den er in einem sehenswerten Antritt auf den letzten Kilometern in 2:06:11 gewann. Spätestens seit seinem Gewinn des Chicago Marathon im Oktober 2017 gehört Rupp nach dem Umstieg von der Bahn zu den besten Läufern der aktuellen Marathon-Szene.

Der neue Streckenrekord von William Nyarondia Morwabe (KEN) mit 2:11:15 war die herausragende Leistung des Telenor Copenhagen Marathon, der im kommenden Jahr sein 40. Jubiläum feiern wird. Morwabe war mit einer Bestzeit von 2:16 Stunden in die dänische Hauptstadt angereist, die er bei seinem sehr überraschenden Sieg um etwa 5 Minuten steigern konnte. Eine Woche später, am 19. Mai, hießen von etwa 4000 Teilnehmern die Sieger der 6. Ausgabe des Mattoni Karlovy Vary (Karlsbad) Halbmarathon Roman Romaneko (UKR) in 1:03:58 und Eva Vrabcova (CZE) in 1:11:54 . Dabei wurde das Ergebnis dadurch beeinflusst, als sich die Organisatoren von RunCzech im Vorfeld entschieden hatten, das Starterfeld der Eliteathleten auf europäische Läufer zu beschränken. Ob Rennen künftig – wie von den Organisatoren propagiert – durch die Abstinenz der Kenianer und Äthiopier in unseren Landen wirklich interessanter werden, kann erheblich bezweifelt werden. Sie werden aber sicher langsamer …

chicago-mar-2017-dibaba-vor-zielTirunesh Dibaba gewann beim Great Manchester Run die 10 km. (c) H. Winter

Kenenisa Bekele (ETH), einer der Topstars der aktuellen Straßenlaufszene, konnte mit einem überlegenen Sieg beim Grand Prix Bern über 10 Meilen in 46:47 überzeugen. Bei den Frauen war das Rennen eine rein schweizerische Angelegenheit, die Martina Strähl in 53:50 für sich entscheiden konnte. Nur einen Monat nach seinem dritten Platz beim London Marathon gewann Langstrecken-Superstar (Sir) Mo Farah beim Great Manchester Run über 10 km in 28:27. Bei den Frauen war Tirunesh Dibaba (ETH) in 31:08 vorne und ließ dabei die Mehrfach-Weltrekordlerin Joyciline Jepkosgei (KEN) nach den ersten Kilometern weit hinter sich. In Riga lief Tsedat Abeje Ayana (ETH) mit 2:11:00 die schnellste Zeit auf lettischem Boden, Georgina Jepkirui Rono (KEN) war bei den Frauen nach 2:28:22 im Ziel.

Die Flut der Marathonläufe in China hält untervermittelt an. Von 22 Veranstaltungen im Jahr 2011 ist diese Zahl in diesem Jahr nach Angaben des chinesischen Verbandes auf 1072 „explodiert“. Einen dieser Läufe, die 33. Ausgabe des Dalian International Marathon, gewann Edwin Kibet Koech (KEN) mit 2:09:44 und lief die erste Zeit dieser Veranstaltung von unter 2:10 Stunden. Bei den Frauen gab es durch Mulu Seboka (ETH) in 2:28:59 einen äthiopischen Sieg. Beim Göteborgs Varvet Halbmarathon musste der Topstar, Ex-Marathon-Weltrekordler Wilson Kipsang (KEN) wegen einer Erkältung kurzfristig absagen, so gewannen das Rennen mit der spektakulären Passage über die Älvsborgbron Shadrack Kimining (KEN) und Meseret Belete Tola (ETH) in 1:01:31 bzw. 1:09:09.

ottawa-mar-2018-winner-burkaGelete Burka lief in Ottawa einen kanadischen All-Comers-Rekord im Marathon der Frauen. (c) Veranstalter

Die Äthiopierin Gelete Burka sorgte mit einer Zeit von 2:22:17 für das Highlight bei der 44. Ausgabe des Scotiabank Ottawa Marathon. Niemals ist eine Frau in der lange Geschichte des Marathon auf kanadischem Boden schneller gelaufen. Bei den Männern war der Streckenrekordler in Ottawa, Yemane Tsegay (ETH), in 2:08:52 als Erster im Ziel, womit er aber deutlich über dem erklärten Ziel eines Streckenrekords (2:06:54) blieb. Eine Woche danach siegte der Kenianer Lawi Kiptui in 2:13:30 bei der 40. Jubiläumsausgabe des ASICS Stockholm Marathon. Hochsommerliches Wetter bei einer Startzeit um 12 Uhr mittags bereitete allen Teilnehmern erhebliche Probleme. So auch dem Boston Sieger dieses Jahres, dem japanischen Lauf-Unikum Yuki Kawauchi, der auf Platz 4 in 2:22:57 mit einer der schwächsten Marathon-Zeiten seiner ereignisreichen Karriere ins Olympia-Stadion einlief.

sn-diego-mar-2017-startDer sportliche Niedergang des San Diego Marathon ging auch im Jahr 2018 weiter. (c) Veranstalter

Mit sehr unterschiedlichen Leistungen wartete am Tag danach die 21. Ausgabe des Rock´n´Roll San Diego Marathon auf. Während im Halbmarathon die Lauflegende Meseret Defar (ETH) in 1:08:26 und Titus Ekuri (KEN) in 1:01:02 ansprechende Leistungen boten, ist der (volle) Marathon mittlerweile leistungsportlich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Mit Preisgeldern von 500 US$ hat das Rennen nur noch breitensportlichen Charakter. Bei den Männern gewann August Brautigam (USA) in 2:33:25, bei den Frauen war Karen Lockyer (USA) in 2:55:22 die „Schnellste“. Bevor die Veranstaltung in die Hände von Finanzinvestoren geriet, musste man für die Siege im vollen Marathon fast eine halbe Stunde schneller laufen.

nyc-mini-10k-winner-keitanyMary Keitany gewann im Central Park von New York City die Mini 10K. (c) Livestream/Screenshot

Mit einer großartigen Vorstellung gewann am 9. Juni die kenianische Ausnahmeläuferin Mary Keitany in 30:59 den New York Mini 10K, ein Frauenlauf, der seit dem Jahr 1972 ausgetragen wird und damit der älteste seiner Art ist. Keitany, die sich bestens erholt von der Kräfte zehrenden Tempojagd beim London Marathon zeigte, gewann mit großem Vorsprung von über einer Minute vor Aliphine Tuliamuk (USA) und  Molly Huddle (USA).

Rückblick wird fortgesetzt.