37. Mainova Frankfurt Marathon am 28. Oktober 2018: Die Frauen wollen den Streckenrekord

frankfurt-mar-logoMit der traditionell starken Besetzung an Eliteathleten geht die 37. Auflage des Mainova Frankfurt Marathon am kommenden Sonntag um 10 Uhr an den Start. Auf der Pressekonferenz zum Auftakt des Marathon-Wochenendes waren die Topfrauen optimistisch, den aktuellen Streckenrekord durch Meselech Melkamu von 2:21:01 unterbieten und ggfs. sogar unter 2:20 Stunden laufen zu können. Die Athletin mit der besten Vorleistung ist Mare Dibaba (ETH), die bereits zweimal eine Zeit von 2:19:52 lief (Dubai 2012 und Xiamen 2015) und sich nach einer Verletzung bedingten Durststrecke wieder zurückmelden möchte. Im September zeigte sie beim Great Scottish Run in Glasgow im Halbmarathon mit 1:09:15 aufsteigende Form. Drei weitere Landsfrauen sind am Start, die alle schon schneller als 2:22 Stunden gelaufen sind. Haftamnesh Haylu (ETH) lief bei Dubai Marathon 2018 ein schnelles Debüt mit 2:21:13, Dera Dida Yami (ETH) war gleichfalls mit 2:21:45 in Dubai dabei und Mekerem Wondimagegn (ETH) lief in diesem Jahr in Nagoya 2:21:45. In der Vorbereitung zum Frankfurt Marathon legte sie im September in Kopenhagen die halbe Distanz in 1:08:34 zurück.

Weiterhin zu beachten sind die Siegerin des Paris Marathon im April Betsy Saina (KEN) mit 2:22:56, die mittlerweile vom Coach Renato Canova trainiert wird und mit ihm ein hoch intensives Trainigsprogramm absolviert, Valentine Kipketer (KEN), die bereits 2013 in Amsterdam 2:23:02 lief. In diesem Jahr war sie in Madrid in 2:30:40 unterwegs. Abebech Bekele (ETH) schaffte ihre Bestzeit von 2:23:23 beim Dubai Marathon im Jahr 2015, im letzten Jahr wurde sie in Frankfurt Vierte in 2:26:45 und Stellah Barsosio (KEN) blieb mit 2:23:43 als Fünfte des Paris Marathon im April gleichfalls schon unter 2:24 Stunden.

Mit Nancy Kiprop (KEN) ist die Siegerin des Wien Marathon in den letzten beiden Jahren am Start, 2017 lief sie dort 2:24:20, in diesem Jahr war sie 2 Sekunden schneller. Belaynesh Jemama (ETH) erreichte beim Boston Marathon 2014 2:24:21, im Januar wurde sie in Houston in 2:24:57 Zweite. Bedatu Badane (ETH) steigerte sich in diesem Jahr in Sevilla auf 2:25:50 und Janet Rono (KEN) lief 2014 in Tokyo 2:26:03, in diesem Jahr gewann sie in Daegu in 2:28:01. Sehr gute Form demonstrierte kürzlich in einem Unterdistanzrennen über 10 km Sarah Hall (USA), wo sie ihre bekannte Landsfrau Molly Huddle besiegen konnte. Sarah wurde im letzten Jahr Fünfte in Frankfurt in 2:27:21 und steigerte ihre Bestzeit in diesem Jahr beim Ottawa Marathon in 2:26:20. Die hohe Leistungsbreite dokumentieren auch 17 Läuferinnen auf der Startliste mit Zeiten von unter 2:30 Stunden.

In den Planungen des sportlichen Leiters Christoph Kopp soll mit der Unterstützung von vier Tempomachern, die Dibaba, Saina und Haylu zugeordnet sind, die erste Hälfte um 1:10 Stunden angelaufen, womit man in der Tat alle Optionen für eine Zeit von sogar unter 2:20 Stunden hätte. Von deutscher Seite ist Katharina Heinig am Start, die sich nach einer durchwachsenen Saison mit ihrer Leistung vom EM-Marathon in Berlin im August von 2:35:00 wenig zufrieden zeigte und es vor einer Fußoperation in Frankfurt noch einmal wissen will. Ihre Bestzeit steht bei 2:28:34 als Fünfte des Berlin Marathon 2015, die sie mit Unterstützung der deutschen Topläufer Steffen Uliczka und Marcus Schöfisch bei entsprechenden Bedingungen angreifen möchte. Aktuell werden mit 5°C zum Start recht kühle Temperaturen vorhergesagt, die Regenschauer in den frühen Wetterprognosen haben sich mittlerweile weitgehend verzogen, so dass vor allem Wind-Böen ein negativer Faktor am Sonntag werden könnten.

frankfurt-mar-2018-pkPräsentation einiger Topläufer auf der Pressekonferenz vor dem Frankfurt Marathon. Von links: Christoph Kopp (Athletenkoordinator), Kelkile Woldaregay (ETH), Arne Gabius, Wilson Chebet (KEN), Christian von Alsheimer (Mainova AG), Jo Schindler (Race Director).

Bei den Männern ist nach der Absage von 2:03-Läufer Guye Adola (ETH) der Kenianer Wilson Chebet (KEN) mit 2:05:27 der Mann mit der besten Vorleistung im Feld der Eliteathleten. Chebet gewann zwischen 2011 und 2013 den Amsterdam Marathon mit Zeiten im 2:05-Regime. Seine Bestzeit datiert bereits aus dem Jahr 2011 vom Rotterdam Marathon. Zum engsten Favoritenkreis gehört der Vorjahreszweite Kekile Woldaregay (ETH), der sich im April beim Rotterdam Marathon auf 2:05:56 steigern konnte. Martin Kosgey kennt sich gleichfalls auf dem Frankfurter Kurs bereits gut aus, 2016 wurde er Zweiter in 2:07:22, im letzten Jahr Vierter in 2:09:39.

Mark Kiptoo (KEN) wurde recht kurzfristig verpflichtet und weist eine Bestzeit von 2:06:00 vom Eindhoven Marathon im Jahr 2015, danach waren seine Ergebnisse deutlich langsamer, beim diesjährigen Paris Marathon erreichte er das Ziel erst nach 2:11:55. Gilbert Yegons (KEN) PB von 2:06:18 stammt bereits aus dem Jahr 2009, wo er den Marathon in Amsterdam gewann. Sein letzter Erfolg war im Frühjahr beim Düsseldorf Marathon, wo er allerdings in 2:13:55 eine zu lange Strecke absolvieren musste. Zu beachten sind auch die beiden Japaner Hiroyuki Yamamoto, der beim Toyko Marathon 2017 2:09:12 lief, und sein Landsmann Tadashi Isshiki wurde in diesem Jahr in Tokyo 13. in 2:09:43. Nicholas Kamakya (KEN) erreichte 2011 in Amsterdam 2:06:34, in Hannover wurde er im letzten Jahr Vierter in 2:11:35, und Weldon Kirui (KEN) lief beim Eindhoven Marathon 2012 2:09:06, er gewann in diesem Jahr in Santa Monica in 2:11:47.

Von deutscher Seite ist Arne Gabius dabei, der in Frankfurt alle seine Marathonläufe unter 2:10 Stunden ins Ziel bringen konnte. 2015 konnte er mit 2:08:33 den deutschen Rekord von Jörg Peter in Frankfurt verbessern. Seine Vorstellungen in der letzten Zeit waren weniger überzeugend, beim Boston Marathon stieg er im April aus, beim 10 km-Lauf in Berlin vor zwei Wochen schaffte er 30:01 Minuten. In der Pressekonferenz wollte Gabius keine Prognose über sein Abschneiden abgeben. Bei seinem Vorhaben hat er mit Richard Ringer, einem der schnellsten europäischen Läufer über 10000 m des Jahres 2018, einen prominenten „Hasen“, der ihn bis zum Halbmarathon unterstützen soll. Für die Spitze der Männer ist ein Tempo von 1:02:30 bis 1:02:40 in der Diskussion.

frankfurt-mar-2018-tmDie Vorgaben für die Tempomacher der einzelnen Gruppen beim Frankfurt Marathon. (c) H. Winter

Liste der Eliteathleten:
Wilson Chebet KEN 2:05:27 Rotterdam 2011
Kelkile Gezahegn ETH 2:05:56 Rotterdam 2018
Mark Kiptoo KEN 2:06:00 Eindhoven 2015
Gilbert Yegon KEN 2:06:18 Amsterdam 2009
Nicholas Kamakya KEN 2:06:34 Amsterdam 2011
Martin Kosgey KEN 2:07:22 Frankfurt 2016
Arne Gabius GER 2:08:33 Frankfurt 2015
Weldon Kirui KEN 2:09:06 Eindhoven 2012
Hiroyuki Yamamoto JPN 2:09:12 Tokyo 2017
Tsedat Abeye Ayana ETH 2:09:26 Barcelona 2018
Tadashi Isshiki JPN 2:09:43 Tokyo 2018
Akinobou Murasawa JPN 2:09:47 Tokyo 2018
Amos Mitei KEN 2:09:56 Ottawa 2018
Alex Kibet KEN Debüt HM 59:06 RAK 2018
Kenneth Keter KEN Debüt HM 59:48 Venlo 2016
Liste der Eliteathletinnen:
Mare Dibaba ETH 2:19:52 Dubai 2012
Haftamnesh Haylu ETH 2:20:13 Dubai 2018
Dera Dida Yami ETH 2:21:45 Dubai 2018
Meskerem Wondimagegn ETH 2:21:45 Nagoya 2018
Betsy Saina KEN 2:22:56 Paris 2018
Valentine Kipketer KEN 2:23:02 Amsterdam 2013
Abebech Bekele ETH 2:23:33 Dubai 2015
Stellah Barsosio KEN 2:23:43 Paris 2018
Nancy Kiprop KEN 2:24:18 Wien 2018
Belaynesh Jemana ETH 2:24:21 Boston 2014
Bedatu Badane ETH 2:25:50 Sevilla 2018
Janet Rono KEN 2:26:03 Ottawa 2018
Sarah Hall USA 2:26:20 Ottawa 2018
Katharina Heinig GER 2:28:34 Berlin 2016