43. TCS Amsterdam Marathon am 21. Oktober 2018: Lawrence Cherono gewinnt in 2:04:06, Kenenisa Bekele gibt auf

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Der Vorjahressieger Lawrence Cherono (KEN) gewann die 43. Ausgabe des TCS Amsterdam Marathon mit Streckenrekord von 2:04:06. Topstar Kenenisa Bekele (ETH) fiel bereits nach 30 km zurück und gab nach 40 km das Rennen auf. Bei den Frauen war Tadelech Bekele (ETH) in 2:23:07 vorne. Mit km-Abschnitten von unter 3 Minuten erreichte die Spitzengruppe der Männer mit 15 Topläufern und 3 Tempomachern 5 km nach 14:30, womit man sich auf Kurs zu flotten 2:02:20 befand. Das Tempo blieb hoch, wobei aber nach 8 km einer der „Haupt-Hasen“, Jacob Kendagor (KEN), mit Rückenbeschwerden seine Dienste quittieren musste. Auch nach 10 km in 29:05 war man flott unterwegs, aber danach wurde die Fahrt etwas langsamer mit einem Split bei 15 km von 44:00, d.h. die letzten 5 km in 14:55.

amsterdam-marathon-2018-topmen-5kmDie Spitzengruppe der Männer kurz vor 5 km, die in flotten 14:30 zurückgelegt wurden. (c) Livestream/Veranstalter

Als Tempomacher war nun nur noch Edwin Kiptoo (KEN) dabei, der die 13-köpfige Spitzengruppe auf 58:58 bei 20 km und 1:02:11 beim Halbmarathon zog. Damit lag man sogar unter den Vorgaben im Vorfeld von 1:02:20, und es war vor allem Bekele, der in zweiter Reihe aufs Tempo drückte. 25 km wurden in 1:13:47 zurückgelegt, bevor dann bei 29 km in 1:26:00 der letzte „Hase“ ausstieg und mit Vorjahressieger Cherono in Front die 30 km in 1:28:57 erreicht wurden. Das Tempo war mittlerweile in die Regionen des Streckenrekords von 2:05:11 abgesackt. Als sechs Läufer an der Spitze die Fahrt mit einem km-Abschnitt von 2:53 nach 31 km wieder erhöhten, war es Kaan Özbilen (TUR) und überraschend auch Bekele, die abreißen lassen mussten.

amsterdam-marathon-2018-winner-cheronoLawrence Cherono gewann erneut in Amsterdam mit Streckenrekord. (c) Livestream/Screenshot

Es war nun vor allem Cherono, der vorne aufs Tempo drückte, das nur noch Mule Wasihun und Solomon Desisa (beide ETH) mitgehen konnten. Einen Antritt von Wasihun konnte Cherono kontern und am Beginn der Passage durch den Vondel-Park setzte sich Cherono bei 39 km in 1:55:02 endgültig von seinen beiden Kontrahenten ab und gewann über 2:57:47 bei 40 km das Rennen in 2:04:06. Dabei war er mit 1:01:55 eine starke zweite Hälfte gelaufen, die vor allem in der Schlussphase zu einem negativen Split führte. Kenenisa Bekele hatte die 40 km erst nach 2:00:32 erreicht und gab dort das Rennen auf. Damit hatte der äthiopische Superstar drei seiner fünf letzten Marathonläufe nicht beenden und keinen gewinnen können.

Der Sieger Cherono verbesserte seine persönliche Bestleistung und den Streckenrekord in Amsterdam um über eine Minute. Ferner konnte mit dieser Zeit Amsterdam dem Konkurrenten in Rotterdam die schnellste Zeit in den Niederlanden abnehmen, die Duncan Kibet mit 2:04:27 hielt. Im Ranking der schnellsten Strecken – Mittel der zehn schnellsten Zeiten auf einem Kurs – behielt Amsterdam den 6. Platz, rückte aber mit 2:05:09 näher an den heimischen Gegenspieler Rotterdam heran, der mit 2:04:52 einen Platz vor Amsterdam liegt.

Auch die beiden Platzierten hinter dem Sieger, Wasihun und Deksisa, liefen mit 2:04:37 und 2:04:40 absolute Topzeiten, und am Ende blieben 8 Läufer unter 2.07 Stunden. Hinter Gideon Kipketer in 2:06:15 auf Platz 4 lief Kaan Özbilen in 2:06:45 einen türkischen Landesrekord (2:06:10 von Seoul wurde nicht anerkannt).

amsterdam-marathon-2018-winner-wm-bekeleTedelech Bekele gewann erneut den Amsterdam Marathon. (c) Livestream/Screenshot

Im Rennen der Frauen passierten an der Spitze Vorjahressiegerin Bekele und ihre Landsfrau Shasho Insermu (ETH) 5 km nach 16:40, 10 km nach 33:05, 15 km nach 49:46 und 20 km nach 1:06:40. Die Beiden erreichten die Halbmarathon-Marke nach 1:10:16 und lagen dort etwa eine Minute vor dem Verfolgerduo Desi Jisa (ETH) und der Debütantin sowie Lauflegende Meseret Defar (ETH). An der Spitze setzte sich nun Insermu von Bekele ab, hatte bei 25 km nach 1:23:10 einen Vorsprung von 7 Sekunden, den sie über 1:40:01 bei 30 km bei 35 km in 1:57:20 auf 16 Sekunden ausbauen konnte. Dann kam die Vorjahressiegerin aber wieder auf und überholte ihre Konkurrentin bei etwa 39 km.

amsterdam-marathon-2018-results-wm-wrongBei den Frauen wurden zunächst keine korrekten Zeiten für die Erstplatzierten angegeben. (c) Livestream/Screenshot

Damit war der Weg für Bekele frei zum erneuten Sieg in Amsterdam, über 2:15:23 bei 40 km gewann sie das Rennen in 2:23:14. Dabei wurde zunächst mit 2:23:07 eine falsche Zeit für sie gemeldet (das war nicht das einzige Problem mit Uhren an diesem Tag). Insermu wurde Zweite in 2:23:28 knapp vor Azmea Gebru in 2:23:31. Ein solides Debüt lief Linet Masai (KEN) als Fünfte in 2:23:46, während die 5000 m-Olympiasiegerin Meseret Defar in der Verfolgung des Spitzenduos nach 30 km zunehmend einbrach und im Ziel in 2:27:25 nur Achte wurde.

Ergebnisse Marathon der Männer:
1

Lawrence Cherono

KEN 02:04:06
2

Mule Wasihun

 ETH 02:04:37
3

Solomon Deksisa

 ETH 02:04:40
4

Gideon Kipketer

 KEN 02:06:15
5

Kaan Özbilen

 TUR 02:06:24
6

Laban Korir

 KEN 02:06:33
7

Tadu Abate

 ETH 02:06:47
8

Jonathan Korir

 KEN 02:06:51
9

Hillary Kipsambu

 KEN 02:07:20
10

Yenew Alamirew

 ETH 02:10:35
11

Augustus Maiyo

 KEN 02:16:18
12

Stijn de Vulder

 NED 02:16:57
13

Michel Butter

 NED 02:17:18
14

Edwin de Vries

 NED 02:17:24
15

Gert Jan Wassink

 NED 02:18:44
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1.

Tadelech Bekele

ETH 02:23:14
2.

Shasho Insermu

 ETH 02:23:28
3.

Azmera Gebru

 ETH 02:23:31
4.

Desi Jisa

 ETH 02:23:39
5.

Linet Masai

 KEN 02:23:46
6.

Jackline Chepngeno

 KEN 02:24:38
7.

Zinash Mekonen

 ETH 02:25:55
8.

Meseret Defar

 ETH 02:27:25
9.

Miharu Shimokado

 JPN 02:34:11
10.

Meseret Gola

 ETH 02:34:15
11.

Gladys Tejeda

 KEN 02:34:38
12.

Sarah Giomi

 ITA 02:40:22
13.

Mouchet Stephane

 FRA 02:40:35
14.

Miranda Boonstra

 NED 02:42:07
15.

Marcela Joglová

02:43:58
Die Splits des Siegers:
5 km 14:35
10 km 29:08 14:33
15 km 44:04 14:56
20 km 59:00 14:56
21.1 km 1:02:11 (1:01:55)
25 km 1:13:49 14:49
30 km 1:28:58 15:09
35 km 1:43:29 14:31
40 km 1:57:48 14:19
42.195 2:04:06   6:18