Ironman World Championship auf Hawaii am 14. Oktober 2017: Patrick Lange siegt durch grandiose Leistung im Marathon

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Der 31-jährige Patrick Lange konnte die deutsche Dominanz beim weltberühmten Ironman auf Hawaii fortsetzen und bei seinem Sieg die Rekordmarke des Australiers Craig Alexander aus dem Jahr 2011 um mehr als zwei Minuten auf 8:01:40 steigern. Dabei sicherte sich Lange den Erfolg erst im abschließenden Marathonlauf mit der deutlich schnellsten Zeit von 2:39:59. Zunächst lag er nach dem Schwimmen hinter dem Führenden Josh Amberger (47:09) auf Platz 16 um 1:36 Minuten zurück. Nach den 180 km Radfahren konnte er sich auf Platz 11 verbessern, lag aber da bereits 11:23 Minuten auf den Spitzenreiter Cameron Wurf (NZL) (4:12:54) zurück.

Doch nun kam der Marathonlauf und die Stunde(n) des Patrick Lange. Der Spitzenreiter zu Beginn des Laufs, Cameron Wurf, spielte am Ende keine Rolle mehr, mit einer Laufzeit von 3:19:29 erreichte er am Ende mit einer Gesamtzeit von 8:30:29 nur Platz 17. Wichtiger war der Rückstand von 9 1/2 Minuten auf den Kanadier Lionel Sanders, der schon vor der 5 km Marke des Marathon die Führung übernahm. Diesen Rückstand konnte Lange bis 12 km nicht nennenswert verkürzen, wobei sich Lange kaum beachtet auf Platz 9 geschoben hatte.

Während im Fokus des deutschen Interesses die Probleme von Titelverteidiger Jan Frodeno nach 5 km Laufstrecke standen, schob sich Lange unaufhaltsam nach vorne. Nach gut der Hälfte des Laufs lag er schon auf Platz 3 hinter Sanders und seinem Landsmann Sebastian Kienle, wobei der Rückstand auf die Spitze immer noch 6 1/2 Minuten betrug. Doch Lange lief hinter den beiden Führenden ein grandioses Rennen, bereits nach 31 km hatte er Kienle vor sich, Sanders hatte aber noch über 3 Minuten Vorsprung. Doch der schmolz schnell dahin. Als 35 km erreicht waren, hatte sich Lange dem Kanadier bereits auf 1:37 Minuten genähert und zeigte keine Anzeichen von Erschöpfung.
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Patrick Lange gewann mit einer großartigen Leistung im abschließenden Marathon den Ironman auf Hawaii in Rekordzeit. (c) Veranstalter-Screenshot
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Diese waren nun jedoch sehr deutlich beim führenden Sanders zu erkennen, dessen Vorsprung auf den letzten 7 km schnell immer kleiner wurde. Bereits nach gut 37 km zog Lange an dem Kanadier vorbei und baute schnell seinerseits die Führung problemlos aus. Bei der letzten Zwischenzeit bei 40,6 km hatte Lange schon einen Vorsprung auf Sanders von 1:35 und gewann keine 2 km später den Triathlon nach 8:01:40 und einer Zeit von 2:39:59 für einen vollen Marathon. Dies mag zwar für den Lauf selbst nur in den Regionen engagierter Breitensportler liegen, für eine Vorbelastung von 3,8 km Schwimmen und 180 km Radfahren – beide Disziplinen auf hohem Niveau – ist Langes Zeit, insb. in Anbetracht der äußeren Bedingungen auf Hawaii, hervorragend. Dazu bleibt auch anzumerken, dass er erst nach 5:21 Stunden Wettkampf mit dem Laufen begann. Bereits im letzten Jahr wurde er beim Ironman auf Hawaii Dritter und lief damals den Marathon in 2:39:45 in Rekordzeit.
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Sanders verspielte den Sieg durch eine Marathonzeit von „nur“ 2:51:53 und landete mit einem Rückstand von 2:27 Minuten auf Lange in 8:04:07 auf dem zweiten Gesamtplatz. Sebastian Kienle lief den Marathon in 2:57:12 und wurde damit in 8:09:59 Gesamt-Vierter, hinter David McNamee (GBR), der den Marathon in 2:45:30 schaffte und damit 8:07:11 unterwegs war. Nach 9:15:44 Stunden quälte sich Jan Frodeno weit abgeschlagen auf Platz 35 ins Ziel. 4:01:58 hatte er nach seinen Rückenproblemen für den abschließenden Marathon benötigt. Unter normalen Umständen wäre er dort über eine Stunde schneller gewesen.
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Die besten Marathon- und Gesamtzeiten:
Patrick Lange (GER) 2:39:59 8:01:40 (1.)
David McNamee (GBR) 2:45:30 8:07:11 (3.)
Andy Potts (USA) 2:50:27 8:14:43 (7.)
Lionel Sanders (CAN) 2:51:53 8:04:07 (2.)
Ivan Rana (ESP) 2:52:36 8:24:53 (11.)
Bart Aernouts (BEL) 2:52:58 8:26:28 (12.)