Birell Prag Grand Prix 10 km am 9. September 2017: Joyciline Jepkosgei läuft 5 km und 10 km Weltrekorde

runczech-logoMit 29:43 lief heute Abend beim Birell Prag Grand Prix 10 km die Kenianerin Joyciline Jepkosgei einen neuen Weltrekord über diese Distanz. Dabei verbesserte sie ihre Bestmarke als Durchgangszeit beim Prager Halbmarathon am 1. April und 21 Sekunden. Schon die Durchgangszeit bei 5 km in 14:33 bedeuteten eine neue globale Bestmarke über diese Distanz. Bei den Männern lief der bisher Schnellste des Jahres 2017, Benard Kimeli (KEN), mit 27:10 eine neue Welt-Jahresbezeit, verfehlte dabei aber den Weltrekord seines Landsmanns Leonard Komon von 26:44 am Ende recht deutlich.

prag-10k-2017-winner-jepkosgeiJoyciline Jepkosgei sorgte mit einem neuen Weltrekord über 10 km auf der Straße für das Highlight bei den Birell Prag Grand Prix 2017. (c) RunCzech

Bereits im Vorfeld musste man bei den Frauen mit einem neuen Weltrekord über 10 km rechnen, war Jepkosgei im April in Prag mit 30:04 schon einen Rekord als Durchgangszeit im Halbmarathon gerannt. Diesbezüglich sind auch die Entwicklungen bei den Frauen über 10000 m auf der Bahn zu nennen, die vor allem durch Almaz Ayyana in neue Dimensionen im 29-Minuten-Regime führten. Entsprechend ambitioniert ging die kleine Kenianerin das Rennen an und passierte den ersten Kilometer unterstützt durch einen Tempomacher nach 2:59 Minuten. Bei 2 km in 5:54 war Joyciline bereits allein auf weiter Flur bei den Damen, selbst Vorjahressiegerin Violah Chepchumba (KEN), die gleichfalls Ambitionen auf den Weltrekord angemeldet hatte, lag deutlich zurück.

Auf den folgenden drei Kilometern steigerte Jepkosgei das Tempo derart, dass die 5 km in aberwitzigen 14:33 erreicht wurden, was die Weltbestmarke von Genzhebe Dibaba von 14:46 (Carlsbad, CA, USA) deutlich steigerte. Leider liegen aktuell von diesem Streckenabschnitt keine Zwischenzeiten vor, so dass eine gewisse Skepsis bleibt, wie die neue Rekordhalterin in diesem Part des Rennens trotz Straßenbahnschienen und Kopfsteinplaster in km-Abschnitten um 2:52 Minuten agieren konnte. Für das Unterbieten ihres eigenen Weltrekords hätte eine Zeit um 15:02 ausgereicht. Um Zweifel auszuräumen, wäre es mehr als wichtig, möglichst umgehend die detailierten Splits aus Prag öffentlich zu machen. Die TV-Übertragung war diesbezüglich dem hohen Niveau des Laufs leider nicht angemessen.

Auf den anschließenden Kilometern verlief die Fahrt an der Spitze weitgehend „normal“, bei 7 km wurden 20:44 gestoppt, d.h. Kilometer-Splits um 3:05 km. Hätte Jepkosgei auf diesem Niveau weiter agiert, wäre der Rekord sogar noch in Gefahr geraten, aber sie konnte unter Mobilisierung letzter Reserven den Schlusspart in 3 Minuten/km-Abschnitten absolvieren und das Ziel nach 29:43 erreichen. Damit hatte sie die von ihr selbst gehaltene Bestmarke um 21 Sekunden in der Tat „pulverisiert“ und zum zweiten Mal an gleicher Stelle für eine Ausnahmeleistung gesorgt. Durch den Lauf am Samstagabend ist sie zu einer Pionierin des Laufsports aufgerückt, die sowohl über 10 km die Schallmauer von 30 Minuten als auch im Halbmarathon die 65 Minuten erstmals unterbieten konnte. Eine in der Tat einmalige Bilanz.

Hinter Jepkosgei blieb auch Fancy Chemutai (KEN) in 30:06 noch fast unter der alten Rekordmarke, und die Vorjahressiegerin Violah Chepchumba lief bis auf eine Sekunden die gleiche Zeit wie im Vorjahr um wurde in 30:25 Dritte. Mit 30:28 lief auch noch die Viertplatzierte Sheila Kiiprotich (KEN) eine Zeit internationaler Klasse.

Auch bei den Männern waren die Erwartungen hoch, war doch der Shooting Star der Saison Benard Kimeli angetreten, den Rekord seines Landsmanns Komon über die 10 km auf der Straße zu unterbieten. Man ging das Rennen entsprechend flott an, doch schon die ersten Kilometer mit 2:49 bei Kilometer 1 und 10:54 nach 4 km entsprachen einem Tempo von „nur“ 27:15 Minuten. Die Hälfte bei 5 km wurde nach 13:32 ereicht und sah anschließend die beiden Kimelis Benard und Mathew sowie Rhonex Kipruto (alle KEN) vorne. Über 19:05 bei 7 km und 24:34 bei 9 km waren es am Ende die nicht miteinander verwandten Kimelis, die um den Sieg spurteten. Im Zielsprint musste Benard alles geben, um seinen Namensvetter in der neuen Welt-Jahresbestzeit von 27:10 knapp zu besiegen.

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Benard Kimeli gewann die Birell Prag Grand Prix 10 km in 27:10. (c) Veranstalter

Mathew Kimeli lief mit 27:11 gleichfalls eine Klassezeit, bereits 2 weitere Sekunden folgte Rhonex Kipruto in 27:13. Insgesamt schafften es 8 Läufer zu einer Zeit von unter 28 Minuten, darunter auch der Norweger Sondre Moen, der in 27:55 europäische Jahres-Bestzeit lief. Ein auch in der Breite hervorragendes Resultat. Etwas betrübt wird man die schnellen Zeiten in Paderborn registriert haben, wo man seit dem Osterlauf durch den Sieger Benard Kimeli mit 27:18 die bisherige Jahres-Weltbestleistung über 10 km der Männer hielt. Diese Zeit ist nun auf Platz 4 im globalen Ranking des Jahres zurückgefallen.

  Ergebnisse 10 km der Männer:
 1. KIMELI BENARD KEN  27:10
 2. KIMELI MATHEW KIPKORIR KEN  27:11
 3. KIPRUTO RHONEX KEN  27:13
 4. KANGOGO JUSTUS KEN  27:51
 5. KURGAT AMOS KIBIWOTT KEN  27:53
 6. MEKONNEN JEMAL YIMER ETH  27:54
 7. MOEN SONDRE NORDSTAD NOR  27:55
 8. LANGAT ISAAC KIPKOECH KEN  27:55
 9. MWEI ROBERT KIPCHIRCHIR KEN  28:05
 10. KIPCHUMBA ABEL KEN  28:06
  Ergebnisse 10 km der Frauen:
 1. JEPKOSGEI JOYCILINE KEN  29:43 WR
 2. CHEMUTAI FANCY KEN 30:06
 3. JEPCHUMBA VIOLAH BRN  30:25
 4. KIPROTICH SHEILA CHEPKIRUI KEN  30:28
 5. NDIWA STACY CHEPKEMBOI KEN  31:37
 6. TSEGAYE BELAYNESH ETH  32:52
 7. VRABCOVÁ-NÝVLTOVÁ EVA TCH  33:08
 8. SHMATENKO IULIA UKR  33:18
 9. SKRYPAK OLGA UKR  34:01
 10. FUKUSHI KAYOKO JPN  34:44