Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Erfurt am 9. Juli 2017: Konstanze Klosterhalfen schon wieder überragend

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So langsam gehen die Superlative für die Leistungen der erst 20-jährigen Nachwuchshoffnung Konstanze Klosterhalfen (LG Bayer 04 Leverkusen) aus. In Hinblick auf die U23-Europameisterschaften wollte/sollte der Shooting Star der deutschen Leichtathletik auf den Mittel- und Langstrecken im Endlauf bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften mit einem verhaltenen Lauf Reserven für das internationale Event aufsparen. Was die Zuschauer in Erfurt erlebten, war wieder einmal die Demonstration absoluter Weltklasse, in der die junge deutsche Athletin längst angekommen ist. Mit der angesichts der äußeren Umstände gelaufenen Fabelzeit von 3:59,58 pulverisierte Konstanze den Meisterschaftsrekord über 1500 m der Frauen von 4:06,50 und lief die 1500 m zum zweiten Mal innerhalb eines Monats unter der Traumgrenze von 4 Minuten.

dm-la-2017-klosterhalfenKonstanze Klosterhalfen lief auch bei ihrem Start über 1500 m bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Erfurt wieder eine Weltklasse-Zeit. (c) ZDF-Screenshot

Dabei hatte es nach der ersten Runde in 1:05,68, in der Diana Sujew das Tempo machte, noch nicht nach einer Zeit in solchen Regionen ausgeschaut. Mit dem Split lag fast genau auf Kurs des Meisterschaft-Rekordes (4:06,50). Danach ging aber Klosterhalfen schon an die Spitze und 800 m wurden bereits nach 2:10,38 absolviert, die zweite Runde in 1:03,88. Bei 1000 m in 2:42,0 lag Kostanze zwar weit vor der Konkurrenz, im Vergleich zu ihrer Durchgangszeit beim Diamond League Meeting in Rom von 2:39,9 war sie aber noch deutlich zurück. Dies galt auch zu Beginn der letzten Runde in 2:57,7 (Rom: 2:55,3).

Bei 1200 m wurde eine Durchgangszeit von 3:12,97 gestoppt, die letzten 400 m also in schnellen 1:02,59. Der Rückstand zum Split bei ihrem Lauf in Rom betrug aber immer noch fast 2 1/2 Sekunden. Den Rückstand auf ihre persönliche Bestzeit konnte sie mit einer fantastischen letzten Runde in 1:02,1 fast wettmachen; in Rom brauchte sie hierfür 1:04,0. Dabei schaffte sie in Erfurt eine Zeit unter 4 Minuten vor allem auch deshalb, weil sie diesmal im Schlusspart der letzten 100 m noch zulegen konnte und auf diesem Streckenteil in 15,4 Sekunden ein tolles Stehvermögen zeigte. Auch hier ist der Vergleich mit ihrem Lauf in Rom recht aufschlussreich, wo sie mit 16,5 Sekunden deutlich länger benötigte.

Hinter „KoKo“ in 3:59,58 gab es erstmal eine längere Pause, bis Diana Sujew von der LG Eintracht Frankfurt nach 4:10,71 als Zweite ins Ziel kam. Das war ein Abstand von deutlich mehr als eine halbe Schlussgerade. Julia Klick von der LG TELIS FINANZ Regensburg wurde in Bestzeit von 4:10.90 Dritte.

Auf die nächsten Auftritte von Konstanze Klosterhalfen auf der 1500 m Strecke bei den U23-Europameisterschaften im polnischen Bydgoszcz in der kommenden Woche sowie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August in London darf sehr gespannt sein.

Die Splits von Konstanze Klosterhalfen:
 Erfurt
9.7.2017
 Rom
8.6.2017
 400 m 1:05,68 1:03,9
 800 m 1:10,38 1:08,0
1000 m 2:42,0 2:39,9
1100 m 2:57,5 2:55,3
1200 m 3:12,97 3:10,5
1400 m 3:44,2 3:42,8
1500 m 3:59,58 3:59,30