27. HAJ Hannover Marathon am 9. April 2017: Allan Kiprono und Fate Tola vorne

marathon-hannoverBei günstigen äußeren Bedingungen gewannen Allan Kiprono (KEN) sowie Fate Tola (GER) die Marathonläufe bei der 27. Ausgabe des HAJ Hannover Marathon.   Der mit großer Spanung erwartete Auftritt des deutschen Rekordhalters Arne Gabius war nach längerer Verletzungspause nicht erfolgreich. Der deutsche Topläufer fiel nach gut 10 km aus der Spitzengruppe zurück und gab jenseits der 30 km das Rennen auf.

Die Männer eröffneten ihr Rennen mit einem Kilometer von 3:02, fanden danach aber vor allem durch die guten Tempomacherdienste des Niederländers Koen Raymaekers schnell auf die im Vorfeld geplante Fahrt auf 2:10 Stunden, d.h. 65 Minuten für den Halbmarathon. Mit den dazu erforderlichen 3:05 Minuten/km-Abschnitten ereichte eine zehnköpfige Spitzengruppe 5 km nach 15:19 und 10 km nach 30:44. Schon hier lief der deutsche Topläufer Arne Gabius ungewohnt viel am Ende der Gruppe und musste dann auf dem Weg nach 15 km abreißen lassen. Der Brasilianer da Silva blieb bei ihm und unterstützte Gabius bis zum Halbmarathon. Die Spitze war da schon weit enteilt, 15 km in 46:01, 20 km in 1:01:28 und den Halbmarathon nach 1:05:04, fast genau die vom sportlichen Leiter Christoph Kopp im Vorfeld gewünschte Zeit.

Der Rückstand von Gabius auf die Spitze betrug nach der Hälfte 33 Sekunden, später bei 30 km schon 1:50 Minuten, und kurz darauf beendete er seinen Einsatz in Hannover mit erheblichen Schmerzen im Achillessehnen-Bereich. Bei 30 km nach 1:32:32 hatte der letzte Tempomacher seine Dienste quittiert, und an der Spitze entwickelte sich ein Kampf um den Sieg, an dem vor allem die Kenianer Philip Sanga und Allan Kiprono sowie – nicht ganz überraschend – der Norweger Sondre Moen beteiligt waren. Zunächst setzte sich nach 37 km Philip Sanga ab, wurde aber kurz darauf von seinen beiden Mitstreitern eingefangen. Als es nach 39 km aus dem Park von Herrenhausen herausging, startete Kiprono seine Attacke, die ihm schließlich den Sieg bescherte.

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Die Spitzengruppe beim HAJ Hannover Marathon nach knapp 30 km. Ganz rechts der Vorjahressieger Lusapho April (RSA). (c) H. Winter

40 km wurde vom Führenden nach 2:03:05 passiert, wobei sich in der Verfolgung Moen immer wieder mit Stichen in die Seit fasste. Während Kiprono das Rennen „nach Hause lief“ und in 2:09:52 gewann, lieferten sich Moen und Sanga einen erbitterten Kampf um die Plätze, den im allerletzten Moment der Kenianer in 2:10:07 für sich entschied. In gleicher Zeit wurde Moen Dritter, wurde dabei aber mit einem neuen Landesrekord belohnt. Einer der Favoriten und „Mister Hannover Marathon“, Lusapho April (RSA), konnte die Tempoverschärfung nach 35 km nicht mehr mitgehen und wurde nach drei Siegen in Hannover diesmal nur Fünfter in 2:11:41.

Bei den Frauen lief alles auf einen Start-Ziel-Sieg der in Deutschland eingebürgerten Äthiopierin Fate Tola hin, die lange auf Kurs zu einer Zeit unter dem Streckenrekord vom 2:27:07 lag. Mit 5 km in 17:17, 10 km in 34:27 und 15 km in 51:49 lag sie auf Kurs zu einer Zeit von unter 2:26 Stunden, beim Halbmarathon zeigten die Uhren 1:13:06. Über 1:26:30 bei 25 km, 1:43:40 bei 30 km und 2:01:06 bei 35 km sah alles bestens aus, sie war immer noch zu einer Zeit von 2:26 unterwegs. Doch nachdem der erste „Hase“ Edwin Yano mit einer Muskelverhärtung schon früher aussteigen musste, beendete auch Tempomacher 2, Marcel Bräutigam, seine Dienste – Bräutigam will in zwei Wochen beim Hamburg Marathon starten – und Tola brach sehr sichtbar im Tempo ein.

han-mar-2017-fate-tola-pkFate Tola (GER) fühlte sich schon vor dem Lauf als Siegerin. (c) H. Winter

Die km-Abschnitte stiegen von typisch 3:30 Minuten auf bis zu 3:58 an, und Tola verlor wertvolle Zeit und die Aussichten auf den Kursrekord. Über 2:19:34 bei 40 km brauchte sie noch einmal 8:14 für den Schlusspart ins Ziel und gewann in 2:27:48. Das war zwar nicht das im Vorfeld erhoffte Resultat, aber sicherlich die Qualifikation für den WM-Marathon im August in London. Lange musste man warten, bis Nataliya Lehonkova  (UKR) in 2:33:20 auf Platz 2 einkam. Platz 3 belegte in 2:37:37 Mulunesh Zewdu Asefa.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Kiprono, Allan Kipkorir KEN 02:09:52
2. Sanga, Philip Kimutai KEN 02:10:07
3. Moen, Sondre Nordstad NOR 02:10:07
4. Kamakya, Nicholas Manza KEN 02:11:35
5. April, Lusapho RSA 02:11:41
6. Ngimba, Ezekiel Jafary TAN 02:11:55
7. Kancys, Remigijus LTU 02:13:12
8. Kipyego, Boaz Kipkorir () KEN 02:15:38
9. Castelblanco, Jorge PAN 02:16:06
10. Ikegami, Hideyuki JPN 02:30:15
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Tola, Fate GER 02:27:48
2. Lehonkova, Nataliya UKR 02:33:20
3. Asefa, Mulunesh Zewdu ETH 02:37:27
4. Vernygor, Tetyana UKR 02:38:48
5. Mamazhanova, Zhanna KAZ 02:47:36
6. Katesigwa, Banuelia Brighton TAN 02:59:33