16. Airtel Delhi Half Marathon am 29. November 2020: Vorjahressieger Gemechu und Belihu wieder am Start

Auch angesichts der dramatischen Ausbreitung des Corona Virus auf dem indischen Subkontinent soll die 16. Ausgabe des Airtel Delhi Half Marathon am 29. November 2020 über die Bühne gehen. Dabei begrenzen allerdings die Organisatoren um den Race Director Hugh Jones die reale Teilnahme auf Eliteathleten, während die Freizeitläufer die Möglichkeit haben, in einem Zeitkorridor vom 25. bis 29. November die Strecke landesweit „virtuell“ (aber trotzdem real) zurückzulegen. Auch in diesem Jahr wird bei einem Preisgeld von insgesamt ca. 230.000 US$ wieder ein hochklassiges Elitefeld an der Startlinie vor dem Nehru-Stadion stehen. Im letzten Jahr sorgten Andamlak Belihu (ETH) in 59:10 und Tsehay Gemechu (ETH) in 1:06:00 erneut für Siegerzeiten von absoluter Weltklasse. Die Namen beider Topathleten stehen auch in diesem Jahr auf den Startlisten.

Andamlak Belihu gewann den Halbmarathon in Delhi 2018 sowie 2019 und könnte dort erstmals einen Hattrick schaffen. (c) Veranstalter

Belihu hatte den Lauf in der in den Herbst- und Wintermonaten stark vom SMog heimgesuchten indischen Hauptstadt bereits in den letzten beiden Jahren gewonnen und zielt auf einen dritten Sieg in Folge. Dass dieses Unterfangen durchaus realistisch erscheint, belegt sein 5. Platz Mitte Oktober bei der Halbmarathon WM in Gdynia in 59:32. Einer der stärksten Konkurrenten dürfte Guye Adola (ETH) sein, der bereits im Jahr 2014 bei seinem Sieg in Dehli den Kursrekord auf 59:06 steigern konnte. Adola war gleichfalls in Gydina am Start, wusste aber in 1:00:50 auf Platz 22 kaum zu überzeugen. Das sah dort bei seinem Landsmann Amdework Walelegn (ETH) schon anders aus, der in PB von 59:08 WM-Bronze gewann. Im Jahr 2018 war Walelegn in Dehli in 59:22 bereits Zweiter geworden.

Die hohe Qualität des Elitefeldes der Männern belegen 13 Athleten mit PBs unter der magischen Schwelle von einer Stunde. Dazu gehören Leonard Barsoton (KEN) mit 59:09, der seine PB im letzten Jahr in Valencia erreichte. Auch er war in Gdynia im Oktober auf der Strecke und wurde in 59:31 Sechster. Solomon Berihu (ETH) belegte im letzten Jahr in Delhi Platz 2 in 59:17, im Februar 2020 konnte er in Ras Al Khaimah auf Platz 13 in 1:01:10 aber kaum überzeugen und die beiden Kenianer Josphat Boit (KEN) sowie Edwin Kiptoo (KEN) sind mit PBs von 59:19 und 59:26 notiert.

Kiptoo lief seine schnellste Zeit bereits 2015 in Delhi, nur eine Sekunde langsamer war er 2019 in Kopenhagen als Dritter in 59:27. Und Boit lief seine PB bei seinem Debüt am Lago Maggiore vor 2 1/2 Jahren und erreichte im Marathon im letzten Jahr in Rotterdam in 2:07:20 den sechsten Rang. Der Mann mit der besten Vorleistung im Feld ist Abaraham Cheroben (BHR), der seine Bestleistung von 58:40 bei seinem Sieg in Kopenhagen im Jahr 2018 aufstellte, nach seinem zweiten Platz in Lille im August 2019 in 59:42 aber keinen Wettkampf mehr bestritten hat. Er gehört somit nicht zu den ersten Aspiranten auf den Sieg.

Ein Blick auf das Elitefeld bestätigt die Vermutung, dass bei den momentan sehr eingeschränkten Startmöglichkeiten für Eliteläufer hochklassige Felder kein Widerspruch sein müssen. Dazu der Koordinator für die Eliteläufer  Jos Hermens von Global Sports Communication: “India, and especially the Airtel Delhi Half Marathon has a special place in our hearts. The warmth and hospitality of Delhi, its pleasant weather and the course is one of the best in the world and athletes love to compete on this fast course. We are committed to putting up a strong, competitive field and give India and the world the best of what distance running has to offer. We are so happy that Delhi is on as in these hard times our sport and athletes need opportunities.”

Dazu passt dann auch das Statement des Siegers der letzten beiden Jahre: “This has been a difficult year, for everyone around the world, not just professional athletes, due to the COVID-19 pandemic and I have been training alone much more than that I am normally used to but my fifth place at the World Athletics Half Marathon Championships in Poland last month has assured me that I am in good shape and I am confident I can put up a good defence of my title.” .

Auch das Frauenfeld ist mit 5 Läuferinnen mit PBs von unter 66:01 Minuten hochklassig besetzt. Im letzten Jahr stellte Tsehay Gemechu in 66:00 einen neuen Kursrekord auf, und auch im Jahr 2018 war sie in 66:50 als Erste im Ziel, womit sie den Uralt-Rekord von Mary Keitany von 66:54 aus dem Jahr 2009 verbessern konnte. Nach dem Sieg in Delhi im letzten Jahr ist dies für die Äthioperin neben ihrem Sieg beim Cross-Halbmarathon-Lauf in Egmond aan Zee wieder der erste ernsthafte Halbmarathon. Der „Hattrick“ für Gemechu dürfte aber für sie sehr schwer zu realisieren sein. Dazu ist die Konkurrenz einfach zu stark. Allen Damen voran dürfte das ihre Landsfrau Yalemzerf Yehualaw (ETH) sein, die eine tolle Leistung bei der Halbmarathon-WM in Gdynia zeigte und nur durch zwei Missgeschicke in der Schlussphase mit Platz 3 in 65:19 vorlieb nehmen musste.

Einen Platz vor ihr lief dort die Deutsche Mela Kejeta mit Europarekord von 65:18 ein, Kejeta wird aber statt den Lauf in Delhi Anfang Dezember den Marathon in Valencia bestreiten. Ruth Chepngetich (KEN) gehört sicherlich zu den besten Straßenläuferinnen der Szene, im letzten Jahr steigerte sie sich in Istanbul auf 65:30 und beim Dubai Marathon lief sie zuvor im Januar 2019 2:17:08. Sie ist sicherlich eine Topfavoritin auf dem Sieg, obgleich ihre Vorstellung als Dritte beim London Marathon Anfang Oktober 2020 nicht sehr überzeugend war. Netsanet Gudeta (ETH) stürzte bei der Halbmarathon-WM in Gdynia und wurde deshalb in 66:46 nur Achte, verlor somit den zwei Jahre zuvor in Valcencia gewonnenen WM-Titel. Ihre PB lief sie im Februar 2019 in Ras Al Khaimah mit 65:45. Und Evaline Chirchir (KEN) war im Februar 2020 in Ras Al Khaimah am Start und erreichte dort auf Platz 4 eine Zeit von 66:01. Beim London Marathon im Oktober erreichte sie das Ziel nicht.

Man kann in der Tat froh sein, dass es immer noch einige – wenn auch wenige – Startmöglichkeiten in internationalen Toprennen gibt. Zu dieser Einschätzung kommt auch der Race Director Hugh Jones: “With sport slowly but surely resuming world-over, being able to host the Airtel Delhi Half Marathon is good news for runners. The event has always attracted some of the world’s best athletes and we are humbled to open our gates to them once again this year. The teams have been in detailed discussions with all stakeholders to workout the best possible option for our elites. Their safety and well-being are our top priority”.

Elitefeld Männer (PB):
Andamlak Belihu (ETH) 59:10
Abraham Cheroben (BRN) 58:40
Guye Adola (ETH) 59:06
Amdework Walelegn (ETH) 59:08
Leonard Barsoton (KEN) 59:09
Solomon Berihu (ETH) 59:17
Josphat Boit (KEN) 59:19
Edwin Kiptoo (KEN) 59:26
Stephen Mokoka (RSA) 59:36
Abrar Osman (ERI) 59:47
Aron Kifle (ERI) 59:51
Dawit Wolde (ETH) 59:58
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Elitefeld Frauen (PB):
Tsehay Gemechu (ETH) 66:00
Yalemzerf Yehualaw (ETH) 65:19
Ruth Chepngetich (KEN) 65:30
Netsanet Gudeta (ETH) 65:45
Evaline Chirchir (KEN) 66:01
Brillian Kipkoech (KEN) 66:56
Irene Cheptai (KEN) 67:39
Mimi Belete (BRN) 68:16
Failuna Matanga (TAN) 69:36
Nazret Weldu (ERI) 70:51
Tsigie Gebreselama (ETH) Debüt
Hawi Feysa (ETH) Debüt
Eva Cherono (KEN) Debüt