Houston Marathon am 14. Januar 2018: Jake Robertson gewinnt Halbmarathon und Worku zum dritten Mal den Marathon

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Gegen hocklassige Konkurrenz konnte sich heute beim Chevron Houston Marathon der Neuseeländer Jake Robertson im Halbmarathon bei den Männern durchsetzen. Als späte Verpflichtung gewann er in 1:00:01, wobei er die gesamte ostafrikanische Konkurrenz hinter sich lassen konnte. Damit stellte Robertson seine Bestzeit beim Sieg in Lissabon ein, Temperaturen um 2°C verhinderten im Elitefeld bessere Zeiten. Den Halbmarathon der Frauen gewann Ruti Aga (ETH) in 1:06:39. Beim gleichzeitig gestarteten Marathon waren mit Bazu Worku in 2:08:30 und Biruktayit Degefa in 2:24:51 äthiopische Athleten vorne.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die in allen Rennen neue Jahres-Weltbestleistungen erbrachten, war der Halbmarathon, wo früh in der Saison Weltklassefelder am Start waren. Nach einem schnellen Beginn in 2:49 für den ersten Kilometer wurde das Tempo moderater und die Projektionen erreichten zu keiner Zeit des restlichen Laufs eine Zeit von unter einer Stunde. Ein Pulk von gut 10 Läufern passierte 5 km nach 14:22, 10 km nach 28:30 und 15 km nach 42:29 mit einer weitgehend unveränderten Situation an der Spitze. Die Temperaturen beim lagen bei ca. 2°C und änderten sich bis zum Zieleinlauf kaum, den meisten Eliteläufern war es zu kalt und die erhofften Topleistungen um 59 Minuten blieben aus.

Die Entscheidung fiel nach gut 18 km, wo sich etwas überraschend Jake Robertson zusammen mit Guye Adola (ETH), der beim Berlin Marathon ein glanzvolles Debüt in 2:03:46 hinlegte, mit einem km-Split von schnellen 2:42 absetzen konnten. Bei 20 km in 56:57 war Robertson mit knappem Vorsprung allein in Front und spurtete um eine Zeit von unter einer Stunde in Richtung Ziel vor dem George Brown Congress Center. Am Ende sollte es für den in Kenia lebenden Neuseeländer nicht ganz reichen. Die Uhren zeigten mit 1:00:01 die gleiche Zeit wie beim Lissabon Marathon im letzten Frühjahr, er hatte aber die Genugtuung, ein Weltklassefeld hinter sich gelassen zu haben.

Adola wurde mit deutlichem Abstand von 14 Sekunden Zweiter in 1:00:15, bevor der Streckenrekordler in Houston Feyisa Lilesa (ETH) das Sprintduell um Platz 3 gegen den Sieger des Frankfurt Marathon Shure Kitata (ETH) in 1:00:20 gewann. Fünfter wurde Clement Langat (KEN) in 1:00:29, dahinter blieben insgesamt neun Läufer unter einer Stunde. Nicht in Bestform war der London Marathon-Sieger von 2017 Daniel Wanjiru (KEN) an den Start gegangen, der in 1:02:55 nur Platz 25 belegte. Da machte es der 43-jährige Haudegen Bernard Lagat (USA) weit besser, der nach 1:02:00 mit Bestzeit auf Platz 15 landete.

2018-Houston-88cJake Robertson gewann den Halbmarathon in Houston. (c) S.Hartnett

Bei den Frauen lag eine zehnköpfige Spitzengruppe über 15:48 bei 5 km bis 10 km in 31:34 zusammen, die sich bis 15 km in 47:28 auf sieben Läuferinnen reduzierte. Man befand sich damit auf Kurs zu einer Zeit von deutlich unter 67 Minuten. Schon bald darauf brach die Spitzengruppe weiter auf, wobei sich die Zweite des Berlin Marathon 2017 Ruti Aga bis 20 km in 1:03:13 leicht von der Konkurrenz absetzen konnte. Knapp dahinter lagen Caroline Chepkoech, Mary Wacera (beide KEN) und Buze Diriba (ETH). Ruti gewann das Rennen in beachtlichen 1:06:39 recht deutlich vor Chepkoech in 1:06:48. Auch bei den Frauen gab es einen Spurt um den dritten Platz, den Wacera zeitgleich vor Diriba in 1:06:50 gewann.

Besondere Beachtung der Gastgeber galt der Siebten Molly Huddle (USA), die in 1:07:25 den US-Rekord von Deena Kastor aus dem Jahr 2006 um 9 Sekunden steigern konnte. Kastor war seinerzeit beim Berliner Halbmarathon 1:07:34 gelaufen. Und hinter Huddle kam die US-Laufhoffnung Jordan Hasay in 1:08:38 ins Ziel, die ihren Höhenflug zwar nicht fortsetzen konnte, sich aber auf beachtlichem Niveau stabiliert zeigte.

houston-mar-2018-winners-marDie Sieger über die Marathondistanz: Degefa (2.v.l.) und Worku (r.) (c) H. Winter

Der gleichzeitig gestartete Marathon litt ein wenig unter der hochkarätigen Konkurrenz auf der halben Strecke. Im Marathon der Männer lagen schnell sieben Männer weit in Front, wobei aber immer wieder versprengte Leistungsläufer auf der halben Strecke aufgesammelt wurden. Über 5 km in 15:06 und 10 km in 30:14 erreichte man 15 km nach 45:31. Hier fiel Jose Antonio Uribe (MEX) zurück und man ereichte über 1:00:29 nach 20 km die Halbmarathonmarke nach 1:03:47 mit Kurs auf 2:07:30 Stunden. Nach 25 km in 1:15:37 verabschiedeten sich die beiden Tempomacher Dominic Korir und Boniface Kongin (beide KEN).

Schon bald darauf startete der Äthiopier Yitayal Atnafu seine Attacke und hatte nach 30 km in 1:30:32 einen Vorsprung 13 Sekunden auf Bazu Worku und weitere 5 Sekunden auf Elisha Barno (KEN). Danach klaffte eine große Lücke. Bei 35 km in 1:45:46 sah Atnafu bereits wie der sichere Sieger aus, aber nach 36 km sprangen seine km-Splits auf 3:11, 3:10, 3:13 und 3:18. Dies blieb auch dem weit zurückliegenden Worku nicht verborgen, der der Spitze immer näher kam. Bei 40 km in 2:01:44 betrug der Rückstand von Worku noch 23 Sekunden, der einen Kilometer danach schon aufgebraucht war.

Worku überholte den schwächelnden Atnafu und zog unbeeindruckt an seinem Landsmann vorbei zum Sieg. Wirku gewann in 2:08:30, drei Minuten langsamer als seine Bestzeit. Wie gut sich Worku das Rennen eingeteilt hatte, zeigen die letzten 2195 m von der 40 km-Marke; 3:26 lief er zum Schluss von 40 km bis ins Ziel. Da brauchte sein Widersacher Atnafu deutlich mehr Zeit und wurde in 2:09:07 mit respektablen Abstand Zweiter. Platz 3 ging an Elisha Barno (KEN), der als dritter Läufer mit 2:09:32 unter der 2:10-Schallmauer blieb. Danach gab es ein Loch von gut 5 Minuten, bevor Uribe das Ziel in 2:14:45 erreichte.

Im Marathon der Frauen konnte Biruktayit Degefa ihren Sieg aus dem Jahr 2016 wiederholen. Mit  einer Bestzeit von 2:23:51 war sie die Frau mit der schnellsten Vorleistung, im letzten Jahr wurde sie in Houston Zweite. Degefa war mit ihrem Ehemann gekommen, der sie als Tempomacher begleitete. Die Beiden hatten sich beim Houston Marathon 2016 kennengelernt, die Story wurde im „Houston Cronicle“ breit dargelegt, vom Leistungssport war dort weniger zu erfahren. Eine sechsköpfige Gruppe durchlief 5 km in 17:37, 10 km in 34:50 und 15 km in 52:10. Die Halbmarathon-Marke wurde nach 1:13:10 passiert, man war somit auf Kurs zu einer Zeit um 2:26 Stunden.

Bei 30 km in 1:43:42 hatte Veronicah Wanjiru (KEN) als Erste den Anschluss an die Spitze verloren. Bei 35 km nach 2:00:33 war der Lauf auf einem Wettstreit Degefa gegen Belaynesh Oljira (ETH) reduziert. Über 2:17:38 bei 40 km blieben die beiden Äthiopierinnen zusammen an der Spitze und erst in der Schlussphase konnte sich Degefa etwas lösen und den Lauf in 2:24:51 gewinnen. Somit hatte die Siegerin die beiden Hälften in 1:13:10 und 1:11:41 absolviert und war im zweiten Part 1 1/2 Minuten schneller als im ersten Teil. Oljira wurde in 2:24:57 Zweite und auch der dritte Platz ging mit Tsegaye Beyene in 2:27:21 an einen Läuferin aus Äthiopien.

Insgesamt waren etwa 33000 Teilnehmer an diesem Wochenende in Houston auf den Beinen, davon 16000 im Halbmarathon und 10000 im Marathon. Der Frauenanteil über alle Wettbewerbe gemittelt beträgt 50 %, wobei Halbmarathon sogar der Frauenanteil im Teilnehmerfeld überwiegt.

Ergebnisse Halbmarathon der Männer:
1. Jake Robertson NZL 1:00:01
2. Guye Adola ETH 1:00:15
3. Feyisa Lelisa ETH 1:00:20
4. Shura Kitata Tola ETH 1:00:20
5. Clement Lagat KEN 1:00:29
6. Sam Chelanga USA 1:00:37
7. Stephen Sambu KEN 1:00:41
8. Alex Korio KEN 1:00:49
9. Haron Lagat USA 1:00:50
Ergebnisse Halbmarathon der Frauen:
1. Ruti Aga ETH 1:06:39
2. Caroline Chepkoech KEN 1:06:48
3. Mary Wacera KEN 1:06:50
4. Buze Diriba ETH 1:06:50
5. Edith Chelimo KEN 1:07:13
6. Eunice Chumba KEN 1:07:18
7. Molly Huddle USA 1:07:25 NR
8. Jordan Hasay USA 1:08:38
Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Bazu Worku ETH 2:08:30
2. Yitayal Atnafu ETH 2:09:07
3. Elisha Barno KEN 2:09:32
4. Jose Antonio Uribe MEX 2:14:45
5. Milton Rotich KEN 2:15:01
6. Wilkerson Given USA 2:15:52
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Biruktayit Degefa ETH 2:24:51
2. Belaynesh Olijira ETH 2:24:57
3. Meselech Beyene ETH 2:27:21
4. Gladys Kipsoi KEN 2:27:32
5. Tsehay Adhana ETH 2:32:00
6. Veronicah Wanjiru KEN 2:32:06