{"id":8802,"date":"2016-12-30T11:22:53","date_gmt":"2016-12-30T11:22:53","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=8802"},"modified":"2016-12-31T11:48:29","modified_gmt":"2016-12-31T11:48:29","slug":"die-strassenlaufszene-in-china-boomt-auch-im-jahr-2016-auf-hoechstem-niveau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=8802","title":{"rendered":"Die Stra\u00dfenlaufszene in China boomt auch im Jahr 2016 auf h\u00f6chstem Niveau"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"transparent aligncenter\" src=\"http:\/\/mrms.skyinno.com\/\/eventManage\/20160922\/53e472f5c3e740e6a09ca25905fb5810.png\" alt=\"http:\/\/mrms.skyinno.com\/\/eventManage\/20160922\/53e472f5c3e740e6a09ca25905fb5810.png\" width=\"331\" height=\"84\" \/><\/p>\n<p>Am 2. Januar 2017 findet die <strong>15. Ausgabe des Xiamen International Marathon<\/strong> statt, der schon seit einigen Jahren das Golden Label der IAAF f\u00fcr sich in Anspruch nehmen kann. Vom Leistungsniveau her ist diese Auszeichnung sicher gerechtfertigt, zumal Moses Mosop (KEN) vor zwei Jahren den Streckenrekord auf beachtliche 2:06:15 schraubte. <!--more-->Noch beachtlicher ist der Kursrekord bei den Frauen, den Mare Dibaba (ETH) im gleichen Jahr mit 2:19:52 erzielte. Damit geh\u00f6rt die Veranstaltung an der Ostk\u00fcste Chinas zu den Aush\u00e4ngeschildern der Laufbewegung im Reich der Mitte, die das Land momentan zu \u00fcberrollen scheint.<\/p>\n<p>Damit verbunden sind Gr\u00f6\u00dfenordnungen, die auch die etablierten Nationen des Stra\u00dfenlaufs von Europa \u00fcber die USA bis Japan bei weitem \u00fcbertreffen. So meldete vor wenigen Tagen der China News Service, dass im aktuellen Jahr 2016 <strong>328 Marathon-Veranstaltungen in China<\/strong> \u00fcber die B\u00fchne gingen, mit sage und schreibe<strong> 2,8 Millionen Teilnehmern<\/strong>. Dabei war allerdings nicht spezifiziert, ob sich diese Zahlen nur auf den Marathon beziehen, gigantisch sind sie allemal.<\/p>\n<p>Wie au\u00dfergew\u00f6hnlich solche Fakten sind, belegt schon der Vergleich mit Finisherzahler aus dem Jahr 2015, wo weltweit ca. 2,3 Millionen L\u00e4ufer das Ziel erreichten. Wie Brett Larner von den <a href=\"http:\/\/japanrunningnews.blogspot.de\/search?q=japan+finishers\">Japan Running News<\/a> im Januar 2016 analysierte, lagen die Beitr\u00e4ge f\u00fcr das Jahr 2015 in den USA bei ca. 530.000, in Japan bei ca. 580.000.<\/p>\n<p>Mit einer Steigerung gegen\u00fcber 2015 von kaum nachzuvollziehenden 85% setzt China in dieser Kategorie v\u00f6llig neue Ma\u00dfst\u00e4be. Und das wird auch im kommenden Jahr 2017 kaum anders sein. Bereits am Montag gehen in Xiamen wieder \u00fcber 30.000 Teilnehmer an der Start eines Marathon, wobei die Vorjahressiegerin <strong>Workenesh Edesa<\/strong> (ETH) und der Vorjahreszweite <strong>Shura Kitata<\/strong> (ETH) als aktuelle Topstars bekannt gemacht wurden.<\/p>\n<p>Mehr war allerdings bis zur Stunde aus Xiamen nicht zu erfahren. Die Medienarbeit steckt nicht nur dort &#8211; trotz Golden IAAF Label &#8211; nach wie vor in den Kinderschuhen. Die Webseiten f\u00fcr die internationale Community sind weit hinter den Standards zur\u00fcck, was in Grenzen auch f\u00fcr die Pr\u00e4sentation in der Landsprache zutrifft. Immerhin war in den zur\u00fcckliegenden Jahren die TV-\u00dcbertragung durchaus ansprechend produziert und auf dem Niveau der hierzulande \u00fcblichen Standards (was allerdings auch nicht schwierig ist).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/i.f1g.fr\/media\/figaro\/805x453_crop\/2016\/12\/22\/XVM99d63746-c83e-11e6-acb8-ffcbffe66664.jpg\" alt=\"http:\/\/i.f1g.fr\/media\/figaro\/805x453_crop\/2016\/12\/22\/XVM99d63746-c83e-11e6-acb8-ffcbffe66664.jpg\" width=\"484\" height=\"272\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Start der Massen beim Xiamen Halbmarathon im November 2016. (c) Veranstalter<\/span><\/p>\n<p>Durch die unzureichende Medienarbeit schon vor Ort sind in unseren Landen diese Entwicklungen weitgehend unbekannt, obwohl sie k\u00fcnftig auch in unseren Regionen zunehmend von Bedeutung sein werden. Zum einen erw\u00e4chst unseren Veranstaltern eine weitere Teilnehmerklientel (war z.B. beim Chicago Marathon nicht zu \u00fcbersehen), andererseits locken die nicht unerheblichen Preisgelder bei den L\u00e4ufen in China immer mehr die (ostafrikanische) Elite an. Der Kampf um die in diesem Fall &#8220;besten Beine&#8221; wird somit noch globaler, was sich schon heute auf die Verpflichtung von Topathleten auswirkt.<\/p>\n<p>Dabei ist auch in China der Einsatz von Topathleten nicht unumstritten. Es wird immer wieder berichtet, dass deren Einsatz mit Argwohn begleitet wird, weil die Spitzenk\u00f6nner den heimischen Athleten keine Chance lassen und alle Preise unter sich verteilen. In dieser Thematik hat man den Stand der Diskussionen, die auch bei uns gef\u00fchrt werden, schon erreicht. Und auch vor negativen Ausw\u00fcchsen von Massenveranstaltungen bleibt man in China nicht verschont. Hier scheinen sich \u00e4hnlich wie bei den st\u00fcrmischen industriellen und wirtschaftlichen Entwicklungen (die sicher den Laufboom gef\u00f6rdert haben) auch im Laufsegment die Dinge zu wiederholen, wobei der Betrug keine (Landes-)Grenzen zu kennen scheint.<\/p>\n<p>So geriet der Tod zweier L\u00e4ufer beim Xiamen Halbmarathon im November (wie bei vielen gro\u00dfen Marathonl\u00e4ufen bei uns gibt es dort gut einen Monat vor dem eigentlichen Marathon einen Lauf \u00fcber die halbe Distanz) in die Schlagzeilen und legte die mangelhafte medizinische Versorgung bei den Veranstaltungen im Lande offen. Fast schon makaber geriet die traurige Geschichte dann aber, als sich herausstellte, dass eine verstorbene Person nicht die auf der Meldung eingetragene Identit\u00e4t hatte. Dazu passt auch die Meldung vom Shenzhen Marathon, bei dem die Leistungen zweier Frauen annulliert werden mussten, nachdem sich herausstellte, dass zwei Ringk\u00e4mpfer (?!) mit deren Startnummern unterwegs waren.<\/p>\n<p>Somit werden auch in China bessere Kontrollen und vor allem eine bessere medizinische Versorgung bei Laufveranstaltungen gefordert. Mann &#8220;rennt&#8221; also in Diskussionen, die bei uns vor einigen Jahren gleichfalls gef\u00fchrt wurden (und werden). Beim Xiamen Marathon soll jedenfalls erstmals ein Helikopter f\u00fcr die medizinische Versorgung eingesetzt werden. Bleibt zu w\u00fcnschen, dass der w\u00e4hrend der ganzen Veranstaltung in der Luft bleiben kann.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong> Zwei Tage vor dem Start hat man in Xiamen \u00fcber die IAAF weitere Elitel\u00e4ufer bekanntgegeben. Danach ist <strong>Hayle Lemi Berhanu<\/strong> (ETH) der Topstar in diesem Jahr. Lemi gewann 2015 den Dubai Marathon in 2:05:28 und verbesserte dort in diesem Jahr als Zweiter seine Bestzeit auf 2:04:33, im April gewann er den Boston Marathon in 2:12:45. Weniger erfolgreich war sein Auftritt im Olympischen Marathon im August in Rio, wo er lange vorne dabei war, als die Tempohatz nach 30 km begann, fiel er aber schnell zur\u00fcck und endete in bescheidenen 2:13:29 nur auf Platz 13.<\/p>\n<p>Weiterhin zu beachten sind seine Landsleute <strong>Dadi Yami<\/strong>, der 2012 in Dubai 2:05:41 lief sowie <strong>Mulugeta Wami<\/strong> mit einer Bestzeit 2:07:11, die der Bruder der bekannten L\u00e4uferin Gete Wami 2012 in Amsterdam lief. <strong>Haile Haja<\/strong> (ETH) ereichte in Rom im Jahr 2013 2:08:35. Ferner zu nennen sind die Ukrainer <strong>Oleksandr Sitkovskyy<\/strong> sowie Cross-Legende <strong>Serhiy Lebid<\/strong>, die 2:09:11 im letzten Jahr in Marrakesch bzw. 2:08:32 im Jahr 2014 beim Seoul Marathon liefen.<\/p>\n<p>Neben Vorjahressiegerin <strong>Workenesh Edesa<\/strong> (ETH) in 2:24:04 ist die Siegerin des Paris Marathon von 2015 <strong>Meseret Mengistu<\/strong> dabei, die dort 2:23:25 erzielte. In diesem Jahr gewann sie auch den Beijing Marathon in 2:25:56. <strong>Guteni Shone<\/strong> (ETH) war im letzten Jahr in 2:23:32 Zweite in Houston, <strong>Melkam Gizaw<\/strong> (ETH) wurde 2015 beim Seoul Marathon Zweite in 2:24:28. Und <strong>Meseret Legese<\/strong> (ETH) war in den letzten Jahren regelm\u00e4\u00dfig in Xiamen am Start, im April lief sie beim Wuhan Marathon in 2:25:43 pers\u00f6nliche Bestzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. Januar 2017 findet die 15. Ausgabe des Xiamen International Marathon statt, der schon seit einigen Jahren das Golden Label der IAAF f\u00fcr sich in Anspruch nehmen kann. 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