{"id":8789,"date":"2016-12-27T20:35:32","date_gmt":"2016-12-27T20:35:32","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=8789"},"modified":"2016-12-28T18:09:37","modified_gmt":"2016-12-28T18:09:37","slug":"globale-marathon-szene-im-jahr-2016-noch-nie-waren-die-maenner-schneller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=8789","title":{"rendered":"Globale Marathon-Szene im Jahr 2016:  Noch nie waren die M\u00e4nner schneller"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/london-mar-2016-bekele-finish.jpg\" rel=\"attachment wp-att-6165\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-6165 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/london-mar-2016-bekele-finish-499x640.jpg\" alt=\"london-mar-2016-bekele-finish\" width=\"281\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/london-mar-2016-bekele-finish-499x640.jpg 499w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/london-mar-2016-bekele-finish-768x984.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/london-mar-2016-bekele-finish-936x1200.jpg 936w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/london-mar-2016-bekele-finish.jpg 1100w\" sizes=\"(max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Kenenisa Bekele (ETH) war <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">in der Saison 2016 <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">mit 2:03:03 der schnellste L\u00e4ufer im Marathon. (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p><!--more-->In der Geschichte des Stra\u00dfenlaufs war die <strong>Saison 2016 die schnellste im Marathon der M\u00e4nner<\/strong>, wenn man als Kriterium den Mittelwert der zehn schnellsten Zeiten aus einem Jahr zu Grunde legt. Sowohl der \u00c4thiopier <strong>Kenenisa Bekele<\/strong> mit 2:03:03 Ende September in Berlin als auch der Kenianer <strong>Eliud Kipchoge<\/strong> mit 2:03:05 Ende April beim London Marathon kamen dabei der globalen Rekordmarke von <strong>Dennis Kimetto<\/strong> mit 2:02:57 sehr nahe.<\/p>\n<p>Nachstehend sind die zehn schnellsten Zeiten im Marathon der M\u00e4nner der Saison 2016 gelistet, die ein beeindruckendes<strong> Zehnermittel von 2:04:16,5<\/strong> ergeben. So schnell ist man in der Leistungsbreite bisher noch nie gelaufen, obwohl man durch den Wind unterst\u00fctzten Boston Marathon des Jahres 2011 (den man eigentlich in dieser Statistik nicht ber\u00fccksichtigen sollte) dieser Marke schon einmal recht nahe kam. Die Zeiten dieses Jahres sind alle auf zertifizierten Strecken erzielt worden<\/p>\n<table class=\" aligncenter\" style=\"width: 650px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"20\">1.<\/td>\n<td width=\"80\">2:03:03<\/td>\n<td width=\"172\">Kenenisa Bekele<\/td>\n<td width=\"40\">ETH<\/td>\n<td width=\"80\">Berlin<\/td>\n<td width=\"82\">25. Sep<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">2.<\/td>\n<td width=\"80\">2:03:05<\/td>\n<td width=\"172\">Eliud Kipchoge<\/td>\n<td width=\"40\">KEN<\/td>\n<td width=\"80\">London<\/td>\n<td width=\"82\">24. Apr<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">3.<\/td>\n<td width=\"80\">2:03:13<\/td>\n<td width=\"172\">Wilson Kipsang<\/td>\n<td width=\"40\">KEN<\/td>\n<td width=\"80\">Berlin<\/td>\n<td width=\"82\">25. Sep<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">4.<\/td>\n<td width=\"80\">2:03:51<\/td>\n<td width=\"172\">Stanley Biwott<\/td>\n<td width=\"40\">KEN<\/td>\n<td width=\"80\">London<\/td>\n<td width=\"82\">24. Apr<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">5.<\/td>\n<td width=\"80\">2:04:24<\/td>\n<td width=\"172\">Tesfaye Abera<\/td>\n<td width=\"40\">ETH<\/td>\n<td width=\"80\">Dubai<\/td>\n<td width=\"82\">22. Jan<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">6.<\/td>\n<td width=\"80\">2:04:33<\/td>\n<td width=\"172\">Lemi Berhanu<\/td>\n<td width=\"40\">ETH<\/td>\n<td width=\"80\">Dubai<\/td>\n<td width=\"82\">22. Jan<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">7.<\/td>\n<td width=\"80\">2:04:46<\/td>\n<td width=\"172\">Tsegaye Mekonnen<\/td>\n<td width=\"40\">ETH<\/td>\n<td width=\"80\">Dubai<\/td>\n<td width=\"82\">22. Jan<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">8.<\/td>\n<td width=\"80\">2:05:13<\/td>\n<td width=\"172\">Wilson Erupe<\/td>\n<td width=\"40\">KEN<\/td>\n<td width=\"80\">Seoul<\/td>\n<td width=\"82\">20 Mar<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">9.<\/td>\n<td width=\"80\">2:05:16<\/td>\n<td width=\"172\">Sisay Lemma<\/td>\n<td width=\"40\">ETH<\/td>\n<td width=\"80\">Dubai<\/td>\n<td width=\"82\">22. Jan<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\">10.<\/td>\n<td width=\"80\">2:05:21<\/td>\n<td width=\"172\">Daniel Wanjiru<\/td>\n<td width=\"40\">KEN<\/td>\n<td width=\"80\">Amsterdam<\/td>\n<td width=\"82\">16 Oct<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20\"><\/td>\n<td width=\"80\"><strong>2:04:16,5<\/strong><\/td>\n<td width=\"172\">\u00a0(Zehnermittel)<\/td>\n<td width=\"40\"><\/td>\n<td width=\"80\"><\/td>\n<td width=\"82\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der schnellste Marathon des Jahres 2016 auf der Basis des Zehnermittels war nicht der Berlin Marathon mit der besten Zeit des Jahres durch Bekele sondern der Amsterdam Marathon mit dem Zehnermittel von 2:06:22. Weitere Details dazu finden sich unter diesem <a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=8054\">Link<\/a>.<\/p>\n<p>Tr\u00e4gt man die Zehnermittel der letzten vierzig Jahre als Funktion der Zeit auf (Daten: <strong>Brett Larner, Japan Running News<\/strong>), ergibt sich eine Abnahme, die sich recht gut mit einer linearen Abh\u00e4ngigkeit approximieren l\u00e4sst (s. Grafik). In diesem Zusammenhang bleibt es interessant, festzustellen, dass der monotone Trend zu schnelleren Zeiten nicht f\u00fcr die Entwicklungen in L\u00e4ndern au\u00dferhalb Ostafrikas gilt; in den USA, Japan oder Europa ist in den letzten beiden Jahrzehnten eine ausgepr\u00e4gte Stagnation unverkennbar. Der Trend, der zunehmend nur von den L\u00e4ufern aus Kenia und \u00c4thiopien bestimmt wurde, gilt somit nur auf globaler Skala.<a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/top-ten-marathon-men-till-2016.jpg\" rel=\"attachment wp-att-8790\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8790\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/top-ten-marathon-men-till-2016-640x464.jpg\" alt=\"top-ten-marathon-men-till-2016\" width=\"640\" height=\"464\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/top-ten-marathon-men-till-2016-640x464.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/top-ten-marathon-men-till-2016-768x557.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/top-ten-marathon-men-till-2016.jpg 829w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Im Gegensatz zu der singul\u00e4ren Leistung eines Weltrekords hat das Zehnermittel der besten Zeiten eines Jahres eine h\u00f6here Signifikanz, zumindest von statistischer Seite her, und ist damit sicherlich besser geeignet, entsprechende Trends auf der Basis einfacher Projektionen zu benennen. Obwohl die Ausage mit h\u00f6chster Vorsicht zu interpretieren ist, sei unter der Annahme einer Forschreibung dieser Entwicklungen der Datensatz auf jene Zeitspanne linear extrapoliert, in der ein Mittelwert von 2 Stunden (Thematik des &#8220;2-Stunden-Marathon&#8221;) erreicht wird. Die Steigung der linearen Regression (durchgezogene Linie in der Grafik) betr\u00e4gt &#8211; 1,4324 10E-4 Tage\/Jahr. Dies resultiert bei einer Marathon-Zeit von 2:04:16,5 = 0,086302 Tage im Jahr 2016 in einer <strong>Zeitdifferenz von 20,7 Jahren<\/strong>, in der das Zehnermittel der Marathon-Zeiten bei den M\u00e4nnern die 2-Stundenmarke erreichen sollte.<\/p>\n<p>Solange wird man sich also noch gedulden m\u00fcssen, bis auf der statistischen Grundlage der Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten der internationale Marathon auf einem Niveau von 2 Stunden angekommen sein k\u00f6nnte. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass im Rahmen dieser Absch\u00e4tzung die 2 Stunden \u00fcber die volle Marathondistanz nicht schon eher, vielleicht sogar schon deutlich fr\u00fcher fallen k\u00f6nnten. Dies w\u00e4re allerdings dann das Resultat der Ausnahmeleistung eines einzelnen Individuums (sozusagen einer &#8220;m\u00e4nnlichen Paula&#8221;).<\/p>\n<p><strong>Ernsthaft betrachtet, ist aber eine Vorhersage eines von vielen Parametern abh\u00e4ngigen Ereignisses derart unsicher, dass man im Kern eigentlich keine gesicherten Aussagen machen kann<\/strong>. Vieles wir davon abh\u00e4ngen, wie sich die internationale Stra\u00dfenlaufszene weiter entwickelt und wie leistungsbezogen man auch in der Zukunft den Laufsport betreibt. Das Beispiel auf den Bahnlangstrecken l\u00e4sst aktuell einen deutlichen R\u00fcckschritt erkennen, vor der auch der Marathon nicht gefeit ist. Bestrebungen einer zunehmenden Anzahl von Marathon-Veranstaltungen, sich nicht mehr an den Tempojagden zu beteiligen (prominentestes Beispiel: Chicago Marathon), kann als erster Schritt in diese Richtung gedeutet werden.<\/p>\n<p>Und die \u00d6ffentlichkeit erheischendenen Aktionen zweier gro\u00dfer Sportartikel-Hersteller zum &#8220;Breaking 2 Hours&#8221; sind sicherlich gelungene Inszenierungen von Public Relations. Ob diese auch den Sport weiter bringen, wird sich zeigen m\u00fcssen. Vermutlich kaum schon im kommenden Jahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kenenisa Bekele (ETH) war in der Saison 2016 mit 2:03:03 der schnellste L\u00e4ufer im Marathon. (c) H. Winter<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"table_tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8789"}],"collection":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8789"}],"version-history":[{"count":13,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8789\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8805,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8789\/revisions\/8805"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8789"},{"taxonomy":"table_tags","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftable_tags&post=8789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}