{"id":7288,"date":"2016-08-25T09:05:03","date_gmt":"2016-08-25T09:05:03","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=7288"},"modified":"2016-08-27T07:32:52","modified_gmt":"2016-08-27T07:32:52","slug":"31-olympische-spiele-in-rio-de-janeiro-marathon-der-maenner-am-21-august-2016-kenianisches-roulette","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=7288","title":{"rendered":"31. Olympische Spiele in Rio de Janeiro &#8211; Marathon der M\u00e4nner am 21. August 2016:  &#8220;Kenianisches Trinkflaschen-Roulette&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe.jpg\" rel=\"attachment wp-att-7011\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-7011 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe-640x427.jpg\" alt=\"rio-verzerrte-olympische-ringe\" width=\"371\" height=\"247\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe-640x427.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe-768x512.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><\/a>Der Olympische Marathon endete am letzten Sonntag mir dem eindrucksvollen Sieg des aktuell wohl besten Akteurs der globalen Szene \u00fcber diese Distanz: <strong>Eliud Kipchoge<\/strong> (KEN). Auch hinter dem \u00fcberragenden Athleten der letzten Zeit sorgten die Gewinner der Silber- und Bronzemedaille f\u00fcr Furore: <!--more-->Feyisa Lelisa (ETH) vor allem durch seine Geste mit gekreuzten Oberarmen beim Zieleinlauf, womit er auf die Verfolgung seiner Volksgruppe in \u00c4thiopien aufmerksam machen wollte; Galen Rupp (USA), der mit Olympischen 10000 m in den Knochen fast sogar noch Platz 2 erspurtet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Doch eine nicht minder ereignisreiche Story wurde bald nach dem Ende der Veranstaltung bekannt, die auch eine Erkl\u00e4rung gab, warum die kenianischen L\u00e4ufer, abgesehen von Kipchoges Sieg, als Mannschaft wieder recht entt\u00e4uschend agierten. Denn als die Tempojagd an der Spitze um 30 km begann, waren die lange an vorderster Front agierenden Kenianer <strong>Stanley Biwott<\/strong> und <strong>Wesley Korir<\/strong> nicht mehr zu sehen und auch im Ziel wartete man auf die Beiden vergebens, da sie aufgaben und in der Ergebnisliste unter den wenigen &#8220;DNFs&#8221; zu finden waren.<\/p>\n<p>Dies war f\u00fcr die Kenner der Szene mehr als irritierend, zumal das Tempo bis 25 km mit 5 km Abschnitten von 15:31, 15:37, 15:45, 15:34 und 15:45 mehr als moderat war. Auch die ung\u00fcnstigen Bedingungen konnten das Ausscheiden der Topl\u00e4ufer kaum schl\u00fcssig erkl\u00e4ren, hatte doch Stanley Biwott im Vorfeld zu Olympia beim Halbmarathon in Olm\u00fctz Ende Juni 2016 bei br\u00fctendenter Hitze in gut einer Stunde die hochkar\u00e4tige Konkurrenz in Grund und Boden gelaufen. Und auch Wesely Korir hatte immer wieder demonstriert, dass er insbesondere bei ung\u00fcnstigen Bedingungen zu au\u00dfergew\u00f6hnlichen Leistung f\u00e4hig war\/ist.<\/p>\n<p>Die schon bald nach dem Rennen durch Rios Stra\u00dfen zu erfahrende Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Ausscheiden f\u00fcr Kipchoges Mitstreiter im Team verschlug einem dann aber fast die Sprache, zumal nur durch viel Gl\u00fcck Kipchoges Erfolg nicht beeintr\u00e4chtigt wurde. Die &#8220;simple&#8221; Erkl\u00e4rung des Problems lag in der Unf\u00e4higkeit der kenianischen Offiziellen, die Versorgung ihrer Athleten w\u00e4hrend des Wettkampfs sicher zu stellen. Das hat wohl im Falle von Kipchoge noch so halbwegs geklappt, aber Korir vermisste an drei Stellen seine Trinkflaschen und bei 30 km wurde seine Flasche mit der seines Landsmanns Biwott vertauscht. Die bittere Konsequenz dieser tristen Story: Sowohl Korir als auch Biwott bekamen durch den Genuss der ungewohnten Mixtur erhebliche Magenprobleme und mussten vor Erreichen des Ziels im Sambadrom das Rennen aufstecken.<\/p>\n<p>Wenn man das Prestige des Marathonlaufs und die Bedeutung des Sieges bei Olympischen Spielen f\u00fcr die L\u00e4ufernation Kenia bedenkt, kann man ermessen, was die kenianischen Betreuer und Offizielen da angerichtet haben. Die Sache wird sicher ein (internes) Nachspiel haben, zumal Wesely Korir als Miglied des kenianischen Parlaments f\u00fcr den Cherangany Distrikt und als Kapit\u00e4n des kenianischen Olympia-Teams \u00fcber erheblichen Einfluss in seinem Land verf\u00fcgt. Die Aufarbeitung dieser unfassbaren Geschehnisse d\u00fcrfte spannend werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/olmypia-rio-2016-marathon-bottle-korir-kipchoge.jpg\" rel=\"attachment wp-att-7291\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-7291 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/olmypia-rio-2016-marathon-bottle-korir-kipchoge.jpg\" alt=\"olmypia-rio-2016-marathon-bottle-korir-kipchoge\" width=\"487\" height=\"336\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Eliud Kipchoge gibt seinem Landsmann Wesely Korir seine Wasserflasche w\u00e4hrend des Olympischen Marathon in Rio de Janeiro.\u00a0 (c) The Standard<\/span><\/p>\n<p>Und hier noch einige Original-Zitate, wie sie sich in den sozialen Netzwerken finden:\u00a0 \u201cI am OK. The water mix-up at 30km where the officials mixed up my personal drink with Stanley Biwott, where I was given Stanley\u2019s and he was given mine. That caused both of us to have some serious stomach problems! I missed my drinks three times due to poor Kenyan officials manning the water points and had to borrow Eliud\u2019s, which too made me throw up in the middle of the race! But all in all, I am happy to have had the opportunity to represent my country in Olympics and help my country man Eliud win the Gold! Thanks to all who supported me and prayed for me! To God be the glory all the time.&#8221;<\/p>\n<p>\u201cToday we ran as a team and for the first half of the race, I believed that we were going to accomplish something special; a Kenyan sweep of the podium. Our team was setting the pace and I knew that our training had prepared all three of us for a strong finish. An unfortunate mishap on the course derailed these aspirations for Biwott and me.&#8221;<\/p>\n<p>Dazu Stanley Biwott:\u00a0 \u201cWe prepare special drinks that have different tastes. My bottle and that of Wesley were of the same colour except each had our names written on them. My special water usually has a sugary taste. On reaching 30km, they gave me drinks which had citric taste instead.The Kenyan officials can\u2019t even get water handling right!!! Very pissed off right now!!! Me was later handed another wrong bottle when he approached the 35km mark and when he could not withstand the pain, he pulled out.&#8221;<\/p>\n<p>Das Ende der Geschichte ist bekannt: GOLD &#8211; Kipchoge, SILBER &#8211; Lelisa, BRONZE: Rupp. Die n\u00e4chste Gelegenheit, dies &#8220;besser&#8221; zum machen, besteht im Sommer 2020, in der japanischen Hauptstadt Tokyo.<\/p>\n<p>Als kleines Trostplaster f\u00fcr Stanley kam heute die Nachricht, dass er ab heute zusammen mit Eliud Kipchoge den<strong> Weltrekord \u00fcber 30 km auf der Stra\u00dfe<\/strong> h\u00e4lt.<strong> 1:27:13<\/strong> war die Durchgangszeit beim London Marathon am 24. April 2016, womit die Beiden die Zeit von 1:27:37 von Emmanuel Mutai (KEN) beim Berlin Marathon am 28. September 2014 steigerten. Damit ist im \u00fcbrigen auch die Zwischenzeit von 1:27:20 vom Dubai Marathon vom Januar 2016 \u00fcberholt, die aber vor dem London Marathon 2016 keine offizielle Anerkennung erhielt. Wie dem auch sei: 1:27:13 ist nun das Ma\u00df der Dinge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Olympische Marathon endete am letzten Sonntag mir dem eindrucksvollen Sieg des aktuell wohl besten Akteurs der globalen Szene \u00fcber diese Distanz: Eliud Kipchoge (KEN). 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