{"id":7214,"date":"2016-08-17T09:53:20","date_gmt":"2016-08-17T09:53:20","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=7214"},"modified":"2016-08-19T12:53:45","modified_gmt":"2016-08-19T12:53:45","slug":"31-olympische-spiele-10000-m-der-frauen-am-12-august-2016-almaz-ayana-eth-laeuft-fabel-weltrekord-2-2-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=7214","title":{"rendered":"31. Olympische Spiele in Rio &#8211; Marathon der Frauen am 13. August 2016:  Hinterhergelaufen &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe.jpg\" rel=\"attachment wp-att-7011\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-7011 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe-640x427.jpg\" alt=\"rio-verzerrte-olympische-ringe\" width=\"380\" height=\"253\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe-640x427.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe-768x512.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/rio-verzerrte-olympische-ringe.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/a>Hand in Hand liefen die beiden Zwillinge aus Gengenbach am Sonntag beim Marathon der Frauen bei extremen \u00e4u\u00dferen Bedingungen \u00fcber die Ziellinie und ernteten daf\u00fcr nicht nur Anerkennung sondern auch massive Kritik, insbesondere vom DLV-Sportdirektor <strong>Thomas Kurschilgen<\/strong>. Sein &#8211; allerdings sehr kurzsichtiges &#8211; Fazit der ganzen Aktion: \u201eHand in Hand geht man spazieren, aber nicht \u00fcber eine Olympische Marathon-Distanz.\u201c <!--more-->Die Hahner-Twins hatten den Olympischen Marathon mit \u00fcber 20 Minuten R\u00fcckstand auf die Siegerin und mehr als 15 Minuten \u00fcber ihren Bestleistungen auf Platz 81 und 82 beendet. \u201eDie absolvierten einen Volkslauf und nicht eine Olympische Entscheidung. Wenn Platzierung und Zeit bei einem Olympischen Wettbewerb in den Hintergrund treten, dann ist das respektlos und ein Schlag ins Gesicht gegen\u00fcber allen anderen Athleten der deutschen Olympiamannschaft\u201c, bilanzierte der aufgebrachte DLV-Mann.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/olympia-2016-marathon-hahners-einlauf.jpg\" rel=\"attachment wp-att-7201\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-7201 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/olympia-2016-marathon-hahners-einlauf-640x367.jpg\" alt=\"olympia-2016-marathon-hahners-einlauf\" width=\"591\" height=\"339\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/olympia-2016-marathon-hahners-einlauf-640x367.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/olympia-2016-marathon-hahners-einlauf-768x441.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/olympia-2016-marathon-hahners-einlauf.jpg 1100w\" sizes=\"(max-width: 591px) 100vw, 591px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Hand in Hand laufen die Hahner-Twins nach gut 2:45 Stunden ins Ziel. Kleiner Test: Wer ist Lisa, wer ist Anna?\u00a0 (c) ARD-Screenshot<\/span><\/p>\n<p>So sehr der wackre DLV-Funktion\u00e4r von der leistungssportlichen Komponente her Recht haben mag, zeugen seine \u00c4u\u00dferungen doch von einer fehlenden Einsicht der Dinge. Denn man kann den beiden Strahlefrauen der deutschen Marathonszene nun wirklich nicht vorwerfen, dass diese nicht auch leistungsbereit sind und schon einige Male in ihrer Karriere ans absolute Leistungslimit gegangen sind. Um die Geschehnisse in Rio allerdings zu relativieren, sollte der gute Herr Kurschilgen dann auch mitteilen, was er denn eigentlich von den Twins erwartet h\u00e4tte. Kampf bis ans Limit (bis zum Umfallen)?<\/p>\n<p>Fehlender Einsatz l\u00e4sst sich leicht im Vergleich zu &#8220;anderen Athleten&#8221; konstatieren, vor allem auch, wenn man sieht mit welcher Hingabe und welchem Leistungswillen die Dressurreiter(innen) auf ihrem Wallach daherreiten, der Dreistellungssch\u00fctze, der Welt entr\u00fcckt, den Hebel am Abzug zieht oder der Golfprofi seine B\u00e4lle im Bogey durch die Weiten des Greens schl\u00e4gt . Bei aller Anerkennung solcher Leistungen h\u00e4tte ein Schritt aus den klimatisierten oder Schatten spendenden Sportst\u00e4tten am letzten Sonntag schnell gezeigt, dass durch einen Wetterumschwung dort drau\u00dfen extreme Bedingungen herrschten. Dass man Topathleten in einer extremen Ausdauerdisziplin solchen Randbedingungen \u00fcberhaupt aussetzt, grenzt an Verantwortungslosigkeit, die schon \u00fcber viele Jahre andauert, und es sind kaum Bestrebungen zu erkennen sind, dies grundlegend zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Mit einer Leichtfertigkeit setzen sich da die Funktion\u00e4re und Verb\u00e4nde \u00fcber die Interessen der Athleten(innen), vor allem aber auch deren Gesundheit hinweg, dass es einem fast die Sprache verschl\u00e4gt und man sich schon fragen muss, wo eigentlich deren Verantwortung f\u00fcr ihre Sch\u00fctzlinge bleibt. So angebracht die Kritik des DLV-Oberen im allgemeinen sein mag, in Sachen Hahner-Twins und Rio ist sie deplatziert, ja schon fast eine Unversch\u00e4mtheit.<\/p>\n<p>Was h\u00e4tten den die beiden jungen Frauen in der Sicht ihres Kritikers anders machen sollen? Dass die Weltklasse an der Spitze auch bei solchen extremen Bedingungen auf h\u00f6chstem Niveau agiert, ist faszinierend zu sehen, entl\u00e4sst aber die Verantworlichen nicht aus der Tatsache, dass man hier ein &#8220;gef\u00e4hrliches Spiel&#8221; mit der Gesundheit der Athleten(innen) betreibt. H\u00e4tten die lieben Hahners schon bei guten \u00e4u\u00dferen Voraussetzungen keine Chance gegen die Weltspitze im Marathon gehabt, gilt dies f\u00fcr solche extremen Bedingungen erst recht. Sicherlich h\u00e4tten sie mehr &#8220;Einsatz&#8221; an den Tag legen k\u00f6nnen und das Letzte aus ihren K\u00f6rpern herausholen k\u00f6nnen, verbunden mit der Gefahr in totaler \u00dcberanstrengung zu kollabieren und das Rennen zu beenden. Eine realistische Chance, sich ad\u00e4quat zu pr\u00e4sentieren, bestand unter diesen Voraussetzungen so gut wie nicht. Da scheint es doch angebrachter einen &#8220;Spaziergang&#8221; gut zu \u00fcberstehen, als vielleicht auf den Spuren einer Gabriela Andersen-Schiess (Olympia 1984 in LA l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen) ins Ziel zu torkeln.<\/p>\n<p>Wenn somit die beiden jungen Damen die Sache konservativ angehen und die Belastungen sichtbar gut \u00fcberstehen, kann man das doch kaum als ernsthaften Punkt der Kritik gelten lassen. W\u00e4re Herr Kurschilgen denn zufrieden gewesen, wenn Anna und\/oder Lisa v\u00f6llig ersch\u00f6pft zum Beispiel um Platz 50 oder 60 eingelaufen w\u00e4ren und 5 oder 10 Minuten schneller agiert h\u00e4tten? Sicherlich ist Olympia eine St\u00e4tte des (Hoch-)Leistungssports, von hehren Olympischen Ideen ist nicht mehr viel geblieben. Aber wenn einmal Athleten f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, auf die seit Jahren kaum zu verantwortenden Ansetzungen von Ausdauerdisziplinen unter extremen Bedingungen in verantwortlicher Weise zu reagieren, dann zeugt das von mehr Olympischen Spirit und menschlicher Gr\u00f6\u00dfe, als man es auch nur in Ans\u00e4tzen in den Zirkeln der Verantwortlichen finden kann. Olympia sollte doch etwas mehr sein, als das herzlose Z\u00e4hlen von Medaillen und deren Tabellenvergleich im nationalen Wettstreit.<\/p>\n<p>Und keine Angst, Herr Kurschilgen, sollten in K\u00fcrze die \u00e4u\u00dferen Bedingungen stimmen, dann werden Anna und Lisa auch wieder &#8220;schnell&#8221; laufen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend das <strong>Statement der Hahners zu Rio<\/strong>:<\/p>\n<p>Platz 81 und 82. Definitiv nicht das, was wir uns erhofft haben. Ob wir zufrieden sind? Nein. Das \u00dcberqueren der Ziellinie? Dennoch eines unser gr\u00f6\u00dften sportlichen Momente. Seit vier Jahren haben wir auf diesem Moment hingelebt und hintrainiert. Daf\u00fcr sind wir im Training an unser Limit und ab und zu auch dar\u00fcber hinaus gegangen. Die Vorbereitung hatte H\u00f6hen und Tiefen. Wir hatten sehr gute Trainingseinheiten und gleichzeitig merken wir, dass das intensive Training der letzten Wochen, Monate und Jahre an unserem K\u00f6rper gezehrt hat. Kleine Wehwehchen entwickeln sich u\u0308ber die Dauer zu Beschwerden und irgendwann gew\u00f6hnt man sich an die Schmerzen. Zeit zum Auskurieren will man sich nicht geben, schlie\u00dflich steht das gro\u00dfe Ziel Olympia an und damit verbunden die Qualifikationsmarathons und die Leistungsnachweise. Jetzt werden wir unserem K\u00f6rper die Ruhe geben, die er schon seit l\u00e4ngerem fordert. Ruhe und Regeneration. Das Training wird erst wieder hochgefahren, wenn unser K\u00f6rper dazu bereit ist. Danke, an alle, die mitgefiebert haben. Wir wollen euch an unseren Lauferlebnissen teilhaben lassen. Alle, die kein Interesse daran haben, d\u00fcrfen die Seite gerne disliken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hand in Hand liefen die beiden Zwillinge aus Gengenbach am Sonntag beim Marathon der Frauen bei extremen \u00e4u\u00dferen Bedingungen \u00fcber die Ziellinie und ernteten daf\u00fcr nicht nur Anerkennung sondern auch massive Kritik, insbesondere vom DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. Sein &#8211; allerdings sehr kurzsichtiges &#8211; Fazit der ganzen Aktion: \u201eHand in Hand geht man spazieren, aber nicht &hellip; <a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=7214\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">31. Olympische Spiele in Rio &#8211; Marathon der Frauen am 13. August 2016:  Hinterhergelaufen &#8230;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"table_tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7214"}],"collection":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7214"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7214\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7223,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7214\/revisions\/7223"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7214"},{"taxonomy":"table_tags","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftable_tags&post=7214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}