{"id":4499,"date":"2016-01-28T10:43:33","date_gmt":"2016-01-28T10:43:33","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=4499"},"modified":"2016-02-02T11:11:38","modified_gmt":"2016-02-02T11:11:38","slug":"anmerkungen-zum-standard-chartered-dubai-marathon-am-22-januar-2016","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=4499","title":{"rendered":"Anmerkungen zum &#8220;Standard Chartered Dubai Marathon&#8221; am 22. Januar 2016"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/dubai-mar-2016-logo.png\" rel=\"attachment wp-att-4060\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4060 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/dubai-mar-2016-logo.png\" alt=\"dubai-mar-2016-logo\" width=\"334\" height=\"370\" \/><\/a>Auch die 17. Ausgabe des <strong>Standard Chartered Dubai Marathon<\/strong> am letzten Freitag (22. Januar 2016) brachte in Leistungsspitze sowie -breite wieder herausragende Resultate, die die Laufveranstaltung in einer W\u00fcstenregion zu einer der schnellsten Marathonl\u00e4ufe auf globaler Skala machen. <!--more-->Sp\u00e4testens mit dem dreimaligen Auftritt eines der Superstars der Szene, dem \u00c4thiopier <strong>Haile Gebrselassie<\/strong>, in den Jahren 2008 bis 2010 hat sich der Dubai Marathon in der Weltspitze etabliert.<\/p>\n<p>Dies belegt schon eindrucksvoll das Mittel der zehn besten Zeiten einer Veranstaltung, wo Dubai weit vorne zu finden ist (s. unten). Es wird im restlichen Verlauf des Jahres f\u00fcr die anderen Veranstaltungen nicht einfach sein, die Siegerzeiten vom Freitag von <strong>2:04:24<\/strong> bei den M\u00e4nnern und <strong>2:19:41<\/strong> bei den Frauen zu unterbieten. Dies zeigt schon die Tatsache, dass im gesamten letzten Jahr jeweils nur ein Mann (Kipchoge 2:04:00) und eine Frau (Cherono 2:19:25) diese Marke unterbieten konnten.<\/p>\n<p>Damit ist und bleibt der Dubai Marathon ein Ph\u00e4nomen, dessen Rezeption in der (Welt-)\u00d6ffentlichkeit zwischen Erstaunen und ungl\u00e4ubigen Zweifeln angesiedelt ist. Es ist sicher lohnenswert, einige Aspekte zur Thematik zu analysieren und etwas genauer zu diskutieren. \u00dcberzeugende Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Entwicklungen dort lassen sich aber nur bedingt finden.<\/p>\n<p>Erst seit den Auftritten von <strong>Haile Gebrselassie<\/strong> auf der schnellen Strecke im Emirat hatte man in der globalen Laufszene den Exoten registriert. Durch unvergleichlich hohe Preisgelder (200.000 USD) und einen Weltrekord-Bonus von damals 1 Millionen USD (wurde in den letzten Jahren auf 100.000 USD abgesenkt) war ein Start durchaus attraktiv. Offiziell zahlt man keine Antrittsgelder, wobei die Starts von Haile und im letzten Jahr von Kenesisa Bekele kaum ohne diese zu realisieren gewesen sein d\u00fcrften. Das Preisgeld wird bis Platz 10 gezahlt, bei M\u00e4nnern sowie Frauen gibt es daf\u00fcr noch beachtliche 10.000 USD. Das bedeutet in Dubai allerdings wenig, denn am 27. Januar 2012 musste man 2:06:29 (!) laufen, um dieses Geld zu bekommen. Mit einer solchen Zeit gewinnt man im Rest der Welt die meisten Marathonl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Haile scheiterte zwar dreimal, den Weltrekord nach Dubai zu holen, was aber grunds\u00e4tzlich nicht gegen ein solches Unternehmen sprach. Ihm fehlte bei allen seinen Starts auch etwas das Gl\u00fcck. 2008 lag der Rekord lange in der Luft, bis die Hitze im Schlussteil seinen zu schnell begonnenen Sololauf zur Tortur machte und er zudem nach 41 km von einem Fahrzeug behindert wurde. Beim Finale konnte er seinen Weltrekord von damals 2:04:26 auf der Uhr im Ziel sehen, es fehlte eine halbe Minute. Im Jahr danach brachte ihn str\u00f6mender Regen um eine bessere Zeit als 2:05:29, und 2010 behinderten ihn kurzfristige R\u00fcckenbeschwerden, mehr als 2:06:09 waren nicht drin. Das Kapitel Weltrekord in Dubai war damit zun\u00e4chst abgeschlossen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-haile-2008.jpg\" rel=\"attachment wp-att-4547\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4547 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-haile-2008-640x427.jpg\" alt=\"dubai-haile-2008\" width=\"573\" height=\"382\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-haile-2008-640x427.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-haile-2008-768x512.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-haile-2008-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Haile Gebrselassie (ETH) gab dem Dubai Marathon durch seine drei Auftritte eine wichtige Starthilfe. 2008 war er dicht dran, am (eigenen) Weltrekord von 2:04:26.\u00a0 (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Hailes Erben agierten im Jahr danach (2011) sehr ungew\u00f6hnlich, als der vermeintlich st\u00e4rkste L\u00e4ufer im Feld wegen eines Kontraktes mit dem Rotterdam Marathon nach 31 km unvermittelt ausstieg. Danach qu\u00e4lte sich David Barmasai in 2:07:14 durch und landete damit den einzigen kenianischen Sieg in den letzten 10 Jahren. Wer allerdings nun den Abstieg des Dubai Marathon auf ein Mittelma\u00df erwartete, der wurde in den Folgejahren eines Besseren belehrt. Der Aufstieg von Dubai in die Spitze der globalen Marathonszene nahm danach erst richtig Fahrt auf.<\/p>\n<p>Im Jahr 2012 &#8211; man startete nun f\u00fcr zwei Jahre am Fu\u00dfe des h\u00f6chsten Geb\u00e4udes der Welt, dem Burj Khalifa &#8211; \u00fcberraschte Dubai mit einer Flut von Weltklasse-Leistungen. Der unbekannte <strong>Ayele Abshero<\/strong> (ETH) gewann in 2:04:23 und verbesserte Hailes Streckenrekord aus 2008 von 2:04:53 sehr deutlich. Der Weltrekord von Makau stand damals bei 2:03:38 (Berlin 2011). Noch grandioser war die Leistungsdichte, vier L\u00e4ufer unterboten die 2:05 Stunden und z.B. Moses Kigen (KEN) schaffte es mit 2:07:45 Stunden auf Platz 12 nicht ins Preisgeld zu kommen. Ein Jahr sp\u00e4ter gewann wieder ein Nobody, <strong>Lelisa Desisa<\/strong> (ETH), in 2:04:45 und schleppte damit im dichten Nebel sogar f\u00fcnf Leute unter 2:05 Stunden. Einmalig!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2013-ziel.jpg\" rel=\"attachment wp-att-4262\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4262 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2013-ziel-640x418.jpg\" alt=\"dubai-2013-ziel\" width=\"544\" height=\"355\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2013-ziel-640x418.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2013-ziel-768x501.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2013-ziel.jpg 1100w\" sizes=\"(max-width: 544px) 100vw, 544px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">&#8220;Five in a row&#8221;, der einmalige Einlauf im dichten Nebel von Dubai im Jahr 2013.\u00a0 (c) H. Winter <\/span><\/p>\n<p>Und wie bekannt, ging das &#8220;Festival der Nobodies&#8221; in den Folgejahren weiter: 2014 gewann<strong> Tsegae Mekonnen<\/strong> (im Jahr zuvor \u00fcbrigens in Dubai schon als &#8220;Hase&#8221; vor Ort) in 2:04:32, 2015 nutze <strong>Lemi Berhanu<\/strong> die Aufgabe Kenenisa Bekeles zum Sieg in 2:05:28 und am letzten Freitag gewann <strong>Tesfaye Abera<\/strong>, auch aus \u00c4thiopien, in gleichfalls gro\u00dfartigen 2:04:24. Drei L\u00e4ufer blieben auch 2016 wieder unter 2:05 Stunden.<\/p>\n<p>Eine derartige Flut von Topzeiten hat nat\u00fcrlich auch Konsequenzen im internationalen Ranking, wo sich das Mittel der <strong>zehn besten Zeiten auf einem Kurs<\/strong> als Vergleichsstandard etabliert hat. Hier liegt <strong>Berlin<\/strong> mit dem Monopol auf den M\u00e4nner-Weltrekord mit dem unfassbaren Mittel von <strong>2:03:49,2<\/strong> einsam an der Spitze, danach wir es aber eng. <strong>Chicago<\/strong> konnte gerade noch mit <strong>2:04:39,8<\/strong> Platz 2 gegen\u00fcber<strong> Dubai<\/strong> mit nun <strong>2:04:40,4<\/strong> verteidigen, wobei vor zwei Jahren Dubai schon kurzfristig Platz 2 belegte.<\/p>\n<p>Im Emirat will man mehr. Aber so &#8220;einfach&#8221;, wie sich das h\u00f6chste Geb\u00e4ude der Erde errichten lie\u00df, ist ein Weltrekord im Marathon kaum zu haben, zumal mittlerweile diese Marke durch Dennis Kimetto bei seinem Fabellauf in Berlin im Jahr 2014 mit 2:02:57 in kaum noch zu steigernde Dimensionen entr\u00fcckt zu sein scheint. Um in dieses zeitliche Regime zu kommen, muss in der Tat alles stimmen. Und zwar ALLES!<\/p>\n<p>In der nachfolgenden Diskussion essentieller Parameter f\u00fcr Ausnahmeleistungen wird schnell klar, dass in der aktuellen Konstellation der Dubai Marathon am Limit agiert. Einen Weltrekord in Dubai wird man mittelfristig unter den aktuellen Randbedingungen kaum erwarten k\u00f6nnen. Zu diesem Schluss kommt auch ein Bericht, den der race-news-service vor wenigen Tagen ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n<p>Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr schnelle Zeiten ist die &#8220;Strecke&#8221;, und da ist der Kurs in Dubai international sicherlich optimal. Das Ger\u00fcst der Strecke in Dubai stellt die Jumeirah Beach Road dar, die bis auf eine leichte Biegung am Nobelhotel Burj Al Arab schnurgerade verl\u00e4uft. Viel wichtiger ist aber, dass der (noch neue) Stra\u00dfenbelag in perfektem Zustand ist. Spurrillen oder Schlagl\u00f6cher wie in Berlin oder vor allem Chicago wird man dort vergeblich suchen. Auch das H\u00f6henprofil ist weltweit einmalig. Auf der Jumeirah Beach Road bewegen sich H\u00f6hendifferenzen im Bereich von unter einem Meter.<\/p>\n<p>Ein nenneswertes Gef\u00e4lle gibt es nur im Start- und Zielbereich auf der Umm Suqeim Road, das durch unterschiedliche Positionen von Start und Ziel sogar genutzt wird. Die schnellen 2:47 auf dem letzten km wurden durch das leichte Gef\u00e4lle im Schlusspart gef\u00f6rdert. Nach steten Modifikationen, die den regen Baut\u00e4tigkeiten geschuldet waren, scheint sich in den letzten zwei Jahren eine l\u00e4ngerfristige L\u00f6sung anzubahnen. Zweifel an der Streckenl\u00e4nge k\u00f6nnen nicht best\u00e4tigt werden, mit Maurice Wintermann hat man vor Ort einen ausgewiesenen Fachmann verpflichtet. Durch den gradlinigen Verlauf sind Streckensegmente leicht \u00fcberpr\u00fcfbar, diverse Tests sind im Einklang mit einer exakten Vermessung des Kurses.<\/p>\n<p>Das Zuschauerinteresse an Start und Ziel ist eindrucksvoll, allein die \u00e4thiopische Kolonie auf den Trib\u00fcnen macht dort eine einmalige Stimmung. Das ist es dann aber auch schon, auf der Strecke verlieren sich wenige Zuschauer und spenden kaum Beifall. Ob dies Leistungen am Limit beeinflusst, ist wenig gesichert, obwohl dies von Athleten bei den etablieren Stadtl\u00e4ufen stets behauptet wird.<\/p>\n<p>Zu einer Rekord tr\u00e4chtigen Strecke braucht es aber auch Athleten, die das nutzen k\u00f6nnen. Und da gibt es in Dubai Probleme. Bis auf Haile und einen nicht mit voller Fitness angereisten Kenenisa Bekele im letzten Jahr stehen weitgehend &#8220;Nobodies&#8221; in den Startlisten. Es ist immer wieder ein Ph\u00e4nomen, wie jedes Jahr neue Namen in den vorderen R\u00e4ngen zu finden sind. In diesem Jahr waren etliche ehemalige Sieger und Siegerinnen nach Dubai zur\u00fcckgekehrt. Dabei \u00fcberrascht, dass sich die Top-Leistungen der fast ausnahmslos aus \u00c4thiopien stammenden Sportler weitgehend auf Dubai beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Wie die nachstehende Tabelle (s. auch LetsRun.com) belegt, haben die meisten Elitel\u00e4ufer mit 2:04er Zeiten in Dubai diese in der weiten Welt nicht in Ans\u00e4tzen best\u00e4tigen k\u00f6nnen (Haile Gebreselassie ist einer der wenigen, der in Berlin schneller rannte als im Emirat).<\/p>\n<table class=\" aligncenter\" style=\"width: 650px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\"><strong>\u00a0\u00a0 Name<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: left;\"><strong>\u00a0 Dubai<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: left;\"><strong>au\u00dferhalb von Dubai<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ayele Abshero<\/td>\n<td>2:04:23 (2012)<\/td>\n<td>2:06:31 (2014 London)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Tesfaye Abera<\/td>\n<td>2:04:24 (2016)<\/td>\n<td>2:09:46 (2015 Mumbai)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Tsegaye Mekonnen<\/td>\n<td>2:04:32 (2014)<\/td>\n<td>2:08:06 (2014 London)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Hayle Lemi Berhanu<\/td>\n<td>2:04:33 (2016)<\/td>\n<td>2:07:57 (2015 Warschau)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lelisa Desisa<\/td>\n<td>2:04:45 (2013)<\/td>\n<td>2:09:17 (2015 Boston)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Berhanu Shiferaw<\/td>\n<td>2:04:48 (2013)<\/td>\n<td>2:08:50 (2012 Taiyan)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dino Sefir<\/td>\n<td>2:04:50 (2012)<\/td>\n<td>2:09:13 (2013 Tokyo)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00dcber die Gr\u00fcnde daf\u00fcr kann man nur spekulieren. Zun\u00e4chst spielt sicher die Zusammensetzung des Elitefeldes eine gro\u00dfe Rolle. Und da geht man die Dubai gesonderte Wege. Die N\u00e4he zu \u00c4thiopien macht es recht einfach, ohne gro\u00dfen finanziellen Aufwand junge L\u00e4ufer ohne beachtliche Vorleistungen gleich im B\u00fcndel an die Startlinie zu bringen. Diese Klientel ist f\u00fcr die Veranstalter der etablierten Rennen in Europa oder den USA in der Regel zu &#8220;teuer&#8221; und zu risikoreich. In Dubai bildet die Gruppe der jungen &#8220;Wilden&#8221; die Basis der Elite, und die laufen dort sprichw\u00f6rtlich &#8220;um ihr Leben&#8221;. Die Renntaktik besteht dann im Wesentlichen darin, mit extremem Risiko in hohem Tempo zu beginnen und damit jenen aus der Meute, die einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Tag erwischt haben, internationale Topzeiten zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Eine solche &#8220;Harakiri&#8221;-Methode kann sich ein Veranstalter der etablierten Marathon-Gro\u00dfveranstaltungen kaum leisten, weil diese meistens das teuer bezahlte Elitefeld &#8220;zerlegt&#8221;, vor allem dann, wenn die Athleten nicht \u00fcber die Klasse f\u00fcr ein Temporennen verf\u00fcgen. Einige L\u00e4ufe, wie vor allem Berlin, bilden da eine Ausnahme, weil hier das Rennen auf Athleten zugeschnitten ist, die solche Tempol\u00e4ufe \u00fcber die volle Distanz verkraften k\u00f6nnen. Die Rekordl\u00e4ufe sind dann auch renntaktisch entsprechend angelegt, wobei insbesondere dem letzten Drittel ohne Tempomacher eine besondere Rolle zukommt. Die Resultate einer solchen Planung sind vor allem beim Berlin Marathon sehr sichtbar. Den Weltrekord bei den M\u00e4nnern verwaltet man dort faktisch im Monopol.<\/p>\n<p>Warum man in Dubai an solche Topzeiten nicht herankommt, zeigt auch der Vergleich der Rennentwicklung am letzten Freitag mit dem Weltrekordlauf von Dennis Kimetto in Berlin im September 2014 (2:02:57). Hier lag man in Dubai schon fr\u00fch unter den Zeiten von Berlin, wobei man ab 25 km schneller als f\u00fcr ein gleichm\u00e4\u00dfiges Tempo zu Weltrekord war. Wie beeindruckend die Leistungen in diesem Abschnitt waren, zeigt z.B. die Durchgangszeit bei der H\u00e4lfte, die 16 L\u00e4ufer unter 1:01:39 passierten. Damit stellt man die meisten etablierten L\u00e4ufe \u00fcber diese Distanz in den Schatten: beim Berlin Halbmarathon blieben von 2013 bis 2015 6, 6 und 8 L\u00e4ufer unterhalb dieser Zeit, bei den City-Pier-City in Den Haag waren das 7, 5 und 7.<\/p>\n<p>Und noch beeindruckender waren die Split bei 30 km, wo die ersten L\u00e4ufer in 1:27:20 gestoppt wurden, 8 L\u00e4ufer (!) liefen dort bis 1:27:27 durch. Der Weltrekord \u00fcber 30 km wurde erst im September auf 1:27:37 durch Emmanuel Mutai (KEN) verbessert. Damit h\u00e4tte Dubai nun seinen <strong>Weltrekord<\/strong>, wenn auch auf einer Unterdistanz. Ob der Rekord Anerkennung findet, wird sich zeigen m\u00fcssen, denn vermutlich hatten die Organisatoren ein solches Ereignis kaum bedacht und entsprechende Ma\u00dfnahmen im Vorfeld ergriffen. \u00dcbrigens auch der Split bei 25 km von 1:12:49 wurde in einem Marathon bisher noch nie erreicht (zuvor: Kebede 1:12:59).<\/p>\n<p>An der 30 km Marke stiegen die letzten beiden Tempomacher, Edwin Koech und Amos Kipruto (beide KEN) aus, bis 25 km waren auch noch ihre Landsleute Ernest Ngeno und Aspel Kipsang im Gesch\u00e4ft. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass nur Keniaer das Tempo f\u00fcr eine Meute fast ausschlie\u00dflich \u00e4thiopischer Athleten machten. Dass dabei &#8220;Hasen&#8221; einen Weltrekord \u00fcber eine Unterdistanz laufen m\u00fcssen, zeigt auf welchem Niveau man in Dubai agiert.<a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2016-projections1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-4508\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4508 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2016-projections1-640x450.jpg\" alt=\"dubai-2016-projections1\" width=\"639\" height=\"449\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2016-projections1-640x450.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2016-projections1-768x540.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2016-projections1-1200x844.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/dubai-2016-projections1.jpg 1710w\" sizes=\"(max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Projizierte Zeit im Ziel f\u00fcr ein gleichm\u00e4\u00dfiges Tempo beim Dubai Marathon 2016 (schwarze Punkte) im Vergleich zum Weltrekord beim Berlin Marathon 2014 in Berlin. Die gestrichelte Linie markiert den aktuellen Weltrekord von Dennis Kimetto von 2:02:57.\u00a0 (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Was nach 30 km auch diesmal geschah, k\u00f6nnte man fast als &#8220;Dubai disease&#8221; bezeichnen, weil es f\u00fcr die Rennverl\u00e4ufe der letzten Jahren durchaus typisch ist: ein massives Nachlassen des Tempos jenseits der 30 km. Dieser massive Einbruch im Tempo, von 30 km nach 40 km lagen bis auf eine Ausnahme alle km-Abschnitte zum Teil deutlich \u00fcber 3 Minuten, bereitete dem Unternehmen &#8220;Marathon-Weltrekord&#8221; ein schnelles Ende und kann zum Teil dadurch erkl\u00e4rt werden, dass die Akteure zuvor \u00fcber ihren M\u00f6glichkeiten agiert hatten und nun keine Reserven mehr hatten.<\/p>\n<p>Diese Erscheinung ist auch von vielen anderen Veranstaltungen bekannt, wo L\u00e4ufer ihre M\u00f6glichkeiten \u00fcbersch\u00e4tzen und daf\u00fcr im Schlussteil &#8220;b\u00fc\u00dfen&#8221; m\u00fcssen. Selbst beim Berlin oder Chicago Marathon fallen nach flottem Start der Spitzengruppe eine ganze Reihe von L\u00e4ufern aus dieser heraus, laufen moderate Zeiten oder geben sogar auf. Bei dem Fokus auf die (schnellen) Sieger stehen diese Abl\u00e4ufe aber nicht im Vordergrund, irritieren aber durch schwache Leistungsdichten in den Ergebnislisten.<\/p>\n<p>Somit scheint das auch durch obige Tabelle implizierte fehlende Potential der Akteure in Dubai ein wesentlicher Grund zu sein, warum es mit dem Weltrekord einfach nicht klappen will. Sicherlich m\u00fcsste man sehr viel mehr Geld investieren, um realistische Chancen zu haben. Aber wie das Beispiel des London Marathon demonstriert, sind auch einmalige Elitefelder keine Garantie f\u00fcr Weltrekorde. Die Siegerzeit von 2:04:24 in Dubai liegt sogar 5 Sekunden unter dem Kursrekord an der Themse vom Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang.<\/p>\n<p>Doch der deutliche Leistungsabfall in Dubai k\u00f6nnte noch weitere Gr\u00fcnde haben. Schaut man sich vor allem den Verlauf der Rennen in den letzten beiden Jahren an, so ist ein Taktieren an der Spitze nach dem Ausscheiden der Tempomacher nicht zu \u00fcbersehen. Obwohl die Spitzengruppe immer noch eine gute kritische Masse hat, ist man dort nicht bereit zu kooperieren, wie es f\u00fcr eine Tempohatz am Limit zwingend erforderlich w\u00e4re. So lief man in einer breiten Reihe nebeneinander und wartete ab, was der Rivale (um das hohe Preisgeld) macht. Sporadische Zwischenspurts sind letztlich f\u00fcr eine gute Endzeit kaum f\u00f6rderlich, weil sie zus\u00e4tzliche Ressourcen verschwenden. Dieses renntaktische Verhalten m\u00fcsste zwingend abgestellt werden, wenn man in Dubai von den sehr schnellen Zwischenzeiten zuvor am Ende angemessen profitieren will. Dazu kam am Freitag f\u00fcr den Sieger hinzu, dass er den Schlusspart von der 40 km Marke in enorm schnellen 6:16 Minuten herunter spurtete, was auf Reserven schlie\u00dfen l\u00e4sst, die er sinnvoller h\u00e4tte einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Einsch\u00e4tzung wird untermauert durch einen Vergleich der Halbmarathon-Zeiten ausgew\u00e4hlter L\u00e4ufe zwischen Dubai und Berlin. Mit sehr \u00e4hnlichen Splits f\u00fcr die H\u00e4lfte, konnte man in Berlin das Tempo halten und lief am Ende in Weltrekorde.<\/p>\n<table class=\" aligncenter\" style=\"width: 650px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"3\"><strong>Vergleich\u00a0 HM-Split &#8211; Marathon<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dubai 2011<\/td>\n<td>1:02:23<\/td>\n<td>2:04:23 (CR)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dubai 2014<\/td>\n<td>1:01:37<\/td>\n<td>2:04:32<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dubai 2016<\/td>\n<td>1:01:37<\/td>\n<td>2:04:24<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Berlin 2011<\/td>\n<td>1:01:44<\/td>\n<td>2:03:38 (WR)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Berlin 2013<\/td>\n<td>1:01:34<\/td>\n<td>2:03:23 (WR)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Berlin 2014<\/td>\n<td>1:01:45<\/td>\n<td>2:02:57 (WR)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Einen ganz prominenten Faktor stellen die \u00e4u\u00dferen Bedingungen, sprich das &#8220;Wetter&#8221; dar. In Dubai w\u00e4re ein Lauf zu anderen Jahreszeiten durch die hohen Temperaturen und Luftfeuchte schlichtweg unm\u00f6glich. Der Winter erm\u00f6glicht aber &#8211; wie Dubai belegt &#8211; durchaus Laufsport auf h\u00f6chstem Niveau. Bei der Einsch\u00e4tzung der \u00e4u\u00dferen Bedingungen aus reinen meteorologischen Daten muss man aber ber\u00fccksichtigen, dass Temperaturen im Schatten ermittelt werden, im Dubai man aber durchgehend der Sonne ausgesetzt ist, sobald diese sich \u00fcber dem Horizont zeigt.<\/p>\n<p>Durch den auf 6:30 Uhr vorgezogenen Start hat man sicher ein gute Entscheidung getroffen, g\u00fcnstig w\u00e4re es zudem wie bei den fr\u00fchen Ausgaben wieder den Termin in die ersten H\u00e4lfte des Januars zu legen. Denn w\u00e4hrend im Landesinnern &#8211; in der Tat in der W\u00fcste &#8211; die Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr den Laufsport ideal w\u00e4ren, verl\u00e4uft die komplette Strecke in unmittelbarer N\u00e4he zu den Str\u00e4nden des Arabischen Golfs. Die damit verbundene Luftfeuchte ist nicht zu untersch\u00e4tzen und liegt Ende Januar &#8211; wie auch am letzten Freitag &#8211; recht hoch. Somit sagen Temperaturen von 17\u00b0C &#8211; sicher eine obere Grenze f\u00fcr Marathonl\u00e4ufe am Limit &#8211; noch wenig \u00fcber die realen Bedingungen aus, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass der Taupunkt konstant bei 14\u00b0C lag. Dies entspricht einer relativen Luftfeuchte von \u00fcber 80 %, was bei diesen Temperaturen ohne Zweifel leistungsmindernd wirkt und recht ung\u00fcnstig ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Wind diesmal kaum ein Faktor war, war es im nach hinein fast erstaunlich, wie gut die L\u00e4ufer(-innen) mit diesen Bedingungen zurechtkamen. Keine Frage, die Verlegung des Starts auf 6:30 Uhr war ein erster richtiger Schritt (hatte man schon einmal zu Hailes Zeiten), nun m\u00fcsste man sich auch noch dazu durchringen, die Veranstaltung fr\u00fcher im Januar abzuhalten. Wie die Erfahrungen mit Berlin, Rotterdam und vor allem Chicago zeigen, ist das Wetter f\u00fcr schnelle Rennen eine unverzichtbare Komponente.<\/p>\n<table id=\"obsTable\" class=\"obs-table responsive aligncenter\" style=\"width: 650px;\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td colspan=\"7\">\u00a0<strong>Ausgew\u00e4hlte Meteorologische Daten von Dubai am 22.1.2016<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>Zeit<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">Temp.<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">Taupkt.<\/span><\/span><\/td>\n<td>rel.F<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">Luftdruck<\/span><\/span><\/td>\n<td>WRichtung<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">v(Wind)<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>6:00<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">17.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">14.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td>82%<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1019<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0hPa<\/span><\/span><\/td>\n<td>S\u00fcd<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1.5<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0m\/s<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>7:00<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">17.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">14.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td>82%<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1019<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0hPa<\/span><\/span><\/td>\n<td>S\u00fcd-SSO<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">2.1<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0m\/s<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>7:04<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">17.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">14.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td>82%<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1019<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0hPa<\/span><\/span><\/td>\n<td>S\u00fcd<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">2.6<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0m\/s<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>8:00<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">18.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">15.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td>83%<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1020<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0hPa<\/span><\/span><\/td>\n<td>wechselnd<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0m\/s<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>9:00<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">19.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">14.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td>73%<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1020<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0hPa<\/span><\/span><\/td>\n<td>S\u00fcd-SO<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">2.6<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0m\/s<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>9:14<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">19.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">15.0<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td>78%<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1021<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0hPa<\/span><\/span><\/td>\n<td>S\u00fcd-SO<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">2.6<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0m\/s<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"no-metars\">\n<td>10:00<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">20<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">15<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0\u00b0C<\/span><\/span><\/td>\n<td>66%<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">1022<\/span><span class=\"wx-unit\">\u00a0hPa<\/span><\/span><\/td>\n<td>S\u00fcd-SO<\/td>\n<td><span class=\"wx-data\"><span class=\"wx-value\">2.6 m\/s<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Meteorologische Daten von Dubai am 22.1.2016.\u00a0 (c) wonderground.com<\/span><\/p>\n<p>In der aktuellen Welt-Jahresbestenliste nimmt der Dubai Marathon die ersten neun Pl\u00e4tze ein. Das wird bis zum Ende einer langen Saison sicher nicht so bleiben, aber Dubai wir auch dann in vorderen Positionen zu finden sein. Und in der aktuellen <strong>Problematik von Rennen mit Tempomachern und der Pr\u00e4senz von Eliteathleten<\/strong> hat Dubai eine wichtige Lanze gebrochen. Nach dem Desaster mit dem Verzicht auf &#8220;Hasen&#8221; beim Chicago Marathon 2015 (dort war man beim Halbmarathon fast 4 Minuten langsamer), hat Dubai widerlegt, dass bei L\u00e4ufen mit Unterst\u00fctzung von Tempomachern die Komponente des Wettkampfs zu kurz kommt. Am letzten Freitag wurde demonstriert, dass dies in keinem Fall zwingend so ist. Die Schlussphase in Dubai war extrem spannend mit F\u00fchrungswechseln und (Wett-)Kampf bis am Limit. Spannender geht es doch kaum. Zudem war man fast genau 5 Minuten schneller als beim Chicago Marathon! Und der ist immerhin Mitglied der Eliteliga der World Marathon Majors. Allein f\u00fcr diese Erkenntnis muss man allen Beteiligten in Dubai ein dickes Lob aussprechen.<\/p>\n<p>Und was ist sonst noch anzumerken? In diversen Aspekten macht man in Dubai weitere Fortschritte und n\u00e4hert sich den internationalen Standards. Die TV-\u00dcbertragung, die im zweiten Jahr in den H\u00e4nden von IEC lag (die nutzen ihr Equipment anschliend noch f\u00fcr einen Triathlon und ein Radrennen), gen\u00fcgt mittlerweile weitgehend den Anspr\u00fcchen. Das erratische Hin-und-her-Schalten in der Bildf\u00fchrung ist endlich vorbei. Paula Radcliffe machte es als Co-Kommentatorin im Livestream recht gut. Was allerdings in der \u00dcbertragung des lokalen Dubai-Sports-Channel der Kommentator in arabischer Sprache ohne jede Pause 3 Stunden lang zu berichten hatte, w\u00fcrde schon einmal interessieren. Vermutlich hat aber auch dieser &#8211; wie Paula und die Kameram\u00e4nner &#8211; den Weltrekord bei 30 km schlichtweg verpasst.<\/p>\n<p>Bei der Zeiterfassung, schon seit vielen Jahren in H\u00e4nden einer deutschen Firma, hat man nun ausreichend Zwischenzeitmatten ins Emirat geschleppt. W\u00e4hrend die Zwischenzeiten der ersten km in der\u00a0 &#8220;Live Leading Group&#8221; noch Probleme machten, erfolgten die Angaben der 5 km Splits problemlos und erlaubten es den Wettkampf nachzuvollziehen. Man ist also auf bestem Wege.<\/p>\n<p>Und auch bei den Teilnehmerzahlen sieht das recht gut aus, weil man ansprechende Zahlen augenscheinlich stabilisieren konnte. Die in den Publikationen benannten 30000 Teilnehmer halten allerdings einer genaueren Analyse der Finisher kaum stand. 12548 (8732 M\u00e4nner, 3816 Frauen) Teilnehmer erreichten im 10 km Lauf das Ziel, bei 75 USD Startgeld eine ganze Menge. 7997 Finisher finden sich in den Ergebnislisten f\u00fcr den 4 km Fun-Lauf.<\/p>\n<p>Weniger eindrucksvoll sieht es aber beim Marathon selbst aus, hier wurden 2041 Aktive (1546 M\u00e4nner, 495 Frauen) im Ziel registriert, das sind Zahlen wie etwa beim Marathon in M\u00fcnster. Wenn man sich in der Grafik die Teilnehmerzahlen \u00fcber die letzten 10 Jahre anschaut, stagnieren die Zahlen insbesondere im Marathon schon lange. Da man im Emirat aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden kaum eine ausreichende Klientel f\u00fcr die Marathondistanz rekrutieren kann, geht f\u00fcr eine weitere Steigerung nur der Weg \u00fcber die globale Szene. Da ist man aber seitens der Veranstalter immer noch zu passiv. Der Dubai Marathon ist bis auf die Angebote weniger Laufveranstalter auf den Messen der gro\u00dfen L\u00e4ufe nicht pr\u00e4sent, und auch die Webseite verschwindet schon kurz nach dem Termin im Januar in das Regime weitgehender Inaktivit\u00e4t. So bekommt man mehr L\u00e4ufer aus fernen L\u00e4ndern sicherlich nicht in die W\u00fcste.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/finisher-dubai-2006-2016.jpg\" rel=\"attachment wp-att-4519\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-4519 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/finisher-dubai-2006-2016-640x460.jpg\" alt=\"finisher-dubai-2006-2016\" width=\"653\" height=\"469\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/finisher-dubai-2006-2016-640x460.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/finisher-dubai-2006-2016-768x552.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/finisher-dubai-2006-2016-1200x863.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/finisher-dubai-2006-2016.jpg 1665w\" sizes=\"(max-width: 653px) 100vw, 653px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Teilnehmerzahlen beim Dubai Marathon in den letzten Jahren. Blau eingef\u00e4rbter Balken: Marathon, rot eingef\u00e4rbter Balken: 10 km.\u00a0 (c) Veranstalter\/H. Winter<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\" aligncenter\" style=\"width: 650px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"5\">\u00a0<strong>Inoffizielle Splits des f\u00fchrenden L\u00e4ufers:<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Split<\/td>\n<td>\u00a05 km<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 km-Abschnitte<\/td>\n<td>Zielproj.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a05 km<\/td>\n<td>14:38<\/td>\n<td><\/td>\n<td>2:57, 2:53, 2:57, 2:54, 2:57<\/td>\n<td>2:03:29<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10 km<\/td>\n<td>29:15<\/td>\n<td>14:37<\/td>\n<td>2:58, 2:51, 2:55, 3:02, 2:51<\/td>\n<td>2:03:25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>15 km<\/td>\n<td>43:50<\/td>\n<td>14:35<\/td>\n<td>2:55, 2:53, 2:55, 2:58, 2:54<\/td>\n<td>2:03:18<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>20 km<\/td>\n<td>58:26<\/td>\n<td>14:36<\/td>\n<td>2:56, 2:56, 2:55, 2:55, 2:54<\/td>\n<td>2:03:17<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>\u00a0HM<\/strong><\/td>\n<td><strong>1:01:37<\/strong><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td>2:03:14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>25 km<\/td>\n<td>1:12:49<\/td>\n<td>14:23<\/td>\n<td>2:55, 2:53, 2:53, 2:50, 2:52<\/td>\n<td><strong>2:02:54<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>30 km<\/td>\n<td><strong>1:27:20<\/strong><\/td>\n<td>14:31<\/td>\n<td>2:56, 2:57, 2:55, 2:54, 2:49<\/td>\n<td><strong>2:02:50<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>35 km<\/td>\n<td>1:42:27<\/td>\n<td>15:07<\/td>\n<td>3:01, 3:02, 3:08, 2:57, 2:59<\/td>\n<td>2:03:31<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>40 km<\/td>\n<td>1:58:08<\/td>\n<td>15:41<\/td>\n<td>3:13, 3:04, 3:08, 3:09, 3:07<\/td>\n<td>2:04:37<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>\u00a0Ziel<\/strong><\/td>\n<td><strong>2:04:24<\/strong><\/td>\n<td>\u00a06:16<\/td>\n<td>2:56, 2:47<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch die 17. Ausgabe des Standard Chartered Dubai Marathon am letzten Freitag (22. Januar 2016) brachte in Leistungsspitze sowie -breite wieder herausragende Resultate, die die Laufveranstaltung in einer W\u00fcstenregion zu einer der schnellsten Marathonl\u00e4ufe auf globaler Skala machen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"table_tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4499"}],"collection":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4499"}],"version-history":[{"count":40,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4499\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4697,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4499\/revisions\/4697"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4499"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4499"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4499"},{"taxonomy":"table_tags","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftable_tags&post=4499"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}