{"id":20349,"date":"2020-08-18T04:36:48","date_gmt":"2020-08-18T04:36:48","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=20349"},"modified":"2020-08-21T07:32:50","modified_gmt":"2020-08-21T07:32:50","slug":"quo-vadis-laufsport-der-schwierige-weg-von-laufsportveranstaltungen-zurueck-in-die-normalitaet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=20349","title":{"rendered":"Quo vadis, Laufsport? &#8211; Der schwierige Weg von Laufsportveranstaltungen zur\u00fcck in die Normalit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-20350 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/berlin-mar-demo-2020-640x273.jpg\" alt=\"\" width=\"586\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/berlin-mar-demo-2020-640x273.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/berlin-mar-demo-2020-768x327.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/berlin-mar-demo-2020-1200x512.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/berlin-mar-demo-2020.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 586px) 100vw, 586px\" \/><\/p>\n<p>Mit den k\u00fcrzlichen Absagen der Marathonl\u00e4ufe von Hamburg, Berlin, M\u00fcnchen oder soeben auch Frankfurt wird es im Herbst &#8211; und damit auch im gesamten Jahr 2020 &#8211; keine Gro\u00dfveranstaltung in Sachen Marathon durch die Stra\u00dfen deutscher Innenst\u00e4dte geben.<!--more--> Damit folgt man weitgehend den Beispielen in so gut wie allen L\u00e4ndern, selbst von den World Marathon Majors &#8211; der vermeintlichen Eliteliga der Szene &#8211; bleibt nach dem Elitelauf am 1. M\u00e4rz 2020 in Tokyo nur noch ein reines Eliterennen um den St. James Park in London am 4. Oktober 2020 \u00fcber. Allein bei den Majors werden dann im Jahr 2020 bestenfalls um die 300 Aktive an den Start gegangen sein, in den Jahren zuvor waren das fast eintausendmal mehr.<\/p>\n<p>Als schlechtes Omen f\u00fcr die mittelfristige Zukunft mag die Absage vieler Massen-Veranstaltungen in Japan bereits f\u00fcr das Jahr 2021 sein. Und selbst der London Marathon hat aus Respekt vor den Auswirkungen des Corona-Virus seinen angestammten Fr\u00fchjahrstermin im Jahr 2021 auf den Herbst verschoben, mit in der Tat dramatischen Auswirkungen auf das Elitesegment der globalen Topevents der Szene.<\/p>\n<p>Die vielfachen Einschr\u00e4nkungen des \u00f6ffentlichen Lebens wurden und werden ausgiebig diskutiert. Eine angemessene Vorsicht im Umgang mit der Pandemie ist durchaus angebracht und soll hier in keiner Weise in Frage gestellt werden, wobei aber bei allen Ma\u00dfnahmen stets eine Sicht auf das Gesamtsystem erfolgen sollte. Und da gibt es neben dem Virus und dessen Gefahren noch durchaus andere Komponenten gesellschaftlicher Belange zu bedenken. Dazu geh\u00f6rt auch eine Absch\u00e4tzung der Auswirkungen, die sich nicht auf das Auftreten von realen und m\u00f6glichen Fallzahlen beschr\u00e4nkt, sondern auch das Ende der &#8220;Fahnenstange&#8221; im Auge hat &#8211; also die Einweisungen in Krankenh\u00e4user und die Anzahl von Menschen, die an\/mit Corona-Infektionen versterben.<\/p>\n<p>Wie oben\u00a0 schon angedeutet, soll hier keinesfalls irgendwelchen, \u00fcberwiegend abstrusen &#8220;Verschw\u00f6rungstheorien&#8221; die Lanze gebrochen werden. Wir gehen an dieser Stelle spezifisch auf die Absage des Berlin Marathon am 27. September 2020 ein, die nach den beh\u00f6rdlichen Vorgaben nicht zu umgehen war. Wie dramatisch die Konsequenzen solcher Entscheidungen in vielf\u00e4ltiger Hinsicht sind, hat vor allem der Verbund der deutschen Laufveranstaler<strong> &#8220;German Road Races&#8221;<\/strong> in diversen Beitr\u00e4gen auf seiner Webseite thematisiert. Die weit reichenden Entwicklungen vor allem auch im wirtschaftlichen Segment der Szene veranschauchlicht eine <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/petition\/online\/save-the-events-o-rettet-unsere-laeufe\"><strong>aktuelle Petition<\/strong><\/a> in dieser Sache.<\/p>\n<p>Es steht au\u00dfer Frage, dass sich f\u00fcr viele Veranstalter die Dinge ans bzw. bereits \u00fcber jedes Limit entwickelt haben. Eine Entscheidung, wie es &#8220;weiterl\u00e4uft&#8221;, ist deshalb vordringlicher denn je. Im aktuellen Umgang mit der Krise gibt es vor allem angesichts der wieder ansteigenden Zahlen an positiven Tests kaum Hoffnung, dass sich an diesem Status in absehbarer Zeit etwas \u00e4ndern wird. Diese Entscheidungen sind sicher von Seiten der politischen Verantwortung vertretbar, fraglich ist aber, ob dies in allen Belangen auch zu rechtfertigen ist.<\/p>\n<p>Um die Diskussion zu fokussieren, er\u00f6rtern wir hier einen Aspekt eines in der Tat komplexen und vielschichtigen Problems. Fast zuf\u00e4llig fielen die (endg\u00fcltige) Absage des <strong>BMW Berlin Marathon<\/strong> am 26.\/27. September 2020 mit einer Gro\u00dfdemonstration auf der Stra\u00dfe des 17. Juni zusammen, also jener Lokalit\u00e4t, auf der sich auch Start und Ziel des Marathon befinden. Auf der Demonstration am 1. August 2020 wurde in medizinisch sicher unverantwortlicher Weise die Einhaltung von Hygiene-Ma\u00dfnahmen (Abstand, Masken) provokativ abgelehnt, was nach einigen Stunden zum Aufl\u00f6sung dieser Veranstaltung f\u00fchrte. Die Bilder von dieser Demo fanden sich in den Medien und erinnern sehr an jene Menschenmassen, die jedes Jahr vom Berlin Marathon um die Welt gehen. Auch die Zahlen von etwa 40.000 Teilnehmern liegen in \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnungen (wobei sich die Sch\u00e4tzungen in Sachen Demo von Polizei und Veranstaltern durchaus um eine Gr\u00f6\u00dfenordnung unterscheiden).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-20354 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/corona-berlin-7-8-2020-small-640x477.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"427\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/corona-berlin-7-8-2020-small-640x477.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/corona-berlin-7-8-2020-small-768x573.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/corona-berlin-7-8-2020-small.jpg 1082w\" sizes=\"(max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Fallzahlen positiver Tests auf das Corona-Virus pro Tag (schwarze Symbole), der Patienten in Berliner Krankenh\u00e4usern mit Corona-Befund (rote Symbole) und an (mit) Corona verstorbene Personen (blaue Symbole) im Land Berlin. Der graue Balken markiert die Daten am 1. August 2020, dem Tag der Demonstration auf der Stra\u00dfe des 17. Juni. (c) LAGeSo Berlin\/H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Es ist mehr als aufschlussreich, die Auswirkungen dieser Demonstration auf die Gesundheit der B\u00fcrger im Land Berlin zu hinterfragen. Die beh\u00f6rdlichen Auflagen in Sachen Gro\u00dfveranstaltungen fu\u00dfen ja gerade auf dem Konzept, eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus mit Gefahr f\u00fcr Leib und Leben der B\u00fcrger zu verhindern. Somit war die Demo am 1. August ein &#8220;idealer Test&#8221; solcher Annahmen. Um die Diskussion kurz zu machen: In den offiziellen Daten in Sachen gesundheitlicher Auswirkungen des Corona-Virus ist auch nach angemessener Wartezeit (Inkubation, etc.) so gut wie nichts zu erkennen.<\/p>\n<p>Auch drei Wochen nach der Demo haben sich die Anzahl der Corona-induzierten Krankenhausaufenthalte nicht sichtbar erh\u00f6ht, die Anzahl der auf Intensivstationen behandelten Patienten ist mittlerweile auf 15 abgesunken. Und vom 24. Juli 2020 bis heute ist im Land Berlin ein Patient an (mit) Corona verstorben (die grafische Darstellung kann man sich fast sparen). Angesichts einer nat\u00fcrlichen Sterberate in der Hauptstadt von ca. 150 Menschen pro Tag ist eine derartige &#8220;\u00dcbersterblichkeit&#8221; sogar mit einem Mikroskop nicht mehr auszumachen. Betrachtet man ferner, wie unvorsichtig und eigentlich unverantwortlich viele Menschen Reisefreiheiten strapazieren, Vorschriften in B\u00e4dern, Gastst\u00e4tten, \u00d6PNV oder woimmer im \u00f6ffentlichen Raum missachten, dann muss man das rigorose Verbot vom Massenveranstaltungen doch sehr in Frage stellen. Vor allem auch vor dem Hintergund, dass in vielen Bereichen der Gesellschaft wie Verkehr, Umweltschutz, etc. die Politik weit weniger um das Wohl seiner B\u00fcrger besorgt scheint.<\/p>\n<p>Fazit: Man sollte &#8211; bei aller Vorsicht &#8211; den aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen, weit mehr als bisher erfolgt, an die Eigenverantwortung und Solidarit\u00e4t der B\u00fcrger appellieren &#8211; breitfl\u00e4chiges &#8220;Testen&#8221; kann dies sicher nicht ersetzen. Und dann sollte es durchaus m\u00f6glich sein, gr\u00f6\u00dfere Laufermassen wieder durch die Stra\u00dfen der Innenst\u00e4dte laufen zu lassen. Beim Berlin Marathon h\u00e4tte das schon der Fall sein k\u00f6nnen &#8211; zumal man eine solche Veranstaltung sicher noch durch angemessene hygienische Konzepte h\u00e4tte flankieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und man h\u00e4tte dann auch darauf bauen k\u00f6nnen, dass L\u00e4ufer zu jener Klientel von B\u00fcrgern geh\u00f6ren, denen Verantwortung, R\u00fccksicht oder Vorsicht durchaus vertraute Vokabeln sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den k\u00fcrzlichen Absagen der Marathonl\u00e4ufe von Hamburg, Berlin, M\u00fcnchen oder soeben auch Frankfurt wird es im Herbst &#8211; und damit auch im gesamten Jahr 2020 &#8211; keine Gro\u00dfveranstaltung in Sachen Marathon durch die Stra\u00dfen deutscher Innenst\u00e4dte geben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"table_tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20349"}],"collection":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20349"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20357,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20349\/revisions\/20357"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20349"},{"taxonomy":"table_tags","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftable_tags&post=20349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}