{"id":19654,"date":"2020-02-26T08:49:36","date_gmt":"2020-02-26T08:49:36","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=19654"},"modified":"2020-02-26T20:43:57","modified_gmt":"2020-02-26T20:43:57","slug":"marathon-weltrekord-von-21404-durch-brigid-kosgei-am-26-februar-2020-offiziell-anerkannt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=19654","title":{"rendered":"Marathon-Weltrekord von 2:14:04 durch Brigid Kosgei am 26. Februar 2020 offiziell anerkannt"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-11916 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/chicago-mar-2017-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"168\" \/><\/p>\n<p>Bei der <strong>42. Ausgabe des Bank of America Chicago Marathon<\/strong> erf\u00fcllten sich die hohen Erwartungen in gl\u00e4nzender Manier. Die 25-j\u00e4hrige <strong>Brigid Kosgei<\/strong> (KEN) lief in fast unfassbaren 2:14:04 einen gro\u00dfartigen Weltrekord im Marathon der Frauen,<!--more--> den zuvor die britische Lauflegende Paula Radcliffe seit 2003 mit 2:15:25 gehalten hatte und der zuvor auch nicht ann\u00e4hernd in Gefahr geriet, unterboten zu werden. <strong>Am heutigen Mittwoch wurde diese Ausnahmeleistung der mittlerweile 26-j\u00e4hirgen Kenianerin offiziel durch den internationalen Leichtathletikverband IAAF (&#8220;World Athletics&#8221;) anerkannt.<\/strong> In einem konsequenten Sololauf mit den beiden Tempomachern <strong>Geoffrey Pyego<\/strong> (KEN) und <strong>Daniel Limo<\/strong> (KEN) deutete sich schon fr\u00fch eine Zeit in den Regionen des Weltrekords an, den Kosgei am Ende um 1:21 Minuten unterbieten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Einen Tag nach dem nicht unumstrittenen Lauf unter 2 Stunden durch Eliud Kipchoge im Wiener Prater konnte auch bei den Frauen mit 2:15 Stunden eine Traumbarriere im Marathon deutlich unterschritten werden. Die Rennen der Konkurrentinnen sowie der M\u00e4nner mussten dagegen deutlich abfallen. Bei den M\u00e4nnern gewann der aktuelle Boston Champion <strong>Lawrence Cherono<\/strong> (KEN) den Spurt einer Vierergruppe in 2:05:45.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-18406 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-pacer-625x640.jpg\" alt=\"\" width=\"426\" height=\"437\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-pacer-625x640.jpg 625w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-pacer-768x786.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-pacer.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Brigid Kosgei mit den beiden Tempomachern Geoffrey Pyego und Daniel Limo (links) machte nach dem Start sofort Jagd auf den Weltrekord. (c) S. Hartnett<\/span><\/p>\n<p>Sofort nach dem\u00a0 Start setzte sich bei den Frauen Brigid Kosgei mit ihren beiden &#8220;Hasen&#8221;, die einen grandiosen Job machten, von den Konkurrentinnen ab. Das ganze erinnerte ein wenig an den Great North Run Anfang September, wo Kosgei in 1:04:28 f\u00fcr den Halbmarathon ihre Gegnerinnen in Grund und Boden lief. Mit km-Abschnitten im 3:05 Minuten-Regime passierte Kosgei dei 5 km nach bereits aberwitzigen 15:28 und lag damit auf Kurs zu einer Zeit von 2:10:30 Stunden. <strong>Anabel Yeshaneh<\/strong> (ETH) lag hier 8 Sekunden zur\u00fcck, <strong>Gelete Burka<\/strong> (ETH) 35 Sekunden.<\/p>\n<p>Bei Temperaturen um 5\u00b0C und einem Taupunkt um 0\u00b0C war es vor allem ein kalter, immer wieder aufb\u00f6ender Wind, der keinesfalls optimale Bedingungen f\u00fcr eine Rekordhatz bedeutete. Kosgei lie\u00df sich aber davon nicht abbringen, das Tempo mit Unterst\u00fctzung der beiden Wind abschirmenden Tempomachern hoch zu halten. 10 km wurden in 31:28 zur\u00fcckgelegt, 15 km in 47:26 und 20 km in 1:03:27. Mittlerweile war das Trio &#8211; Kosgei, Pyego, Limo &#8211; an der Spitze des Frauenfeldes aus dem n\u00f6rdlichen Teil der Strecke durch den Lincoln Park in die Stadtmitte zur\u00fcckgekehrt und passierte die Halbmarathon-Marke nach 1:06:59.<\/p>\n<p>Damit war man dort eine volle Minute schneller als die im Vorfeld angepeilten 68 Minuten, in einer Zeit, mit der sich auch hochklassige Rennen \u00fcber die halbe Distanz gewinnen lassen. Gegen\u00fcber der Durchgangszeit von Paula Radcliffe aus dem Jahr 2003 in London war sie 63 Sekunden schneller. Dass sich Kosgei keineswegs mit diesem Tempo \u00fcbernommen hatte, zeigte die zweite H\u00e4lfte, die sie in 1:07:05 so gut wie genauso schnell lief. \u00dcber 1:19:33 bei 25 km und 1:35:18 bei 30 km lag sie auch noch bei 35 km in 1:51:14 sehr konstant auf Kurs zu 2:14 Stunden. Dass das hohe Tempo auch f\u00fcr die (m\u00e4nnlichen) Tempomacher eine Herausforderung darstellte, zeigte bald darauf. Erst stieg Pyego und bei 40 km in 2:07:11 auch Limo aus, der mit einer PB von 2:08:39 aus dem Jahr 2011 in den letzten Jahren bei seinen Marathonl\u00e4ufen nicht schneller als das aktuelle Tempo gelaufen war.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-18407 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-last-km-455x640.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"503\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-last-km-455x640.jpg 455w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-last-km-768x1081.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-kosgei-last-km.jpg 851w\" sizes=\"(max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Brigid Kosgei allein auf dem letzten Kilometer zum Ziel im Grant Park. (c) S. Hartnett<\/span><\/p>\n<p>Brigid Kosgei musste nun ab den Chess Studios (2120, S. Michigan Avenue) den Schlusspart ins Ziel allein bew\u00e4ltigen, was ihr mit einem Schlusspart in 6:53 gegen den strammen Wind beeindruckend gelang. Nach 2:14:04 blieben die Uhren (auch bei zwei von drei Kampfrichtern) stehen, womit die Kenianerin die Fabelmarke von Paula Radcliffe, die vor Ort sogleich gratulierte, von 2:15:25 im Sinne des Wortes &#8220;pulversierte&#8221;. Dass auch die beiden n\u00e4chstplatzierten Frauen Ababel Yeshaneh und Gelete Burka mit 2:20:51 und 2:20:55 Weltklassezeiten erreichten, ging in dem Trubel um die Ausnahmeleistung von Kosgei weitgehend unter. Platz 4 ging an Emma Bates (USA), die in 2:25:27 erst ihren zweiten Marathon bestritt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-18408 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-kosgei-clock-640x380.jpg\" alt=\"\" width=\"533\" height=\"316\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-kosgei-clock-640x380.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-kosgei-clock-768x455.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-kosgei-clock.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Brigid Kosgei vor der Uhr mit dem neuen Weltrekord im Marathon der Frauen. (c) S. Hartnett<\/span><\/p>\n<p>In der Pressekonferenz bedankte sich Kosgei brav bei allen, die zu ihrem Erfolg beigetragen haben, vor allem auch bei ihren in der Tat gro\u00dfartigen &#8220;Hasen&#8221;, die die Windb\u00f6en sehr effektiv von ihr fernhielten. Sie erkl\u00e4rte aber auch, dass die 2:14 mitnichten das aktuelle Limit f\u00fcr die Frauen darstellen. Eine Nachfrage, ob die von ihr benannten 2:10 Stunden realistisch sind, relativierte die frisch gebackene Rekordlerin in Richtung 2:12 und lie\u00df dabei auch offen, ob sie sich diese Regionen zutraut.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unvermeidlich (Jonathan Gault von LRC war vor Ort) war die Frage nach den (Lauf-)Schuhen, die Kosgei insofern ausweichend bediente, indem sie nur anmerkte, dass Eliuds (Kipchoge) Performance am Tag zuvor in Wien sie bewogen habe, ihre Wahl f\u00fcr die &#8220;pinken&#8221; Schuhen zu treffen. Diese Thematik ist sicher f\u00fcr die aktuellen Leistungsspr\u00fcnge in der Szene kardinal und d\u00fcrfte auch die offizielle Anerkennung des Weltrekords verz\u00f6gert. Mittlerweile gibt aber seitens des internationalen Verbands eine (halbherzige) Regelung, die den NIKE Schuhen in allen Belangen entgegenkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-18396 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-document-640x427.jpg\" alt=\"\" width=\"454\" height=\"303\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-document-640x427.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-document-768x512.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/chicago-mar-2019-wr-document.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">David Waskowski vom Chicago Marathon zeigt stolz das offizielle Dokument der drei Kampfrichter mit den Zeiten f\u00fcr Kosgei von: 2:14:04,04, 2:14:03,4 und 2:14:03,38. Macht zusammen: 2:14:04 &#8211; neuer Weltrekord. (c) S. Hartnett<\/span><\/p>\n<p><strong>Die 5 km-Splits von Kosgei zum Weltrekord:<\/strong><\/p>\n<p><b>5 km: <\/b>15:28<br \/><b>10 km: <\/b>16:00 (31:28)<br \/><b>15 km: <\/b>15:58 (47:26)<br \/><b>20 km: <\/b>16:01 (1:03:27)<br \/><b>\u00a0HM: <\/b>1:06:59<br \/><b>25 km: <\/b>16:06 (1:19:33)<br \/><b>30 km: <\/b>15:45 (1:35:18)<br \/><b>35 km: <\/b>15:57 (1:51:14)<br \/><b>40 km: <\/b>15:58 (2:07:11)<br \/>\u00a0<strong> Ziel:<\/strong> 2:14:04 (6:53)<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der 42. Ausgabe des Bank of America Chicago Marathon erf\u00fcllten sich die hohen Erwartungen in gl\u00e4nzender Manier. 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