{"id":1255,"date":"2015-05-11T11:00:50","date_gmt":"2015-05-11T11:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=1255"},"modified":"2015-05-13T15:11:03","modified_gmt":"2015-05-13T15:11:03","slug":"that-is-it-haile-beendet-endgueltig-seine-karriere-als-laeufer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=1255","title":{"rendered":"This is it: Haile beendet (endg\u00fcltig) seine Karriere als L\u00e4ufer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/haile-portrait-ziel-dubai2009.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-1261 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/haile-portrait-ziel-dubai2009-516x640.jpg\" alt=\"haile-portrait-ziel-dubai2009\" width=\"396\" height=\"491\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/haile-portrait-ziel-dubai2009-516x640.jpg 516w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/haile-portrait-ziel-dubai2009.jpg 966w\" sizes=\"(max-width: 396px) 100vw, 396px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Haile Gebrselassie, einer der gr\u00f6\u00dften (Langstrecken-)L\u00e4ufer aller Zeiten.\u00a0 (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>\u00a0Eher als Randnotiz wurde im Umfeld des Great Manchester Run am Sonntag (10.5.2015) bekannt, dass die \u00e4thiopische Lauflegende <strong>Haile Gebrselassie<\/strong> eine lange und einmalige Karriere nun endg\u00fcltig beendet hat. Der Ausnahmel\u00e4ufer war selbst au\u00dferhalb der Laufszene derart bekannt, dass eigentlich nur sein Vorname &#8220;Haile&#8221; Verwendung fand. Aber auch seine Leistungen jenseits der Laufstrecken k\u00f6nnen sich sehen lassen, als sehr erfolgreicher Gesch\u00e4ftsmann und einflu\u00dfreiche Pers\u00f6nlichkeit des \u00f6ffentlichen Lebens in seinem Heimatland. Inweit er seine au\u00dfergew\u00f6hnliche Popularit\u00e4t nun auch in politische Ambitionen umsetzt, wird die nahe Zukunft zeigen. W\u00fcnschenswert f\u00fcr sein Heimatland w\u00e4re es allemal.<\/p>\n<p>Nach bescheidenen Jahren als Kind und der nicht un\u00fcblichen Basis seiner Laufkarriere eines langen Schulweges, der laufend zur\u00fcckzulegen war, war der kleine \u00c4thiopier schon im Juniorenbereich eine Ausnahmeerscheinung, der zu einer Zeit als die Langstrecken der Bahnleichtathletik noch im Fokus des Interesses standen, schnell in die Weltspitze aufstieg. Am 4. Juni 1994 &#8211; also vor \u00fcber 20 Jahren &#8211; lief der damals 21j\u00e4hrige im niederl\u00e4ndischen Hengelo mit 12:56,96 \u00fcber 5000 m auf der Bahn seinen ersten Weltrekord, dem (etwa) 26 weitere globale Bestmarken folgen sollten. Unvergessen sind seine Duelle mit einer weiteren Lauflegende, dem Kenianer Paul Tergat, die im Jahr 2000 in dem denkw\u00fcrdigen Finale \u00fcber 10000 m bei den Olympischen Spielen im australischen Sidney gipfelten, wo Haile in einem Wimpernschlagfinish am Ende vorne lag und die Goldmedaille gewann. Vier Jaher zuvor hatte er schon in Atlanta in der gleichen Disziplin auch schon Gold gewonnen.<\/p>\n<p>Seine mit gro\u00dfen Erwartungen verbundene Karriere als Marathonl\u00e4ufer verlief zun\u00e4chst allerdings weniger reibungslos. Die Jagd nach dem Weltrekord seines Kontrahenten Paul Tergat, der im September 2003 mit 2:04:55 als erster Mensch unter 2:05 Stunden lief, erfuhr zun\u00e4chst etliche R\u00fcckschl\u00e4ge. Sein Debut beim Amsterdam Marathon im Herbst 2005 ging er zu ungest\u00fcm an und wurde bei seinen 2:06:20 durch kr\u00e4ftigen Wind gebremst.<\/p>\n<p>Im Januar 2006 dann sein erster Paukenschlag auf der Stra\u00dfe. Vermittelt durch den lengend\u00e4ren Mike Long (Elite Racing, San Diego) demonstrierte Haile erstmals die Rekordtauglichkeit der W\u00fcstenregionen (im Winter) und lief in Tempe, Arizona (USA) mit 58:55 einen Weltrekord im Halbmarathon. Zwei Monate sp\u00e4ter sollte der n\u00e4chste Rekord \u00fcber 25 km folgen, doch die Zeit im Lauf im niederl\u00e4ndischen Alphen aan Rijn von 1:11:37 konnte vor allem wegen diverser Randbedingungen des eigentlich auf 20 km angelegten Rennens keine Anerkennung finden. Mehr als eine Minute schneller als der damalige Weltrekord war die Zeit aber allemal.<\/p>\n<p>Sein Auftritt im April beim London Marathon 2006 geriet im Regen mit 2:09:05 zu einer Entt\u00e4uschung, besser aber noch nicht in Rekordn\u00e4he verliefen dann sein erster Sieg in Berlin in 2:05:56 und zwei Monate sp\u00e4ter im eiskalten Fukuoka in 2:06:52. Das Jahr 2007 brachte dann zun\u00e4chst den Ausstieg beim London Marathon, bevor er im September im zweiten Anlauf in Berlin mit 2:04:27 seinen ersten Marathon-Weltrekord lief.<\/p>\n<p>Diesem sollte dann im Januar 2008 in Dubai der n\u00e4chste folgen, doch nach einem (zu) schnellen Beginn mit 1:01:27 f\u00fcr die erste H\u00e4lfte, ging Haile in der aufkommenden Hitze am Ende etwas die Puste aus. Trotzdem schaffte er noch 2:04:53 und war damit der ma\u00dfgebliche Initiator der einmaligen Erfolgsgeschichte des Marathons im Vereinigten Arabischen Emirat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dubai08-091.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-1258 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dubai08-091-640x502.jpg\" alt=\"Dubai08-091\" width=\"555\" height=\"435\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dubai08-091-640x502.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dubai08-091.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/a> <span style=\"font-size: 12pt;\">2008 lag Haile mit seinen Tempomachern bis kurz vor Schluss auf Weltrekordkurs beim Dubai Marathon. Dopppel-Weltmeister Abel Kirui (verdeckt hinter Haile) machte ihm bis 30 km das Tempo.\u00a0 (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>\u00a0Nach seiner Absage des Olmypischen Marathons 2008, den Sammy Wanjiru sehr eindrucksvoll gewann, war Haile dann im September 2008 in Berlin bestens ger\u00fcstet und lief in einem perfekten Rennen in 2:03:59 als erster Mensch einen Marathon unter 2:04 Stunden. Die n\u00e4chsten drei Auftritte waren dann nicht in Rekordn\u00e4he: Im Regen von Dubai 2009 (2:05:29), im Wind von Berlin 2009 (2:06:08) und nochmals in Dubai 2010 (2:06:09).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bm-2008-haile-20km.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-1259 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bm-2008-haile-20km-640x530.jpg\" alt=\"bm-2008-haile-20km\" width=\"569\" height=\"471\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bm-2008-haile-20km-640x530.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/bm-2008-haile-20km.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Haile und &#8220;Hasen&#8221; nach 20 km beim Berlin Marathon 2008. 22 km sp\u00e4ter hat der Meister als erster Mensch einen Marathon unter 2:04 Stunden absolviert.\u00a0 (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Danach setzte in der R\u00fcckschau sein leistungsm\u00e4\u00dfiger Abstieg ein, der bereits nach seinem Ausstieg beim New York Marathon 2010 zu einem vorschnellen R\u00fccktritt f\u00fchrte. Haile revidierte kurz danach seine Entscheidung, die ganz gro\u00dfen Erfolge (und Siege) sollten sich aber nicht mehr einstellen. Die Ver\u00e4nderungen zeigten sich spektakul\u00e4r beim Berlin Marathon 2011, wo Haile das direkte Duell mit Patrick Makau durch seinen Ausstieg nach gut 30 km verlor. Der Kenianer lief durch, gewann und nahm Haile mit 2:03:23 seinen Weltrekord ab. Die Wachabl\u00f6sung des Ausnahmel\u00e4ufers war damit vollzogen, die n\u00e4chsten Rekorde liefen seine Erben Kipsang und Kimetto, die mittlerweile eine Minute schneller waren als der \u00c4hiopier.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/running-spitze-14km.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1260\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/running-spitze-14km-640x455.jpg\" alt=\"running-spitze-14km\" width=\"581\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/running-spitze-14km-640x455.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/running-spitze-14km-1200x854.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/running-spitze-14km.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/a>Haile, Patrick Makau und Tempomacher nach 15 km beim Berlin Marathon 2011. Haile stieg aus, Makau nahm ihm seinen Weltrekord.\u00a0 (c) H. Winter<\/p>\n<p>Im Februar 2012 wollte sich Haile etwas unverst\u00e4ndlich bei Eisesk\u00e4lte in Tokyo noch f\u00fcr das \u00e4thiopische Olympiateam empfehlen. Bis 35 km sah das Unterfangen gut aus, dann lie\u00dfen auf dem trostlosen Streckenst\u00fcck im Schlusspart seine Kr\u00e4fte nach, Platz 4 in 2:08:17 ersparten ihm die Reise im Sommer nach London. Sein Traum von einer olympische Medaille im Marathon konnte er sich somit nicht mehr erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Im Herbst 2013 kam noch einmal Hoffnung auf, Haile hielt in dem denkw\u00fcrdigen Finale mit Mo Farah und Kenenisa Bekele beim Halbmarathon des Great North Run lange mit und wurde erst in einem denkw\u00fcrdigen Finale von den beiden wesentlich j\u00fcngeren Kontrahenten abgeh\u00e4ngt. Im Dezember lief er dann seinen letzten Marathon im japanischen Fukuoka, den er aber nach der Wende bei 33 km aufgab. Er ging dann zwar nochmals an den Start eines Marathons, diesmal aber als (Edel-)&#8221;Hase&#8221; beim London Marathon 2014. Wer immer diesen Einfall hatte, gebracht hatte dies &#8211; abgesehen von erheblichem Interesse der \u00d6ffentlichkeit &#8211; eigentlich niemanden etwas. Durch ein viel zu hohes Tempo auf den ersten 5 km (der Marathon hat immerhin 42) brachte der Meister seine J\u00fcnger gewaltig als Limit und stieg schon kurz danach viel zu fr\u00fch aus. Seine Klientel musste f\u00fcr das H\u00f6llentempo im zweiten Teil arg b\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Mit dieser Aktion, bei der er sich leicht verletzte, verpasste er vor allem seinen geplanten Angriff auf den Masters-Weltrekord beim Hamburg Marathon im April 2014. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass dann ein Jahr sp\u00e4ter Haile als Ehrengast beim Turin Marathon miterleben musste, wie der der kenianische Senior Kenneth Mugara den Masters-Weltrekord \u00fcber die Marathondistanz auf 2:08:44 steigerte.<\/p>\n<p>Und gleiches ereignete sich nun auch beim Great Manchester Run, wo ihm im gleichen Rennen der US-amerikanische Senior Bernard Lagat in phenom\u00e4nalen 27:48 seinen Weltrekord von 28:00 entriss. Haile wurde am Ende 16ter in30:05, seinen Anschied hatte er sich aber sicher etwas anders vorgestellt,<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/dubai2015-haile-und-sieger.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-1256 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/dubai2015-haile-und-sieger-640x471.jpg\" alt=\"dubai2015-haile-und-sieger\" width=\"604\" height=\"444\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/dubai2015-haile-und-sieger-640x471.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/dubai2015-haile-und-sieger-1200x883.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/dubai2015-haile-und-sieger.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\">Haile als Ehrengast beim Dubai Marathon im Januar 2015 mit den \u00e4thiopischen Spitzenl\u00e4ufern, die die ersten drei Pl\u00e4tze errangen.\u00a0 (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Somit verliefen die letzten Jahre seiner einmaligen Karriere nicht sehr gl\u00fccklich. Dabei bleibt aber zu ber\u00fccksichtigen, dass es bisher kaum einen L\u00e4ufer gab, der ununterbrochen \u00fcber mehr als 20 Jahre in der Weltspitze agierte. Aber es waren nicht nur die unglaublichen l\u00e4uferischen F\u00e4higkeiten, die Haile so einmalig machten. Seine Fr\u00f6hlichkeit, sein immerw\u00e4hrendes L\u00e4cheln waren nicht aufgesetzt, jeder der ihn etwas n\u00e4her kennenlernen konnte, hat das schnell feststellen k\u00f6nnen. Dazu kam eine soziale Verantwortung f\u00fcr sein Heimatland, mit der er als Gesch\u00e4ftsmann viele seiner Landsleute in Arbeit und Brot brachte.<\/p>\n<p>Vermissen wird man auch sein bemerkenswerten Auftritte in den Pressekonferenzen, in denen er sehr schlagfertig auf alle Anmerkungen und Fragen einging. Sein Mentor und Manager Joes Hermens hatte sich fr\u00fchzeitig bem\u00fcht, dem Superstar neben dem Training auch fundierte Kenntnisse der englischen Sprache zu vermitteln. Haile war auch hier ein Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>Beim Dubai Marathon vor einigen Jahren auf die Bankenkrise und seine Gesch\u00e4fte angesprochen, antwortete Haile sehr schlagfertig: Wenn er l\u00e4uft ist er &#8220;happy&#8221;. Die Bankmanager sollten mit dem Laufen anfangen, dann werden sie bestimmt auch bald &#8220;happy&#8221; sein &#8230;<\/p>\n<p>Haile, laufe weiter (wenn auch nicht mehr im Wettstreit), sei &#8220;happy&#8221; und habe Erfolg an allen Fronten deiner Engagements, gesch\u00e4ftlich aber vielleicht auch bald politisch. Und nochmals Dank f\u00fcr unvergessliche Jahre auf den Bahnen und Stra\u00dfen dieser Welt. Du warst (und bist) in der Tat EINMALIG!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haile Gebrselassie, einer der gr\u00f6\u00dften (Langstrecken-)L\u00e4ufer aller Zeiten.\u00a0 (c) H. Winter \u00a0Eher als Randnotiz wurde im Umfeld des Great Manchester Run am Sonntag (10.5.2015) bekannt, dass die \u00e4thiopische Lauflegende Haile Gebrselassie eine lange und einmalige Karriere nun endg\u00fcltig beendet hat. 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