{"id":10965,"date":"2017-07-03T08:32:23","date_gmt":"2017-07-03T08:32:23","guid":{"rendered":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=10965"},"modified":"2017-07-06T08:50:07","modified_gmt":"2017-07-06T08:50:07","slug":"rueckblick-auf-die-internationale-strassenlaufszene-im-ersten-halbjahr-2017-weltrekorde-und-breaking2-teil-6","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=10965","title":{"rendered":"R\u00fcckblick auf die internationale Stra\u00dfenlaufszene im ersten Halbjahr 2017:  Weltrekorde und &#8220;Breaking2&#8221; &#8211; Teil 6"},"content":{"rendered":"<p>Der 23. April war ein &#8220;Gro\u00dfkampftag&#8221; in Sachen Marathon. Im Fokus nat\u00fcrlich der <strong>Virgin money London Marathon<\/strong>, der wieder Felder der Extraklasse an den Start in Black Heath brachte. Aus dem bei den M\u00e4nnern durch Kenenisa Bekele erwarteten Weltrekord wurde nichts, nachdem er schon in Dubai die Chance auf die globale Bestmarke verpasste. <!--more-->Mit (nicht ganz nachzuvollziehendem) Trainingsr\u00fcckstand an die Themse gereist, war die ersten H\u00e4lfte f\u00fcr ihn (und allen anderen Akteure) in 1:01:41 einfach zu schnell. Bald danach zeigte der zu schnelle Beginn Wirkung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10198 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-wanjiru-before-finish-640x585.jpg\" alt=\"london-mar-2017-wanjiru-before-finish\" width=\"438\" height=\"401\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-wanjiru-before-finish-640x585.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-wanjiru-before-finish-768x702.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-wanjiru-before-finish-1200x1098.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-wanjiru-before-finish.jpg 1300w\" sizes=\"(max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Daniel Wanjiru gewann etwas \u00fcberraschend den London Marathon. (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Am besten kam mit den Umst\u00e4nden <strong>Daniel Wanjiru<\/strong> (KEN) zurecht, der im Oktober schon den Amsterdam Marathon gewinnen konnte. Nachdem der Kenianer dem Feld enteilt war, machte sich Bekele auf ein sehenswertes Verfolgerduell, konnte Wanjiru aber nicht mehr einholen. Wanjiru siegte in 2:05:48, Bekele als Zweiter brauchte 2:05:57. Bedan Koroki (KEN) \u00fcberzeugte als Dritter mit einem soliden Marathon-Deb\u00fct in 2:07:41. Am Ende liefen gerade einmal 6 M\u00e4nner dieses Weltklassefeldes unter 2:10 Stunden. Das ist f\u00fcr globale Standards eher bescheiden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10190 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-keitany-2-640x596.jpg\" alt=\"london-mar-2017-keitany-2\" width=\"465\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-keitany-2-640x596.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-keitany-2-768x715.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-keitany-2-1200x1117.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/london-mar-2017-keitany-2.jpg 1300w\" sizes=\"(max-width: 465px) 100vw, 465px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Mary Keitany (KEN) sorgte f\u00fcr das Highlight des London Marathon. (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Daf\u00fcr sorgten aber die Frauen f\u00fcr Furore, allen voran eine der besten Stra\u00dfenl\u00e4uferinnen aller Zeiten, die Kenianerin <strong>Mary Keitany<\/strong>. In dem Bestreben, die Lauflegende <strong>Tirunesh Dibaba<\/strong> m\u00f6glichst fr\u00fch ans Limit zu bringen, legte Mary nach 3 km los, wie man es in der Marathon-Geschichte bisher noch nie zu sehen bekam. Nach 5 km in 15:35 war Mary mit Kurs auf 2:11:30 unter dem Fabel-Weltrekord von Paul Radcliffe aus dem Jahr 2003, bei 7 km nach 21:39 lag Mary mit einer Projektion ins Ziel von 2:10:30 schon fast in den Regionen von M\u00e4nnern. Den Halbmarathon erreichte sich mit der einzigen Tempomacherin f\u00fcr die Frauenelite nach 1:06:53. Die Frage war nur, ob diese aberwitzige Taktik gutgehen konnte &#8211; vor einigen Jahren beim New York City Marathon brach sie bei einer \u00e4hnlichen Renngestaltung ein.<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10220 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-london-keitany-paula-wr-proj-640x450.jpg\" alt=\"2017-london-keitany-paula-wr-proj\" width=\"567\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-london-keitany-paula-wr-proj-640x450.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-london-keitany-paula-wr-proj-768x540.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-london-keitany-paula-wr-proj-1200x844.jpg 1200w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/2017-london-keitany-paula-wr-proj.jpg 1710w\" sizes=\"(max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Analyse des Lauf von Mary Keitany in London im Vergleich zum (absoluten) Weltrekord von Paula Radcliffe aus dem Jahr 2003. Bis 35 km war Mary sogar schneller. (c) H. Winter <\/span><\/p>\n<p>Das passierte auch diesmal, doch Mary konnte denLeistungsabfall in Grenzen halten und erst nach 35 km verlor sie die Fabelzeit von Paula Radcliffe von 2:15:25 aus dem Visier, die seinerzeit mit Unterst\u00fctzung m\u00e4nnlicher Pacemaker agierte. Mary lief schon kurz nach der H\u00e4lfte v\u00f6llig auf sich allein gestellt und erreichte nach grandiosen 2:17:01 das Ziel, womit sie in einem &#8220;women\u00b4s only&#8221;-Rennen sogar Paula \u00fcbertraf und <strong>Weltrekord<\/strong> lief. Schon bald darauf kam die zwischendurch von Kr\u00e4mpfen geplagte <strong>Tirunesh Dibaba<\/strong> in 2:17:56 ins Ziel. Das Fazit: Die als fast unerreichbare Fabelzeit der Paula Radcliffe scheint momentan bei den Frauen wieder in Reichweite zu kommen. Vor allem die Novizin Dibaba deutete in London ein erhebliches Potential an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10226 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/hamburg-mar-2017-assefa-winner.jpg\" alt=\"hamburg-mar-2017-assefa-winner\" width=\"480\" height=\"321\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Tsegaye Mekkonen (ETH) gewann den Hamburg Marathon. (c) Veranstalter<\/span><\/p>\n<p>Am gleichen Tag tat sich international noch eine Menge mehr. Die frisch gebackene Halbmarathon-Weltrekordlerin <strong>Joyciline Jepkosgei<\/strong> (KEN) trat bereits drei Wochen nach ihrem Rekordlauf in Prag beim <strong>Gifu Seiryu Half Marathon<\/strong> unweit der japanischen Metropole Nagoya an und verbesserte dort in 1:07:44 den Kursrekord. Im Sprintfinish setze sich bei den M\u00e4nnern <strong>Alexander Mutiso<\/strong> (KEN) in 1:00:57 durch. Bei Wiener City Marathon siegte bei windigem Wetter die Kenianer <strong>Albert Korir<\/strong> und <strong>Nancy Kiprop<\/strong> nach spannenden Zweik\u00e4mpfen in 2:08:40 und 2:24:20. Halbmarathon-Spezialist <strong>Mosinet Geremew<\/strong> (ETH) in 1:00:56 sowie <strong>Sumune Kebede<\/strong> (ETH) in 1:10:30 waren beim <strong>Yangzhou Jianzhen International Half Marathon<\/strong> vorne, und im Regen und Wind beim <strong>Haspa Hamburg Marathon<\/strong> lag <b>Tsegaye Mekonnen <\/b>(ETH) in 2:07:26 knapp vor dem Olympiasieger von 2012 <b>Stephen Kiprotich<\/b> (UGA). Die Portugiesin<strong> Jessica Augusto<\/strong> gewann \u00fcberlegen in 2:25:30 bei den Frauen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10239 aligncenter\" src=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/istanbul-half-2017-results-men-640x493.jpg\" alt=\"istanbul-half-2017-results-men\" width=\"508\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/istanbul-half-2017-results-men-640x493.jpg 640w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/istanbul-half-2017-results-men-768x592.jpg 768w, http:\/\/run.hwinter.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/istanbul-half-2017-results-men.jpg 1100w\" sizes=\"(max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Der Istanbul Halbmarathon beeindruckte neben schnellen Zeiten auch durch eine perfekte Organisation. So wurden z.B. die Ergebnisse unmittelbar nach dem Einlauf der Athleten auf einer gro\u00dfen Video-Wand pr\u00e4sentiert. (c) H. Winter<\/span><\/p>\n<p>Am 30. April verfehlte beim <strong>Vodafone Istanbul Marathon<\/strong> <strong>Ismail Juma<\/strong> (TAN) in 1:00:09 zwar knapp die Stunden-Barriere, daf\u00fcr lief <strong>Ruth Chepngetich<\/strong> (KEN) in 1:06:19 angesichts der \u00e4u\u00dferen Bedingungen eine Weltklassezeit. Beides waren t\u00fcrkische &#8220;All-Comers&#8221;-Rekorde. Beim\u00a0der 29. Ausgabe des<strong> W\u00fcrzburger Residenzlaufs\u00a0<\/strong>setzte <strong>Benard Kimeli<\/strong> (KEN) seinen Erfolg zu Ostern in Paderborn \u00fcber 10 km fort und gewann gegen starken Wind \u00fcberlegen in 28:14. Der Kenianer <strong>Cosmas Mutuku Kyeva<\/strong> siegte in der Zeit von 2:12:52 bei der 16. Auflage des <strong>PZU Krakau Marathon <\/strong>und war damit nach 2011 und 2016 zum dritten Mal der Sieger. Beim <strong>Metro Group Marathon in D\u00fcsseldorf<\/strong> st\u00f6rte heftiger Wind die Akteure, am Ende war der erst 19-j\u00e4hrige <strong>Robert Chemonges<\/strong> (UGA) in 2:10:32 der Sieger.<\/p>\n<p>Und in Monza begannen zu diesem Zeitpunkt schon die Vorbereitungen auf die finale Phase des<strong> &#8220;Breaking2&#8221;-Projekts<\/strong>. Mit einer gl\u00e4nzenden Marketing-Strategie hatte der Megakonzern NIKE die Augen der L\u00e4uferwelt &#8211; allerdings weitgehend unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit &#8211; auf das Autodrome gezogen. Sollte es gelingen, unter Nutzung aller nur erdenklichen Vorteile und Einsatz schier unbegrenzter Ressourcen eine Traumgrenze des Laufsports zu unterbieten? In einer realistischen Einsch\u00e4tzung schienen die Chancen denkbar gering.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/run.hwinter.de\/?p=10998\">Teil 7 folgt<\/a><\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 23. 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Aus dem bei den M\u00e4nnern durch Kenenisa Bekele erwarteten Weltrekord wurde nichts, nachdem er schon in Dubai die Chance auf die globale Bestmarke verpasste.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"table_tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10965"}],"collection":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10965"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10965\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11010,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10965\/revisions\/11010"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10965"},{"taxonomy":"table_tags","embeddable":true,"href":"http:\/\/run.hwinter.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftable_tags&post=10965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}