Berliner Halbmarathon mit Topbesetzung am 29. März

b-hm-2014-winner-men-pk

Mit einer Topbesetzung an Eliteathleten waret der 35. Vattenfall Berliner Halbmarathon am 29. März 2015 auf. Mit dem Vorjahreszweiten Abraham Cheroben sowie Kenneth Kipkemoi (beide KEN) sind die beiden schnellsten Läufer des Vorjahres am Start. Im letzten Jahr war Cheoben noch ein „Nobody“, der für Lenard Komon das Tempo bei dessen Weltrekordversuch machen sollte. Am Ende war Cheroben fast stärker als der Meister und finishte mit gleicher Zeit unmittelbar hinter Komon. 2015 sieht die Sache anders aus, diesmal ist Cheroben nach seinen 58:48 in Valencia der Topläufer in Berlin, der sich als Ziel den Streckenrekord von Patrick Makau (58:56) gesetzt hat, auch der aktuelle Weltrekord von Zersenay Tadese (ERI) mit 58:23 ist nicht völig außer Reichweite. Dass ihm Berlins Straßen liegen, zeigte Cheroben auch im Mai 2014 über 25 km, wo er bei den BIG25 in 1:11:47 die drittschnellste Zeit über diese Distanz lief.

b-hm2013-kipkemoi

Kenneth Kipkemoi (KEN) ist einer der Favoriten in Berlin.  (c) H. Winter

Ein weiterer Läufer in Berlin mit einer Vorleistung von unter einer Stunde ist der Äthiopier Hunegnaw Mesfin, der 2014 Zweiter im Lauf Rom – Ostia in 59:39 wurde. Richard Mengich (KEN) wurde letztes Jahr in Berlin in 60:11 Dritter und Sylas Cheboge (KEN) sowie David Kogei (KEN) mit Bestzeiten von 60:14 und 60:50 werden gleichfalls vorne erwartet.

Nachdem Berlin im Marathon der Männer die internationale Szene beherrscht, besteht im Halbmarathon noch Nachholbedarf. Derzeit sind auf Berlins Straßen die geltenden Weltrekorde über 25 km, 30 km und Marathon aufgestellt worde, der Halbmarathon würde noch gut in die Sammlung passen. Aber auch bescheidenere Ziele sollten man im Auge haben: Die schnellste Zeit der Saison 2015 lief beim CPC in Den Haag Stenley Biwott mit 59:20.

cheroben-b-hm-2014Cheroben (KEN) will in Berlin am 29. März 2015 schnell laufen.  (c) H. Winter

Besonders interessant aus deutscher Sicht sind der Start von Arne Gabius und das Debut von Steffen Uliczka (Kiel). Gabius ist nach seinem tollen Debüt über die volle Marathondistanz ein Hofffnungsträger im deutschen Straßenlauf, dem man nach sogar nun eine Verbesserung des deutschen Rekords (Jörg Peter 2:08:47) zutraut. Auch sein Debüt im Halbmarathon im März 2014 in New York City war mit 1:02:09 ein grandioser Einstieg auf die Straße. Wie schon gemeldet, wird Gabius auch dieses Jahr am 15. März dort wieder an den Start gehen. Die Konkurrenz dort ist allerdings überschaubarer als im letzten Jahr.

Und bereits zwei Wochen später steht schon der nächste Einsatz in Berlin an. Eigentlich ist eine solche Zweitspanne zwischen zwei Läufen dieser Klasse etwas kurz, aber Renato Canova – der Meistertrainer, der auch Gabius berät – hatte gegen einen solchen Doppelstart keine Einwände. Richtig schnell gelaufen werden soll danach in Berlin. Eine Zeit unter 62 Minuten dürfte nach seiner guten aktuellen Form in der Halle mit dem deutschen Rekord über 5000 m kaum ein Problem dartstellen. Der deutsche Rekord ist allerdings hochklassig, Carsten Eich lief 1993 gleichfalls in Berlin 1:00:34. Damit liegt er etwa auf Platz 230 der ewigen Bestenliste.

gabius-portrait-frankfurt-2015Arne Gabius wagt ein HM-Double in New York City und Berlin.  (c) H. Winter

Josphat Chobei (KEN): Drei Marathons in vier Monaten

too-athen-dritter-2014Josphat Chobei gewann den Kaohsiung International Marathon.  (c) Pacific Press

Der Kenianer Josphat Kiptanui Chobei gewann am 8. März den 6. Kaohsiung International Marathon auf der Insel Taiwan in 2:15:19 und absolvierte damit seit dem Athen Marathon im November 2014 seinen dritten Marathon. In Athen war er in einer vergleichbaren Zeit von 2:15:38 noch Dritter geworden (Foto) und erst Ende Januar belegte er in Hong Kong in Bestzeit von 2:13:37 Platz 9. Sein Sieg war überlegen, erst nach 2:19:50 kam Charles Kigen (KEN) als Zweitplatzierter ins Ziel.

Was wird mit Yuki Kawauchi in Seoul?

ogori-2014-yuki-after-10km

Das japanische Lauf-Unikum Yuki Kawauchi steht auf der Startliste des Seoul International Marathons am kommenden Sonntag (15. März 2015) und hatte eigentlich die Intention seine Bestzeit von 2:08:14 auf eine Zeit im Bereich von 2:07 Stunden zu steigern. Mit diesem Ansinnen sieht es aber aktuell nicht gut aus. Der gute Yuki laboriert immer noch an einer Verstauchung im Fußbereich, die er sich beim Silvesterlauf im spanischen Barcelona zugezogen hat.

Nachdem der Vielstarter dieses Problem weitgehend in Kawauchi-typischer Sturheit ignoriert hatte, holen ihn die Dinge nun auf den Boden der Tatsachen zurück. So vor allem auch gestern beim Kanaguri Hai Tamana Halbmarathon, wo er als 24. nach 1:06:37 ins Ziel kam, fast vier Minuten hinter dem Sieger. Nach dem Lauf äußerte sich Yuki dahingehend, die Renntaktik für Seoul noch einmal zu überdenken. Vermutlich wäre er gut beraten, in seiner aktuellen Verfassung den Start in Südkorea abzusagen.

Beim Halbmarathon in Paris bleiben alle über einer Stunde

Vincent Yator aus Kenia gewann den Pariser Halbmarathon mit Start und Ziel im Bois des Vincennes. Schon nach 5 km in 14:23 und 10 km nach 28:37 war klar, dass eine Zeit von unter Stunde kaum noch zu realisieren war. Der im Vorfeld groß angekündigte Topstar Moses Mosop, der Anfang des Jahres in überzeugender Manier den Xiamen-Marathon in 2:06:19 gewann, war – wie auch die letzten Startlisten auswiesen – nicht am Start.

yator-paris-hm-2015

Vincent Yator siegte beim Paris Halbmarathon in 1:00:12.  Foto: Veranstalter

Nach 15 km in 42:51 war Yator schon lange alleine vorn. Er gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab und siegte nach 1:00:12. Sein Landsmann Mark Korir landete in 1:00:48 auf Platz 2. Bei den Frau siegte die Äthiopierin Yebrgual Melese nach 1:09:50. Über 40000 Teilnehmer waren in der französichen Hauptstadt am Start.

1. Vincent Yator KEN 1:00:12
2. Mark Korir KEN 1:00:48
3. Abrha Asefa ETH 1:01:06
4. Hassan Chadi MAR 1:01:38
5. Timothy Kiptoo KEN 1:01:41
6. Edwin Kiptoo KEN 1:01:59

Läufer beim CPC in Den Haag sind unterwegs

Um 14:30 Uhr wurde der Halbmarathon beim CPC Loop in Den Haag gestartet. Die Läufer haben aktuell 8 km zurückgelegt. Die Zwischenzeit einer zehnköpfigen Gruppe bei 5 km betrug 14:02, damit liegt man auf Kurs zu einer Endzeit von 59:13. Offensichtlich scheint der scharfe Wind bisher noch kein lesitungshemmender Faktor zu sein.

start-cpc-2015

Aktuelle Nachrichten von der Strecke: Fünf Läufer passieren 10 km nach 28:09, damit liegt man auf Kurs zu 59:24.

3 km vor dem Ziel liegt Stanley Biwott allein vorne, der Split bei 15 km war 42:12. Damit waren die 5km-Abschnitte: 14:02 – 14:07 – 14:03. Alles deutet auf eine Zeit von etwas über 59 Minuten hin. Großartig bei diesen Bedingungen.

Stanely Biwott gewinnt in inoffiziellen 59:20 also unter einer Stunde. Die Siegerzeiten in Den Haag lagen in den letzten Jahren immer über der Stundenmarke.

Hier ein Foto der Erstplatzierten in Den Haag kurz nach dem Einlauf der Eliteläufer:

result-cpc-2015

Masters-Weltrekord im Marathon der Frauen

Mit einer großartigen Leistung krönte die 40 Jahre alte Russin Mariya Konovalova den Marathon im japanischen Nagoya, wo sie als Zweite mit einer Zeit von 2:22:27 einen neuen Masters-Weltrekord aufstellte. Wie außergewöhnlich die Leistung der Russin war, zeigt ein Blick auf die alte Bestmarke, die Irina Mikitenko beim Berlin Marathon 2013 mit 2:24:54 aufstellte. Dass die Russin, die noch beim Frankfurt Marathon im Oktober 2014 wegen einer Verletzung die Rekordjagd aufschieben musste, das Potential zu einer solchen Leistung hatte, deutete sie schon 2013 in Chicago an, wo sie – allerdings noch zu jung – 2:22:46 lief.

konovalova-chicago-2013Die Russin Konovalova lief mit 2:22:27 einen Masters-Weltrekord.  (c) H. Winter

Schon bei der Halbmarathonmarke in 1:11:08 (10 km: 33:32, 20 km: 1:07:29) deuteten sich für eine fünfköpfige Spitzengruppe schnelle Zeiten im Ziel an. Als bei 30 km die Tempomacher ihre Dienste quittierten, waren nur noch die für Bahrein startetende Kenianerin Eunice Jepkirui, die Japanerin Sairi Maeda sowie Konovalova vorne. Kurz nach 31 km startete dann Jepkirui ihre Attacke, die ihr am Ende den Sieg in ausgezeichneten 2:22:08 bescherte. Dahinter lief Konovalova mit Masters-Weltrekord von 2:22:27 ein vor der Japanerin Maeda, die mit 2:22:48 gleichfalls eine Topzeit erreichte. Sie ist damit 8-schnellste japanische Läuferin aller Zeiten und wird sich damit für die WM im Sommer in Beijing qulifiziert haben. Beste Europäerin war die Italienerin Anna Incerti, die mit auf Platz 7 mit 2:29:10 weniger zufrieden gewesen sein dürfte.

1. Eunice Kipkurui BRN 2:22:08
2. Mariya Konovalova RUS 2:22:27  (MWR)
3. Sairi Maeda JPN 2:22:48
4. Mai Ito JPN 2:24:09
5. Ria Takenaka JPN 2:28:09

 

Der Halbmarathon boomt

jap-studenten-nat-champs-2015

In den kommenden Wochen warten die Halbmarathonläufe in Paris, Den Haag, New York City, Lissabon, Prag, Mailand und Berlin mit Topbesetzungen auf. Für Schlagzeilen sorgten aber bereits japanische Studenten am letzten Wochenende in Tokyo.

Nachdem Florence Kiplagat (KEN) Mitte Februar mit einem neuen Weltrekord über die Halbmarathondistanz in 65:09 im spanischen Barcelona für das erste große Highlight der noch jungen Laufsaison sorgte und Mary Keitany (KEN) in Ras Al Khaimah mit 66:02 gleichfalls eine Weltklasseleistung ablieferte, stehen im Monat März weitere hochkarätige Läufe über diese Strecke bevor.

Aber noch bevor die Elitefrauen und –männer wieder auf Tempojagden vor allem durch europäische Metropolen gehen werden, sorgten bereits am letzten Wochenende die japanischen Universitäts-Meisterschaften im Showa Kinen Park in der Hauptstadt Tokyo für ein außergewöhnliches Resultat. Dabei war es weniger die Siegerzeit von 1:02:11 von Tadashi Isshiki (Aoyama Gakuin University), sondern das, was sich hinter ihm abspielte. Schon 12 Läufer unter 1:02:30 und 27 unter 1:03 ist eine hervorragende Breite, die nicht mehr von den Topevents der Szene erreicht wird. Dann wird es aber unfassbar. 265 Studenten (!) blieben unter 1:06, beim Berliner Halbmarathon im letzten Jahr waren das gerade einmal 16 Läufer, alles Ostafrikaner mit der Ausnahme von André Pollmächer (1:02:47). Dabei ist noch zu beachten, dass viele der Hakone-Ekiden-Stars gar nicht am Start waren, dann wären vermutlich zusätzlich 50 bis 100 weitere Studenten unter 1:03 ins Ziel gekommen. Das sind Dimensionen, die es so noch nie gab. Auch etwa 650 (Amateur-)Läufer unter 70 Minuten sind eigentlich kaum noch zu begreifen.

Diese 650 japanischen Studenten und einige 100 mehr lägen dann alle noch vor dem deutschen Hochschulmeister des Jahres 2014 Sammy Schu, der in Fulda in 1:13:25 den Titel gewann. Das sind in der Tat „Welten“ im Leistungsniveau. Japanische Studenten laufen in einer ganz anderen Liga. Weitere Details zu dieser Thematik finden sich auf der Homepage der „Japan Running News“, die Brett Larner betreibt.

Ab dem kommenden Sonntag gibt es im Wochentakt Halbmarathonläufe der Extraklasse, bei der die Spitzenläufer, weitgehend aus Ostafrika, sicher schneller agieren werden als in Tokyo, die Breite wird allerdings keiner dieser Läufe auch nur in Ansätzen erreichen.

Den Anfang machen am 8. März der City-Pier-City Halbmarathon in Den Haag und am gleichen Tag der Pariser Halbmarathon. Im niederländischen Den Haag werden in diversen Wettbewerben insgesamt 45000 Läufer erwartet. Schnellster Läufer dort ist Cyprian Kotut, der jüngere Bruder von Martin Lel und Vierter in 59:12 beim Delhi-Halbmarathon im Dezember 2014. Ferner dabei sind Mule Wasihun (ETH, PB 1:00:08, Paris 2014), Tebalu Zawube (ETH, PB 1:00:33, Rabat 2013) sowie Mark Kiptoo (KEN, 1:00:29, Azpeitia 2011) und Edwin Kiptoo (KEN, 1:01:13, Valenzia 2013). Die beiden Kiptoos sind übrigens nicht verwandt.

In Paris werden mit 43500 Läufern ähnliche Teilnehmerzahlen wie in Den Haag erwartet. Der kenianische Topstar Moses Mosop, der 2015 bereits den Xiamen-Marathon gewann und eine Bestzeit von 59:20 aufweist, galt als Favorit. Sein Namen findet sich aber nicht mehr auf einer aktuellen Startliste, auf der mit der Startnummer „1“ nun Raji Assefa (ETH) aufgeführt ist. Assefa lief seine Bestzeit von 60:11 bereits 2008 in Rotterdam, beim Fukuoka Marathon wurde er im Dezember 2014 in 2:08:48 hinter Patrick Makau Zweiter.

Die größten Konkurrenten dürften Edwin Kiptoo (KEN, PB 60:11), der vor einem Monat in Ras Al Khaimah Vierter wurde und mit den beiden Kiptoos in Den Haag nichts zu tun hat, Vincent Yator (KEN, PB 60:15 Santa Pola 2015), Mark Korir (KEN, PB 60:49 Lille 2014) sowie Abdelatif Meftah (FRA, PB 60:46 Lille 2010, NR) sein. Bei den Frauen sind die schnellsten im Feld: Sarah Chepchirchir (KEN, PB 1:08:07 Paris 2011 und die Vorjahressiegerin Yebrgual Melese (ETH, PB 1:09:02 Yangzhou 2013).

Eine Woche später, am 15. März, geht es durch den Central Park und Manhattan beim United Airlines New York City Halbmarathon, wo im letzten Jahr gut 20000 Teilnehmer das Ziel erreichten. Das Elitefeld ist diesmal sehr stark auf die US-Männer orientiert. So weist Dathan Ritzenhein („Ritz“) mit exakt einer Stunde als Dritter der HM-WM 2009 die beste Vorleistung auf. Weiterhin am Start sind seine Landsleute Abdi Abdirahman (PB 1:00:29), Meb Keflezighi (PB 1:01:00), Fernado Cabada (PB 1:02:00) und Matt Tegenkamp (PB 1:02:04). Gespannt sein darf man auf das Debut des Weltklasse-Bahnläufers Chris Solinsky (10000m PB 26:59:60).

Die ausländische Konkurrenz ist diesmal weniger stark ausgewiesen. Stephen Sambu war im letzten Jahr der schnellste 10 km Straßenläufer mit 27:32, seine Bestzeit im Halbmarathon steht bei 1:00:41, Juan Luis Barrios (MEX) wurde vor einem Monat in Marugame Fünfter in 1:00:46. Ferner dabei sind: Lusapho April (RSA, PB 1:01:15), Leonard Korir (KEN, PB 1:01:19), Wesley Korir (KEN, PB 1:01:19) sowie Kevin Chelimo (KEN, PB 1:01:21).

gabius-frankfurt-2014Arne Gabius startet nach 2014 auch diesen Jahr in New York City.  (c) H. Winter

Gespannt sein darf man aus deutscher Sicht auf den zweiten Auftritt von Arne Gabius, der im letzten Jahr an gleicher Stelle ein beeindruckendes Debut in 1:02:09 auf das New Yorker Pflaster legte. Und auch bei den Frauen sind die deutschen Farben durch Sabrina Mockenhaupt („Mocki“) gut vertreten, die mit ihrem Hausrekord von 1:08:45 recht gut im Elitefeld der Frauen positioniert ist. Die schnellste Vorleistung weist hier Joyce Chepkirui auf, die den Prag Halbmarathon 2014 in sehr guten 1:06:19 gewann und im gleichen Jahr die besten Zeiten über 10 km in der Welt lief. Weiterhin zu beachten sind Buzunesh Deba (ETH, PB 1:08:59), Sally Kipyego (KEN, PB 1:08:31), Caroline Rotich (KEN, 1:08:52), Hanae Tanaka (JPN, PB 1:09:18) sowie Molly Huddle (USA, PB 1:09:04).

Am 22. März startet dann der Halbmarathon in Lissabon zum 25. Jubiläum, wo bei der 20. Ausgabe Zersenay Tadese (ERI) den bis heute gültigen Weltrekord der Männer mit 58:23 aufstellte. Der Topstar in diesem Jahr ist der Olympiasieger und Weltmeister auf den Bahnlangstrecken Mo Farah (GBR), der in 1:00:10 in einem legendären Rennen Zweiter hinter Kenenisa Bekele beim Great North Run 2013 wurde und dort im letzten Jahr in 1:00:01 gewann. Ferner am Start in Lissabon werden Guyle Adola (ETH), Stephen Kibet (KEN) und Silas Kipruto (KEN) sein, der im letzten Jahr in 1:00:17 an gleicher Stelle Zweiter wurde. Bei den Frauen sind Dulce Felix (POR) sowie als Favoritin Priscah Jeptoo (KEN) zu nennen.

komon-b-hm-2014Leonard Komon (KEN) geht dieses Jahr in Prag auf Tempojagd.  (c) H. Winter

Am Wochenende danach gehen am 28. März der Prag Halbmarathon und einen Tag später der „Stramilano“ in Mailand sowie der Berliner Halbmarathon über die Bühne . Von den Läufen in Mailand und Berlin sind die Starterfelder noch nicht bekannt gemacht worden. In Berlin deutet sich ein Start des Vorjahreszweiten Abraham Cheroben an, der im letzten Jahr in 58:48 (Valencia) Weltjahresbester war und damit die einzige Zeit im Jahr 2014 unter 59 Minuten schaffte.

Genau eine Sekunde schneller ist der Kursrekord in Prag, den Atsedu Tsegay dort im Jahr 2012 aufstellte. Und diese Marke dürfte das erklärte Ziel von Leonard Komon sein, der im letzten Jahr bei seinem Debut und Sieg in Berlin sehr gute 59:11 erzielte und der Weltrekordler über 10 km und 15 km ist. Komon bekommt in Prag allerdings erhebliche Konkurrenz, die aus dem Vorjahressieger in 59:22 Peter Kirui (KEN), Geoffrey Ronoh (KEN, PB 59:45 Klagenfurt 2014) sowie Geoffrey Mutai (KEN, PB 59:45), der kürzlich den Tokyo Marathon noch absagen musste. Auch das Frauenfeld in der tschechischen Hauptstadt ist hochkarätig mit Edna Kiplagat (KEN, PB 67:41), Lucy Kabu (KEN, PB 66:09 RAK), Lineth Chepkurui (KEN, PB 67:47) und Worknesh Degefa (ETH, PB 67:49) besetzt.

Entscheidung im Endspurt

Erst auf der Zielgeraden fiel die Entscheidung beim Lala Marathon im mexikanische Torreon auf der schnellsten Strecke Lateinamerikas (CR 2:08:17, 2011). Von den 5000 Teilnehmern waren am Ende der Kenianer Eric Mose in 2:14:38 und Byron Piedra (ECU) eine Sekunde dahinter die Schnellsten. Schon bei 10 km nach 32:02 – passiert von einer etwa 20-köpfigen Gruppe – war klar, dass es diesmal in dem von einer großen Molkerei gesponserten Lauf keine Topzeiten geben würde. Dies zeigte sich auch bei der Halbdistanz nach 1:07:32, wo noch 5 Läufer zusammenlagen. Nach 31 km lösten sich Mose und Piedra, die bis zum Einlauf zusammenblieben.

lala-mose-sieger-2015Der Kenianer Eric Mose siegte im mexikanischen Torreon nach 2:14:48.  (c) Veranstalter

Bei den Frauen gab es einen übelergenen Sieg der Äthiopierin Misiker Memissie in 2:37:28 vor Dulce Rodriguez (MEX) in 2:42:37 knapp vor Caroline Kiptoo in 2:37:45.

1. Eric Mose KEN 2:14:38
2. Byron Piedra ECU 2:14:39
3. Nixon Kiplagat KEN 2:16:48
4. Alejandro Suarez MEX 2:17:21

Samuel Ndungu (KEN) gewinnt Lake Biwa Marathon (Japan)

 logo-lake-biwa-2015

Bei strömendem Regen konnte der Kenianer Samuel Ndungu bei der 70. Ausgabe des Lake Biwa Mainichi Marathon im japanischen Otsu seinen Erfolg aus dem Jahre 2012 wiederholen. In der auch durch das schlechte Wetter (Regen, 9°C) beeinflussten Zeit von 2:09:08 siegte er überlegen vor Europameister Daniele Meucci (ITA) in 2:11:10 und Ser-Od Bat Ochir (MGL) in 2:11:18. Der Favorit und Vorjahressieger Bazu Worku (ETH) wurde abgeschlagen in 2:13:32 nur Siebter.

ndungu-lake-biwa-2012Samuel Ndungu gewann das 70. Jubiläum des Lake Biwa Marathon.  (c) H. Winter

Schon früh war bei dem letzten der traditionellen japanischenFrühjahrsklassiker klar, dass bei den schlechten Bedingungen keine Topzeiten zu erzielen waren. Über 15:30 bei 5 km und 30:35 bei 10 km erreichte eine 40köpfige Gruppe die Halbdistanz nach 1:04:39. Diese große Gruppe – geführt von letztlich überforderten Tempomachern – fiel nun schnell auseinander. Zunächst bildete sich ein Quartett aus Ndungu, Bat Ochir, Meucci und dem Japaner Maeda, aus dem sich dann Ndungu nach 32 km löste und einen Vorsprung von 2 Minuten bis ins Stadion herauslief.

1. Samuel Ndungu KEN 2:09:08
2. Daniele Meucchi ITA 2:11:10
3. Ser-Od Bat Ochir MGL 2:11:18
4. Kazuhiro Maeda JPN 2:11:46
5. Takuya Noguchi JPN 2:12:29

 

Splits der Spitze: 5 km 15:30, 10 km 30:35 (15:05), 15 km 45:42 (15:07), 20 km 1:01:12 (15:30), HM 1:04:39, 25 km 1:16:34 (15:22), 30 km 1:32:07 (15:33), 35 km 1:47:12 (15:05), 40 km 2:02:31 (15:19)

Ein beachtliches Debut

Der italienische Polizist Stefano La Rosa gewann am 1. März den Treviso Marathon bei seinem Debüt in beachtlichen 2:12:05. Dabei ist allerdings anzumerken, dass der Punkt-zu-Punkt-Kurs in den Ausläufern der Alpen mit einem Gefälle von 96 m nicht Bestzeiten tauglich ist. Eine fünfköpfige Gruppe blieb bis 25 km zusammen, wobei der italienische Topläufer Ruggero Pertile als Tempomacher fungierte. Pertile nutze dabei den Lauf als Vorbereitung auf den Rom Marathon am 22, März 2015. Die Halbdistanz hatte man zuvor nach 1:06:50 passiert.

sieger-treviso-2015Stefano La Rosa gewinnt beim Debut den Treviso Marathon.  (c) Veranstalter

Bald nach 25 km setzte sich La Rosa allein ab, erreichte 30 km nach 1:34:30 und war damit auf Kurs von knapp unter 2:13 Stunden. Auf den letzten 12 km konnte La Rosa aber noch einmal zulegen und erreichte das Ziel auf dem Marktplatz von Treviso nach 2:12:05. Sein Ziel unter 2:12 zu laufen, verpasste er damit denkbar knapp. Lange musste man auf den Zweiten warten, Lahcen Mokraji brauchte 2:20:23. Der Vielstarter Hermann Achmüller wurde in 2:33:27 Siebter.

Ähnlich überlegen siegte bei den Frauen die Ialienerin Laura Giadorno in 2:39:29 vor Claudia Jasmine in 2:47:02.

FLASH: Forence Kiplagat läuft in Barcelona neuen Weltrekord im Halbmarathon

kiplagat-barcelona-2015Florence Kiplagat (KEN) lief heute in Barcelona Weltrekorde über 15 km, 20 km und im Halbmarathon der Frauen.  (c) Veranstalter

Mit 65:09 verbesserte heute morgen die Kenianerin Florence Kiplagat beim eDreams Mitja Marató Halbmarathon in Barcelona ihren eigenen Weltrekord um 3 Sekunden. Schon früh lag Kiplagat bei idealen Bedingungen (10°C) ohne jede weitere ernsthafte Konkurrenz auf Kurs zu einer neuen Bestmarke, bei 10km in 31:01 war sie 8 Sekunden schneller als bei der Durchgangzeit beim Weltrekord von 2014. Bei 15 km nach 46:13 war der Vorsprung auf 23 Sekunden angewachsen, Wird die Zeit bestätigt, ist das ebenfalls ein neuer Rekord, die globale Bestmarke hielt zuvor Tirunesh Dibaba mit 26:28 aus dem Jahr 2009. Auch ihre Durchgangszeit bei 20 km in 61:54 verbesserte ihren Weltrekord um 2 Sekunden.

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal eng, aber Kiplagat rettete einen knappen Vorsprung bis über die Ziellinie. Da sich die alte und neue Weltrekordlerin in diesem Jahr auf den London-Marathon im April konzentrieren wollte, war die Fabelzeit nicht unbedingt zu erwarten.

Das Rennen der Männer war weniger spektakulär. Hier gewann der Äthiopier Tadesse Abraham in 60:42. Alle Zeiten sind noch inoffiziell.

Glänzte erneut in Barcelona mit einem neuen Weltrekord in 65:09 Minuten im Halbmarathon: Florence Kiplagat (KEN) © Veranstalter

Mary Keitany überragte in Ras Al Khaimah

rak-2015-logo
Beim Halbmarathon im Vereinigten Arabischen Emirat Ras Al Khaimah (RAK) bot die 32jährige Kenianerin Mary Keitany wieder eine Vorstellung der Extraklasse. Während sich die hohen Erwartungen der Männer mit Zeiten über 1 Stunde nicht erfüllten, lief Keitany mit 66:02 auf einem zertifizierten Kurs die drittschnellste Zeit in der Geschichte und zog dabei die Äthioperin Mamitu Daska in 66:27 zu einem neuen Landesrekord.

Schon früh war bei zu hohen Temperaturen von 19°C beim Start um 7 Uhr und sehr hoher Luftfeuchtigkeit zu befürchten, dass es diesmal keine Topzeiten auf dem schnellen Halbmarathonkurs geben würde. Doch geführt vom Tempomacher Peter Kirui lagen Keitany und drei Mitstreiterinnen lange auf Kurs von deutlich unter 66 Minuten. Nach 15:43 für 5 km passierte man 10 km in 31:07, das war eine Sekunde schneller als beim Weltrekord von Kiplagat 2014. Nun lagen noch Keitany und Daska vorne. Nach 46:42 bei 15 km konnte sich Keitany auch von Daska absetzten und verfehlte eine weitere Zeit unter 66 Minuten ganz knapp. Durch die schnellen Zeiten verbesserte sich RAK im Zehnermittel auf 1:06:30 und hat damit den Great North Run (nicht zertifizierter Kurs) mit 1:06:37 von der Weltspitze verdrängt und führt wie bei den Männern das globale Ranking an.

Bei den Männern erfüllten sich die großen Erwartungen an den hohen Favoriten Eliud Kipochoge (KEN) nicht. Der fiel nach moderatem Beginn ohne Tempomacher nach 14:33 für 5 km und 28:55 für 10 km nach 43:11 bei 15 km zurück, wo noch 5 Läufer vorne lagen. Nach 20km in 57:12 bildete sich an der Spitze ein Trio, von dem am Ende der Äthiopier Mosinet Geremew in 60:05 das beste Finish hatte. Geremew belegte im November 2014 in 59:11 Platz 3 beim schnellen Halbmarathon in Delhi. Eine Sekunde dahinter wurde Daniel Wanjiru Zweiter und eine weitere Sekunde später folgte Jonathan Maiyo. Erst auf Platz 6 kam Kipchoge nach 60:50 ins Ziel.

Die Siegerzeit war die nur 35.-schnellste Zeit in RAK, nur 2012 siegte in den letzten Jahren Dennis Kimetto, der als Ehrengast vor Ort war, in 60:40 mit einer noch langsameren Zeit. Erstmals war die Siegerzeit ferner keine Jahresweltbestzeit, die mit 59:47 beim Marugame Marathon in Japan am 1. Februar erzielt wurde.

Resultat der Männer:
1. Mosinet Geremew ETH 60:05
2. Daniel Wanjiru KEN 60:06
3. Jonathan Maiyo KEN 60:07
4. Edwin Kiptoo KEN 60:10
5. Mike Kigen KEN 60:14
6. Eliud Kipchoge KEN 60:50

Splits der Männerspitze:
5 km 14:33
10 km 28:55 14:22
15 km 43:11 14:16
20 km 57:12 14:01
Ziel 60:05 2:53

Resultat der Frauen:
1. Mary Keitany KEN 66:02
2. Mamitu Daska ETH 66:27
3. Cynthia Limo KEN 67:02
4. Josephine Chepkoech KEN 67:32
5. Worknesh Degefa ETH 70:44
6. Meseret Hailu ETH 70:57

Splits der Frauenspitze:
5 km 15:43
10 km 31:07 15:24
15 km 46:42 15:35
20 km 62:33 15:51
Ziel 66:02 3:29

FLASH: Äthiopische Dominanz in Houston und Mumbai

houtson-mar-2015-logo
Beim Chevron Houston Marathon (USA) sowie beim Standard Chartered Mumbai Marathon (Indien) gab es ausschließlich äthiopische Sieger.
In Houston lag die Männerspitze nach 10 km in 29:58 beim Halbmarathon in 1:03:19 noch auf Kurs zu einer sehr guten Zeit. Danach wurde das Tempo aber deutlich langsamer (25 km 1:15:24) und zog erst wieder an, als sich nach gut 32 km drei Läufer absetzten. Bei 37 km lief dann der Äthiopier Gebo Burka davon und sah wie der sichere Sieger aus. Doch knapp 1 km vor dem Ziel wurde er vom Sieger Birhanu Gedefa überholt, der in 2:08:03 gewann. Dabei war vor allem sein Schlusspart von 40 km in 6:16 sehr eindrucksvoll und sicherte ihm noch den Sieg. Auch die weiteren Plätze des Podiums holten sich seine Landsleute Gebo Burka in 2:08:12 sowie Debebe Tolossa in 2:09:07.
Bei den Frauen gingen sogar die Plätze 1 bis 5 an Äthiopien. Es siegte nach einer eindrucksvollen Aufholjagd Yebrgual Arage in guten 2:23:23.
Beim gleichzeitig ausgetragenen Halbmarathon waren die US-Meisterschaften integriert, die überraschend der Debütant Diego Estrada in 1:00:51 gewann. Estrada hat sich schon nach 5 km vom Rest der Mitstreiter gelöst und siegte deutlich vor Jared Ward in 1:01:42.
In der indischen Metropole Mumbai verhinderte die zunehmende Hitze einen neuen Streckenrekord (Jackson Kiprop 2012, 2:09:32), der bei Halbzeit in 1:04:47 noch in Reichweite lag. Auch in Mumbai lagen am Ende äthiopische Läufer vorne. Es siegte Tesfaye Abera in 2:09:46 vor seinem Landsmann Dereje Debele in 2:10:31. Der beste Kenianer landete mit Ex-Weltmeister Luke Kibet in 2:10:57 auf Platz 3.
Bei den Frauen war die Dominanz noch größer, hier lagen alle sechs äthiopischen Eliteläuferinnen vorne. Es gewann Dinknesh Mekash in 2:29:58.

Ergebnis Männer Houston Marathon 2015
1. Birhanu Gedefa ETH 2:08:03
2. Gebo Burka ETH 2:08:12
3. Debebe Tolossa ETH 2:09:07
4. Dominic Ondoro KEN 2:09:40
5. Silah Limo KEN 2:10:37
6. Erick Mose KEN 2:12:52
7. Aaron Braun USA 2:12:54
8. Gadisa Shumie ETH 2:14:03

Splits der Spitze der Männer:
5 km 15:13
10 km 29:58 14:45
15 km 44:50 14:52
20 km –
HM 1:03:19
25 km 1:15:24
30 km 1:31:06 15:42
35 km 1:45:57 15:51
40 km 2:01:33 B 15:36
40 km 2:01:47 G 15:50
Ziel 2:08:03 6:16

Ergebnis Frauen Houston Marathon 2015
1. Yebrgual Arage ETH 2:23:23
2. Guteni Imana ETH 2:23:32
3. Biruktait Degefa ETH 2:23:51
4. Sechale Dalasa ETH 2:27:12
5. Fatuma Sado ETH 2:28:27
6. Kellyn Taylor USA 2:28:40
Ergebnis Männer Mumbai Marathon 2015
1. Tesfaye Abera ETH 2:09:44
2. Dereje Debele ETH 2:10:29
3. Luke Kibet KEN 2:10:54
4. Michael Mutai KEN 2:14:30
5. Peter Kosgei KEN 2:14:36
6. Shumi Hailu ETH 2:15:02

Ergebnis Frauen Mumbai Marathon 2015
1. Dinknesh Mekash ETH 2:29:58
2. Kumeshi Sichala ETH 2:30:53
3. Marta Megra ETH 2:31:43
4. Halima Hussen ETH 2:35:34
5. Radiya Adlo ETH 2:37:04
6. Zeytuna Arba ETH 2:37:24